{"id":76809,"date":"2025-07-30T13:24:53","date_gmt":"2025-07-30T10:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/azalas.de\/de\/?p=76809"},"modified":"2026-03-20T19:51:27","modified_gmt":"2026-03-20T17:51:27","slug":"sturmwellenlaeufer-auf-den-makares-inseln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/sturmwellenlaeufer-auf-den-makares-inseln\/","title":{"rendered":"Sturmwellenl\u00e4ufer auf den Makares-Inseln"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Wellenl\u00e4ufer sind unauff\u00e4llige und wenig bekannte Meeresv\u00f6gel, die sogar die meisten Ornithologen nie zu Gesicht bekommen. Ich habe noch nie einen gesehen und wusste bis vor kurzem gar nicht, dass der Sturmwellenl\u00e4ufer auch in der \u00c4g\u00e4is br\u00fctet. Nun kann die Art in die Liste der Brutv\u00f6gel von Naxos und umliegenden Felseninseln mitaufgenommen werden. Hier ein paar Fotos und ein kurzer Bericht \u00fcber das Auffinden dieser Art bei Naxos von Mitarbeitern der <a href=\"https:\/\/n2c.gr\/en\/\">griechischen Organisation NCC (Nature Conservation Consultants)<\/a>. <\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Wellenl\u00e4ufer sind eine kleine Familie mit einer Gattung, die 15 Arten umfasst. Sie bilden zusammen mit dem Albatrossen, den Sturmtauchern und den Sturmschwalben die R\u00f6hrennasen. Wie die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/bei-den-sturmtauchern-auf-den-makares-inseln\/\">Sturmtaucher<\/a> besitzen sie r\u00f6hrenf\u00f6rmige Aufs\u00e4tze auf dem Schnabel, \u00fcber die sie \u00fcbersch\u00fcssiges Salz abscheiden. Die Wellenl\u00e4ufer verbringen ihr Leben au\u00dferhalb der Brutzeit ausschlie\u00dflich auf dem Ozean, wo sie nah \u00fcber der Wasseroberfl\u00e4che flattern, so dass es so wirkt, als w\u00fcrden sie \u00fcber das Wasser laufen. Die meisten Arten verstreuen sich au\u00dferhalb der Brutzeit in gro\u00dfen Gebieten der Ozeane. \u00dcber ihr Leben fern der Brutpl\u00e4tze ist nicht viel bekannt. Sie ern\u00e4hren sich von Zooplankton und kleinen Fischen, Tintenfischen und Quallen. Die Wellenl\u00e4ufer br\u00fcten meist in Kolonien, meist auf abgelegenen Inseln, wobei die meisten Arten weit verbreitet sind, w\u00e4hrend einige auf wenige oder eine Insel beschr\u00e4nkt sind (z.B. Azoren-Wellenl\u00e4ufer).<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Sturmwellenl\u00e4ufer <em>Hydrobates pelagicus<\/em>, fr\u00fcher Sturmschwalbe genannt, ist sehr dunkel gef\u00e4rbt bis auf den wei\u00dfen B\u00fcrzel. Mit nur 16 cm K\u00f6rperl\u00e4nge ist er einer der kleinsten Meeresv\u00f6gel. Er br\u00fctet haupts\u00e4chlich im Nordatlantik, z.B. auf den F\u00e4r\u00f6er-Inseln, wo er sehr h\u00e4ufig ist. Auch im Mittelmeer kommt er vor, z.B. auf Sizilien, den Balearen und bei Malta sowie auf Felseninseln in der \u00c4g\u00e4is. Am Brutplatz ist der Sturmwellenl\u00e4ufer sehr unauff\u00e4llig, da er nur nachts zum Nest kommt. Wie die Sturmtaucher kann er an Land nur unbeholfen und unter Zuhilfenahme der Fl\u00fcgel laufen. Die Nistpl\u00e4tze werden in die Erde gegraben oder liegen in H\u00f6hlen und Felsspalten, die oft nur vom Meer aus zu erreichen sind. Wellenl\u00e4ufer verpaaren sich f\u00fcr das ganze Leben und kehren jedes Jahr ins selbe Nest zur\u00fcck. Sie legen je nur ein gro\u00dfes Ei. Die Jungen schl\u00fcpfen nach etwa 50 Tagen und sind nach etwa 2 Monaten fl\u00fcgge. Im Winter ziehen die Sturmwellenl\u00e4ufer in den s\u00fcdlichen Atlantik, vor allem in die Kapregion.<\/p>\n<p><big>D<\/big>a sie vor allem bei Wellengang unterwegs sind, wurden die Wellenl\u00e4ufer fr\u00fcher mit St\u00fcrmen assoziiert und hatten einen schlechten Namen bei den Seeleuten; teilweise hielt man sie f\u00fcr die Seelen ertrunkener Seem\u00e4nner.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/T070237-1_1500.jpg\" alt=\"Felsk\u00fcste, Makares-Inseln\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Erst in den letzten Jahren ist man aufgrund genauerer Suche darauf aufmerksam geworden, dass der Sturmwellenl\u00e4ufer auf zahlreichen kleinen Felseninseln in der \u00c4g\u00e4is br\u00fctet. Er br\u00fctet vor allem in steilen, unzug\u00e4nglichen Felsk\u00fcsten, wo die Nester vor Ratten und M\u00f6wen gesch\u00fctzt sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/T070245-1_1500.jpg\" alt=\"Felsk\u00fcste, Makares-Inseln\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In dieser schmalen Felsspalte auf den M\u00e1kares-Inseln haben die Ornithologen dieses Jahr ein Brutvorkommen des Sturmwellenl\u00e4ufers entdeckt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Photo-Makares-Storm-Petrel-1.jpg\" alt=\"Makares-Inseln, Foto vom Brutfelsen des Sturmwellenl\u00e4ufers mit der W\u00e4rmebildkamera\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Da sie nur nachts zu den Brutstellen kommen und schwarz gef\u00e4rbt und recht klein sind, kann man den Sturmwellenl\u00e4ufer am Brutplatz praktisch nur mit der W\u00e4rmebildkamera entdecken. Hier einige Aufnahmen vom Brutplatz auf den M\u00e1kares-Inseln.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Photo-Makares-Storm-Petrel-2.jpg\" alt=\"Makares-Inseln, Foto vom Brutfelsen des Sturmwellenl\u00e4ufers mit der W\u00e4rmebildkamera\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Photo-Makares-Storm-Petrel-3.jpg\" alt=\"Makares-Inseln, Foto vom Brutfelsen des Sturmwellenl\u00e4ufers mit der W\u00e4rmebildkamera mit fliegendem Vogel\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf diesem Foto sieht man den fliegenden Vogel etwas rechts oberhalb der Mitte. Der Vogel sieht hell aus, da er w\u00e4rmer ist als die Umgebung.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/videos\/Video-Makares-Storm-Petrel.mp4\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Photo-Makares-Storm-Petrel-4.jpg\" alt=\"Makares-Inseln, Video mit fliegendem Sturmwellenl\u00e4ufer am Nistplatz, mit der W\u00e4rmebildkamera aufgenommen\" border=\"0\"><\/a><br \/>\n<small>Video mit fliegendem Sturmwellenl\u00e4ufer am Brutplatz; zum Anschauen anklicken.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/videos\/Video-Folegandros-Storm-Petrel.mp4\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Photo-Folegandros-Storm-Petrel.jpg\" alt=\"Folegandros, Sturmwellenl\u00e4ufer am Nistplatz\" border=\"0\"><\/a><br \/>\n<small>Video mit Sturmwellenl\u00e4ufer im Nest, bei Folegandros (s\u00fcdliche Kykladen); der aufrechte Vorderk\u00f6rper des sitzenden Vogels ist hinter dem liegenden Stein in der Felsspalte sichtbar (nur bei ausreichend gro\u00dfem Bildschirm zu erkennen). Zum Anschauen anklicken.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>lle Bilder au\u00dfer den ersten zwei in diesem Artikel stammen ebenso wie die Information \u00fcber das Brutvorkommen von Tasos Dimalexis von der <a href=\"https:\/\/n2c.gr\/en\/\">griechischen Organisation NCC (Nature Conservation Consultants)<\/a>, dem hiermit herzlich gedankt sei.<\/p>\n<p>siehe auch: <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/bei-den-sturmtauchern-auf-den-makares-inseln\/\">Bei den Sturmtauchern auf den Makares-Inseln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/makares\/\">Makares &#8211; Felseninseln wie aus dem Paradies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/voegel-von-naxos\/\">Die V\u00f6gel von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wellenl\u00e4ufer sind unauff\u00e4llige und wenig bekannte Meeresv\u00f6gel, die sogar die meisten Ornithologen nie zu Gesicht bekommen. Ich habe noch nie einen gesehen und wusste bis vor kurzem gar nicht, dass der Sturmwellenl\u00e4ufer auch in der \u00c4g\u00e4is br\u00fctet. Nun kann die Art in die Liste der Brutv\u00f6gel von Naxos und umliegenden Felseninseln mitaufgenommen werden. Hier [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":76733,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,2168,11,9,22,23],"tags":[35,869,2159,34,1082,865,2158,2157,875,2146,1174],"class_list":["post-76809","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles-aus-azalas","category-makares","category-natur","category-naxos","category-tiere","category-voegel","tag-agais","tag-griechenland","tag-hydrobates-pelagicus","tag-kykladen","tag-makares-inseln","tag-naxos","tag-sturmschwalbe","tag-sturmwellenlaeufer","tag-tiere","tag-voegel-der-kykladen","tag-voegel-von-naxos"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76809","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76809"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76835,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76809\/revisions\/76835"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/76733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}