{"id":7495,"date":"2013-07-07T17:46:20","date_gmt":"2013-07-07T14:46:20","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=7495"},"modified":"2025-03-11T20:54:18","modified_gmt":"2025-03-11T18:54:18","slug":"sommerwurzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/sommerwurzen\/","title":{"rendered":"Sommerwurz, Orobanche und Phelipanche"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Sommerwurzen wurden fr\u00fcher zu den Rachenbl\u00fctlern gerechnet; heute werden sie mit etwa 80 anderen Gattungen (z.B. Bellardien, Augentrost, Klappertopf und L\u00e4usekr\u00e4uter) als eigene Familie der Sommerwurzgew\u00e4chse <em>(Orobanchaceae)<\/em> abgetrennt. Es gibt etwa 200 Sommerwurz-Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in den subtropischen und gem\u00e4\u00dfigten Regionen der Nordhalbkugel.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Sommerwurzen sind Vollschmarotzer, das hei\u00dft sie besitzen kein Chlorophyll, sondern &#8222;zapfen&#8220; das Wurzelsystem anderer Pflanzen an und sind f\u00fcr ihre Ern\u00e4hrung g\u00e4nzlich auf die Wirtspflanze angewiesen. Sommerwurzen sind unterschiedlich wirtsspezifisch; manche Arten wachsen nur auf einer einzigen Wirtsart, andere auf einem mehr oder weniger weiten Spektrum. Die Sommerwurzen bilden sehr kleine Samen in gro\u00dfer Zahl (bis zu mehreren 100.000 pro Pflanze), die vom Wind verbreitet werden. Sie keimen nur in unmittelbarer N\u00e4he einer Wirtspflanze, da die Keimung der Samen durch besondere chemische Substanzen angeregt wird, die von den Wurzeln der Wirtspflanze abgegeben werden; diese Substanzen bedingen auch die Wirtsspezifit\u00e4t. Der Keim bildet zun\u00e4chst eine spezielle Wurzel (Haustorium), die in die Wirtswurzel eindringt. Danach entwickelt sich ein Speicherorgan direkt an der Wirtswurzel, das Tuberkel. Aus diesem treibt sp\u00e4ter der Spross. Dieser tr\u00e4gt nur stark reduzierte Bl\u00e4tter, in deren Achseln die Bl\u00fcten sitzen. Die Sommerwurz entnimmt ihrer Wirtspflanze Wasser und N\u00e4hrstoffe und kann diese dadurch insbesondere in trockenem Klima durchaus sch\u00e4digen. Einige Sommerwurz-Arten verursachen bedeutende Sch\u00e4den in der Landwirtschaft; sie sind nur schwer zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-lippenbluetlerartige\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<h3>Sommerwurzen, <em>Orobanche<\/em><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Gattung <em>Orobanche<\/em> besitzt ihren Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet. Auf Naxos sind sieben Arten nachgewiesen worden. Die Bestimmung der meisten Arten ist schwierig.<\/p>\n<h6><em>Orobanche pubescens<\/em>, d&#8217;Urv.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie h\u00e4ufigste Sommerwurz-Art bei uns ist <em>Orobanche pubescens<\/em>; sie ist in allen Gegenden der Insel regelm\u00e4\u00dfig anzutreffen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_pubescens-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orobanche pubescens\"><br \/>\n<small>Wie alle Sommerwurzen besitzt auch <em>Orobanche pubescens<\/em> kein Chlorophyll und besteht nur aus einem kolbigen Bl\u00fctentrieb. Sie wird mehrere Dezimeter hoch und parasitiert gern auf Doldenbl\u00fctlern und auf der Kronen-Wucherblume. <em>Orobanche pubescens<\/em> bildet einen kr\u00e4ftigen, dicken Bl\u00fctentrieb von gelber oder lila Farbe.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_pubescens_flower-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orobanche pubescens\"><br \/>\n<small>Die recht gro\u00dfen Bl\u00fcten sind nur wenig gekr\u00fcmmt; die hier ebenfalls gelben Kelchbl\u00e4tter, die etwa so lang sind wie die Kronr\u00f6hre, laufen in zwei feine Spitzen aus. Die Tragbl\u00e4tter (hier etwas dunkler gef\u00e4rbt) sind oft etwas l\u00e4nger als die Bl\u00fcten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_pubescens-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orobanche pubescens\"><br \/>\n<small>Hier ein lila gef\u00e4rbtes Exemplar.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_pubescens_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orobanche pubescens\"><br \/>\n<small>Die Oberlippe der Krone ist dicht behaart, ebenso der St\u00e4ngel. Die Narbe ist lila gef\u00e4rbt.<\/small><\/p>\n<h6>Kerbige Sommerwurz, <em>Orobanche crenata<\/em>, Forssk.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie gro\u00dfe und auff\u00e4llige Kerbige Sommerwurz kommt verstreut in West-Naxos vor, so um Potami\u00e1 und bei M\u00e9lanes.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_crenata-1.jpg\" alt=\"Kerbige Sommerwurz, Orobanche crenata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Kerbige Sommerwurz ist auf Naxos selten. Es handelt sich um eine kr\u00e4ftige und gro\u00dfe Pflanze; sie kann eine H\u00f6he von einem halben Meter erreichen. Auch die Bl\u00fcten sind sehr gro\u00df (bis 3 cm lang).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_crenata_flower-1.jpg\" alt=\"Kerbige Sommerwurz, Orobanche crenata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die wei\u00dfen, zart lila geaderten Bl\u00fcten sind nur wenig behaart. Am Rand sind die Lippen fein gez\u00e4hnt.<\/small><\/p>\n<h6>Amethyst-Sommerwurz, <em>Orobanche amethystea ?<\/em>, Thuill.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Amethyst-Sommerwurz ist auf Naxos selten. Diese Exemplare habe ich in der N\u00e4he der Lagune beim Flughafen angetroffen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_amethystea_flower-1.jpg\" alt=\"Amethyst-Sommerwurz, Orobanche amethystea ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Amethyst-Sommerwurz besitzt etwa 2 cm lange, gelbliche Bl\u00fcten mit lila Adern; sie sind ebenso wie der St\u00e4ngel kurz dr\u00fcsig behaart.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/orobanche_amethystea_flower-2.jpg\" alt=\"Amethyst-Sommerwurz, Orobanche amethystea ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Tragbl\u00e4tter sind etwa so lang wie die Bl\u00fcten, die Kelchbl\u00e4tter deutlich k\u00fcrzer. Die Narbe ist rosa bis violett; die Ansatzstelle der Staubbl\u00e4tter sitzt 5 &#8211; 6 mm oberhalb der Basis der Kronbl\u00e4tter.<\/small><\/p>\n<h3><em>Phelipanche<\/em><\/h3>\n<p><big>I<\/big>n die seit kurzem von den Sommerwurzen abgetrennte Gattung <em>Phelipanche<\/em> werden 30 bis 70 Arten gestellt. Von den Sommerwurzen unterscheiden sie sich daran, dass die Kelchbl\u00e4tter zu einer kurzen R\u00f6hre verwachsen sind; an ihrem unteren Rand stehen zwei kleine Vorbl\u00e4tter. Auf Naxos sind drei Arten nachgewiesen worden.<\/p>\n<h6><em>Phelipanche mutelii<\/em>, (F.W. Schultz) Pomel<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie heute in eine eigene Gattung gestellte, kleine Art <em>Phelipanche mutelii<\/em> (fr\u00fcher <em>Orobanche ramosa)<\/em> ist auf Naxos sehr h\u00e4ufig. Sie paratisiert gern auf dem Nickenden Sauerklee <em>(Oxalis pes-caprae)<\/em>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/phelipanche_mutelii-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phelipanche mutelii\"><br \/>\n<small><em>Phelipanche mutelii<\/em> ist hell-lila gef\u00e4rbt. Die Bl\u00fctentriebe sind oft verzweigt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/phelipanche_mutelii_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phelipanche mutelii\"><br \/>\n<small>Die Bl\u00fcten dieser Art sind gleichm\u00e4\u00dfig gekr\u00fcmmt. Auf der &#8222;Unterlippe&#8220; befinden sich zwei wei\u00dfliche Schwellungen. Der zu einer R\u00f6hre verwachsene Kelch ist viel k\u00fcrzer als die Bl\u00fcte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/phelipanche_mutelii_on_oxalis-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phelipanche mutelii\"><br \/>\n<small><em>Phelipanche mutelii<\/em> parasitiert gern auf dem Nickenden Sauerklee, wobei sie in manchen Gegenden des Mittelmeergebietes diese invasive Art schon etwas eind\u00e4mmt. Der Spross der Sommerwurz sitzt dabei nicht direkt an der parasitierten Pflanze an, sondern sie zapft deren Wurzel durch vergleichsweise d\u00fcnne Wurzeln an.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/phelipanche_mutelii_oxyloba-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phelipanche mutelii\"><br \/>\n<small>Hier k\u00f6nnte es sich um die Variante <em>oxyloba<\/em> handeln, die sich durch spitze Lappen der Unterlippe auszeichnet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orobanchaceae\/phelipanche_mutelii_oxyloba_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phelipanche mutelii\"><br \/>\n<small>An der Bl\u00fcte sieht man das br\u00e4unliche Tragblatt, das gelbliche, etwas k\u00fcrzere Vorblatt, die Kelchbl\u00e4tter mit zwei Spitzen sowie die Unterlippe, die bl\u00e4uliche Narbe und Staubbl\u00e4tter.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-lippenbluetlerartige\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>siehe auch: <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/bellardie\/\">Bellardie<\/a><\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/sauerklee\/\">Sauerklee<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/flora-von-naxos\/\">Zur Flora von Naxos<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sommerwurzen wurden fr\u00fcher zu den Rachenbl\u00fctlern gerechnet; heute werden sie mit etwa 80 anderen Gattungen (z.B. Bellardien, Augentrost, Klappertopf und L\u00e4usekr\u00e4uter) als eigene Familie der Sommerwurzgew\u00e4chse (Orobanchaceae) abgetrennt. Es gibt etwa 200 Sommerwurz-Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in den subtropischen und gem\u00e4\u00dfigten Regionen der Nordhalbkugel. Die Sommerwurzen sind Vollschmarotzer, das hei\u00dft sie besitzen kein Chlorophyll, sondern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":58059,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,11,9,12],"tags":[732,729,865,1407,730,1408,1406],"class_list":["post-7495","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-flora-von-naxos","category-natur","category-naxos","category-pflanzen","tag-flora-of-naxos","tag-flora-von-naxos","tag-naxos","tag-orobanche","tag-pflanzen-von-naxos","tag-phelipanche","tag-sommerwurz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7495"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7495\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75770,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7495\/revisions\/75770"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58059"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}