{"id":74684,"date":"2025-01-16T14:35:55","date_gmt":"2025-01-16T12:35:55","guid":{"rendered":"https:\/\/azalas.de\/de\/?p=74684"},"modified":"2025-01-16T14:35:55","modified_gmt":"2025-01-16T12:35:55","slug":"14-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/14-oktober\/","title":{"rendered":"14. Oktober"},"content":{"rendered":"<h1>14. Oktober<\/h1>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bryozoa\/bryozoa_spec-1.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>Die Moostierchen geh\u00f6ren zu den <em>Lophotrochozoa<\/em>, einer Tiergruppe, die haupts\u00e4chlich diverse W\u00fcrmer umfasst; die genaueren Verwandtschaftsbeziehungen sind noch ungekl\u00e4rt. Es handelt sich um winzige, vielzellige, meist im Meer lebende Tiere, die Kolonien bilden, die entweder krustenf\u00f6rmig dem Substrat anliegen, oder schleier-, geweih- oder f\u00e4cherartig in die H\u00f6he wachsen. Die Einzeltierchen (Zoide) einer Moostier-Kolonie sind h\u00f6chstens einen halben Millimeter gro\u00df. Sie bestehen aus dem Polypid (Vorderk\u00f6rper) mit einem kleinen Tentakelkranz, der dem Herbeistrudeln und Einfangen der Nahrung dient, und dem Cystid, dem Hinterk\u00f6rper, in den sich der Polypid zur\u00fcckziehen kann. Die Cystiden besitzen ein kalk- oder chitinhaltiges Geh\u00e4use, das oft mit einem kleinen Deckel verschlossen werden kann. Die Tiere besitzen einen einfach gebauten Magendarmtrakt; die Mund\u00f6ffnung liegt inmitten des Tentakelkranzes. Der Gasaustausch l\u00e4uft \u00fcber die Tentakel ab. Die Moostierchen sind meist Zwitter; Spermien und Eier werden \u00fcber die Enden spezieller Tentakel ins Meerwasser abgegeben. Bei vielen Arten verbleiben die Eier zur Befruchtung im Muttertier in einem speziellen Brutraum, wo dann auch die ersten Stadien der Embryonal-Entwicklung ablaufen. Die Larven schwimmen einige Zeit frei umher und setzen sich dann fest, um eine neue Kolonie zu bilden. Diese w\u00e4chst durch Sprossung (ungeschlechtliche Vermehrung) aus dem ersten Tier heran. Innerhalb einer Kolonie stehen die verschiedenen Einzeltiere durch kleine \u00d6ffnungen in den Geh\u00e4usen miteinander in Verbindung. Einige der Zoide nehmen besondere Funktionen an: So verlieren bei den freistehenden Arten die Einzeltiere, die den St\u00e4ngel bilden, manchmal ihre Tentakelkr\u00e4nze. In der Kolonie stehen hier und da sogenannte Vibracularien, deren Polypide mit Gei\u00dfeln ausgestattet sind. Sie erzeugen einen Wasserstrom auf der Oberfl\u00e4che, der die Ablagerung von Sinkstoffen auf der Kolonie verhindert. Das Festsetzen anderer sessiler Organismen unterbinden die Avicularien, die wie kleine Greifzangen gestaltet sind und die Kolonie sauber halten. Die Befruchtung und Brutpflege l\u00e4uft ebenfalls in spezialisierten Einzelorganismen ab, den Gonozoiden. Es gibt etwa 5.600 Moostierchen-Arten. Aus dem Mittelmeer sind um die 180 Arten bekannt. Ihre Bestimmung ist meist nur per Mikroskop m\u00f6glich. Bei abgestorbenen Organismen sind gegebenenfalls die Geh\u00e4use schon so sehr abgerieben, so dass wichtige Merkmale wie kleine Stacheln der Cystide nicht mehr erkennbar sind. W\u00e4hrend die Moostier-Kolonie auf dem oberen Bild nicht bestimmbar ist, handelt es sich unten links um die auf dem Neptungras wachsende Art <em>Electra posidoniae<\/em> und unten rechts um <em>Patinella radiata<\/em>, das Korallenmoostierchen, das eine bis einen halben Zentimeter gro\u00dfe, rundliche Kolonie mit einer Randlamelle bildet; die Zoide sitzen auf radi\u00e4r angeordneten Lamellen, in denen ihre kleinen Poren erkennbar sind.<\/div>\n<ul>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bryozoa\/electra_posidoniae-1.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bryozoa\/patinella_radiata-1.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<div>\n<p><a href=\"\/moostierchen\/\">Zu den Moostierchen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><br \/>\n<!-- {\"type\":\"layout\",\"children\":[{\"type\":\"section\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"middle\",\"width\":\"default\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"14. 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