{"id":6467,"date":"2012-07-11T00:10:40","date_gmt":"2012-07-10T21:10:40","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=6467"},"modified":"2026-02-13T21:27:58","modified_gmt":"2026-02-13T19:27:58","slug":"zikaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/zikaden\/","title":{"rendered":"Zikaden"},"content":{"rendered":"<p><big>G<\/big>riechischer Sommer: Hitze, Wind, Trockenheit, und der endlose Gesang der Heuschrecken und der Zikaden. Vor allem der Zikaden. Unerm\u00fcdlich schallt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das Schrillen der Mannazikade aus den B\u00e4umen. Ja, Heuschrecken zirpen, aber Zikaden schrillen. Es ist kaum zu glauben, was f\u00fcr ein intensives Ger\u00e4usch dieses kleine Tier hervorzubringen vermag.<\/p>\n<p><a href=\"#Arten\">Hier kann man die Einleitung \u00fcberspringen und direkt zu den vorgestellten Arten kommen.<\/a> <\/p>\n<p><big>U<\/big>nd die Laut\u00e4u\u00dferungen sind nicht das einzige Erstaunliche an den Zikaden. Diese Tiere sind \u00fcberhaupt ganz und gar faszinierend. Etwa 40.000 Zikaden-Arten sind uns bekannt. Sie leben \u00fcberall, wo es Pflanzen gibt und spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt und in der Nahrungskette. Viele Zikaden sind an spezielle Wirtspflanzen und Umweltbedingungen angepasst, so dass sie sehr empfindlich gegen Eingriffe in den Naturhaushalt sind. Etwa die H\u00e4lfte der in Deutschland vorkommenden Zikaden-Arten steht auf der Roten Liste der Gef\u00e4hrdeten Arten. Zikaden sind ganz und gar harmlose Insekten: Sie k\u00f6nnen weder bei\u00dfen noch stechen. In vielen Teilen der Erde werden Zikaden von Menschen gegessen; weltweit gibt es \u00fcber 70 essbare Zikaden-Arten.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Zikaden geh\u00f6ren gemeinsam mit den <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanzen\/\">Wanzen<\/a> und den Pflanzenl\u00e4usen zur Insektenordnung der Schnabelkerfe, die sich durch ihre stechend-saugenden Mundwerkzeuge und andere anatomischen Merkmale ausszeichnen. Sie werden unterteilt in die Rundkopfzikaden, zu denen die Sing- und die Schaumzikaden z\u00e4hlen, und die Spitzkopfzikaden, zu denen die K\u00e4ferzikaden geh\u00f6ren.<\/p>\n<h3>K\u00f6rperbau und Fortbewegung<\/h3>\n<p><big>Z<\/big>ikaden besitzen einen typischen K\u00f6rperbau, an dem sie leicht erkennbar sind. Sie weisen eine gedrungene Gestalt auf; die Fl\u00fcgel werden dachartig getragen. Der Kopf ist kurz und breit, von vorn umgekehrt dreieckig mit kurzen F\u00fchlern und weit au\u00dfen stehenden Facettenaugen, die ihnen beispielsweise eine Erkennung von Verfolgern und auch eine Farbwahrnehmung erm\u00f6glichen. Vorn auf der Stirn liegen wie bei den meisten Insekten drei kleine Punktaugen (Ocellen), die vermutlich vor allem der Horizonterkennung, der Lichtkompass-Orientierung und der Lichtst\u00e4rkenmessung dienen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-4.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Kopf der Mannazikade von oben. Man sieht die kurzen, d\u00fcnnen F\u00fchler, die weit au\u00dfen stehenden Komplexaugen und die oberen zwei der drei im Dreieck stehenden Stirnocellen (Punktaugen).<\/small><\/p>\n<p><big>Z<\/big>ikaden k\u00f6nnen gut fliegen, wobei die Vorderfl\u00fcgel und die kleineren Hinterfl\u00fcgel im Flug durch kleine H\u00e4kchen aneinander gekoppelt werden. Viele Zikaden (aber nicht die Singzikaden, zu denen die Mannazikade geh\u00f6rt), k\u00f6nnen au\u00dferdem springen. Schaumzikaden sind sogar Weltmeister im Springen: Obwohl sie nur einen halben Zentimeter gro\u00df sind, k\u00f6nnen sie 70 cm hoch springen. Wie Heuschrecken springen sie mit den Hinterbeinen, die jedoch nicht besonders gro\u00df oder auff\u00e4llig gestaltet sind. Dass sie trotzdem eine derartige, geradezu &#8222;explosionsartige&#8220; Springleistung vollbringen k\u00f6nnen, liegt an ihrer besonderen Technik: Sie bauen eine Spannung in den Beinen auf, die sie dann pl\u00f6tzlich entladen, wodurch das Tier wie von einem Katapult davongeschleudert wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-7.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Fl\u00fcgel der Zikaden sind bis auf die Adern und mehrere charakteristische dunkle Flecken v\u00f6llig durchsichtig. Es erscheint unglaublich, dass diese zarte Konstruktion derartige Belastung aushalten kann! Zikaden benutzen zum Fliegen ihre Vorder- und Hinterfl\u00fcgel; letztere sind deutlich kleiner und werden beim Fliegen mithilfe kleiner H\u00e4kchen an die Vorderfl\u00fcgel gekoppelt.<\/small><\/p>\n<h3>Entwicklung und Ern\u00e4hrung<\/h3>\n<p><big>Z<\/big>ikaden sind Insekten mit unvollst\u00e4ndiger Verwandlung, das hei\u00dft sie durchlaufen mehrere Larvenstadien (meist f\u00fcnf) w\u00e4hrend derer sie der Adultform schrittweise \u00e4hnlicher werden, ohne dass ein Puppenstadium eingelegt wird. W\u00e4hrend die erwachsenen Tiere weniger als ein Jahr lang leben, dauert die Larvenentwicklung mehrere, bei der Mannazikade beispielsweise f\u00fcnf Jahre. In Nordamerika gibt es Zikaden-Arten, die gar 13 bzw 17 Jahre f\u00fcr ihre Entwicklung brauchen, wobei jeweils die gesamte Population gleichzeitig schl\u00fcpft (bis auf ein paar Tage genau!) und sich dann auch wieder gleichzeitig fortpflanzt. Entsprechend treten diese Arten nur jedes 13. bzw 17. Jahr auf und erscheinen dann f\u00fcr kurze Zeit gleich massenhaft.<\/p>\n<p><big>Z<\/big>ikaden-Larven leben unterirdisch. Sie ern\u00e4hren sich, indem sie aus Pflanzenwurzeln Saft saugen. Ihre Vorderbeine sind als Grabschaufeln gestaltet, mit denen sie sich 15 cm bis 3 m tief in den Boden eingraben. Zum Schl\u00fcpfen verlassen sie den Boden und klammern sich an einen Pflanzenstengel; dort findet man sp\u00e4ter dann die leeren H\u00e4ute.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni_exuvie-2.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni, Exuvie\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni_exuvie-1.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni, Exuvie\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Leere H\u00fclle einer geschl\u00fcpften Zikade, man sieht die Grabschaufeln, die Fl\u00fcgelanlagen, die Augen usw. Die H\u00fclle ist zum Schl\u00fcpfen des adulten Tieres am R\u00fccken aufgeplatzt.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie erwachsenen Zikaden ern\u00e4hren sich von Pflanzens\u00e4ften, die sie mithilfe eines R\u00fcssels saugen. Der R\u00fcssel wird &#8222;zwischen den Mahlzeiten&#8220; unter den Bauch gelegt. Viele Arten sind auf einige wenige Wirtspflanzen spezialisiert. W\u00e4hrend viele Zikaden den zuckerhaltigen Phloem-Saft saugen, bohren die Mannazikaden den wasserreichen Saft des Xylems an, der von den Wurzeln nach oben steigt. Entsprechend m\u00fcssen sie wesentlich mehr Fl\u00fcssigkeit aufnehmen, um ihren N\u00e4hrstoffbedarf zu decken. Normalerweise rufen Zikaden im Gegensatz zu vielen anderen Insekten auch bei massenhaftem Auftreten keine bemerkbaren Sch\u00e4den an den Pflanzen hervor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-6.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man den langen, d\u00fcnnen, an den Bauch gelegten R\u00fcssel, mit dem die Mannazikade die Leitbahnen der B\u00e4ume anbohrt und den Saft heraussaugt. Dieser R\u00fcssel scheint mir ein weiteres Wunderwerk der Natur zu sein: Wie schafft es so ein d\u00fcnner, biegsamer R\u00fcssel wohl, sich durch Baumrinde durchzubohren?<\/small><\/p>\n<h3>Laut\u00e4u\u00dferung und deren Wahrnehmung<\/h3>\n<p><big>U<\/big>nd nun zum Gesang. Bei den Singzikaden singen nur die M\u00e4nnchen; der Gesang dient dem Abgrenzen eines Revieres und dem Anlocken von Weibchen. Anders als Heuschrecken erzeugen Zikaden ihre Laut\u00e4u\u00dferungen nicht durch Aneinanderreiben beispielsweise der Fl\u00fcgel, sondern nach dem Trommel-Prinzip. Seitlich am Vorderende des Abdomens (Hinterleib) liegt das Trommelorgan (Tymbal), eine Konstruktion aus oft durch kleine Rippen verst\u00e4rkten Schallplatten, die durch besondere Muskeln gespannt werden und dann, wie der durchgedr\u00fcckte Boden einer Metalldose, unter Knacken zur\u00fcckspringen. Als Resonanzk\u00f6rper dient ein darunter liegender Luftsack im Hinterleib. Durch fortw\u00e4hrendes Anziehen und Zur\u00fcckspringenlassen wird das Trommelorgan in Schwingungen versetzt und das Schrillen der Zikaden erzeugt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-5.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man direkt hinter dem Fl\u00fcgelansatz das Tymbal-Organ der m\u00e4nnlichen Mannazikade.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>s ist einigerma\u00dfen verbl\u00fcffend, was f\u00fcr laute Ger\u00e4usche dieses kleine Insekt mit seinem Tymbal-Organ erzeugen kann: Manche Arten erreichen bis zu 120 dB, das entspricht einer Kettens\u00e4ge oder einem Presslufthammer! Faszinierend ist auch mit welcher Ausdauer die Zikaden stundenlang fast ununterbrochen singen. \u00dcbrigens erzeugen auch die kleineren Zikaden-Arten entsprechende Ges\u00e4nge, nur dass diese f\u00fcr unsere menschlichen Ohren unh\u00f6rbar sind.<\/p>\n<p><big>I<\/big>hre Geh\u00f6rorgane besitzen die Zikaden an der Abdomenunterseite; es handelt sich um paarige, feine Membranen, die die Schwingungen wahrnehmen. Auch an anderen Stellen ihres K\u00f6rpers tragen sie (einfachere) Schwingungsrezeptoren; und es ist m\u00f6glich, dass sie Informationen \u00fcber den Untergrund auf dem sie sitzen durch die Wahrnehmung der vom Trommelorgan produzierten und auf diesen \u00fcbertragenen Schwingungen erhalten.<\/p>\n<h3>Die Zikaden in Mythos und Kunst<\/h3>\n<p><big>E<\/big>ntsprechend ihres auff\u00e4lligen Gesanges und ihrer beeindruckenden F\u00e4higkeiten tauchen die Singzikaden bei vielen V\u00f6lkern (S\u00fcdeuropa, Asien und Amerika) in Kunst und Mythos auf. Schon in mykenischen Darstellungen findet man Insekten, die als Zikaden angesehen werden. In der altgriechischen Literatur tauchen die Zikaden ebenfalls auf, so in der Ilias. Anakreon schrieb eine Hymne an die &#8222;gottgleichen&#8220; Zikaden, die unter anderem von Goethe \u00fcbersetzt wurde. Vom Dichter Xenarchos ist der Ausspruch &#8222;Gl\u00fccklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber&#8220; \u00fcberliefert. Das bekannteste Werk, das sich mit Zikaden besch\u00e4ftigt, ist aber sicherlich die ber\u00fchmte Fabel des \u00c4sop von der Zikade (nicht etwa Grille oder Heuschrecke) und der Ameise.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei den verschiedenen V\u00f6lkern wurden Zikaden als Symbole der Sangeslust und Musen (Griechenland), der Wiedergeburt (China), der Unsterblichkeit (Nordamerikanische Indianer), der Macht (R\u00f6mer und Goten) und der Troubadoure (mittelalterliches Europa, insbesondere S\u00fcdfrankreich) angesehen. Im antiken Athen galten sie au\u00dferdem als Symbol f\u00fcr dessen Autonomie. Besonders beeindruckend f\u00fcr die Menschen und Anlass f\u00fcr diese Vorstellungen waren au\u00dfer dem lauten Gesang, die Tatsache, dass die Tiere aus der Erde hervorkriechen (Autonomie) sowie auch die Umwandlung der Larve durch Schl\u00fcpfen in die adulte Zikade, wobei das Schl\u00fcpfen aus der Haut als Abstreifen der k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse und &#8222;Befreiung&#8220; der Seele verstanden wurde (Wiedergeburt und Unsterblichkeit).<br \/>\n<br class=\"clear\" \/><\/p>\n<hr style=\"border-width: 2px;\">\n<a name=\"Arten\"><font color=\"#ffffff\">Zikaden-Arten auf Naxos<\/font><\/a><\/p>\n<h3>Zikaden-Arten auf Naxos<\/h3>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-heuschrecken\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Zikaden und Heuschrecken<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten. <\/p>\n<p><small><strong>Eine Anmerkung zur Bestimmung:<\/strong> Einige der Zikadenarten sind leicht und sicher zu erkennen. Andere, insbesondere die kleineren Arten sind oft schwer zu bestimmen. Viele Arten sind vergleichsweise unbekannt und unbeachtet, und auch im Internet kann man oft kaum Informationen finden. F\u00fcr die genaue Artbestimmung m\u00fcssen in vielen F\u00e4llen Merkmale hinzugezogen werden, die auf Fotos nicht zu erkennen sind und f\u00fcr die man das tote Tier unter der Lupe oder dem Mikroskop untersuchen muss. Deswegen muss die Bestimmung mehrerer Arten in der folgenden Darstellung unsicher bleiben.<\/small><\/p>\n<p>Hier kann man direkt <strong>zu den artenreicheren Gruppen springen<\/strong> (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern): <a href=\"#A\">Mannazikade<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Bergzikade<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#C\">Schaumzikaden<\/a>&nbsp;&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#D\">K\u00e4ferzikaden<\/a>&nbsp;&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#E\">Glasfl\u00fcgelzikaden<\/a>&nbsp;<\/p>\n<h6><a name=\"A\">Mannazikade, <em>Cicada orni<\/em>, L.<\/a><\/h6>\n<p><big>B<\/big>ei uns auf Naxos kommen zahlreiche Zikadenarten vor, aber die mit Abstand auff\u00e4lligste ist die sehr h\u00e4ufige Mannazikade <em>(Cicada orni)<\/em>. Die Mannazikade ist br\u00e4unlich gef\u00e4rbt; ihre Fl\u00fcgel sind durchsichtig mit dunklen Flecken an mehreren Verzweigungspunkten der Adern. Das Hinterleibsende besitzt einen wei\u00dfen Ring. Mannazikaden erreichen eine Gr\u00f6\u00dfe von fast 3 cm K\u00f6rperl\u00e4nge. Sie sitzen meist in gro\u00dfen B\u00e4umen (vor allem Oliven und Platanen), gew\u00f6hnlich an der Unterseite der dicken \u00c4ste; aufgrund ihrer Tarnf\u00e4rbung sind sie nur mit M\u00fche zu entdecken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-2.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Mannazikade am Olivenbaum. Man beachte die dachartige Stellung der fast durchsichtigen Fl\u00fcgel und die kurzen F\u00fchler.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicada_orni-3.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man die weit au\u00dfen am Kopf stehenden Augen und die wei\u00dfe Hinterleibs-Spitze.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/Mannazikade.jpg\" alt=\"Mannazikade, Cicada orni\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Das Sonagramm zeigt den gleichm\u00e4\u00dfigen, lang anhaltenden &#8222;s\u00e4genden&#8220; Gesang der Mannazikade.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"B\">Bergzikade, <em>Cicadetta montana<\/em>, Scopoli<\/a><\/h6>\n<p><big>I<\/big>m Mai, bevor die Mannazikaden erscheinen, h\u00f6rt man bei uns im Garten h\u00e4ufig ein Heuschrecken-\u00e4hnliches Zirpen, das ebenfalls von einer Zikadenart stammt. Es handelt sich vermutlich um die Bergzikade. Mit ein bisschen Geduld sind die singenden M\u00e4nnchen leicht zu finden und beobachten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/cicadetta_montana-1.jpg\" alt=\"Bergzikade, Cicadetta montana\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Mit bis zu 2 cm ist die Bergzikade ein St\u00fcck kleiner als die Mannazikade. Zu erkennen ist sie an der orange-schwarzen F\u00e4rbung des Hinterleibs. Es gibt eine Reihe \u00e4hnlicher Arten, die im Feld schwer zu unterscheiden sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/Bergzikade.jpg\" alt=\"Bergzikade, Cicadetta montana\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wie an diesem Sonagramm zu erkennen, ist der Gesang der Bergzikade kein durchgehendes S\u00e4gen wie der der Mannazikade, sondern eine k\u00fcrzere, sirrende Strophe mit zwei kurzen Schnarrlauten am Anfang; es klingt eher nach einer Heuschrecke.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"C\">Schaumzikaden<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Schaumzikaden bilden eine Familie <em>(Aphrophoridae)<\/em> innerhalb der Rundkopfzikaden, zu denen auch die Singzikaden wie die Mannazikade geh\u00f6ren. Sie sind klein und unauff\u00e4llig, meist braun oder gr\u00fcn gef\u00e4rbt mit wenigen Merkmalen, die bei der Bestimmung helfen k\u00f6nnten. Der Name Schaumzikade leitet sich davon ab, dass die Larven sich ein Schaumnest bauen (&#8222;Kuckucksspeichel&#8220;), in dem sie vor Feinden und Austrocknung gesch\u00fctzt sind. Larven und adulte Tiere saugen den Xylem-Saft verschiedener Pflanzen; meist sind sie nicht auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert. Bislang sind 850 Arten beschrieben worden, die auf der ganzen Welt au\u00dfer in den Polregionen vorkommen. Die M\u00e4nnchen besitzen ein Tymbalorgan mit dem sie Ges\u00e4nge produzieren, die die Weibchen anlocken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus-1.jpg\" alt=\"Schaumzikade\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die kleinen, kompakten, wenig auff\u00e4lligen und gut getarnten Schaumzikaden bemerkt man nur selten. Sie ern\u00e4hren sich von Pflanzens\u00e4ften. Die Larven leben in Schaumnestern, daher stammt der Name.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus_nest-1.jpg\" alt=\"Schaumzikade Schaumnest\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier das Schaumnest einer Schaumzikade.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus-8.jpg\" alt=\"Schaumzikade\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier handelt es sich vermutlich um die Wiesenschaumzikade <em>(Philaenus spumarius)<\/em>. Die Bestimmung ist schwierig, da die F\u00e4rbung sehr variabel ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus_spumarius-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auch diese k\u00f6nnten andere Farbvarianten der Wiesenschaumzikade sein.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine bemerkenswerte Eigenschaft der Schaumzikaden ist ihre erstaunliche Sprungleistung. Sie k\u00f6nnen bis mehr als das 100-fache ihrer K\u00f6rperl\u00e4nge springen (in die H\u00f6he). Interessant ist dabei, dass ihre Hinterbeine, mit denen sie springen, weder besonders lang noch dick sind. Der Sprung wird durch Muskulatur erm\u00f6glicht, die am Hinterbein angreift, aber im Hinterleib liegt. Diese baut eine hohe Spannung im Hinterleib auf, die durch ein &#8222;Umspringen&#8220; der Chitinplatten mit einem h\u00f6rbaren &#8222;Knacks&#8220; pl\u00f6tzlich entladen wird, so dass die Zikade regelrecht davonkatapultiert wird. Oft fliegt sie nach dem Absprung noch ein St\u00fcckchen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus-3.jpg\" alt=\"Schaumzikade\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die kleinen Schaumzikaden k\u00f6nnen das 100-fache ihrer K\u00f6rperl\u00e4nge springen. Nachdem sie ein-, zweimal gesprungen ist, braucht die Schaumzikade ein Weilchen, bis sie die Spannung f\u00fcr den n\u00e4chsten Sprung wieder aufgebaut hat. In diesem Zustand&nbsp;kann man sie auf den R\u00fccken schubsen. Hier sieht man die Zikade von der Unterseite.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus-4.jpg\" alt=\"Schaumzikade\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/philaenus-5.jpg\" alt=\"Schaumzikade\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Um sich wieder aufzurichten entfaltet die Zikade ihre Hinterfl\u00fcgel, die man sonst kaum einmal zu sehen bekommt.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"D\">K\u00e4ferzikade, <em>Agalmatium<\/em> spec.<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie K\u00e4ferzikaden geh\u00f6ren zu den Spitzkopfzikaden und stellen eine eigene Familie, die <em>Issidae<\/em>. Sie kommen vor allem in den Tropen vor; in Europa sind sie \u00fcberwiegend auf den Mittelmeerraum beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie K\u00e4ferzikaden, hier vermutlich aus der Gattung <em>Agalmatium<\/em>, sind von gedrungener K\u00f6rperform. Sie werden nur um die 4 mm gro\u00df. Oft sieht man wie hier mehrere Individuen in einer Reihe an St\u00e4ngeln sitzen; wenn man sich ann\u00e4hert, verschwinden sie auf der R\u00fcckseite des St\u00e4ngels, weswegen das Fotografieren gar nicht so einfach ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/agalmatium-1.jpg\" alt=\"K\u00e4ferzikade, Agalmatium spec.\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese einfarbig beige gef\u00e4rbten, gedrungenen K\u00e4ferzikaden geh\u00f6ren vermutlich in die Gattung <em>Agalmatium<\/em>.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"E\">Glasfl\u00fcgelzikaden<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Glasfl\u00fcgelzikaden geh\u00f6ren ebenfalls zu den Spitzkopfzikaden und umfassen \u00fcber 2000 Arten. Sie sind von mittlerer Gr\u00f6\u00dfe und leben auf Pflanzen, deren S\u00e4fte sie saugen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/pentastira_rorida-1.jpg\" alt=\"Glasfl\u00fcgelzikaden, Cixiidae\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cicadas\/pentastira_rorida-2.jpg\" alt=\"Glasfl\u00fcgelzikaden, Cixiidae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei dieser kleinen Zikade mit den h\u00fcbsch ge\u00e4derten Fl\u00fcgeln handelt es sich um eine Glasfl\u00fcgelzikade, vermutlich <em>Pentastira rorida<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/fotouebersicht-heuschrecken\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/heuschrecken\/\">Heuschrecken<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tiere\/\">Die Tiere von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/insekten\/\">Die Insekten von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>siehe auch: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanzen\/\">Wanzen<\/a><\/p>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zikaden\">Wikipedia: Zikaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singzikaden\">Wikipedia: Singzikaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/fotopedia.de\/?page=Natur&#038;type=articles\/popular&#038;article=82|die-insekten-griechenlands-einblicke-in-eine-faszinierende-welt\">Die Insekten Griechenlands von Horst Sch\u00e4fer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Griechischer Sommer: Hitze, Wind, Trockenheit, und der endlose Gesang der Heuschrecken und der Zikaden. Vor allem der Zikaden. Unerm\u00fcdlich schallt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das Schrillen der Mannazikade aus den B\u00e4umen. Ja, Heuschrecken zirpen, aber Zikaden schrillen. Es ist kaum zu glauben, was f\u00fcr ein intensives Ger\u00e4usch dieses kleine Tier hervorzubringen vermag. 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