{"id":61237,"date":"2024-02-07T21:16:38","date_gmt":"2024-02-07T19:16:38","guid":{"rendered":"https:\/\/azalas.de\/de\/?p=61237"},"modified":"2024-02-07T21:16:39","modified_gmt":"2024-02-07T19:16:39","slug":"ebbe-und-flut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/ebbe-und-flut\/","title":{"rendered":"Ebbe und Flut"},"content":{"rendered":"<p><big>A<\/big>uf Naxos gibt es, wie allgemein in der \u00c4g\u00e4is und in den meisten Gebieten des Mittelmeeres, praktisch keine Ebbe und Flut, das hei\u00dft der Tidenhub betr\u00e4gt nur ein paar Zentimeter und ist kaum festzustellen. Es gibt aber deutliche Unterschiede im Wasserstand \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume &#8211; mal ist der Wasserstand besonders hoch, mal f\u00fcr ein paar Tage besonders niedrig, offenbar abh\u00e4ngig vom Wetter wie von der Windrichtung und vom Luftdruck. Beide Effekte spielen in kleinen Meeren wie der \u00c4g\u00e4is durchaus eine Rolle: Theoretisch betr\u00e4gt der Unterschied im Wasserspiegel zwischen sehr hohem und sehr niedrigem Luftdruck etwa einen Meter, und auch starke Winde k\u00f6nnen zu deutlich sp\u00fcrbaren \u00c4nderungen im Wasserstand f\u00fchren.<\/p>\n<p><big>V<\/big>erst\u00e4ndlicherweise bemerkt man Unterschiede im Wasserstand haupts\u00e4chlich dann, wenn das Meer still ist. Besonders auff\u00e4llig ist bei uns sehr niedriger Wasserstand, weil dann die hell gef\u00e4rbte &#8222;Gezeitenzone&#8220; freiliegt.  Die Gezeitenzone, das Mesolitoral, sollte bei uns entsprechend des Fehlens eines Tidenhubs besser &#8222;Wellenzone&#8220; genannt werden &#8211; wie bei der Gezeitenzone handelt es sich um die Zone an der K\u00fcste, die regelm\u00e4\u00dfig sowohl \u00fcberflutet als auch der Luft exponiert wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/coast_low_water-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier an der K\u00fcste bei \u00c1gios Dim\u00edtris mit Schieferfelsen sieht man bei niedrigem Wasserstand die nun exponierte Zone des Mesolitorals als auff\u00e4lligen oben wei\u00dfen und unten grau gef\u00e4rbten Streifen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/coast_low_water-2.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Je nachdem wie steil die K\u00fcstenfelsen sind, ist diese Zone des Mesolitorals etwa 10 cm bis einige Dezimeter breit.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/coast_low_water-3.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Im Mesolitoral k\u00f6nnen keine Organismen \u00fcberleben, die ein Trockenfallen nicht \u00fcberstehen k\u00f6nnen. Es gibt eine ganze Reihe von Algenarten, die im Mesolitoral vorkommen, so diverse Rot- oder Braunalgen und die widerstandsf\u00e4higen krustig wachsenden Kalk-Rotalgen. Au\u00dferdem wird das Mesolitoral von einer Reihe von Tierarten bewohnt, die an den Wechseln zwischen Wasser und Luft und an den Wellengang angepasst sind. Besonders charaktertistische Bewohner des Mesolitorals sind die Napfschnecken.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/coast_low_water-4.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An der Marmork\u00fcste ist ebenfalls eine auff\u00e4llige Zonierung aus mehreren etwa einen Dezimeter hohen Streifen zu erkennen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/coast_low_water-5.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man, dass der Bewuchs mit nicht verkalkten Algen erst im Infralitoral beginnt, in der untersten Zone, die nie f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit trockenf\u00e4llt. Dar\u00fcber folgt ein beigegrau gef\u00e4rbter Streifen und dann ein wei\u00dfer Streifen, die zusammen die &#8222;Wellenzone&#8220;, das Mesolitoral bilden. \u00dcber diesem doppelten Streifen schlie\u00dft sich das Supralitoral an, die Spritzwasserzone, die nie g\u00e4nzlich unter Wasser liegt und bei Windstille f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit v\u00f6llig trockenliegen kann. Sie besteht aus einem weiteren etwa 10 cm breiten Streifen, wiederum beigegrau gef\u00e4rbt, und dar\u00fcber einer meist etwa 20 bis 40 cm Meter hohen schwarzen Zone, oberhalb derer sich eine beige-braun-wei\u00dfliche Zone anschlie\u00dft. Das Supralitoral ist haupts\u00e4chlich von Blaualgen besiedelt, die teilweise auf, teilweise im Gestein leben; im Mesolitoral gedeihen dagegen vor allem verkalkte Rotalgen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/upper_mesolitoral_white_algae-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier die wei\u00dfen Kalkalgen der oberen Zone des Mesolitorals &#8211; ich habe leider bislang nicht herausfinden k\u00f6nnen, um welche Art es sich handelt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/lower_mesolitoral_pink_algae-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier die rosa Kalkalgen der unteren Zone des Mesolitorals, vermutlich <em>Lithophyllum incrustans<\/em> oder eine verwandte Art; dazwischen w\u00e4chst eine Blaualge, z.B. <em>Rivularia bullata<\/em>, die kleine feucht gr\u00fcne, trocken schwarze Kugeln bildet.<\/small><\/p>\n<p>siehe auch: <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/mittelmeer\/\">Das Mittelmeer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/supralitoral\/\">Das Supralitoral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/mesolitoral\/\">Das Mesolitoral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/napfschnecken\/\">Die Napfschnecken<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Naxos gibt es, wie allgemein in der \u00c4g\u00e4is und in den meisten Gebieten des Mittelmeeres, praktisch keine Ebbe und Flut, das hei\u00dft der Tidenhub betr\u00e4gt nur ein paar Zentimeter und ist kaum festzustellen. 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