{"id":3669,"date":"2011-07-25T09:51:27","date_gmt":"2011-07-25T06:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=3669"},"modified":"2026-02-16T20:10:47","modified_gmt":"2026-02-16T18:10:47","slug":"netzfluegler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/netzfluegler\/","title":{"rendered":"Netzfl\u00fcgler"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Netzfl\u00fcgler oder Hafte sind eine eher unbekannte, unauff\u00e4llige Insektenordnung, zu der unter anderem die Florfliegen, die Ameisenjungfern und die Schmetterlingshafte geh\u00f6ren. Sie besitzen charakteristische geaderte Fl\u00fcgel, die denen der Libellen \u00e4hneln, und sind an Merkmalen der Brustsegmente, der Beine und der Mundwerkzeuge zu erkennen. Die Netzfl\u00fcgler sind in Europa nur mit recht wenigen Arten vertreten, von denen viele nachtaktiv und darum nicht so leicht zu beobachten sind; au\u00dferdem sind die meisten Arten eher klein und unauff\u00e4llig gef\u00e4rbt. Eine Ausnahme bilden mehrere gro\u00dfe, h\u00fcbsche und tagaktive Arten, die im Mittelmeergebiet auftreten. Die n\u00e4chsten Verwandten der Netzfl\u00fcgler sind die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/kamelhalsfliegen\/\">Kamelhalsfliegen<\/a>.<\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-libellen\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Libellen und Netzfl\u00fcgler<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten.<\/p>\n<p><small><strong>Eine Anmerkung zur Bestimmung:<\/strong> Viele Netzfl\u00fcgler sind schwer zu bestimmen, da sich die Arten sehr \u00e4hnlich sehen. Zu den meisten Arten kann man kaum ausf\u00fchrlichere Informationen finden. Au\u00dferdem ist es immer m\u00f6glich, dass es im Gebiet weitere Arten gibt, die nicht in der Bstimmungsliteratur und in den Listen auftauchen. Ich habe mich bem\u00fcht, alle Arten zuzuordnen, aber es kann dabei durchaus hier und da ein Fehler unterlaufen sein.<\/small><\/p>\n<p>Hier kann man direkt zu den Abschnitten \u00fcber die verschiedenen Gruppen springen (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern):<\/p>\n<p><a href=\"#A\">Schmetterlingshafte<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Ameisenjungfern<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#C\">Florfliegen<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#D\">Fanghaft<\/a>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"A\">Schmetterlingshafte, <em>Ascalaphidae<\/em><\/a><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Schmetterlingshafte sehen auf den ersten Blick einem Schmetterling \u00e4hnlich, besitzen aber sehr lange F\u00fchler mit dicker, keulenf\u00f6rmiger Spitze. Ungew\u00f6hnlich f\u00fcr Netzfl\u00fcgler sind die auff\u00e4llig gef\u00e4rbten Fl\u00fcgel. Kopf, Brust und Hinterleib sind stark abstehend behaart. Im Mai und Juni trifft man bei uns recht h\u00e4ufig Schmetterlingshafte an. Wenn sie aufgescheucht werden, schwirren sie davon und sind dabei mit ihren hellblauen Fl\u00fcgeln gut zu sehen; wenn sie sich wieder hinsetzen, sind sie aber gut getarnt und schwer zu entdecken. Schmetterlingshafte ern\u00e4hren sich von kleinen Insekten, die sie \u00e4hnlich wie Libellen im Flug erbeuten.<\/p>\n<h6><em>Libelloides lacteus<\/em>, Brull\u00e9<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/libelloides_lacteus-1.jpg\" alt=\"Libelloides lacteus\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Libelloides lacteus<\/em> kommt in Griechenland und in der T\u00fcrkei vor und lebt in offener Macchie und Phrygana. Er flattert in charakteristischer Weise ein paar Meter weiter, wenn er aufgescheucht wird und setzt sich dann in dieser Art an einen senkrechten Halm.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/libelloides_lacteus-2.jpg\" alt=\"Libelloides lacteus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Im Flug erscheinen die Fl\u00fcgel der Schmetterlingshafte auff\u00e4llig silberblau. Erst im Sitzen erkennt man ihre Musterung: Manche Partien sind wei\u00dflich-hyalin, andere durchscheinend dunkler gef\u00e4rbt. Der K\u00f6rper tr\u00e4gt eine abstehende, schwarze Behaarung.<\/small><\/p>\n<h3><a name=\"B\">Ameisenjungfern, <em>Myrmeleontidae<\/em><\/a><\/h3>\n<p><big>V<\/big>on den Ameisenjungfern sind vor allem die Larven bekannt, die Ameisenl\u00f6wen, die Trichter in den Sand graben, an derem Grund sie auf hineinrutschende Insekten lauern. Die meist nachtaktiven erwachsenen Tiere \u00e4hneln kleinen Libellen. Sie ern\u00e4hren sich meist von kleinen Insekten oder Schmetterlingen, die sie im Flug fangen; einige Arten fressen haupts\u00e4chlich Blattl\u00e4use. In Europa sind die meisten Arten auf den Mittelmeerraum beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h6>Riesen-Ameisenjungfer, <em>Palpares libelluloides<\/em>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie gr\u00f6\u00dfte Art der Ameisenjungfern in Europa ist <em>Palpares libelluloides<\/em> mit einer Fl\u00fcgell\u00e4nge von bis zu 8 cm. Diese Art ist an ihrer Gr\u00f6\u00dfe, an der gelb-schwarzen Zeichnung des Hinterk\u00f6rpers sowie an der Fl\u00fcgelmusterung zu erkennen. Sie fliegt eher langsam und unbeholfen und ist oft in der D\u00e4mmerung anzutreffen, wenn sie durch Lampenlicht angelockt wird. Im Gegensatz zu den meisten Ameisenjungfern bauen die Larven keine Trichter im Sand, sondern leben r\u00e4uberisch in der Bodenstreu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/palpares_libelluloides-1.jpg\" alt=\"Palpares libelluloides\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Riesen-Ameisenjungfer ist eine sehr gro\u00dfe Art. Wie bei allen Netzfl\u00fcglern sind die Fl\u00fcgel dicht und auff\u00e4llig geadert. Die sehr breiten Fl\u00fcgel dieser Art tragen ein unregelm\u00e4\u00dfiges Fleckenmuster.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/palpares_libelluloides-2.jpg\" alt=\"Palpares libelluloides\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Anders als die Schmetterlingshafte besitzen die Ameisenjungfern kurze F\u00fchler. Der K\u00f6rper ist abstehend behaart. Wie bei einem d\u00e4mmerungsaktiven J\u00e4ger zu erwarten, sind die Augen sehr gro\u00df.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/palpares_libelluloides-3.jpg\" alt=\"Palpares libelluloides\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Riesen-Ameisenjungfer flattert unbeholfen durch die Pflanzen. Aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe ist sie un\u00fcbersehbar wenn sie aufgescheucht wird.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/palpares_libelluloides-4.jpg\" alt=\"Palpares libelluloides\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sobald sie sich hingesetzt hat, ist sie dagegen wegen der guten Tarnf\u00e4rbung kaum noch zu entdecken; die gemusterten Fl\u00fcgel verschmelzen mit der unregelm\u00e4\u00dfigen F\u00e4rbung der Vegetation.<\/small><\/p>\n<h6>Ameisenjungfern, <em>Myrmeleontinae<\/em><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Larven vieler Ameisenjungfern, vor allem in der Unterfamilie <em>Myrmeleontinae,<\/em> bauen Trichter im Sand, in denen sie Insekten auflauern. Die Larve ist in ihrer K\u00f6rperform speziell an diese Lebensweise angepasst; sie wird &#8222;Ameisenl\u00f6we&#8220; genannt. W\u00e4hrend die Ameisenl\u00f6wen gut bekannt und erforscht sind, wei\u00df man meist viel weniger \u00fcber die Lebensweise des adulten Insekts. Am Aussehen der Ameisenl\u00f6wen kann man die Artzugeh\u00f6rigkeit kaum erkennen: Viele Arten Ameisenjungfern besitzen sehr \u00e4hnliche Larven. Bei den meisten Arten dauert das Larvenstadium zwei Jahre an. Das erste Larvenstadium nach dem Schl\u00fcpfen aus dem Ei baut entsprechend seiner geringen Gr\u00f6\u00dfe nur einen Trichter von etwa einem Zentimeter Durchmesser.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/antlion-1.jpg\" alt=\"Ameisen\u00f6we, Myrmeleontinae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Ameisenl\u00f6we besitzt einen dicken, rundlichen Hinterleib, eine schmale, vorstreckbare Brust und einen kleinen Kopf mit sehr gro\u00dfen Kieferzangen, mit denen er seine Beute ergreift. \u00dcber die Kieferzangen pumpt der Ameisenl\u00f6we ein starkes Gift in das Beutetier, durch das es schnell gel\u00e4hmt oder get\u00f6tet wird. Dann wird Verdauungssekret in die Beute injiziert und diese ausgesaugt, was bei gro\u00dfen Beutetieren mehrere Stunden dauern kann. Bis auf den Saugkanal ist der Mund des Ameisenl\u00f6wen zugewachsen, so dass kein Sand eindringen kann.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/antlion-5.jpg\" alt=\"Ameisen\u00f6we, Myrmeleontinae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Ameisenl\u00f6wen lauern ihrer Beute am Grund von selbstgebauten Trichtern auf. In geeignetem, trockenen feinen Substrat (Sand oder Erde) sind Ameisenl\u00f6wen und ihre Trichter bei uns h\u00e4ufig anzutreffen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/antlion-3.jpg\" alt=\"Ameisen\u00f6we, Myrmeleontinae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Ameisenl\u00f6we sitzt am Grund des Trichters in den Sand eingegraben; nur der Kopf und die Kieferzangen schauen heraus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/antlion-2.jpg\" alt=\"Ameisen\u00f6we, Myrmeleontinae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man auch den vorderen Teil des K\u00f6rpers.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/antlion-4.jpg\" alt=\"Ameisen\u00f6we, Myrmeleontinae\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Ameisenl\u00f6we baut den Trichter, indem er unter einer schnellen, kr\u00e4ftigen Kr\u00fcmmung des K\u00f6rpers den Sand mit seinem Kopf herausschleudert.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Ameisenl\u00f6we kann sich im Sand nur r\u00fcckw\u00e4rts bewegen. Wenn man ihn aus seinem Trichter ausgr\u00e4bt und auf die Bodenoberfl\u00e4che setzt, gr\u00e4bt er sich schnell im R\u00fcckw\u00e4rtsgang wieder ein. Um einen Trichter herzustellen, wandert der Ameisenl\u00f6we erst kurz unterhalb der Bodenoberfl\u00e4che im Kreis und &#8222;pfl\u00fcgt&#8220; dabei einen kreisf\u00f6rmigen Gang. Von diesem ausgehend arbeitet er sich dann spiralig ins Innere vor, wobei er das Material kontinuierlich nach au\u00dfen schleudert, solange bis ein Trichter entstanden ist. Am Schluss wirft er noch den Sand aus der Mitte heraus. Die &#8222;Hangneigung&#8220; des Trichters ist genau so gro\u00df, dass jedes hineingeratende Objekt unweigerlich bis auf den Grund rutscht. Der Ameisenl\u00f6we lauert geduldig am Grund des Trichters, bis eine Beute in Reichweite kommt. Durch Borsten an den K\u00f6rperseiten kann der Ameisenl\u00f6we feinste Bewegungen des Untergrundes und des Sandes wahrnehmen. Wenn das sich n\u00e4hernde Tier zu gro\u00df und m\u00f6glicherweise gef\u00e4hrlich ist, gr\u00e4bt sich der Ameisenl\u00f6we tiefer ein. Geeignete Beutetiere bewirft der Ameisenl\u00f6we dagegen mit Sand, so dass sie schneller in den Trichter abst\u00fcrzen.<\/p>\n<p><big>A<\/big>meisenl\u00f6wen erbeuten nicht nur Ameisen, sondern werden auch mit ziemlich gro\u00dfer Beute fertig: meist andere Insekten, aber beispielsweise auch Spinnen, Tausendf\u00fc\u00dfler und Regenw\u00fcrmer. Im Allgemeinen hat das Beutetier keine Chance zur Gegenwehr. Nur einige sehr gut gepanzerte Tiere k\u00f6nnen vom Ameisenl\u00f6wen nicht bezwungen werden. Der Ameisenl\u00f6we h\u00e4lt seinen Trichter st\u00e4ndig sauber und funktionsf\u00e4hig. Er kann Objekte bis zum Zehnfachen seines K\u00f6rpergewichts aus ihm herausschleudern.<\/p>\n<h6><em>Myrmecaelurus trigrammus<\/em>, Pallas<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Ameisenjungfer <em>Myrmecaelurus trigrammus<\/em> ist eine der h\u00e4ufigeren Arten und kommt auch in Mitteleuropa vor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/myrmecaelurus_trigrammus_antlion-1.jpg\" alt=\"Myrmecaelurus trigrammus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Larven der verschiedenen Ameisenjungfern sehen sehr \u00e4hnlich aus. F\u00fcr die Bestimmung ist die Form der Kiefernzangen sowie die Anordnung der Haarb\u00fcschel und Borsten von Bedeutung. Hier handelt es sich um die bei uns h\u00e4ufigste Art, <em>Myrmecaelurus trigrammus.<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/myrmecaelurus_trigrammus-1.jpg\" alt=\"Myrmecaelurus trigrammus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die adulten Tiere sitzen h\u00e4ufig wie hier an einen Grashalm geschmiegt, so dass man sie kaum entdecken kann.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/myrmecaelurus_trigrammus-2.jpg\" alt=\"Myrmecaelurus trigrammus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei dieser Art sind Brust und Hinterleib gelblich und dunkel gemustert mit einer typischen Zeichnung auf dem Thorax.<\/small><\/p>\n<h6><em>Distoleon tetragrammicus<\/em>, Fabricius<\/h6>\n<p><big>I<\/big>m Fr\u00fchsommer treten bei uns im Fr\u00fchjahr eine ganze Reihe an Arten auf; die Bestimmung ist jedoch nicht einfach. Hier handelt es sich vermutlich um <em>Distoleon tetragrammicus<\/em>. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/distoleon_tetragrammicus-1.jpg\" alt=\"Distoleon tetragrammicus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Ameisenjungfer ist an den vier dunkleren Fleckchen auf ihren Fl\u00fcgeln zu erkennen. Der Thorax ist einf\u00f6rmig dunkelgrau.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/distoleon_tetragrammicus-2.jpg\" alt=\"Distoleon tetragrammicus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>W\u00e4hrend ich die adulten Tiere dieser Art bei uns regelm\u00e4\u00dfig antreffe, habe ich bislang noch keine Larven finden k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<h6><em>Distoleon annulatus<\/em>, Klug<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Arten der Ameisenjungfern unterscheiden sich in der Zeichnung des K\u00f6rpers und der Fl\u00fcgel. Bei dieser Art, <em>Distoleon annulatus<\/em>, bauen die Larven soweit man wei\u00df keine Trichter, sondern leben als aktive J\u00e4ger.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/distoleon_annulatus-1.jpg\" alt=\"Distoleon annulatus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Art besitzt viele kleine Punkte auf dem Kopf und deutliche Querstreifen auf dem Hinterleib. Die Fl\u00fcgel tragen ein hier kaum sichtbares schwarz-wei\u00dfes Mal. Die Larven dieser Art scheinen frei r\u00e4uberisch und nicht als Ameisenl\u00f6wen zu leben.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/distoleon_annulatus-2.jpg\" alt=\"Distoleon annulatus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier ein Individuum mit einem viel l\u00e4ngeren Hinterleib, der \u00fcber die Fl\u00fcgel hinausragt. Ob es sich bei den verschiedenen Formen um M\u00e4nnchen und Weibchen handelt?<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/distoleon_annulatus-3.jpg\" alt=\"Distoleon annulatus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf diesem Bild sieht man gut das charakteristische schwarz-wei\u00dfe Fl\u00fcgelmal.<\/small><\/p>\n<h6><em>Neuroleon arenarius<\/em>, Nav\u00e1s<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Imagines der Ameisenjungfern werden oft abends vom Lampenlicht angezogen. Tags\u00fcber sieht man sie manchmal in der Vegetation sitzen, wo sie allerdings gut getarnt sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/neuroleon_arenarius-1.jpg\" alt=\"Neuroleon arenarius\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/neuroleon_arenarius-2.jpg\" alt=\"Neuroleon arenarius\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Art tr\u00e4gt keine Flecken auf den Fl\u00fcgeln, nur einen schwachen schr\u00e4gen Streifen nahe dem Fl\u00fcgelende. Kopf und Thorax weisen einen dunkleren Bereich in der Mitte auf.<\/small><\/p>\n<h3><a name=\"C\">Florfliegen, <em>Chrysopidae<\/em><\/a><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Florfliegen sind eher kleine und unauff\u00e4llige Netzfl\u00fcgler, auch wenn sie mit weltweit etwa 2.000 Arten weit verbreitet sind. Sie besitzen zwei gleiche Fl\u00fcgelpaare, die wie bei allen Netzfl\u00fcglern eine enge Aderung aufweisen. Die europ\u00e4ischen Florfliegen werden bis 3,5 cm gro\u00df. Alle Arten sehen recht \u00e4hnlich, so dass sie schwer zu bestimmen sind.<\/p>\n<h6>Gemeine Florfliege, <em>Chrysoperla carnea<\/em>, Stephens<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Gemeine oder Gr\u00fcne Florfliege ist &#8211; wie der Name sagt &#8211; gr\u00fcn gef\u00e4rbt. Sie sitzt gern an Gras oder Bl\u00e4ttern und fliegt haupts\u00e4chlich nachts umher. Die erwachsenen Tiere ern\u00e4hren sich von Nektar und Pollen, w\u00e4hrend die Larven in gro\u00dfen Mengen Blattl\u00e4use und Insektenlarven verzehren. Entsprechend sind Florfliegen im Garten n\u00fctzlich und werden auch in der biologischen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung eingesetzt. Das Weibchen legt die auf langen d\u00fcnnen Stielen sitzenden Eier in der N\u00e4he von Blattlauskolonien ab. Die Larven greifen die Blattlaus mit ihren Kiefern und injezieren ein starkes Verdauungssekret, durch das diese innerlich aufgel\u00f6st wird; dann saugen sie die Blattlaus aus. Die leeren H\u00fcllen kleben sie sich zur Tarnung auf den Hinterleib. Die adulten Florfliegen produzieren zur Balz mit dem Hinterleib Vibrationen, die auf den Untergrund \u00fcbertragen werden. Dabei scheinen sich anhand dieser &#8222;Ges\u00e4nge&#8220; innerhalb der Art mehrere Formen unterscheiden zu lassen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/chrysoperla_carnea-1.jpg\" alt=\"Gemeine Florfliege, Chrysoperla carnea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Florfliegen sind unauff\u00e4llig gr\u00fcnlich gef\u00e4rbt und sitzen meist an Bl\u00e4ttern oder Grashalmen, so dass man sie leicht \u00fcbersehen kann.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/chrysoperla_carnea-2.jpg\" alt=\"Gemeine Florfliege, Chrysoperla carnea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sie besitzen wie alle Netzfl\u00fcgler fein geaderte Fl\u00fcgel. Beide Fl\u00fcgelpaare sind gleich ausgebildet. Die Augen zeigen einen goldenen Farbton.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/chrysoperla_eggs-1.jpg\" alt=\"Gemeine Florfliege, Chrysoperla carnea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Florfliegen legen ihre kleinen Eier auf langen Stielen ab. Hier handelt es sich vermutlich um Florfliegen-Eier.<\/small><\/p>\n<h6>unbestimmte Florfliege<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/unidentified_lacewing-1.jpg\" alt=\"unbestimmte Florfliege\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese graue Florfliege mit den schwarzen Kopfseiten wird bei uns oft abends vom Licht angelockt. Um welche Art es sich handelt, habe ich nicht herausfinden k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<h3><a name=\"D\">Fanghafte, <em>Mantispidae<\/em><\/a><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie kuriosen Fanghafte sehen auf den ersten Blick eher einer Gottesanbeterin \u00e4hnlich: Ihre Vorderbeine sind zu Fangbeinen umgewandelt, mit denen sie Insekten erbeuten. Weltweit gibt es etwa 400 Arten; in Europa kommen 5 vor. Sie sind mit 5 bis knapp 50 mm K\u00f6rperl\u00e4nge eher kleine Insekten und k\u00f6nnen leicht \u00fcbersehen werden. Wie die anderen Netzfl\u00fcgler sind sie keine besonders geschickten Flieger.<\/p>\n<h6>Verwechselter Fanghaft, <em>Mantispa aphavexelte<\/em>, U. &#038; H. Asp\u00f6ck<\/h6>\n<p><big>D<\/big>iesen kleinen, unauff\u00e4lligen Fanghaft habe ich dieses Jahr das erste Mal in unserem Garten entdeckt. Diese Art ist erst 1994 beschrieben worden. Sie kommt in S\u00fcdeuropa und Nordafrika sowie bis in die Mongolei vor, wird aber vereinzelt auch in Mitteleuropa angetroffen. Die Abgrenzung der Arten ist noch nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt; fr\u00fcher wurden die dieser Art zugeh\u00f6rigen Individuen als andere Arten interpretiert. Diese Verwirrung zeigt sich im deutschen Artnamen, aber auch im wissenschaftlichen Namen: Die \u00f6sterreichischen Erstbeschreiber benannten die Art angeblich und spa\u00dfeshalber nach einer griechischen &#8222;G\u00f6ttin der Konfusion&#8220;, w\u00e4hrend es sich einfach um eine eigenwillige Schreibweise von &#8222;verwechselte&#8220; handelt (\u00f6sterreichisch ausgesprochen). Derartige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_au\u00dfergew\u00f6hnlichen_Namen_aus_der_Biologie\">spa\u00dfhafte Artbenennungen<\/a> sind durchaus \u00fcblich, siehe z.B. die ebenfalls von einem \u00d6sterreicher benannte Stabschrecke <em>Denhama aussa<\/em> (&#8222;den haben wir raus&#8220;), die Grasschnecken <em>Vallonia eiapopeia, V. hoppla<\/em> und <em>V. patens tralala<\/em>, den ausgestorbenen Papagei <em>Vini vidivici<\/em>, die parasitische Wespe <em>Heerz lukenatcha<\/em> (&#8222;Here&#8217;s looking at you&#8220; aus dem Film Casablanca), die Grabwespe <em>Aha ha<\/em>, die Langbeinfliege <em>Campsicnemius charliechaplini<\/em>, benannt nach ihrer Art die Beine zu bewegen, die Springspinne <em>Bagheera kiplingi<\/em>, die Grabwespe <em>Polemistus chewbacca<\/em>, die in den norwegischen Fjorden lebende Fischart <em>Fiordichthys slartibartfasti<\/em>, die Haifisch-Gattung <em>Gollum<\/em>, den Laufk\u00e4fer <em>Pericompsus bilbo<\/em> und die Wespenarten <em>Ampulex dementor<\/em> und <em>Lucius malfoyi<\/em>.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Verwechselte Fanghaft wird knapp 1,5 cm lang und ist gelb gef\u00e4rbt mit einer br\u00e4unlichen Zeichnung. Die Augen stehen weit au\u00dfen am beweglichen, dreieckigen Kopf. Die mit Dornen bewehrten Vorderbeine sitzen ganz vorn am langen Prothorax, also sehr nah am Kopf, und lassen sich perfekt zusammenklappen. Unsere Exemplare sa\u00dfen unter den Bl\u00fcten der Wilden M\u00f6hre, wo sie wohl auf kleine Bl\u00fctenbesucher lauerten; eins flatterte, als ich zu nah herankam, auf einen benachbarten Zweig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-1.jpg\" alt=\"Verwechselter Fanghaft, Mantispa aphavexelte\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die interessanten kleinen Fanghafte \u00e4hneln in Aussehen und Lebensweise den Gottesanbeterinnen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-2.jpg\" alt=\"Verwechselter Fanghaft, Mantispa aphavexelte\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sie ern\u00e4hren sich von Insekten, die sie mit ihren als Fangbeine ausgebildeten Vorderbeinen fangen. Dieser Fanghaft lauert seiner Beute unter einem Bl\u00fctenstand der Wilden M\u00f6hre auf.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-3.jpg\" alt=\"Verwechselter Fanghaft, Mantispa aphavexelte\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Art ist erst 1994 beschrieben worden, wobei in der Abgrenzung der Arten viel Verwirrung herrscht, daher der deutsche und auch der wissenschaftliche Artname.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/fotouebersicht-libellen\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/kamelhalsfliegen\/\">Kamelhalsfliegen<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tiere\/\">Die Tiere von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/insekten\/\">Die Insekten von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/libellen\/\">Libellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/schmetterlinge\/\">Schmetterlinge<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/biotaxa.org\/Zootaxa\/article\/view\/zootaxa.3762.1.1\/52638\">The larvae of European Myrmeleontidae by Davide Badano<\/a> (zum Herunterladen)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Netzfl\u00fcgler\">Wikipedia: Netzfl\u00fcgler<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Netzfl\u00fcgler oder Hafte sind eine eher unbekannte, unauff\u00e4llige Insektenordnung, zu der unter anderem die Florfliegen, die Ameisenjungfern und die Schmetterlingshafte geh\u00f6ren. Sie besitzen charakteristische geaderte Fl\u00fcgel, die denen der Libellen \u00e4hneln, und sind an Merkmalen der Brustsegmente, der Beine und der Mundwerkzeuge zu erkennen. 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