{"id":273,"date":"2009-10-13T16:42:13","date_gmt":"2009-10-13T13:42:13","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=273"},"modified":"2024-09-14T08:43:29","modified_gmt":"2024-09-14T05:43:29","slug":"naxos-jungsteinzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/naxos-jungsteinzeit\/","title":{"rendered":"Die Jungsteinzeit"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>er Beginn der Jungsteinzeit wird in der \u00c4g\u00e4is um etwa 6.500 v. Chr. angesetzt. Es gibt nur relativ wenig Funde aus den \u00e4lteren Phasen der Steinzeit auf Naxos und in Griechenland, insbesondere im Vergleich zu den sp\u00e4teren Zeiten; aber auch im Vergleich etwa zu Mitteleuropa sind unsere Informationen \u00fcber die menschliche Besiedlung Griechenlands in der Steinzeit recht k\u00fcmmerlich. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die griechischen Inseln schon in der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-alt-und-mittelsteinzeit\/\">\u00c4lteren und Mittleren Steinzeit<\/a> (etwa 600.000 bis 12.000 v. Chr. bzw. etwa 12.000 bis 6.500 v. Chr.) von Menschen besucht und besiedelt worden sind.<\/p>\n<h3>Jungsteinzeitliche Siedlungen auf den Kykladen<\/h3>\n<p><big>\u00dc<\/big>ber die Jungsteinzeit (6.500 &#8211; 3.300 v. Chr.), vor allem die Sp\u00e4te Jungsteinzeit (ab 5.300 v. Chr.) sind wir in Griechenland besser informiert; in diese Zeit werden zahlreiche Funde datiert, darunter auch von den Kykladen. Von gro\u00dfer Bedeutung sind die Ausgrabungen auf der kleinen Insel <strong>Saliag\u00f3s<\/strong> zwischen Paros und Antiparos, die in der Jungsteinzeit um 4.800 v. Chr. zeitweise von Fischern bewohnt wurde, die die nahe der K\u00fcste vorbeiziehenden Thunfische jagten: Man hat hier in gro\u00dfen Mengen Obsidian-Speerspitzen mit Widerhaken und Thunfischreste gefunden. Die Kultur von Saliag\u00f3s zeigt (bemerkenswerterweise) keine \u00dcbereinstimmungen mit den benachbarten gleichzeitigen oder sp\u00e4teren Kulturen und muss als unabh\u00e4ngig erachtet werden.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n <strong>Keph\u00e1la<\/strong> auf Kea wurde eine steinzeitliche Siedlung mit benachbartem Friedhof ausgegraben, die auf etwa 3.600 v. Chr. zu datieren ist. Sie ergab reiche Funde an Keramik und Obsidian, aber auch Spuren einer Metallverarbeitung. Keph\u00e1la zeigt Gemeinsamkeiten mit gleichzeitigen Siedlungen auf Eub\u00f6a und dem Peloponnes und in Attika, weist aber auch einige \u00c4hnlichkeiten mit der nachfolgenden bronzezeitlichen Kykladenkultur auf (z.B. kleine Stein-Idole).<\/p>\n<h3>Der wichtigste Werkstoff der Steinzeitmenschen: Obsidian<\/h3>\n<p><big>D<\/big>as charakteristischste Material der Steinzeit und einer der ersten Werkstoffe der Menschheit ist der Obsidian (bzw der sehr \u00e4hnliche Feuerstein). Obsidian besitzt eine glasige Struktur und zeigt einen muscheligen Bruch, weswegen man aus ihm gut Schaber, Klingen und Pfeilspitzen anfertigen kann.<\/p>\n<p><big>O<\/big>bsidian ist in der \u00c4g\u00e4is vor allem auf der vulkanischen Insel Milos, der s\u00fcdwestlichsten der Kykladen, zu finden. Er ist vulkanischen Ursprungs und kommt in G\u00e4ngen oder dickeren Lagen vor. Es handelt sich um ein sehr kiesels\u00e4urereiches Material, das glasartig, das hei\u00dft ohne die Bildung von Kristallen, erstarrt ist, wodurch der muschelige Bruch entsteht. Obsidian ist grauschwarz, manchmal mit leichtem Gr\u00fcnschimmer. Auf Milos wurde Obsidian schon um 7.000 v. Chr. abgebaut. Er war w\u00e4hrend der Steinzeit und der Bronzezeit ein unentbehrliches Material und wichtiges Handelsgut und wurde von Milos \u00fcberall in die \u00c4g\u00e4is und auf das benachbarte Festland exportiert; man findet Obsidian an allen stein- und bronzezeitlichen Siedlungspl\u00e4tzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-1.jpg\" alt=\"Obsidian\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf Naxos kann man an vielen Stellen kleine Obsidiansplitter finden. Der auf Naxos zu findende Obsidian stammt von der vulkanischen Insel Milos und wurde in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit nach Naxos importiert.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-3.jpg\" alt=\"bearbeiteter Obsidian\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An vielen St\u00fccken kann man erkennen, dass es sich um k\u00fcnstlich bearbeitete Splitter handelt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-4.jpg\" alt=\"bearbeiteter Obsidian\" width=\"500\" border=\"0\"> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-5.jpg\" alt=\"bearbeiteter Obsidian\" width=\"500\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Dieses St\u00fcck l\u00e4sst einige Merkmale eines k\u00fcnstlich bearbeiteten Werkzeugs (Schabers) erkennen. Das St\u00fcck ist von einem sogenannten Kern durch einen Schlag auf die hier nach oben ausgerichtete Seite abgespalten worden. Man sieht charakteristische Merkmale eines k\u00fcnstlich hergestellten Werkzeugs, so die W\u00f6lbung der Ventralseite (links) mit wellenf\u00f6rmigen &#8222;Wallner-Linien&#8220; (&#8222;eingefrorene&#8220; Schockwellen des Schlags) und die Schlagstelle (Mitte oben) mit einer kegelf\u00f6rmigen W\u00f6lbung darunter, neben der kleinen feinen Linien verlaufen, die Lanzettspr\u00fcnge. An der Dorsalseite (rechts) sieht man senkrechte Grate, die R\u00e4nder voriger vom selben Kern abgespaltener St\u00fccke.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-6.jpg\" alt=\"bearbeiteter Obsidian\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier noch mal die obere Ventralseite mit der glatten Schlagfl\u00e4che, der Schlagstelle mit der kegelf\u00f6rmigen Vorw\u00f6lbung und den kleinen Lanzettspr\u00fcngen daneben.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/obsidian-7.jpg\" alt=\"bearbeiteter Obsidian\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bruchst\u00fcck einer kleinen Pfeilspitze, vermutlich jungsteinzeitlich<\/small><\/p>\n<details>\n<summary>Obsidian und Feuerstein<\/summary>\n<p><em>Obsidian<\/em> ist ein vulkanisches Gestein, das aus kiesels\u00e4urehaltigen, aber nicht sehr wasserreichen Laven durch abrupte Abk\u00fchlung entsteht, z.B. wenn die Lava sich ins Meer ergie\u00dft. In Europa tritt Obsidian au\u00dfer auf den griechischen Inseln Milos, Nisyros und Giali an manchen Stellen in Italien auf; au\u00dferdem auf Island, in der Slowakei und in Ungarn. Die n\u00e4chsten au\u00dfereurop\u00e4ischen Vorkommen liegen in Kleinasien, Armenien und auf den Kanarischen Inseln.<\/p>\n<p><em>Feuerstein<\/em> tritt beispielsweise an der Ostsee in Zusammenhang mit Kalk- und Kreidegebieten auf. Es handelt es sich um Knollen von Kiesels\u00e4ure, die sich in Kalkschichten bilden, eventuell schon bei der Sedimentation durch die Ablagerung von Kieselalgen, oder durch nachtr\u00e4gliches Eindringen kiesels\u00e4urehaltiger Fl\u00fcssigkeiten ins Gestein. Das Silikat ist sehr feinkristallig und zeigt einen muscheligen Bruch wie Obsidian. Feuerstein ist schwarz oder dunkelgrau und verwittert an der Oberfl\u00e4che zu einer wei\u00dfen Schicht. Er tritt in Europa an vielen Stellen auch in gro\u00dfen Lagern auf und wurde in manchen Gegenden schon in der Steinzeit in unterirdischen Bergwerken abgebaut.<\/p>\n<p>Aus Feuerstein und Obsidian lassen sich unterschiedliche Werkzeuge herstellen wie Schneiden, Klingen, Pfeilspitzen usw. Die Technik der Bearbeitung entwickelte sich betr\u00e4chtlich innerhalb der Steinzeit; so wurden die Klingen erst vor allem durch Schlagen, sp\u00e4ter durch Dr\u00fccken abgespalten. Feuerstein- und Obsidianklingen sind zwar recht schwierig herzustellen und au\u00dferdem zerbrechlich und k\u00f6nnen eine gewisse Gr\u00f6\u00dfe nur schwer \u00fcberschreiten, aber sie sind wesentlich sch\u00e4rfer als alle Metallmesser und nutzen sich nicht ab. Heute werden kleine Obsidianklingen beispielsweise noch in der Sch\u00f6nheitschirurgie benutzt (die Narben verheilen besser als bei Metallmessern). Au\u00dfer Werkzeugen wurden auch Gef\u00e4\u00dfe (Hethiter), Spiegel (Rom, Mittel- und S\u00fcdamerika) und G\u00f6tterfiguren (Mexiko) aus Obsidian hergestellt.<\/p>\n<\/details>\n<h3>Handwerkstechniken<\/h3>\n<p><big>A<\/big>u\u00dfer aus Obsidian stellten die Menschen in der fr\u00fchen Steinzeit auch aus anderen Gesteinen Werkzeuge her. Wegen seiner Zerbrechlichkeit war der Obsidian nicht f\u00fcr die Herstellung von \u00c4xten oder Beilen geeignet. Diese wurden beispielsweise aus Basalt (der ebenso wie Obsidian auf Naxos selbst nicht vorkommt, sondern importiert werden musste), <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-alt-und-mittelsteinzeit\/\">Hornstein<\/a> oder anderen harten Gesteinen gefertigt, die sich im Gegensatz zum Obsidian schleifen lassen. Aus Stein fertigten die Menschen auch die ersten Idole an.<\/p>\n<p><big>Z<\/big>us\u00e4tzlich entdeckten und entwickelten die Steinzeitmenschen, insbesondere in der letzten Phase der Jungsteinzeit, eine ganze Reihe weiterer Handwerkstechniken. Zuerst entstand vermutlich die Korbflechterei, von der sich jedoch naturgem\u00e4\u00df nur wenig \u00dcberreste erhalten haben. Danach wurde die T\u00f6pferei erfunden und im Lauf der Zeit recht weit verfeinert. Interessant ist, dass viele Tonwaren der Steinzeit eine Verzierung durch Einritzungen tragen, die an geflochtene K\u00f6rbe erinnert &#8211; vermutlich hat sich die T\u00f6pferei entwickelt, indem die Menschen zun\u00e4chst ihre K\u00f6rbe mit Ton auskleideten und abdichteten (ja, und dann war da die ungeschickte Hausfrau, die ihren Korb zu nah ans Feuer stellte, so dass das Geflecht wegbrannte &#8211; und hups &#8211; was war das? der erste Tontopf!).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/stone_age_vases-1.jpg\" alt=\"steinzeitliche Tongef\u00e4\u00dfe, Museum Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>steinzeitliche T\u00f6pferwaren aus der Zeus-H\u00f6hle (Museum Chora)<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Menschen verarbeiteten Leder und Wolle, sie erfanden das Spinnen und das Weben. Sie stellten einfache Werkzeuge und Gebrauchsgegenst\u00e4nde aus Knochen und Holz her. Schlie\u00dflich wurde gegen Ende der Jungsteinzeit auch die Metallbearbeitung entdeckt, die ganz neue M\u00f6glichkeiten bei der Herstellung von Werkzeugen er\u00f6ffnete. Mit der Entwicklung von Nadeln, Ahlen, N\u00e4geln, \u00c4xten, Hacken und schlie\u00dflich auch S\u00e4gen nahmen auch andere Handwerkszweige wie die Schreinerei und der Schiffsbau, aber auch die Landwirtschaft einen schnellen Aufschwung. Allerdings waren w\u00e4hrend der Steinzeit und auch der Bronzezeit Metallgegenst\u00e4nde noch selten und sicherlich auch sehr wertvoll f\u00fcr ihre Besitzer. M\u00f6glicherweise ist das ein Grund, weswegen nur so wenig Metallgegenst\u00e4nde aus dieser fr\u00fchen Zeit erhalten sind: Wegen der Knappheit des Materials wurden die nicht mehr gebrauchten Gegenst\u00e4nde vermutlich meist wieder eingeschmolzen.<\/p>\n<h3>Steinzeitliche Funde auf Naxos<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie wichtigsten steinzeitlichen Funde der Insel stammen aus Ausgrabungen in der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-zeus-hoehle\/\">Zeus-H\u00f6hle<\/a>, die von der jungsteinzeitlichen Epoche an bis in die klassische Zeit genutzt wurde. Es wurden zahlreiche Tierknochen, Samen und Artefakte gefunden, die uns Informationen \u00fcber die Lebensweise der Menschen in dieser Zeit liefern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/zas_cave-6.jpg\" alt=\"Zeus-H\u00f6hle, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>in der Zeus-H\u00f6hle<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Menschen betrieben schon in dieser fr\u00fchen Epoche eine einfache Landwirtschaft: Sie bauten Gerste, Weizen, Erbsen und Linsen an und ern\u00e4hrten sich von Wildfr\u00fcchten wie Feigen, Pflaumen und Weintrauben. Sie hielten schon dieselben Nutztiere wie heute (Ziegen, Schafe, Schweine und K\u00fche, nur das Huhn fehlte noch; das kam erst zu Beginn der klassischen Antike nach Griechenland). Auch Jagd wurde betrieben: Auf Saliag\u00f3s wurden Knochen von Dam- und Rothirschen gefunden.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie steinzeitlichen Benutzer der Zeus-H\u00f6hle stellten sorgf\u00e4ltig gearbeitete Werkzeuge wie Messer, Schaber und Speerspitzen aus Obsidian her. Sie webten feine Wollstoffe, verarbeiteten Felle und fertigten Tonwaren von hoher Qualit\u00e4t an. Sie benutzten die ersten Metallwerkzeuge wie Spatel, Ahlen, Nadeln, Messer und \u00c4xte (aus arsenhaltiger Bronze). In der Zeus-H\u00f6hle wurde auch eine fein gearbeitete Marmorschale gefunden. Bemerkenswert sind au\u00dferdem die aus Stein gefertigten Frauenfiguren, die in Saliag\u00f3s und Sangr\u00ed auf Naxos gefunden wurden und die als direkte Vorl\u00e4ufer der ber\u00fchmten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur-idole-und-religion\/\">Kykladenidole der Fr\u00fchen Bronzezeit<\/a> anzusehen sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/museum_stone_age-2.jpg\" alt=\"Speerspitze aus Obsidian, Museum Chora, Naxos\" width=\"640\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Speerspitze aus Obsidian, aus der Zeus-H\u00f6hle (Museum Chora)<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/idol_stone_age.jpg\" alt=\"steinzeitliches Idol aus Sangri, Museum Chora, Naxos\" width=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>das steinzeitliche steinerne Idol aus Sangr\u00ed (Museum Chora)<\/small><\/p>\n<p><big>B<\/big>islang sind nur in Gr\u00f3tta (in der Ch\u00f3ra in der N\u00e4he der Insel &#8222;Pal\u00e1tia&#8220; mit dem Apollo-Tempel) Reste einer steinzeitlichen Siedlung auf Naxos entdeckt worden. Einzelfunde von Werkzeugen oder anderen Artefakten kennt man auch aus anderen Regionen der Insel; in der N\u00e4he von Moutso\u00fana wurde beispielsweise eine Serpentin-Axt gefunden. Wie die reichen Funde aus der Zeus-H\u00f6hle zeigen, hat es sicher eine dauerhafte, wenn auch d\u00fcnne Besiedlung gegeben, von der allerdings kaum \u00dcberreste erhalten sind (oder sie sind noch nicht entdeckt worden). \u00c4hnliches trifft auf Milos zu, wo schon um 7.000 v. Chr. in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab Obsidian abgebaut wurde, aber nur sehr wenig Spuren einer Besiedlung in dieser fr\u00fchen Zeit zu finden sind.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n den Schwemmebenen und Flusst\u00e4lern an der Ostk\u00fcste von Naxos kann man fast \u00fcberall verstreut Obsidian finden, gr\u00f6\u00dftenteils Splitter, wie sie bei der Bearbeitung des Materials und der Werkzeug-Herstellung anfallen, manchmal auch Bruchst\u00fccke von Klingen oder eine vereinzelte Pfeilspitze. W\u00e4hrend Pfeilspitzen, Schaber und andere rundliche oder spitze Obsidian-Werkzeuge auf den Kykladen i. W. als steinzeitlich angesehen werden, stammen die schmalen, teilweise sehr langen Klingen mit parallelen Kanten aus der Fr\u00fchen Bronzezeit (Kykladenkultur). Gelegentlich werden Bruchst\u00fccke von geschliffenen \u00c4xten oder Beilen aus anderem Gestein gefunden (Serpentin, Basalt, Kieselschiefer, Hornstein u. \u00c4.), die ebenfalls in die Steinzeit zu datieren sind. Tonscherben aus der Steinzeit sind im Vergleich zu Werkzeugen wesentlich seltener anzutreffen &#8211; die T\u00f6pferei scheint erst in der sp\u00e4testen Phase der Jungsteinzeit eine gr\u00f6\u00dfere Verbreitung erhalten zu haben.<\/p>\n<h3>Die Beziehungen zu benachbarten Regionen<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Tongef\u00e4\u00dfe der Zeus-H\u00f6hle zeigen in Form und Verzierung \u00c4hnlichkeiten mit Gef\u00e4\u00dfen der Kephala-Kultur aus Kea und aus Attika sowie anderen westlich benachbarten Gebieten. Gro\u00dfe \u00dcbereinstimmungen gibt es auch mit Funden von den ost\u00e4g\u00e4ischen Inseln, aus Kleinasien und aus der Troas (Nordwest-Kleinasien).<\/p>\n<p><big>V<\/big>on besonderer Aussagekraft \u00fcber die Handelsbeziehungen zu weiter entfernten Gebieten ist ein St\u00fcck Goldblech, das in der Zeus-H\u00f6hle gefunden wurde und das \u00e4lteste Goldobjekt von den Kykladen darstellt. Es ist von so gro\u00dfer \u00c4hnlichkeit mit St\u00fccken aus dem ber\u00fchmten steinzeitlichen Goldschatz von Varna (= Warna) in Bulgarien, dass seine Herkunft von dort als sicher gilt. Umgekehrt fand man auf dem Friedhof in Varna eine Marmorvase und aus Muscheln gearbeiteten Schmuck, die vermutlich von den \u00e4g\u00e4ischen Inseln stammen &#8211; Hinweise auf Handelsbeziehungen zwischen den beiden Regionen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/museum_gold_piece.jpg\" alt=\"Goldblech aus der Zeus-H\u00f6hle, Museum Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>das Goldblech, das in der Zeus-H\u00f6hle gefunden wurde (Museum Chora)<\/small><\/p>\n<h3>Der \u00dcbergang zur Bronzezeit<\/h3>\n<p><big>S<\/big>oweit die bisher bekannten Funde zeigen, vollzog sich der \u00dcbergang von der jungsteinzeitlichen zur bronzezeitlichen Kultur allm\u00e4hlich. Fast alle der charakteristischen Artefakte und kulturellen Eigenheiten der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\">Fr\u00fchen Bronzezeit<\/a> finden direkte Vorl\u00e4ufer in der Jungsteinzeit. Sicher sind durch Handel und Reisen im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Einfl\u00fcsse von au\u00dfen auf die Kykladen gekommen, die sich in den Br\u00e4uchen und Handwerkstechniken niedergeschlagen haben, aber es hat keinen Bruch in der Kultur und der Besiedlung gegeben: Die so einzigartige und charakteristische bronzezeitliche Kykladenkultur hat sich aus der jungsteinzeitlichen Kultur derselben Inseln entwickelt, und bei den fr\u00fchbronzezeitlichen Bewohnern der Kykladen handelte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um dasselbe Volk wie in der Jungsteinzeit.<\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\">Die Kykladenkultur<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geschichte\/\">Die Geschichte von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-alt-und-mittelsteinzeit\/\">Die Alt- und Mittelsteinzeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/landwirtschaft-entstehung\/\">Die Entstehung der Landwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-zeus-hoehle\/\">Die Zeus-H\u00f6hle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinzeit\">Wikipedia: Steinzeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saliagos\">Wikipedia: Saliagos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kephala\">Wikipedia: Kephala<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.argolis.de\/franchthi_hoehle.htm\">Franchthi-H\u00f6hle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Obsidian\">Wikipedia: Obsidian<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feuerstein\">Wikipedia: Feuerstein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr\u00e4berfeld_von_Warna\">Wikipedia: Gr\u00e4berfeld von Warna<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>verwendete Literatur: \u039a\u03c9\u03bd\u03c3\u03c4\u03b1\u03bd\u03c4\u03af\u03bd\u03bf\u03c2 \u0396\u03ac\u03c7\u03bf\u03c2, \u0391\u03c1\u03c7\u03b1\u03b9\u03bf\u03bb\u03bf\u03b3\u03b9\u03ba\u03ad\u03c2 \u03ad\u03c1\u03b5\u03c5\u03bd\u03b5\u03c2 \u03c3\u03c4\u03bf \u03c3\u03c0\u03ae\u03bb\u03b1\u03b9\u03bf \u03c4\u03bf\u03c5 \u0396\u03b1, \u0397 \u039d\u03ac\u03be\u03bf\u03c2 \u03b4\u03b9\u03b1 \u03bc\u03ad\u03c3\u03bf\u03c5 \u03c4\u03c9\u03bd \u0391\u03b9\u03ce\u03bd\u03c9\u03bd, \u03a0\u03c1\u03b1\u03ba\u03c4\u03b9\u03ba\u03ac \u03c4\u03bf\u03c5 \u0391 \u03a0\u03b1\u03bd\u03b5\u03bb\u03bb\u03ae\u03bd\u03b9\u03bf\u03c5 \u03a3\u03c5\u03bd\u03b5\u03b4\u03c1\u03af\u03bf\u03c5, \u0395\u03c0\u03b9\u03bc\u03ad\u03bb\u03b5\u03b9\u03b1: \u0399\u03c9\u03ac\u03bd\u03bd\u03b7\u03c2 \u039a. \u03a0\u03c1\u03bf\u03bc\u03c0\u03bf\u03bd\u03ac\u03c2, \u03a3\u03c4\u03ad\u03c6\u03b1\u03bd\u03bf\u03c2 \u0395. \u03a8\u03b1\u03c1\u03c1\u03ac\u03c2, \u0391\u03b8\u03ae\u03bd\u03b1 1994<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wichtigsten Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit auf Naxos sind die in der Zeus-H\u00f6hle, die von den Einwohnern der Insel von der Jungsteinzeit bis in die klassische Epoche genutzt wurde.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":30266,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17,1916,15,9,1114],"tags":[35,872,1181,869,1840,34,865,156],"class_list":["post-273","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","category-geschichte-epochen","category-kultur","category-naxos","category-steinzeit","tag-agais","tag-geschichte","tag-geschichte-von-naxos","tag-griechenland","tag-jungsteinzeit","tag-kykladen","tag-naxos","tag-steinzeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=273"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70086,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/273\/revisions\/70086"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}