{"id":2157,"date":"2010-11-25T09:51:45","date_gmt":"2010-11-25T07:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=2157"},"modified":"2026-02-08T17:44:07","modified_gmt":"2026-02-08T15:44:07","slug":"endemische-hoehlenschrecke-naxos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/endemische-hoehlenschrecke-naxos\/","title":{"rendered":"Die endemische H\u00f6hlenschrecke von Naxos"},"content":{"rendered":"<p><big>H<\/big>\u00f6hlen sind ganz besondere und interessante Lebensr\u00e4ume. Sie stellen gro\u00dfe Anforderungen an ihre Bewohner: Das Nahrungsangebot ist meist sehr gering, da wegen des fehlenden Lichtes kaum Pflanzen existieren k\u00f6nnen. Dementsprechend gibt es auch nur sehr wenige Tierarten, die dauerhaft in H\u00f6hlen leben. Von Bedeutung ist au\u00dferdem die Einf\u00f6rmigkeit der Umweltbedingungen: Temperatur und Feuchtigkeit schwanken kaum.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n H\u00f6hlen kann man eine Reihe interessanter Tierarten finden, zum Beispiel die bemerkenswerten H\u00f6hlenschrecken. Die H\u00f6hlenschrecken geh\u00f6ren zur Unterordnung der Langf\u00fchlerschrecken &#8211; tats\u00e4chlich sind ihre F\u00fchler und auch die Beine ganz besonders lang. Die Schrecken k\u00f6nnen springen, bewegen sich aber meist langsam laufend fort. Sie besitzen in Anpassung an das H\u00f6hlenleben keine Fl\u00fcgel mehr, und k\u00f6nnen darum auch nicht zirpen (die Langf\u00fchlerschrecken zirpen durch das Aneinanderreiben ihrer Fl\u00fcgel). Dementsprechend fehlt ihnen auch das H\u00f6rorgan, das bei anderen Langf\u00fchlerschrecken an den Vorderbeinen liegt. Die Weibchen besitzen einen langen, gebogenen Legestachel, an dem sie leicht von den M\u00e4nnchen zu unterscheiden sind. Heuschrecken entwickeln sich mit einer Unvollst\u00e4ndigen Metamorphose, das hei\u00dft dass die Jungtiere den Adulten gleichen und ihnen von H\u00e4utung zu H\u00e4utung \u00e4hnlicher werden. Insgesamt h\u00e4uten sich die Jungtiere im Laufe eines guten Jahres etwa 10 Mal, bis sie ausgewachsen sind. Die adulten Tiere leben ebenfalls etwa ein Jahr. Sie ern\u00e4hren sich sowohl von pflanzlichem Material als auch von verschiedenem Kleingetier.<\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-heuschrecken\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Heuschrecken<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Heuschrecken-Arten.<\/p>\n<h6>Naxiotische H\u00f6hlenschrecke, <em>Dolichopoda naxia<\/em>, Boudou-Saltet<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie endemische H\u00f6hlenschrecke, die in den H\u00f6hlen von Naxos vorkommt, hei\u00dft <em>Dolichopoda naxia<\/em>. Die in S\u00fcdeuropa verbreitete Gattung <em>Dolichopoda<\/em> ist in etwa 30 Arten aufgespalten, deren jede auf ein kleines Gebiet, etwa eine Region, eine Insel oder manchmal nur eine einzige H\u00f6hle, beschr\u00e4nkt ist. Im mediterranen Klima ist es unter den heutigen Bedingungen den empfindlichen Tieren nicht m\u00f6glich, au\u00dferhalb der H\u00f6hlen zu \u00fcberleben, so dass die einzelnen Populationen voneinander isoliert sind, was zur Aufspaltung in zahlreiche Arten gef\u00fchrt hat. Die H\u00f6hlenschrecken sind vermutlich w\u00e4hrend des sp\u00e4ten Mioz\u00e4ns (vor etwa 5,5 Mio. Jahren) in den \u00c4g\u00e4israum eingewandert, als das Mittelmeer ausgetrocknet war; die naxiotische Art ist genetischen Untersuchungen zufolge seit etwa 3 Millionen Jahren isoliert. Die n\u00e4chsten Verwandten der naxiotischen Art finden sich auf Samos und Kalimnos, die Cousins auf Kreta.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos kommen die H\u00f6hlenschrecken nicht nur in nat\u00fcrlichen H\u00f6hlen, sondern auch in Schmirgelminen vor, die ja oft mit nat\u00fcrlichen H\u00f6hlen Kontakt haben. Dort treten sie an feuchten Stellen manchmal massenweise auf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/DSC_7687-1_450.jpg\" alt=\"Schmirgelmine, Naxos\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Das Tal mit den Schmirgelminen unterhalb von Koronos; die Mine, in der wir die H\u00f6hlenschrecken fanden, liegt nahe beim Feigenbaum, der im Hintergrund zu erkennen ist (oberhalb vom Lastwagen).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/DSC_7679-1_450.jpg\" alt=\"Schmirgelmine, Naxos\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Der Eingang zur Mine ist sehr feucht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/DSC_7669-1_450.jpg\" alt=\"Schmirgelmine, Naxos\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>in der Mine<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia-5.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Zahlreiche H\u00f6hlenschrecken sitzen an den W\u00e4nden, insbesondere unter der Decke.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia-2.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Die br\u00e4unlichen Tiere besitzen keine Fl\u00fcgel, aber extrem lange Beine und F\u00fchler.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia_male-1.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia, M\u00e4nnchen\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Hier ein M\u00e4nnchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia_female-1.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia, Weibchen \" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Die Weibchen sind an ihrem Legestachel zu erkennen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia_female-2.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia-4.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia, Weibchen\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia_detail-1.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia, Weibchen\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/orthoptera\/dolichopoda_naxia_larva-1.jpg\" alt=\"Dolichopoda naxia, Jungtier\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Die Jungtiere sehen den Erwachsenen schon sehr \u00e4hnlich.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/kako_spilaio_cricket-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auch in den H\u00f6hlen von Naxos kann man die Naxiotische H\u00f6hlenschrecke antreffen, hier in der H\u00f6hle Kak\u00f3 Sp\u00edlaio am K\u00f3ronos-Berg.<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/stabheuschrecke\/\">Die Attische Stabheuschrecke<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tiere\/\">Die Tiere von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/insekten\/\">Die Insekten von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>siehe auch: <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-schmirgelminen\/\">Die Schmirgelminen von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-drachen-hoehle\/\">Die Drachenh\u00f6hle bei Mesi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kako-spilaio\/\">Die H\u00f6hle Kako Spilaio am Koronos-Berg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/heuschrecken\/\">Heuschrecken<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>Quelle: Testing phylogenetic hypotheses for reconstructing the evolutionary history of Dolichopoda cave crickets in the eastern Mediterranean, by Giuliana Allegrucci, Mauro Rampini, Paolo Gratton, Valentina Todisco and Valerio Sbordoni, Journal of Biogeography (J. Biogeogr.) (2009) 36, page 1785\u20131797<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6hlen sind ganz besondere und interessante Lebensr\u00e4ume. Sie stellen gro\u00dfe Anforderungen an ihre Bewohner: Das Nahrungsangebot ist meist sehr gering, da wegen des fehlenden Lichtes kaum Pflanzen existieren k\u00f6nnen. Dementsprechend gibt es auch nur sehr wenige Tierarten, die dauerhaft in H\u00f6hlen leben. Von Bedeutung ist au\u00dferdem die Einf\u00f6rmigkeit der Umweltbedingungen: Temperatur und Feuchtigkeit schwanken kaum. 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