{"id":204,"date":"2009-04-24T23:38:54","date_gmt":"2009-04-24T20:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=204"},"modified":"2026-03-01T18:26:30","modified_gmt":"2026-03-01T16:26:30","slug":"wuermer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/wuermer\/","title":{"rendered":"Meeresw\u00fcrmer"},"content":{"rendered":"<p><big>E<\/big>s gibt zahlreiche marine W\u00fcrmer, von denen die meisten allerdings wegen ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe oder versteckten Lebensweise kaum jemals gesehen werden. Die Fadenw\u00fcrmer, Saitenw\u00fcrmer, Priapsw\u00fcrmer, Hufeisenw\u00fcrmer, Ringelw\u00fcrmer, Spritzw\u00fcrmer, Schnurw\u00fcrmer, Kelchw\u00fcrmer, Plattw\u00fcrmer und Kratzw\u00fcrmer stellen je eigene St\u00e4mme dar und weisen trotz der oberfl\u00e4chlichen \u00c4hnlichkeit gro\u00dfe Unterschiede im K\u00f6rperbau auf. Auf dieser Seite stellen wir einige Vertreter des gro\u00dfen Stammes der Ringelw\u00fcrmer vor. Die Ringelw\u00fcrmer besitzen einen charakteristisch segmentierten K\u00f6rper. Fr\u00fcher nahm man deswegen an, dass sie mit den Gliederf\u00fc\u00dfern (Insekten, Krebstiere\u2026) verwandt seien; nach molekularbiologischen Untersuchungen zeichnen sich jedoch heute andere Verwandtschaftsbeziehungen ab, nach denen die Ringelw\u00fcrmer zusammen mit mehreren anderen W\u00fcrmer-Klassen und den Weichtieren die sogenannten <em>Lophotrochozoa<\/em> bilden, denen die &#8222;H\u00e4utungstiere&#8220; mit den Gliederf\u00fc\u00dfern, Fadenw\u00fcrmern u.a. gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Ringelw\u00fcrmer weisen wie die H\u00f6heren Tiere eine sekund\u00e4re Leibesh\u00f6hle auf, das Coelom, besitzen einen Darm, ein einfaches Strickleiter-Nervensystem, einen einfach strukturierten Kopf mit Sinnesorganen und Mund\u00f6ffnung und ein geschlossenes Blutsystem, bei dem das R\u00fcckengef\u00e4\u00df als Herz funktioniert. Die Segmente der Vielborster besitzen je ein Paar f\u00fc\u00dfchenartige Forts\u00e4tze (Parapodien) und einen Borstenb\u00fcschel; an den Parapodien sitzen oft auch Kiemen.<\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><\/p>\n<hr style=\"border-width: 2px;\">\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Meerestiere<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten. <small>Bitte beachten Sie, dass ich kein Experte bin und entsprechend manche Bestimmungen falsch sein k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<p>Hier kann man direkt <strong>zu den Arten springen<\/strong> (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern): <strong>Vielborster<\/strong>: <a href=\"#A\">Feuerwurm, <em>Hermodice<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Eulalia<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#C\">Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer, <em>Serpula, Protula<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#D\">F\u00e4cherr\u00f6hrenwurm, <em>Bispira<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#E\">Vielf\u00e4diger Borstenwurm, <em>Polycirrus<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#F\">Posth\u00f6rnchenwurm, <em>Janua<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp; <strong>Igelw\u00fcrmer<\/strong>: <a href=\"#G\">Gr\u00fcner Igelwurm, <em>Bonellia viridis<\/em><\/a><\/p>\n<h3>Vielborster, <em>Polychaeta<\/em><\/h3>\n<p><big>E<\/big>ine der gr\u00f6\u00dften und formenreichsten Klassen der Ringelw\u00fcrmer sind die Vielborster. Es gibt etwa 10.000 Vielborster-Arten, die gr\u00f6\u00dftenteils im Meer leben, und von denen \u00fcber 800 im Mittelmeer vorkommen. Man unterscheidet zwischen den frei beweglichen Formen (Errantier) und den festsitzenden (Sedentarier), die oft eine Wohnr\u00f6hre bilden. Unter den Errantiern gibt es freischwimmende sowie auf oder im Boden lebende Arten; andere leben zwischen den Algen, im Sandl\u00fcckensystem oder in Schw\u00e4mmen. Auch die Ern\u00e4hrung der Vielborster ist sehr unterschiedlich: Manche Arten leben r\u00e4uberisch, andere ern\u00e4hren sich von Aas oder von Algen; die Sedentarier sind Planktonf\u00e4nger, Filtrierer oder Sedimentfresser.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie gr\u00f6\u00dften Vielborster-Arten im Mittelmeer werden mehrere Dezimeter bis einen Meter lang; andere, insbesondere manche Sandl\u00fcckenbewohner, erreichen nur eine Gr\u00f6\u00dfe von Bruchteilen eines Millimeters. Auch an Algen leben zahlreiche winzige Formen, die man nur findet, wenn man die Algen in eine Wassersch\u00fcssel legt und sie mit der Lupe absucht; es ist erstaunlich, was dabei so alles zum Vorschein kommt. Die gr\u00f6\u00dften und auff\u00e4lligsten Arten bei uns sind die Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer, die jedoch nicht sehr h\u00e4ufig vorkommen, und der Band-Feuerwurm.<\/p>\n<h6><a name=\"A\">Band-Feuerwurm, <em>Hermodice carunculata<\/em>, Pallas<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Band-Feuerwurm geh\u00f6rt zu den Errantiern, den frei beweglichen Vielborstern. Er lebt in Algenbest\u00e4nden und Seegraswiesen sowie auf Felsb\u00f6den von der Meeresoberfl\u00e4che bis in etwa 25 Meter Tiefe. Er wird bis zu 30 cm lang. Der abgeplattete, rotbraune K\u00f6rper ist in \u00fcber 100 Segmente aufgeteilt. Jedes Segment tr\u00e4gt kleine braune Parapodien an den Seiten mit rotbraunen, gefiederten Kiemen und wei\u00dfen Borsten, die der Wurm bei St\u00f6rung aufstellt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Feuerwurm ist tagaktiv; man sieht ihn gar nicht so selten beim Schnorcheln oder auch vom Land aus im flachen K\u00fcstenwasser. Er ern\u00e4hrt sich von Aas, von kleinen Wirbellosen wie anderen W\u00fcrmern, aber vor allem von Seeanemonen und Korallen, die er mit Schableisten in seinem Mund abkratzt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/hermodice_carunculata-1.jpg\" alt=\"Band-Feuerwurm, Hermodice carunculata\"><br \/>\n<small>Der Band-Feuerwurm ist unverkennbar. Er ist recht h\u00e4ufig anzutreffen<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>inen Feuerwurm soll man auf keinen Fall anfassen: Die leicht abbrechenden, feinen Borsten dringen in die Haut ein und verursachen tagelang brennende Schmerzen und schlecht heilende Entz\u00fcndungen. Am besten soll es helfen, die Borsten mit Klebeband zu entfernen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/hermodice_carunculata-2.jpg\" alt=\"Band-Feuerwurm, Hermodice carunculata\"><br \/>\n<small>Wenn der Feuerwurm beunruhigt wird, &#8222;plustert&#8220; er seine B\u00fcschel aus giftigen Borsten auf. Au\u00dfer den Borstenb\u00fcscheln kann man hier gut die rotbraunen, gefiederten Kiemen an den Parapodien erkennen.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"B\"><em>Eulalia clavigera<\/em>, Audouin &#038; Milne Edwards<\/a><\/h6>\n<p><big>A<\/big>uch dieser Wurm geh\u00f6rt zu den Vielborstern. Er ist eng verwandt mit dem Gr\u00fcnen Blattwurm <em>(Eulalia viridis)<\/em>, der jedoch in n\u00f6rdlicheren Gebieten vorkommt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/eulalia_clavigera-1.jpg\" alt=\"Eulalia clavigera\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Eulalia clavigera<\/em> besitzt einen bis 10 cm langen, aus sehr vielen Segmenten bestehenden, gr\u00fcnen K\u00f6rper mit kleinen gelblichen F\u00fc\u00dfchen. Die Art ist oft im flachen Wasser anzutreffen und ern\u00e4hrt sich \u00fcberwiegend von Aas.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"C\">Bunter Kalkr\u00f6hrenwurm, <em>Serpula vermicularis<\/em>, L.<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer (Familie <em>Serpulidae<\/em>) geh\u00f6ren zu den Sedentariern, das hei\u00dft zu den sessilen Vielborstern. Sie bilden eine kalkhaltige R\u00f6hre, die auf dem Felsboden festsitzt, bei kleinen Arten auch auf anderen Substraten wie Algen und Schneckenschalen. Die Kalkr\u00f6hre kann mit einem Operculum (Deckel) aus Kalk oder Horn verschlossen werden. Der K\u00f6rper der Sedentarier ist in verschieden gestaltete Abschnitte unterteilt. Am vorderen K\u00f6rperende ist ein verzweigter Tentakelkranz ausgebildet, mit dem der Kalkr\u00f6hrenwurm seine Nahrung (Lebenwesen des Planktons) herbeistrudelt und einf\u00e4ngt. Die Tentakel werden bei St\u00f6rung schnell zur\u00fcckgezogen. Bei uns sieht man nur selten R\u00f6hrenw\u00fcrmer, was vermutlich mit der Planktonarmut des Meeres zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Bunte oder Kleine Kalkr\u00f6hrenwurm besitzt eine r\u00f6tliche R\u00f6hre mit leichten L\u00e4ngsrippen. Der nur 2 bis 3 cm gro\u00dfe Tentakelkranz ist zweilappig und besteht aus roten, fein gefiederten Strahlen. Wenn der Wurm aus seiner R\u00f6hre herausschaut, wird das Operculum trompetenf\u00f6rmig vorgestreckt. Die Art kommt von der Wasseroberfl\u00e4che bis in 1000 Meter Tiefe vor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/serpula_vermicularis-1.jpg\" alt=\"Serpula vermicularis\"><br \/>\n<small>Bunter Kalkr\u00f6hrenwurm, <em>Serpula vermicularis<\/em><\/small><\/p>\n<h6>Glatter Kalkr\u00f6hrenwurm, <em>Protula tubularia<\/em>, Montagu<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Glatte Kalkr\u00f6hrenwurm bildet eine wei\u00dfe, bis 30 cm lange, glatte R\u00f6hre ohne oder mit nur kleinem Operculum und einem wei\u00dfen oder roten Tentakelkranz. Er ist bei uns regelm\u00e4\u00dfig zu finden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/protula_tubularia-1.jpg\" alt=\"Protula tubularia\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier ein wei\u00dfes Exemplar des Glatten Kalkr\u00f6hrenwurmes.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/protula_tubularia-2.jpg\" alt=\"Protula tubularia\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Rote Exemplare sind deutlich h\u00e4ufiger. Im Mittelmeer treten mehrere verwandte Arten auf, die nur schwer zu bestimmen sind.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"D\">F\u00e4cherr\u00f6hrenwurm, <em>Bispira volutacornis<\/em>, Montagu<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>er F\u00e4cherr\u00f6hrenwurm geh\u00f6rt zu den Federw\u00fcrmern (Familie <em>Sabellidae<\/em>). Er ist bei uns etwas seltener anzutreffen als die Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer. Seine bis zu 6 cm lange Tentakelkrone besteht aus zwei trichterf\u00f6rmigen H\u00e4lften; sie ist braun gef\u00e4rbt mit einer leichten Musterung. Die R\u00f6hre ist d\u00fcnn und gummiartig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/bispira_volutacornis-2.jpg\" alt=\"Bispira volutacornis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der F\u00e4cherr\u00f6hrenwurm ist leicht an seiner braunen, zweiteiligen Tentakelkrone zu erkennen.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"E\">Vielf\u00e4diger Borstenwurm, <em>Polycirrus<\/em> spec.<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Vielf\u00e4dige Borstenwurm geh\u00f6rt der Familie <em>Terebellidae<\/em> an. Sein K\u00f6rper ist in einer Spalte im Felsen versteckt; hervor schauen nur seine langen, d\u00fcnnen, meist gelblichen Tentakel, die er in unterschiedlicher Richtung auf dem Substrat ausbreitet. Mit diesen Tentakeln f\u00e4ngt er seine Nahrung, winzige Substratpartikel ein, die mithilfe kleiner Wimperchen zur Mund\u00f6ffnung transportiert werden. Meist findet man diese Wurmart zwischen krustenf\u00f6rmigen Schw\u00e4mmen. Sie ist sehr unauff\u00e4llig und kann leicht \u00fcbersehen werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/polycirrus_spec-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Vom Vielf\u00e4digen Borstenwurm sind nur die d\u00fcnnen, langen, gelblichen Tentakel sichtbar, die er in seiner Umgebung auf dem Substrat ausbreitet.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"F\"><em>Janua heterostropha<\/em>, Montagu<\/a><\/h6>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeer kommen etwa 20 Arten der Gattung <em>Spirorbis<\/em> bzw. <em>Janua<\/em> (Posth\u00f6rnchenw\u00fcrmer) vor, winzig kleine R\u00f6hrenw\u00fcrmer mit stark gewundenen, schnecken\u00e4hnlichen R\u00f6hren mit Deckel (Operculum). Die W\u00fcrmer strecken im aktiven Zustand kaum sichtbare, winzige Tentakelkr\u00e4nzchen hervor. Die Posth\u00f6rnchenw\u00fcrmer leben auf verschiedenen Substraten wie Steinen, Schnecken und Muscheln, aber auch Algen und Tangen. Sie sind zwittrig; die Jungtiere wachsen im Geh\u00e4use der Mutter heran.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie hier abgebildete Art ist an ihrem deutlich gekielten, entgegen dem Uhrzeigersinn gewundenen Geh\u00e4use von nur 2 mm Gr\u00f6\u00dfe zu erkennen (siehe auch die ersten beiden Bilder des Artikels \u00fcber <a href=\"http:\/\/azalas.de\/schnecken-einf\u00fchrung\/\">Meeresschnecken<\/a>). Sie wird seit kurzem in die Gattung <em>Janua<\/em> gestellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/polychaetes\/janua_heterostropha-1.jpg\" alt=\"Janua heterostropha\"><br \/>\n<small>Der kleine Posth\u00f6rnchenwurm <em>Janua heterostropha<\/em> bildet winzige, linksgewundene Wohnr\u00f6hren.<\/small><\/p>\n<h3><a name=\"G\">Igelw\u00fcrmer, <em>Echiura<\/em><\/a><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Klasse der Igelw\u00fcrmer umfasst nur etwa 150 Arten, die alle im Meer heimisch sind. Sie werden heutzutage zu den Ringelw\u00fcrmern gerechnet, obwohl sie ihre Segmentierung sekund\u00e4r verloren haben. Oft leben die Igelw\u00fcrmer in Wohnr\u00f6hren, aus denen sie nur den R\u00fcssel, das Prostomium, hervorstrecken. Im Mittelmeer leben etwa 4 Arten, von denen der Gr\u00fcne Igelwurm die h\u00e4ufigste ist.<\/p>\n<h6>Gr\u00fcner Igelwurm, <em>Bonellia viridis<\/em>, Rolando<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Gr\u00fcne Igelwurm besteht aus einem etwa ovalen K\u00f6rper von ungef\u00e4hr 10 bis 20 cm L\u00e4nge und dem ausstreckbaren Prostomium (R\u00fcssel), das bis zu einen Meter lang werden kann. An der Spitze ist das Prostomium in zwei lange, am Rand etwas wellige Kopflappen gegabelt. An der Unterseite des R\u00fcssels verl\u00e4uft eine bewimperte Rinne. Der K\u00f6rper des Gr\u00fcnen Igelwurms ist selten zu sehen, da er in einer Felsspalte versteckt sitzt; das nachtaktive Tier streckt nur den langen, geraden R\u00fcssel hervor, mit dem es die Nahrung aufnimmt. Der Igelwurm sammelt Algen- oder Detrituspartikel oder kleinste Organismen vom Untergrund auf, die \u00fcber die Wimpernrinne am R\u00fcssel der Mund\u00f6ffnung zugef\u00fchrt werden, die am Vorderende des ovalen K\u00f6rpers sitzt. Der Gr\u00fcne Igelwurm erh\u00e4lt seine dunkelgr\u00fcne Farbe vom Stoff Bonellin, ein hochtoxisches Pigment, dessen Nutzen als Antibiotikum erforscht wird.<\/p>\n<p><big>D<\/big>as Erstaunlichste am Igelwurm ist seine Fortpflanzung. Die frei ins Meerwasser abgegebenen, schwimmf\u00e4higen Larven besitzen kein Geschlecht. Wenn die Larve bis zur Zeit, zu der sie sich auf dem Meeresboden niederl\u00e4sst, auf kein Igelwurm-Weibchen gesto\u00dfen ist, nimmt sie selbst weibliches Geschlecht an, siedelt sich in einer Felsspalte oder kleinen H\u00f6hlung an und w\u00e4chst im Laufe mehrerer Jahre zum adulten Tier heran. Wenn die Larve jedoch in Kontakt mit einem Igelwurm-Weibchen kommt, wird durch dessen Pigment Bonellin eine Ver\u00e4nderung ausgel\u00f6st, durch die die Larve sich innerhalb weniger Tage in ein nur wenige Millimeter gro\u00dfes Zwergm\u00e4nnchen umwandelt. Dieses wird vom Weibchen aufgenommen und dringt in dessen Eileiter ein, wo es in einem speziellen Genitalsack den Rest seines Lebens verbringt. Das Zwergm\u00e4nnchen zeigt einen extrem vereinfachten K\u00f6rperbau: es besteht praktisch nur aus Hoden und besitzt nicht einmal einen Darm: Es ern\u00e4hrt sich, indem es durch Diffusion N\u00e4hrstoffe aus der K\u00f6rperfl\u00fcssigkeit des Weibchens aufnimmt. Im Genitalsack k\u00f6nnen sich zahlreiche Zwergm\u00e4nnchen aufhalten, deren einzige Funktion und T\u00e4tigkeit die Befruchtung der Eier des Weibchens ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/echiura\/bonellia_viridis_habitat-1.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Igelwurm an der Felsk\u00fcste, Bonellia viridis\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/echiura\/bonellia_viridis-2.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Igelwurm an der Felsk\u00fcste, Bonellia viridis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der nachtaktive Gr\u00fcne Igelwurm ist gelegentlich an der Felsk\u00fcste zu entdecken; hier sieht man die ausgestreckten R\u00fcssel mehrerer Tiere.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/echiura\/bonellia_viridis_habitat-2.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Igelwurm an der Felsk\u00fcste, Bonellia viridis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Weibchen des Gr\u00fcnen Igelwurms sitzen in Felsspalten, aus denen sie ihren langen, oft gerade gehaltenen R\u00fcssel hervorstrecken.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/echiura\/bonellia_viridis-1.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Igelwurm, Bonellia viridis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man den K\u00f6rper des Gr\u00fcnen Igelwurms in einer Felsspalte; auff\u00e4llig ist der gewellte Rand und die intensiv dunkelblaugr\u00fcne Farbe, die durch ein spezielles Pigment, das hochtoxische Bonellin, hervorgerufen wird.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/echiura\/bonellia_viridis_provoscis-1.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Igelwurm, Bonellia viridis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Spitze des R\u00fcssels ist zweigeteilt mit langen, welligen &#8222;Kopflappen&#8220;. An der Unterseite des R\u00fcssels verl\u00e4uft eine wimpernbesetzte Rinne, \u00fcber die die aufgenommene Nahrung (Kleinstorganismen und Detritus) zur Mund\u00f6ffnung am einfach aufgebauten, ovalen K\u00f6rper transportiert wird.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/schnecken-einfuehrung\/\">Meeresschnecken<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\/\">Meerestiere \u00dcberblick<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringelw\u00fcrmer\">Wikipedia: Ringelw\u00fcrmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer\">Wikipedia: Kalkr\u00f6hrenw\u00fcrmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.starfish.ch\/Korallenriff\/Wuermer.html\">W\u00fcrmer bei Starfish.ch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt zahlreiche marine W\u00fcrmer, von denen die meisten allerdings wegen ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe oder versteckten Lebensweise kaum jemals gesehen werden. 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