{"id":1835,"date":"2010-09-19T18:42:58","date_gmt":"2010-09-19T15:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=1835"},"modified":"2024-08-24T19:53:30","modified_gmt":"2024-08-24T16:53:30","slug":"aegaeisraum-entstehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/aegaeisraum-entstehung\/","title":{"rendered":"Die Entstehung des \u00c4g\u00e4israumes"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie heutige Gestalt S\u00fcdeuropas ist durch die letzte der gebirgsbildenden Phasen im europ\u00e4ischen Raum bestimmt, die <span style=\"text-decoration: underline;\">Alpidische Orogenese<\/span>, in der die Alpen sowie die \u00fcbrigen Gebirge des s\u00fcdeurop\u00e4ischen Raumes entstanden. Diese geh\u00f6ren einem Gebirgssystem an, das sich vom Atlasgebirge in Marokko und den Pyren\u00e4en aus \u00fcber die Alpen und die Apenninen, die Balkanhalbinsel, die \u00c4g\u00e4is, Anatolien, das Zagros-Gebirge im Iran und den Himalaja bis zur indonesischen Inselkette zieht. Es ist entstanden durch die Kollision der afrikanischen, der indischen und der australischen Kontinentalplatte sowie mehrerer dazwischen gelegener Mikroplatten mit der eurasischen Kontinentalplatte. Auch im Bereich der \u00c4g\u00e4is entstand bei der Plattenkollision ein Falten- und Deckengebirge \u00e4hnlich wie die Alpen, das jedoch heute gr\u00f6\u00dftenteils unter dem Meeresspiegel versunken ist. Heute befindet sich die \u00c4g\u00e4is in der Sp\u00e4tphase der Gebirgsbildung.<\/p>\n<h3>Die Entstehung des n\u00f6rdlichen Balkanraumes<\/h3>\n<p><big>D<\/big>er \u00c4g\u00e4israum hat ein vergleichsweise junges Alter. Abgesehen von wenigen, stark \u00fcberpr\u00e4gten \u00e4lteren Resten stammen die \u00e4ltesten Gesteine aus der Trias, der ersten mesozoischen Periode (vor etwa 250 bis 200 Mio. Jahren). Zwischen dem Nordkontinent Laurentia (Nordamerika und Eurasien) und dem S\u00fcdkontinent Gondwana (Afrika, S\u00fcdamerika, Indien, Australien, Antarktis) lag damals der gro\u00dfe, nach Osten offene Ozean Pal\u00e4otethys, der sich zunehmend erweiterte; er reichte Richtung Westen bis etwa zur heutigen Iberischen Halbinsel. Die Bereiche, die sp\u00e4ter Griechenland und die \u00c4g\u00e4is formten, geh\u00f6rten noch zu Afrika und wurden erst im Verlauf der Trias und des Jura von dort abgespalten.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n der Trias formte sich im Bereich Osteuropas der n\u00f6rdliche Balkanraum durch die Kollision des von Gondwana abgespaltenen, nach Norden wandernden Kimmerischen Teilkontinents mit Eurasien; dabei entstanden die Karpaten und weiter \u00f6stlich Teile des Irans, Afghanistans, Tibets und Indonesiens. Im Verlaufe der Anlagerung des Teilkontinents an Eurasien wurde die n\u00f6rdlich davon gelegene Pal\u00e4otethys geschlossen und ihr Ozeanboden vermutlich nach S\u00fcden (unter die herandriftende Kimmerische Platte) subduziert. S\u00fcdlich der Kimmerischen Platte \u00f6ffnete sich ein neuer Ozean, die Neotethys.<\/p>\n<p><big>W<\/big>\u00e4hrend der Trias war das Klima \u00fcberwiegend warm und trocken. Es wurden haupts\u00e4chlich festl\u00e4ndische Sedimente abgelagert. Entsprechend handelt es sich bei den Gesteinen, die aus der Trias stammen, vor allem um Schiefer und Grauwacken.<\/p>\n<h3>Die Alpidische Orogenese in Griechenland<\/h3>\n<p><big>W<\/big>\u00e4hrend des Jura (vor etwa 200 bis 135 Mio. Jahren) trennten sich Afrika und Europa vollst\u00e4ndig. Im Bereich der Alpen entstand aus einem Grabenbruch der Penninische Ozean, dessen Sedimentschichten heute Teile der Alpen aufbauen. Der europ\u00e4ische Bereich der Tethys, die Paratethys, weitete sich aus und vertiefte sich teilweise. Das Meer bedeckte zeitweilig ganz Mittel- und S\u00fcdeuropa. Im flachen Schelfmeer bildeten sich im tropischen Klima w\u00e4hrend des Jura und der Kreidezeit vor allem kalkreiche Ablagerungen von Meeresorganismen wie Muscheln, Schnecken und einzelligen Kalkalgen, aber auch gro\u00dfe Korallenriffe. So entstanden teilweise \u00fcber tausend Meter dicke kalkhaltige Sedimentschichten, sowohl auf den Kontinenten als auch in den zwischen ihnen liegenden Ozeanen (in deren Randbereichen). Ab dem oberen (sp\u00e4ten) Jura begann Afrika wieder auf Europa zuzudriften.<\/p>\n<p><big>D<\/big>as griechische Festland und die \u00c4g\u00e4is sind aus den Gesteinsschichten von vier Terranen (Kleinkontinenten) sowie den Sedimenten der dazwischen liegenden Ozeane aufgebaut, die nach dem kimmerischen Teilkontinent in der oberen Trias und im Jura von Afrika abgespalten wurden und nach Norden wanderten, bis sie mit Europa kollidierten. Auch diese Terrane waren in Jura und Kreide meist vom Meer \u00fcberflutet. Entsprechend lagerten sich auf ihnen, ebenso wie in den zwischen ihnen gelegenen Ozeanen, vor allem kalkhaltige Sedimente ab. Aus diesen enstanden die in der \u00c4g\u00e4is weitverbreiteten Marmore und Dolomite. Die Terrane kollidierten vom Jura bis ins Eoz\u00e4n hinein mit Europa und formten so in den vier Phasen der Alpidischen Orogenese ein den Alpen \u00e4hnliches Hochgebirge.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie ersten zwei Terrane, das <span style=\"text-decoration: underline;\">Pangeon-Rhodope-Terran <\/span> und das <span style=\"text-decoration: underline;\">Paikon-Lesbos-Terran<\/span>, kollidierten w\u00e4hrend des Jura mit dem S\u00fcdrand Europas, wodurch sich die nordgriechischen Gebirge und die Inseln der Nord\u00e4g\u00e4is formten.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei diesen und den weiteren Kollisionen wurde jeweils die herandriftende Platte unter die europ\u00e4ische subduziert, wobei die Gesteinsschichten der Terrane sowie auch die Sedimentschichten der Ozeane <em>unter<\/em> die Gesteinsschichten der Platte, mit der sie kollidierten, untergeschoben wurden. Durch diese sich teilweise \u00fcber Hunderte von Kilometern erstreckenden \u00dcberschiebungen wurde ein Deckenstapel aus den Gesteinsschichten der Terrane und der Ozeansedimente gebildet. W\u00e4hrend die ersten Terrane schon mit dem Festland kollidiert waren, wurden auf den folgenden, noch nach Norden wandernden Terranen immer noch Sedimente abgelagert. Dementsprechend haben die Gesteine im \u00c4g\u00e4israum und in Griechenland generell im Norden ein gr\u00f6\u00dferes Alter als im S\u00fcden. Au\u00dferdem findet man aufgrund der Unterschiebungen innerhalb der Gebirge die \u00e4lteren Gesteinsschichten prinzipiell oben und die j\u00fcngeren unten. Es ist allerdings oft schwierig, die Gesteine einer Region einem bestimmten Terran oder Ozean zuzuordnen, da alle aus sehr \u00e4hnlichen Sedimenten bestehen. Eine Hilfe bei der Zuordnung sind die teilweise in den Gebirgen eingeschlossenen charakteristischen Flysch-Gesteine, die aus den Sedimenten der Tiefseegr\u00e4ben bestehen. Die an den Plattengrenzen (also vor dem jeweiligen S\u00fcdrand Europas) verlaufenden Tiefseegr\u00e4ben, an denen die Subduktion abl\u00e4uft, wurden bei der Anlagerung eines weiteren Terrans je &#8222;sprungweise&#8220; bis zu dessen S\u00fcdrand verlagert.<\/p>\n<h6>Die euhellenische Phase der Alpidischen Orogenese<\/h6>\n<p><big>G<\/big>riechenland wurde an der Grenze Jura\/Kreide (vor etwa 135 Mio. Jahren) von der euhellenischen Phase der alpidischen Orogenese umgestaltet. Diese wurde bedingt durch die Kollision des etwa 150 km breiten Terrans der <span style=\"text-decoration: underline;\">Inneren Helleniden<\/span> (Pelagonische Zone) mit dem Festland. Im Norden dieses Terrans lag der Axios-Vardar-Ozean, \u00fcber dessen Pal\u00e4ogeographie wir nur recht wenig wissen. Dieser wurde vor dem S\u00fcdrand Europas (dem zuvor angelagerten, schmalen Paikon-Lesbos-Terran) subduziert, wobei gro\u00dfe Bereiche der ozeanischen Sedimentschichten und teilweise auch vulkanische Gesteine des mittelozeanischen R\u00fcckens auf die heranwandernde Plattform der Inneren Helleniden aufgeschoben wurden; heute sind sie in kleinen \u00dcberresten als Ophiolithen erhalten. S\u00fcdlich des Terrans der Inneren Helleniden lag der mindestens 500 km breite <span style=\"text-decoration: underline;\">Pindos-Kykladen-Ozean<\/span>, aus dessen Schichten (metamorphisierte Sedimente und mafische Magmatite) die heutigen Kykladen gr\u00f6\u00dftenteils aufgebaut sind. In diesem Ozean wurden ab dem sp\u00e4ten Karbon bis in die Kreidezeit (d.h. vor etwa 300 bis 65 Mio. Jahren) ebenso wie auf dem s\u00fcdlich davon liegenden Terran der <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00c4u\u00dferen Helleniden<\/span> noch \u00fcberwiegend kalkhaltige Sedimente abgelagert (auf dem Terran Flachwasser-, im Ozean Tiefwassersedimente).<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Laufe des Pal\u00e4oz\u00e4ns (vor etwa 65 bis 53 Mio. Jahren) und Eoz\u00e4ns (vor etwa 53 bis 34 Mio. Jahren), der ersten beiden Phasen der Erdneuzeit, schloss sich allm\u00e4hlich der Pindos-Kykladen-Ozean, w\u00e4hrend das letzte Terran (\u00c4u\u00dfere Helleniden) heranwanderte. Seine Sedimente wurden etwa vor 50 Mio. Jahren an den S\u00fcdrand des Festlandes akkretioniert und dabei teilweise unter die Einheit der Inneren Helleniden untergeschoben. Die Subduktionszone wurde bei der Anlagerung nach S\u00fcden verlagert; sie lag nun zwischen den akkretionierten, von der Subduktion abgekoppelten Sedimenten des Pindos-Ozeans und dem heranwandernden Terran der \u00c4u\u00dferen Helleniden. Die Pelagonischen Schichten der Inneren Helleniden wurden bei der Akkretion herausgehoben; die Kollision wirkte sich bis in die n\u00f6rdlichen Balkanregionen aus. S\u00fcdlich des Subduktionsgrabens erfolgte Flysch-Sedimentation, noch weiter s\u00fcdlich lief auf dem unter dem Meeresspiegel liegenden Terran der \u00c4u\u00dferen Helleniden noch biogene Kalksedimentation ab.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Norden Griechenlands kam in den Rhodopen die Auffaltung und Krustenverdickung zum Stillstand und es setzte Extension und damit starke Ausd\u00fcnnung der verdickten Kruste ein, begleitet von dem ersten Auftreten von Vulkanismus (im Pal\u00e4oz\u00e4n und Eoz\u00e4n wurden hier viele Kilometer dicke Sedimentschichten der Kruste aufgrund von Auftriebs-Ausgleich-Bewegungen herausgehoben und gr\u00f6\u00dftenteils abgetragen).<\/p>\n<h6>Die mesohellenische Phase der Alpidischen Orogenese<\/h6>\n<p><big>I<\/big>m sp\u00e4ten Eoz\u00e4n begann das n\u00e4chste Terran, das der <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00c4u\u00dferen Helleniden<\/span> (Ionien-Kreta-Rhodos; urspr\u00fcnglich etwa 400 km breit), mit dem neuen S\u00fcdrand Europas zu kollidieren; ein weiterer Schub der alpidischen Orogenese erfolgte.<\/p>\n<p><big>B<\/big>is zum fr\u00fchen Oligoz\u00e4n (vor etwa 34 bis 20 Mio. Jahren) wurde die heranwandernde Plattform (Tripolitza- und Ionische Einheit) mit ihren Sedimenten, die im Zeitraum von der Trias (vor 250 Mio. Jahren) bis ins Eoz\u00e4n abgelagert wurden, um Hunderte von Kilometern unter die Sedimentschichten des Pindos-Kykladen-Ozeans untergeschoben; ihre Sedimentschichten wurden so zur basalen Einheit der Kykladen, \u00fcber der die (wenig) \u00e4lteren Schichten der ehemals weiter n\u00f6rdlich gelegenen Ozeane und Terrane lagen. Im Bereich der Kykladen entstand durch die Kollision ein (flaches) Gebirge (etwa vor 35-30 Mio. Jahren) unter starker Stauchung mit weitr\u00e4umigen \u00dcberschiebungen, Faltungen und widersinnigen Verwerfungen.<\/p>\n<p><big>Z<\/big>usammen mit den Schichten des Pindos-Kykladen-Ozeans gerieten auch Anteile der Pelagonischen Schichten der Inneren Plattform und die auf diesen liegenden Ophiolithen und Sedimente des Vardar-Axos-Ozeans auf die heranwandernde Plattform der \u00c4u\u00dferen Helleniden; es bildete sich der Deckenstapel, der in kleinen Anteilen noch heute in den Gebirgen erhalten ist. Die Kykladen waren nun festl\u00e4ndisch geworden: die gesamte Region wurde herausgehoben.<\/p>\n<h6>Die neohellenische Phase der Alpidischen Orogenese: Extension und Krustenkollaps<\/h6>\n<p><big>M<\/big>it der Vervollst\u00e4ndigung der Anlagerung des Terrans der \u00c4u\u00dferen Helleniden wurde im fr\u00fchesten Mioz\u00e4n (vor etwa 20 Mio. Jahren) die Subduktionszone nach S\u00fcden bis an den S\u00fcdrand dieses Terrans verlagert. Nun begann die Subduktion (des ozeanischen Randes) der afrikanischen Platte unter die \u00e4g\u00e4ische, und der heutige Hellenische Tiefseegraben entstand. Aus dem s\u00fcdlich der \u00c4u\u00dferen Hellenischen Plattform gelegenen Ozean, der sich etwa gleichzeitig mit dem Pindos-Kykladen-Ozean ge\u00f6ffnet hatte, entwickelte sich das s\u00fcdlich von Kreta gelegene heutige ozeanische Mittelmeer.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er vulkanische Inselbogen verlagerte sich nun in den Bereich der Kykladen. Bei den Vulkanausbr\u00fcchen lagerten sich stellenweise dicke Basaltschichten ab, von denen allerdings heute kaum noch Spuren erhalten sind.<\/p>\n<p><big>N<\/big>ach der Verlagerung der Subduktionszone bis an den S\u00fcdrand Kretas kam es zu einer weiteren Regression der Subduktionszone (&#8222;back-arc-extension&#8220;, um etwa 1 cm\/Jahr): Die Bewegung Afrikas nach Norden wurde langsamer. Das f\u00fchrte im fr\u00fchen Mioz\u00e4n in der zentralen \u00c4g\u00e4is zu einer N-S-Extension, also einer Dehnung der w\u00e4hrend der vorangegangenen Gebirgsbildungen verdickten Kruste. \u00c4hnliche Prozesse waren zuvor auch schon weiter n\u00f6rdlich abgelaufen und hatten zur Bildung der n\u00f6rdlichen \u00c4g\u00e4is gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie <u>Extension im \u00c4g\u00e4israum<\/u> erfolgte durch gro\u00dfr\u00e4umige Abschiebungen, also durch Streckung der Region unter flachem Abgleiten gro\u00dfer Krustenbereiche. Kreta bewegte sich nach S\u00fcden, und die ganze Region der mittleren und s\u00fcdlichen \u00c4g\u00e4is wurde \u00fcber Dutzende von Kilometern gestreckt. Durch die Abschiebungen wurde die Kruste stark ausged\u00fcnnt und kollabierte, und der \u00c4g\u00e4israum versank unter dem Meeresspiegel: die See von Kreta entstand (zwischen den Kykladen und Kreta; vor 24 bis 20 Mio. Jahren). In diesem Gebiet weist die Kruste heute nur eine M\u00e4chtigkeit von 20 km auf. Die Dehnung erfolgte an drei etwa W-E-verlaufenden Verwerfungen mit gro\u00dfr\u00e4umigen extensionalen Abschiebungen (die eine im Bereich Paros-Naxos, eine weitere Mykonos-Tinos-Andros, eine andere weiter s\u00fcdlich), bei denen jeweils die obere Decke nach Norden (NNE) verschoben wurde (&#8222;top-to-the-north shearing&#8220;). Gleichzeitig mit der N-S-Dehnung erfolgte eine Einengung in W-E-Richtung, die zu einer auf Naxos an vielen Stellen erkennbaren Faltung der Gesteinsschichten f\u00fchrte.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Bereich der Kykladen f\u00fchrte die exreme <u>Krustenverd\u00fcnnung<\/u> im Mioz\u00e4n dazu, dass an manchen Stellen Magma bis in h\u00f6here Schichten der Erdkruste hinaufdringen konnte. So bildeten sich die heute auf mehreren Inseln freigelegten Batholithen (Granit- oder Gneisdome aus stark metamorphisierten oder teilweise verfl\u00fcssigten Gesteinen). Durch den Kontakt mit dem hei\u00dfen Magma wurden auch die umliegenden Gesteinschichten in ihrer Mineralzusammensetzung und Kristallisation ver\u00e4ndert (metamorphisiert).<\/p>\n<p><big>V<\/big>or etwa 10 Mio. Jahren kam die Extension im Bereich der \u00c4g\u00e4is zum Stillstand. Durch die Dehnung der Region war auch der Vulkanische Inselbogen weiter nach S\u00fcden gewandert, so dass er vor etwa 9 Mio. an seine heutige Stelle gelangte (\u00c4gina-Milos-Santorin-Nisyros).<\/p>\n<p><big>E<\/big>s gibt nur wenige Regionen auf der Erde, in denen ein &#8222;Krustenkollaps&#8220; aufgrund einer Extension im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich eines Subduktions-Systems (&#8222;back-arc&#8220; = hinter dem Vulkanbogen) zu beobachten ist; so k\u00f6nnen in der \u00c4g\u00e4is seltene Ph\u00e4nomene der Tektonik, der Metamorphose und der Krustenabk\u00fchlung studiert werden.<\/p>\n<h3>Die heutige tektonische Situation<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Subduktion der afrikanischen Platte (d. h. ihres ozeanischen Randes) l\u00e4uft heute am Hellenischen Tiefseegraben ab. Dieser verl\u00e4uft vor den Ionischen Inseln, an der Westk\u00fcste des Peloponnes und dann direkt s\u00fcdlich von Kreta und Rhodos bis zum t\u00fcrkischen Festland. Er ist bis \u00fcber 5000 m tief. Die afrikanische Platte taucht schr\u00e4g unter die \u00e4g\u00e4ische Platte ab. Etwa 150 km n\u00f6rdlich der Plattengrenze erreicht sie eine Tiefe von etwa 100 km, wo sie aufgrund der hohen Temperaturen wieder eingeschmolzen wird. Das verfl\u00fcssigte Magma dringt an Schw\u00e4chezonen zur Erdoberfl\u00e4che auf und bildet so die Vulkane des vulkanischen Inselbogens (s.a. <a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-vulkan\/\">Der Vulkan von Santorin<\/a>).<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie \u00e4g\u00e4ische Platte bewegt sich heute ungew\u00f6hnlich schnell auf die afrikanische Platte zu (um mehrere Zentimeter pro Jahr), da sie von der anatolischen Platte nach S\u00fcdwesten gedr\u00e4ngt wird, die wiederum von der schnell nach Norden vorsto\u00dfenden arabischen Platte geschoben wird. Diese schnellen Bewegungen und auch Drehungen f\u00fchren dazu, dass das ganze \u00c4g\u00e4is-Gebiet durch eine Vielzahl von Verwerfungen, Br\u00fcchen und Gr\u00e4ben in einzelne Schollen zerf\u00e4llt. Dabei k\u00f6nnen eine Reihe von \u00e4lteren NW-SE-streichenden Strukturen (z. B. Eub\u00f6a, die gro\u00dfen Buchten des Peloponnes, die Gebirgs-\/Inselkette vom Olymp bis Naxos) und j\u00fcngeren W-E-streichenden Gr\u00e4ben (v. a. der seismisch sehr aktive Golf von Korinth) festgestellt werden. Teilweise k\u00f6nnen diese heute aktiven Gr\u00e4ben und Verschiebungen als eine zerst\u00fcckelte Verbindung zwischen den rechtsgerichteten (die gegen\u00fcbergelegene Platte bewegt sich nach rechts) Verschiebungen der Kefallonia-St\u00f6rung vor dem Ionischen Meer und der Nordanatolischen St\u00f6rung (der n\u00f6rdlichen Begrenzung der \u00c4g\u00e4is) verstanden werden. Im Bereich Griechenlands erfolgen die diversen Plattenbewegungen mit ungew\u00f6hnlich gro\u00dfen Geschwindigkeiten, wodurch die h\u00e4ufigen Erdbeben ausgel\u00f6st werden: Griechenland ist das seismisch aktivste Gebiet Europas.<\/p>\n<p>weiter:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/geologie-mittelmeer-entstehung\/\">Die geologische Entstehungsgeschichte des Mittelmeeres<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/tektonische-einheiten-naxos\/\">Die tektonischen Einheiten von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\">Die Geologie von Naxos<\/a> <\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/plattentektonik-und-gebirgsbildung\/\">Plattentektonik und Gebirgsbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/erdbeben\/\">Erdbeben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-vulkan\/\">Der Vulkan von Santorin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/mapsof.net\/uploads\/static-maps\/tectonic_plates_boundaries_detailed.png\">Plattengrenzen, Karte von mapsof.net<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gein.noa.gr\/services\/info-en.html\">Karte des Institute of Geodynamics in Athen mit den Erdbebenherden in Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/eptect.geol.uoa.gr\/pubs\/TRANSECTVII.pdf\">The TRANSMED Atlas: Transekt durch die \u00c4g\u00e4is, auf griechisch, aber mit interessanten Abbildungen von den Terranen und der Entstehung des \u00c4g\u00e4israumes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/46664871_Nappe_stacking_resulting_from_subduction_of_oceanic_and_continental_Lithosphere_below_Greece\">Hinsbergen: Nappe stacking &#8230; in Greece<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutige Gestalt S\u00fcdeuropas ist durch die letzte der gebirgsbildenden Phasen im europ\u00e4ischen Raum bestimmt, die Alpidische Orogenese, in der die Alpen sowie die \u00fcbrigen Gebirge des s\u00fcdeurop\u00e4ischen Raumes entstanden. 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