{"id":1734,"date":"2010-09-06T17:03:20","date_gmt":"2010-09-06T14:03:20","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=1734"},"modified":"2024-08-24T19:37:36","modified_gmt":"2024-08-24T16:37:36","slug":"erdbeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/erdbeben\/","title":{"rendered":"Erdbeben"},"content":{"rendered":"<p><big>G<\/big>riechenland ist die tektonisch aktivste Gegend Europas. Schon in der Antike hat man die h\u00e4ufigen Ersch\u00fctterungen zu erkl\u00e4ren versucht. Sie wurden in der Mythologie meist dem Meeresgott Poseidon zugeschrieben. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. versuchten die ersten griechischen Philosophen nat\u00fcrliche Ursachen f\u00fcr die Beben zu finden. So glaubte Thales von Milet, dass die feste Erde auf dem Weltmeer schwimme und erzittere, wenn sich dieses bewege. Andere Philosophen erkannten, dass die Erdbeben mit Rissen in der Erde zusammenhingen und erkl\u00e4rten sie durch das pl\u00f6tzliche Eindringen von Luft; andere vermuteten unterirdische Feuer als Ursache. Poseidonios erkannte im 2. Jahrhundert v. Chr. die Verbindung von Erdbeben und Vulkanismus.<\/p>\n<h3>Plattenbewegungen im \u00c4g\u00e4ischen Raum<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie h\u00e4ufigen Erdbeben werden durch die starken Plattenverschiebungen im griechischen Raum ausgel\u00f6st. Die Afrikanische Platte bewegt sich mit durchschnittlich 1,5 cm pro Jahr nordw\u00e4rts auf die Europ\u00e4ische Platte zu. Weitaus schneller r\u00fcckt die Arabische Platte nach Norden und dr\u00e4ngt dabei gegen die Anatolische Platte, die nach Westen ausweicht, wo sie gegen die \u00c4g\u00e4ische Platte dr\u00fcckt. Diese wird dadurch entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht und weicht nach S\u00fcdwesten aus, auf die Afrikanische Platte zu. So kommt es zu einer ungew\u00f6hnlich schnellen Bewegung der Afrikanischen und der \u00c4g\u00e4ischen Platte aufeinander zu: Die relative Verschiebung betr\u00e4gt bis zu 4 cm pro Jahr. Die Afrikanische Platte wird bei der Kollision unter die \u00c4g\u00e4ische Platte subduziert, wobei die Bewegung in kleinen Sch\u00fcben abl\u00e4uft, die sich je in einem Erdbeben \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p><big>D<\/big>urch diese starken Bewegungen und Drehungen sind die tektonischen Platten im \u00e4g\u00e4ischen Raum durch eine ganze Reihe von Verwerfungen und Br\u00fcche in kleinere Schollen zergliedert. Einer der seismisch aktivsten Gr\u00e4ben ist der des Golfes von Korinth. Au\u00dferdem kann man beispielsweise im Vulkanbogen, der n\u00f6rdlich der Subduktionszone der Afrikanischen Platte verl\u00e4uft, mehrere s\u00fcdwest-nordost-gerichtete Schw\u00e4chezonen ausmachen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Erdbeben treten in Griechenland vor allem entlang der Subduktionszone (am Hellenischen Tiefseegraben und in steigender Tiefe n\u00f6rdlich davon), an den gr\u00f6\u00dferen und kleineren Gr\u00e4ben und Br\u00fcchen wie dem Golf von Korinth und an den vulkanischen &#8222;Schw\u00e4chezonen&#8220; auf.<\/p>\n<h3>Die Erdbebengef\u00e4hrdung von Naxos<\/h3>\n<p><big>N<\/big>axos liegt nicht besonders nah an einem der aktiven Gr\u00e4ben oder Br\u00fcche des \u00e4g\u00e4ischen Raumes. Die Insel zeigt vergleichsweise eine sehr geringe Erdbebengef\u00e4hrdung auf. Die n\u00e4chsten Erdbebenherde sind der Vulkan von Santorin, der 1956 ein auf Naxos deutlich sp\u00fcrbares Beben verursachte (welches allerdings kaum Zerst\u00f6rungen hervorrief), und der zu dieser Schw\u00e4chezone geh\u00f6rende Bruch, der sich bis s\u00fcd\u00f6stlich von Amorgos hinzieht, au\u00dferdem die Gegend der Inseln Milos und Astypalaia.<\/p>\n<p><big>S<\/big>chwer einzusch\u00e4tzen ist die Gef\u00e4hrdung der griechischen Inseln durch Tsunamis. Naxos ist vom n\u00e4chsten wahrscheinlichen Erdbebenherd, Santorin sowie der dazugeh\u00f6rigen Schw\u00e4chezone, durch dazwischen liegende Inseln abgeschirmt, so dass die Gef\u00e4hrdung wohl nicht sehr gro\u00df ist. Auf Ios, der n\u00e4chsten Insel n\u00f6rdlich von Santorin, hat das Erdbeben von 1956 dagegen mit einem starken Tsunami f\u00fcr bedeutende Sch\u00e4den gesorgt.<\/p>\n<p><big>N<\/big>axos hat allerdings nicht immer in einer so stabilen Zone gelegen: \u00dcberall auf der Insel lassen sich Spuren vergangener Ersch\u00fctterungen finden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/P1050168-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Verwerfung bei Agios Dimitris, Naxos\"><br \/>\n<small>Entlang der Ostk\u00fcste von Naxos trifft man in gewissen Abst\u00e4nden auf kleine Verwerfungen, die im Zuge der Aufw\u00f6lbung der Insel entstanden sind. In der Verwerfung verwittert das zersprengte Gestein schneller, so dass sich oft eine Spalte bildet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN3675-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Verwerfung bei Agios Dimitris, Naxos\"><br \/>\n<small>Das Gestein ist in der Spalte von zahlreichen Adern durchzogen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/P1050131-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Verwerfung bei Agios Dimitris, Naxos\"><br \/>\n<small>Um die Verwerfung herum ziehen sich \u00fcberall schmale Br\u00fcche durch das Gestein.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN3685-1_450.jpg\" alt=\"tektonische Brekzie an der Verwerfung bei Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An manchen Stellen hat sich eine tektonische Brekzie gebildet: Das Gestein ist durch die Bewegungen zerbrochen und die Bruchst\u00fccke sind bewegt worden; dann ist alles wieder aneinanergekittet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/DSCN4898-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kap Stavros, Moutsouna, Naxos\"><br \/>\n<small>Auch am Kap ist im jungen, nur schwach verfestigten Sedimentgestein sichtbar, dass die Gesteinsmassen sich gegeneinander verschoben haben.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/DSCN4907-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kap Stavros, Moutsouna, Naxos\"><br \/>\n<small>Derartige Verwerfungen gehen stets mit Erdbeben einher.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>as die letzten Jahre betrifft, so haben wir folgende Erfahrung gemacht: Es hat ja eine ganze Reihe von Erdbeben gegeben, von denen einige im gesamten \u00f6stlichen Mittelmeergebiet zu sp\u00fcren waren. Bei uns in \u00c1gios Dim\u00edtris haben wir keines dieser Erdbeben gef\u00fchlt, auch wenn es anderswo auf der Insel, z.B. in der Ch\u00f3ra, in Chalk\u00ed und in Ap\u00edranthos ziemlich gewackelt hat. Offenbar ist Azal\u00e1s gut verankert!<\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/plattentektonik-und-gebirgsbildung\/\">Plattentektonik und Gebirgsbildung<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\/\">Die Geologie von Naxos<\/a><\/p>\n<p>siehe auch: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-vulkan\/\">Der Vulkan von Santorin<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gein.noa.gr\/services\/info-en.html\">Karte des Institute of Geodynamics in Athen mit den Erdbebenherden in Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.emsc-csem.org\/#2\">European-Mediterranean Seismological Centre, Erdbebenkarte Europa, letzte zwei Tage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdbeben\">Erdbeben bei Wikipedia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/aslwww.cr.usgs.gov\/Seismic_Data\/telemetry_data\/ANTO_24hr.html\">Alle halbe Stunde aktualisierte Daten eines Seismografen in Ankara, T\u00fcrkei<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Griechenland ist die tektonisch aktivste Gegend Europas. Schon in der Antike hat man die h\u00e4ufigen Ersch\u00fctterungen zu erkl\u00e4ren versucht. Sie wurden in der Mythologie meist dem Meeresgott Poseidon zugeschrieben. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. versuchten die ersten griechischen Philosophen nat\u00fcrliche Ursachen f\u00fcr die Beben zu finden. So glaubte Thales von Milet, dass die feste [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":51167,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[347,11,9],"tags":[388,32,886,869,865,33],"class_list":["post-1734","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geologie","category-natur","category-naxos","tag-erdbeben","tag-ferien","tag-geologie","tag-griechenland","tag-naxos","tag-urlaub"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1734"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69318,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1734\/revisions\/69318"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}