{"id":164,"date":"2009-03-17T00:24:19","date_gmt":"2009-03-16T22:24:19","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=164"},"modified":"2026-01-10T20:45:07","modified_gmt":"2026-01-10T18:45:07","slug":"mittelmeer-zonierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/mittelmeer-zonierung\/","title":{"rendered":"Die Zonierung des Mittelmeeres"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>er Lebensraum Meer wird in eine ganze Reihe von Zonen mit unterschiedlichen Umweltbedingungen eingeteilt. Grunds\u00e4tzlich sind zun\u00e4chst der Meeresboden, das <u>Benthal<\/u>, und der Wasserraum, das <u>Pelagial<\/u>, zu unterscheiden. Innerhalb beider Systeme weisen die euphotischen (lichtreichen) Bereiche deutlich andere Lebensbedingungen auf als die aphotischen (lichtlosen).  Die k\u00fcstennahen, flacheren Gebiete \u00fcber dem Kontinentalschelf werden als <u>neritische<\/u>, die echt ozeanischen als <u>pelagische<\/u> Region bezeichnet.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er belichtete, <strong>euphotische Bereich des Benthals<\/strong> wird in mehrere charakteristische Zonen unterteilt: Das <em>Supralitoral<\/em>, die Spritzwasserzone oberhalb der oberen Wasserlinie, das <em>Eulitoral (= Mesolitoral)<\/em> von der oberen zur unteren Wasserlinie (Ober- und Untergrenze des Tidenhubs bzw. der Schwankungen des Wasserstands), das <em>Infralitoral<\/em>, dessen untere Grenze dort liegt, wo lichtliebende Organismen wie das Seegras nicht mehr existieren k\u00f6nnen (im Mittelmeer meist in etwa 30 bis 50 Metern Tiefe) und das <em>Circalitoral<\/em>, das bis zum Ende der euphotischen Zone reicht (um die 100 bis 200 Meter Tiefe).<\/p>\n<p>Insbesondere im K\u00fcstenbereich ist die Zonierung deutlich erkennbar:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/Zonierung_450.jpg\" alt=\"Zonierung Meeresk\u00fcste\" border=\"0\"><\/a><br \/>\n<small>Zonierung im Bereich der Wasserlinie<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie sich unterhalb des Circalitorals anschlie\u00dfende <strong>aphotische Zone<\/strong> unterteilt man in die <em>bathyale<\/em> Zone (bis etwa 2500 bis 3000 Meter Tiefe), die <em>abyssale<\/em> Zone (umfasst den gr\u00f6\u00dften Teil der echten Ozeanb\u00f6den bis zu einer Tiefe von 6000 bis 7000 Metern) und die <em>hadale<\/em> Zone (die Tiefseegr\u00e4ben ab 7000 Metern Tiefe). Die letztere Zone fehlt im Mittelmeer v\u00f6llig, auch die abyssale Zone ist nicht gut ausgebildet und gr\u00f6\u00dftenteils von Organismen besiedelt, die anderswo in h\u00f6heren Meeresregionen leben. In der \u00c4g\u00e4is f\u00e4llt die aphotische Region g\u00e4nzlich in die oberste, bathyale Stufe: Es gibt gar keinen echten Ozeanboden und die Meerestiefe erreicht nirgendwo 2500 Meter.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m <strong>Pelagial<\/strong> unterscheidet man ebenfalls einen euphotischen (belichteten) Bereich (Epipelagial, bis etwa 200 m Tiefe) und einen aphotischen Bereich. Das vergleichsweise sehr d\u00fcnne Epipelagial kann entsprechend dem Licht- und Sauerstoffangebot weiter in Schichten unterteilt werden; insbesondere die nur etwa einen halben Meter dicke, sauerstoffreiche Oberfl\u00e4chenschicht l\u00e4sst sich deutlich anhand der dort lebenden Organismen abgrenzen. Der aphotische Bereich des Pelagials, der ebenfalls in mehrere Zonen unterteilt wird, beherbergt zwar auch Lebewesen, aber in wesentlich geringerer Arten- und Individuenzahl.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie pflanzlichen Organismen des Meeres (Algen und H\u00f6here Pflanzen: Seegras u.\u00e4.) sind (mit wenigen Ausnahmen unter den einzelligen Algen) auf Licht als Energiequelle f\u00fcr die Photosynthese angewiesen. Ihr Vorkommen beschr\u00e4nkt sich also auf die Bereiche des Meeres, in die das Licht vordringt, die <u>euphotische Zone<\/u>. Aufgrund der in den meisten Gebieten des Mittelmeeres steil abfallenden B\u00f6den geh\u00f6rt weniger als ein Prozent des Benthals zur euphotischen Zone. Die Gr\u00fcnalgen, die die roten Anteile des Lichtes absorbieren, kommen vorwiegend in den oberfl\u00e4chennahen Bereichen der euphotischen Zone des Benthals vor und die Braunalgen in den mittleren Regionen, w\u00e4hrend die Rotalgen, die auch das blaue Licht absorbieren k\u00f6nnen, in den tieferen Bereichen \u00fcberwiegen (es gibt allerdings auch zahlreiche Braun- und Rotalgen-Arten an der Wasseroberfl\u00e4che). Der euphotische Bereich des Benthals weist auch einen sehr gro\u00dfen Reichtum an tierischen Organismen auf, von denen viele Arten sessil sind.<\/p>\n<p><big>D<\/big>en \u00fcberwiegenden Anteil der Photosynthese im Meer f\u00fchren jedoch nicht die festsitzenden Pflanzen aus, sondern die meist einzelligen Pflanzen des Planktons (Panzeralgen, Goldalgen und Kieselalgen; diese planktonischen Algen sind noch unzureichend erforscht, aber je mit mindestens mehreren Hundert Arten vertreten). Die von den Algen des Epipelagials betriebene Absorption von Kohlendioxid und Freisetzung von Sauerstoff ist von unsch\u00e4tzbarem Wert f\u00fcr das \u00d6kosystem (nicht nur) des Meeres; au\u00dferdem spielen sie eine entscheidende Rolle als Nahrungsquelle f\u00fcr die \u00fcbrigen Meerestiere. Auch die tierischen Organismen des Planktons sowie die meisten Tiere des Nektons (frei schwimmende Tiere) leben \u00fcberwiegend im Epipelagial.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n den <u> aphotischen Bereichen<\/u> des Meeres k\u00f6nnen nur Tiere existieren, w\u00e4hrend die Pflanzen hier fehlen. Die Arten- und auch die Individuenzahl ist wesentlich geringer als in der euphotischen Zone. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von Tierarten, die sich vom Detritus, den absinkenden Resten abgestorbener Organismen, ern\u00e4hren.<\/p>\n<p><big>W<\/big>as ich im Folgenden \u00fcber die Zonen des Supra-, des Eu- und des Infralitorals schreibe (siehe unten), beruht auf meinen Beobachtungen hier in Azalas; ich denke aber, dass die von mir beschriebenen Lebensgemeinschaften auch f\u00fcr andere K\u00fcstenregionen von Naxos und auch der ganzen Kykladen typisch sind. Das Infralitoral habe ich bislang gr\u00f6\u00dftenteils nur soweit ber\u00fccksichtigt, wie man von Land aus hineinschauen kann; auch fast alle Fotografien sind vom Trockenen aus gemacht. \u00dcber das Circalitoral schreibe ich nur theoretisch, nicht aus eigener Anschauung. Das Pelagial kann ich gar nicht ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/mittelmeer\/\">Das Mittelmeer<\/a><\/p>\n<p>weiter:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/supralitoral\/\">Das Supralitoral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/mesolitoral\/\">Das Eulitoral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/infralitoral\/\">Das Infralitoral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/circalitoral\/\">Das Circalitoral<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\/\">Die Tiere des Mittelmeeres<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerespflanzen\/\">Die Pflanzen des Mittelmeeres<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Lebensraum Meer wird in eine ganze Reihe von Zonen mit unterschiedlichen Umweltbedingungen eingeteilt. 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