{"id":143,"date":"2009-03-07T13:54:42","date_gmt":"2009-03-07T11:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=143"},"modified":"2026-01-16T09:43:21","modified_gmt":"2026-01-16T07:43:21","slug":"napfschnecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/napfschnecken\/","title":{"rendered":"Schnecken 1: Napfschnecken"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Napfschnecken (Gattung <em>Patella<\/em>) z\u00e4hlen zu den Schnecken und nicht zu den Muscheln, obwohl ihr Geh\u00e4use nicht gewunden ist. Muscheln besitzen im Gegensatz zu Schnecken immer zwei Schalen. Innerhalb der Schnecken bilden die Napfschnecken und Verwandte die eher urt\u00fcmliche Unterklasse der Eogastropoda, der allen anderen Schnecken in der Unterklasse <em>Orthogastropoda<\/em> gegen\u00fcberstehen. <\/p>\n<p><a href=\"#Arten\">Hier kann man die Einleitung \u00fcberspringen und direkt zu den vorgestellten Arten kommen.<\/a> <\/p>\n<p><big>I<\/big>n der Gezeitenzone von Naxos kommen mindestens zwei Napfschnecken-Arten h\u00e4ufig vor. Die Bestimmung ist leider, wie bei so vielen Schnecken, nicht einfach.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-1.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Napfschnecken leben in der Gezeitenzone. Sie sind sehr h\u00e4ufig, aber nicht immer leicht zu entdecken.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>apfschnecken sitzen auf den Felsen in der Gezeiten- und der Spritzwasserzone. Sie geh\u00f6ren zu den wenigen Lebewesen, die im <a href=\"https:\/\/azalas.de\/supralitoral\/\">Supralitoral (der Spritzwasserzone)<\/a> mit seinen extremen Umweltbedingungen existieren k\u00f6nnen. Napfschnecken saugen sich so stark am Gestein fest, dass sie kaum abzul\u00f6sen sind. Aufgrund ihrer robusten Schale und ihrer gro\u00dfen F\u00e4higkeit zum Ansaugen k\u00f6nnen sie auch den st\u00e4rksten Wellengang unbeschadet \u00fcberstehen. Auch l\u00e4ngeres Trockenfallen macht ihnen nichts aus: Sie haben eine kleine Wasserkammer im Schaleninnern, die ihre Wasserversorgung sichert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-2.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Jede Napfschnecke sitzt tags\u00fcber an einer speziellen Stelle auf dem Felsen, an deren Form ihre Schale perfekt angepasst ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-7.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man leere Napfschnecken-Sitzpl\u00e4tze.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-3.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Napfschnecken saugen sich so stark am Felsen fest, dass auch die st\u00e4rksten Wellen sie nicht abrei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-8.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Von unten sieht man den kr\u00e4ftigen Fu\u00df und den kleinen Kopf; die Atmung l\u00e4uft \u00fcber kleine kiemenartige Forts\u00e4tze ab, die als schmaler Saum zwischen Fu\u00df und Mantel sitzen.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>achts wandern die Napfschnecken umher und weiden den Algenbewuchs der Felsen ab. Auf Schieferfelsen m\u00fcssen sie dazu in das von krustigen Kalkalgen bewachsene Mesolitoral hinabsteigen, w\u00e4hrend sie auf Marmor den d\u00fcnnen (Blau-)Algenbewuchs abweiden, der dort im gesamten Supralitoral auftritt und eine charakteristische F\u00e4rbung der Felsen bedingt. Tags\u00fcber kehrt jede Napfschnecke zu ihrem eigenen Sitzplatz zur\u00fcck, an dessen Form ihre Schale genau angepasst ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-4.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>fressende Napfschnecke; die Schale ist leicht vom Untergrund abgehoben<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_feeding_traces-2.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_feeding_traces-1.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Fra\u00dfspuren von Napfschnecken im Blaualgenbelag (<em>Entophysalis granulosa<\/em>) des unteren Supralitorals<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>apfschnecken kommen sowohl auf Marmor als auch auf Schiefergesteinen vor. Die Napfschnecken, die an oder unter der Wasserlinie leben, sind meist mit Algen bewachsen, so dass sie kaum von ihrer Umgebung zu unterscheiden sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-5.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf diesem Bild sind mindestens sechs Napfschnecken zu sehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-6.jpg\" alt=\"Napfschnecke, Patella\" border=\"0\"><br \/>\n<small>gut getarnte Napfschnecke<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella-9.jpg\" alt=\"Napfschnecken\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Dicht mit Algen bewachsene Napfschnecken von unten. Man sieht den orangefarbenen Fu\u00df und den winzigen Kopf mit dem Mund und den zwei kurzen F\u00fchlern.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>at\u00fcrliche Feinde der Napfschnecken sind die Seesterne, gegen die sie sich jedoch recht effektiv wehren k\u00f6nnen: Sobald ein Seestern-Arm den Rand einer Napfschnecke ber\u00fchrt, hebt diese ihre Schale hoch und schnappt dann auf den Felsen zur\u00fcck, wobei der Seestern nicht selten verletzt wird. Tats\u00e4chlich geben die Seesterne nach einer derartigen Reaktion der Napfschnecke ihren Angriff meist auf.<\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><\/p>\n<hr style=\"border-width: 2px;\">\n<a name=\"Arten\"><font color=\"#ffffff\">Napfschnecken-Arten auf Naxos<\/font><\/a><\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meeresschnecken\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Meeresschnecken<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten. <\/p>\n<p><small><strong>Eine Anmerkung zur Bestimmung:<\/strong> Einige Arten der Meeresschnecken sind leicht und sicher zu erkennen. In vielen F\u00e4llen gibt es jedoch mehrere verwandte Arten, die schwer zu unterscheiden sind. Ein weiteres Problem bei der Bestimmung ist, dass in den Bestimmungsb\u00fcchern nicht alle Arten enthalten sind; aber auch im Internet kann man zu vielen Arten kaum Informationen finden. Entsprechend sind manche der Bestimmungen leider ziemlich unsicher, und einige Arten m\u00fcssen g\u00e4nzlich unbestimmt bleiben.<\/small><\/p>\n<p><small><strong>Und ein Wort zu den Namen:<\/strong> Wie bei so machen Meerestieren herrscht bei den Schnecken eine gro\u00dfe Verwirrung mit den Namen: F\u00fcr fast alle Arten gibt es eine gro\u00dfe Anzahl von heute nicht mehr g\u00fcltigen Synonymen, die in \u00e4lteren B\u00fcchern aber durchaus noch benutzt werden. Ich verwende hier die Namen entsprechend dem <a href=\"http:\/\/www.marinespecies.org\/\">World Register of Marine Species<\/a> (Stand 2020), wo man auch die entsprechenden Synonyme finden kann.<\/small><\/p>\n<h6>Gew\u00f6hnliche Napfschnecke, <em>Patella caerulea<\/em>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Gew\u00f6hnliche Napfschnecke ist die h\u00e4ufigste Art auf Naxos. Sie besitzt eine flache Schale, die um die zehn mehr oder wenige deutliche Rippen sowie schwache konzentrische Zuwachsstreifen tr\u00e4gt. Form und F\u00e4rbung der Schale sind sehr variabel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_caerulea-1.jpg\" alt=\"Gew\u00f6hnliche Napfschnecke, Patella caerulea\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_caerulea-2.jpg\" alt=\"Gew\u00f6hnliche Napfschnecke, Patella caerulea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Oft sind die Schalen von <em>Patella caerulea<\/em> auff\u00e4llig flach.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_caerulea-3.jpg\" alt=\"Gew\u00f6hnliche Napfschnecke, Patella caerulea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Manche Schalen sind innen ziemlich dunkel gef\u00e4rbt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_caerulea-4.jpg\" alt=\"Gew\u00f6hnliche Napfschnecke, Patella caerulea\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Unterhalb der Wasserlinie sind oft Exemplare mit einer etwas h\u00f6heren Schale anzutreffen; der Fu\u00df ist bei diesen Napfschnecken von unten orange gef\u00e4rbt. Vermutlich handelt es sich ebenfalls um <em>Patella caerulea<\/em>.<\/small><\/p>\n<h6>Hohe Napfschnecke, <em>Patella rustica<\/em>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Schalen der Hohen Napfschnecke sind h\u00f6her und regelm\u00e4\u00dfiger geformt mit zahlreichen gleichstarken Rippen auf der Oberseite. Die F\u00e4rbung ist br\u00e4unlich oder wei\u00dflich mit kleinen, dunkleren Flecken auf den Rippen. Von innen sind die Schalen in der Mitte orange, ab Rand heller mit gut 12 dunklen Radialstreifen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_rustica-1.jpg\" alt=\"Hohe Napfschnecke, Patella rustica\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_snails\/patella_rustica-2.jpg\" alt=\"Hohe Napfschnecke, Patella rustica\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Hohe Napfschnecke ist vor allem deutlich oberhalb der Wasserlinie anzutreffen; entsprechend ist sie gew\u00f6hnlich nicht mit Algen bewachsen.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meeresschnecken\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/meerohren-und-lochschnecken\/\">Meerohren und Lochschnecken<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/schnecken-einfuehrung\/\">Schnecken Einf\u00fchrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\/\">Meerestiere \u00dcberblick<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Napfschnecken (Gattung Patella) z\u00e4hlen zu den Schnecken und nicht zu den Muscheln, obwohl ihr Geh\u00e4use nicht gewunden ist. 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