{"id":14011,"date":"2021-09-23T21:31:38","date_gmt":"2021-09-23T18:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=14011"},"modified":"2026-01-16T07:56:40","modified_gmt":"2026-01-16T05:56:40","slug":"quallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/quallen\/","title":{"rendered":"Quallen"},"content":{"rendered":"<p><big>Q<\/big>uallen kommen bei uns in Azalas nur selten vor. Gelegentlich sieht man im Fr\u00fchsommer im offenen Wasser kleine durchsichtige Quallen treiben; diese werden aber nur sehr selten bei uns in die Bucht getrieben. Diese kleinen Quallen nesseln nicht und sind f\u00fcr den Menschen ungef\u00e4hrlich. Andere Quallenarten k\u00f6nnen kleinere oder manchmal auch gef\u00e4hrliche Verbrennungen hervorrufen: Sie besitzen Nesselzellen, die sehr wirksame haut- oder nervensch\u00e4digende Gifte enthalten.<\/p>\n<p><a href=\"#Arten\">Hier kann man die Einleitung \u00fcberspringen und direkt zu den vorgestellten Arten kommen.<\/a> <\/p>\n<h3>Was tun bei Kontakt mit einer Qualle?<\/h3>\n<p><big>G<\/big>leich als erstes: Bei Kontakt mit den &#8211; oft fast unsichtbaren &#8211; Nesself\u00e4den der Qualle (oder Seeanemone) gilt es als erstes, die anhaftenden Tentakel zu entfernen, ohne dass weitere Nesselzellen explodieren. Das beste Verfahren dazu ist umstritten und vermutlich je nach Quallenart unterschiedlich. Man sollte die betroffene Stelle vorsichtig mit Meerwasser abwaschen (nicht mit S\u00fc\u00dfwasser!) und anhaftende F\u00e4den mit einem glatten Gegenstand wie einer Kreditkarte oder einem Messerr\u00fccken abschaben. Was die Behandlung mit Essig betrifft, gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Anleitungen, die empfehlen, nicht Essig, sondern Meerwasser mit Backsoda (1:1) anzuwenden. Auch K\u00fchlen scheint nicht die richtige Methode zu sein &#8211; durch Hitze werden die Gifte schneller unsch\u00e4dlich gemacht; K\u00fchlen kann aber helfen, um starke Schmerzen zu lindern. Bei gr\u00f6\u00dferen Verbrennungen ist es immer wichtig, viel Wasser zu trinken. Im Zweifelsfall, besonders bei l\u00e4nger anhaltenden Beschwerden, sollte man nat\u00fcrlich einen Arzt aufsuchen.<\/p>\n<h3>Systematik der Quallen<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie meisten Quallen geh\u00f6ren zu den Nesseltieren (gemeinsam mit den <a href=\"http:\/\/azalas.de\/korallen\/\">Korallen<\/a> und <a href=\"http:\/\/azalas.de\/seeanemonen\/\">Seeanemonen<\/a>). Die Nesseltiere zeichnen sich durch einen Generationswechsel aus, bei dem sich eine frei im Plankton treibende Medusen- (= Quallen-) und eine sessile Polypengeneration abwechseln; bei vielen Nesseltieren fehlt aber die Medusen- oder die Polypengeneration oder ist sehr reduziert. Die Generationen sind in Aussehen und Lebensweise so unterschiedlich, dass sie urspr\u00fcnglich oft als verschiedene Arten beschrieben worden sind. Oftmals ist auch nur eine der beiden Formen bekannt. Generell ist unser Wissen \u00fcber viele Quallengruppen und -arten ihrer pelagischen Lebensweise entsprechend noch recht l\u00fcckenhaft.<\/p>\n<p><big>V<\/big>iele meist sehr kleine Quallen geh\u00f6ren zur Klasse der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/hydrozoen\/\">Hydrozoen<\/a> (&#8222;Hydromedusen&#8220;), deren sessile Polypen meist in Kolonien wachsen, w\u00e4hrend die Medusengeneration frei im Plankton treibt, aktiv schwimmt oder bei einigen winzigen Formen im &#8222;Sandl\u00fcckensystem&#8220; des Meeresbodens lebt. Zu den Hydrozoen werden auch die Staatsquallen gerechnet, bei denen es sich um im Meer treibende Kolonien von aneinander wachsenden Polypen handelt. Die einzelnen Polypen sind dabei so weit spezialisiert (z.B. Fresspolypen, Deckpolypen, Wehrpolypen, Geschlechtspolypen), dass man sie fast als Organe eines Gesamtorganismus ansehen muss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/hydromedusa_spec-1.jpg\" alt=\"Hydromeduse\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei dieser nur etwa einen Zentimeter gro\u00dfen Qualle handelt es sich vermutlich um eine Hydromeduse.<\/small><\/p>\n<p><big>Z<\/big>wei weitere, nur wenige Arten umfassende Gruppen sind die kleinen Stielquallen <em>(Staurozoa)<\/em>, die ein Mittelding zwischen Qualle und Polyp sind und meist auf dem Meeresboden festsitzen, und die tropischen W\u00fcrfelquallen <em>(Cubozoa)<\/em>, aktive Schwimmer, von denen einige Arten sehr gef\u00e4hrliche Gifte besitzen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Arten, an die man \u00fcblicherweise denkt, wenn von Quallen die Rede ist, geh\u00f6ren zu den <strong>Schirmquallen<\/strong> <em>(Scyphozoa)<\/em>, die etwa 200 Arten umfassen. Auch diese besitzen eine Polypen-Generation. Die Polypen leben meist einzeln festsitzend auf dem Meeresboden; bei manchen Arten sitzen sie an der Quallengeneration fest. Die Schirmquallen treiben im Plankton der k\u00fcstennahen Meeresgebiete, seltener der Hochsee, oder bewegen sich aktiv durch rhythmische Kontraktion fort.<\/p>\n<h3>K\u00f6rperbau und Lebensweise der Quallen<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Schirmquallen sind meist einige Zentimeter bis Dezimeter gro\u00df; einige Arten k\u00f6nnen bis zu zwei Meter Durchmesser erreichen. Sie besitzen einen rundlichen Schirm, der aus einer oberen und einer unteren Zellschicht sowie einer gallertigen, zellfreien Masse dazwischen besteht. Vom Rand und von der Unterseite des Schirms (um die zentrale Mund\u00f6ffnung) h\u00e4ngen von Art zu Art unterschiedlich gestaltete Tentakel herab. Quallen besitzen ein sehr einfaches Verdauungs- und Nervensystem und wenige simple Sinneszellen oder -organe. Meist sind sie getrenntgeschlechtlich; Eier und Spermien werden ins Wasser abgegeben. Die Fortbewegung erfolgt passiv durch Treiben in der Meeresstr\u00f6mung oder aktiv nach dem R\u00fccksto\u00dfprinzip durch Kontraktion des Schirmes. Die Tentakel, die manchmal als sehr lange, d\u00fcnne F\u00e4den hinabh\u00e4ngen, besitzen Nesselzellen, die bei Ber\u00fchrung &#8222;explodieren&#8220;. Bei vielen Arten k\u00f6nnen die Nesself\u00e4den die menschliche Haut nicht durchdringen, andere reizen die Haut \u00e4hnlich wie eine Brennessel, w\u00e4hrend manche l\u00e4stige oder sogar gef\u00e4hrliche L\u00e4hmungen und Wunden hervorrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><big>Q<\/big>uallen ern\u00e4hren sich meist von kleinen Lebenwesen des Planktons, die sie mit ihren Tentakeln einfangen. Die Beute bleibt an den Fangf\u00e4den haften und wird dann durch Wimpernschlag der Zellen der Tentakel oder durch Verk\u00fcrzung der Tentakel zur Mund\u00f6ffnung transportiert und aufgenommen. Gr\u00f6\u00dfere oder beweglichere Arten sind in der Lage kleine Fische zu erbeuten. Nat\u00fcrliche Feinde sind beispielsweise die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/unechte-karettschildkroete\/\">Meeresschildkr\u00f6ten<\/a>, die sich besonders gern von Quallen ern\u00e4hren und auch die stark nesselnden und mit gef\u00e4hrlichen Giften ausgestatteten Arten problemlos verzehren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><big>Q<\/big>uallen sind dem Menschen h\u00e4ufig l\u00e4stig, besonders wenn es zu einem massenhaften Auftreten kommt, so dass die Badestr\u00e4nde beeitr\u00e4chtigt werden. In manchen Gegenden, so auch im Mittelmeer, kommt es in der letzten Zeit h\u00e4ufiger zu Massenvermehrungen von Quallen, was vermutlich mit der Erw\u00e4rmung der Meere und mit \u00dcberfischung zusammenh\u00e4ngt. Auch Fischern k\u00f6nnen Quallen l\u00e4stig werden, weil sie die Netze verstopfen. Giftige Arten k\u00f6nnen in Fischzuchtanlagen gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den anrichten. Manche Arten k\u00f6nnen so h\u00e4ufig werden und sind so effektive Nahrungskonkurrenten, dass sie betr\u00e4chtliche Sch\u00e4den f\u00fcr die Fischerei verursachen k\u00f6nnen. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Quallen als Bestandteil des nat\u00fcrlichen \u00d6kosystems auch eine wichtige Rolle im Gleichgewicht des Meeres spielen und &#8222;dazugeh\u00f6ren&#8220;. Einige Arten werden ausgiebig in der Zell- und Molekularforschung verwendet, und neuerdings wird ihre m\u00f6gliche Rolle als Kollagenlieferant untersucht, sowie eine Nutzung f\u00fcr Filter, mit denen das Meer von Mikroplastik und \u00e4hnlichen verunreinigenden Stoffen ges\u00e4ubert werden kann.<\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><\/p>\n<hr style=\"border-width: 2px;\">\n<a name=\"Arten\"><font color=\"#ffffff\">Quallen-Arten auf Naxos<\/font><\/a><\/p>\n<h3>Quallen-Arten auf Naxos<\/h3>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Meerestiere<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten. <\/p>\n<p><small><strong>Eine Anmerkung zur Bestimmung:<\/strong> Einige Arten sind leicht und sicher zu erkennen. In vielen F\u00e4llen gibt es jedoch mehrere verwandte Arten, die schwer zu unterscheiden sind. Ein weiteres Problem bei der Bestimmung ist, dass in den Bestimmungsb\u00fcchern nicht alle Arten enthalten sind; aber auch im Internet kann man zu vielen Arten kaum Informationen finden. Entsprechend sind manche der Bestimmungen leider ziemlich unsicher, und einige Arten m\u00fcssen g\u00e4nzlich unbestimmt bleiben.<\/small><\/p>\n<p>Hier kann man direkt <strong>zu den Arten springen<\/strong> (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern): <a href=\"#A\">Spiegeleiqualle, <em>Cotylorhiza tuberculata<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Leuchtqualle, <em>Pelagia noctiluca<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#C\">Venusg\u00fcrtel, <em>Cestum veneris<\/em><\/a><\/p>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeer gibt es zahlreiche Quallenarten, von denen man jedoch die meisten kaum einmal zu Gesicht bekommt, weil sie in der offenen See leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/jellyfish-1.jpg\" alt=\"unbestimmte Qualle\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/jellyfish-2.jpg\" alt=\"unbestimmte Qualle\"><br \/>\n<small>Diese nicht nesselnde Qualle wird im Fr\u00fchjahr gelegentlich an den Sandstr\u00e4nden von Naxos angetrieben.<\/small><\/p>\n<h3>Schirmquallen, <em>Scyphozoa<\/em><\/h3>\n<h6><a name=\"A\">Spiegeleiqualle, <em>Cotylorhiza tuberculata<\/em>, (Macri)<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Spiegeleiqualle, deren Schirm einen Durchmesser von 40 cm erreichen kann, ist f\u00fcr den Menschen ungef\u00e4hrlich: Ihre Nesself\u00e4den k\u00f6nnen unsere Haut nicht durchdringen. Sie ist bei uns im offenen Wasser gelegentlich anzutreffen; in K\u00fcstenn\u00e4he tritt sie nur sehr selten auf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/cotylorhiza_tuberculata-2.jpg\" alt=\"Spiegeleiqualle, Cotylorhiza tuberculata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Spiegeleiqualle ist aufgrund ihrer gelben F\u00e4rbung leicht im Meer zu entdecken. Sie kann durch Kontraktion des Schirms aktiv schwimmen. Oft wird sie &#8211; wie wir auch beobachten konnten &#8211; von kleinen Fischchen begleitet, die unter ihrem Schirm Schutz suchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/cotylorhiza_tuberculata-4.jpg\" alt=\"Spiegeleiqualle, Cotylorhiza tuberculata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In der Mitte des gelblichen Schirms befindet sich eine halbkugelige, r\u00f6tliche oder dotterfarbene Aufw\u00f6lbung, von der sich der Name ableitet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/cotylorhiza_tuberculata-1.jpg\" alt=\"Spiegeleiqualle, Cotylorhiza tuberculata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Vom Schirm h\u00e4ngen acht gr\u00f6\u00dfere und zahlreiche kleinere, stark verzweigte Arme herab, die viele kr\u00e4ftig lila gef\u00e4rbte &#8222;Kn\u00f6pfe&#8220; tragen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/cotylorhiza_tuberculata-5.jpg\" alt=\"Spiegeleiqualle, Cotylorhiza tuberculata\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man die Tentakel und den Schirmrand im Detail.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"B\">Leuchtqualle, <em>Pelagia noctiluca<\/em>, Forssk\u00e5l<\/a><\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Leuchtqualle geh\u00f6rt zu den Feuerquallen und besitzt auch f\u00fcr Menschen unangenehme, jedoch nicht lebensgef\u00e4hrliche Nesselzellen. Ihren Namen hat sie davon, dass sie nachts ein schwaches Leuchten abgeben kann. Bei uns kommt sie eigentlich nicht vor; jedoch hatten wir dieses Jahr (2021) das erste Mal eine Quallenplage auf Naxos, bei der an einem Tag einige Exemplare auch in unserere Bucht getrieben wurden; gl\u00fccklicherweise war es schnell wieder vorbei. Diese Qualle schwimmt vor allem knapp \u00fcber dem Meeresboden, wodurch sie noch schwerer zu entdecken ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/pelagia_noctiluca-1.jpg\" alt=\"Leuchtqualle, Pelagia noctiluca\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Leuchtqualle ist recht klein und leicht zu \u00fcbersehen. Sie ist schwach r\u00f6tlich gef\u00e4rbt und besitzt einen stark gew\u00f6lbten Schirm von h\u00f6chstens 10 cm Durchmesser, der vier kr\u00e4ftige Mundtentakel tr\u00e4gt. Die bis zu einem Meter langen Nesself\u00e4den dieser Art verursachen auch beim Menschen unangenehme Nesselungen. An den F\u00e4den dieser Qualle sieht man einen kleinen gefangenen Fisch h\u00e4ngen, der nun allm\u00e4hlich zur Mund\u00f6ffnung an der Unterseite des Quallenk\u00f6rpers transportiert wird.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/pelagia_noctiluca-3.jpg\" alt=\"Leuchtqualle, Pelagia noctiluca\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei dieser Art sind die Nesself\u00e4den bis zu 1 m lang; sie sind sehr d\u00fcnn und schwer zu sehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/pelagia_noctiluca-4.jpg\" alt=\"Leuchtqualle, Pelagia noctiluca\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Am Tag der Quallenplage haben wir die Leuchtquallen in unserer Bucht mit Keschern eingesammelt. Hier sieht man sie im Eimer. Die Schirme zeigen ein h\u00fcbsch geschwungenes r\u00f6tliches Band.<\/small><\/p>\n<h3>Rippenquallen<\/h3>\n<p><big>E<\/big>s gibt auch als Quallen bezeichnete Organismen, die nicht zu den Nesseltieren geh\u00f6ren: die <strong>Rippenquallen <em>(Ctenophora)<\/em><\/strong>, die einen eigenen Tierstamm stellen. Sie besitzen einen \u00e4hnlichen K\u00f6rperbau wie die \u00fcbrigen Quallen, sind durchsichtig und gelatin\u00f6s und tragen Tentakel. Charakteristisch sind L\u00e4ngsstreifen auf dem K\u00f6rper (die &#8222;Rippen&#8220;), die von winzigen Gei\u00dfeln bedeckt sind, mithilfe derer die Qualle sich fortbewegt. Man wei\u00df nicht sehr viel \u00fcber die etwa 100 Rippenquallen-Arten, die bislang beschrieben sind; unter anderem deswegen, weil sie so fragil sind. Wie andere Quallen ern\u00e4hren sich die Rippenquallen von Plankton und kleinen Tieren, die sie recht effektiv mit ihren Klebzellen fangen. Die Angeh\u00f6rigen der Gattung <em>Haeckelia<\/em> ern\u00e4hren sich ausschlie\u00dflich von anderen Quallen und &#8222;stehlen&#8220; deren unbesch\u00e4digte Nesselzellen und bauen sie in ihre eigenen Tentakel ein, so dass man sie fr\u00fcher bei den Nesseltieren einordnete.<\/p>\n<h6><a name=\"C\">Venusg\u00fcrtel, <em>Cestum veneris<\/em>, Lesueur<\/a><\/h6>\n<p><big>Z<\/big>u den Rippenquallen geh\u00f6rt der merkw\u00fcrdige Venusg\u00fcrtel <em>(Cestum veneris)<\/em>, der aussieht wie ein durchsichtiges gelatin\u00f6ses Band mit einer Mittellinie. Am Oberrand des &#8222;G\u00fcrtels&#8220; sitzen die mit Gei\u00dfeln besetzten Pl\u00e4ttchen, mit deren Hilfe der Venusg\u00fcrtel sich fortbewegt, und am Unterrand die Mundrinne, die von Tentakeln umgeben ist. Die Tentakel k\u00f6nnen zum Beutefang stark getreckt werden; die Qualle legt sie dann an die K\u00f6rperoberfl\u00e4che, so dass diese g\u00e4nzlich klebrig wird. An sich schwimmt der Venusg\u00fcrtel steif und lineal-artig im Meer; bei St\u00f6rung macht er jedoch Schl\u00e4ngelbewegungen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/jellyfish\/cestum_veneris-1.jpg\" alt=\"Venusg\u00fcrtel (Cestum veneris)\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wir fanden dieses Exemplar des Venusg\u00fcrtels (der durchsichtige &#8222;Plastikstreifen&#8220; der mit dem Messer hochgehalten wird) im flachen Wasser bei den M\u00e1kares-Inseln, und konnten kaum glauben, dass es sich um ein lebendes Wesen handelt!<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/moostierchen\/\">Moostierchen<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\/\">Meerestiere \u00dcberblick<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/hydrozoen\/\">Hydrozoen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/seeanemonen\/\">Seeanemonen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/unechte-karettschildkroete\/\">Die Unechte Karettschildkr\u00f6te<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele Informationen in diesem Artikel stammen aus dem Buch: Robert Hofrichter (Hrsg): Das Mittelmeer, Fauna, Flora, \u00d6kologie, Band II, 1: Bestimmungsf\u00fchrer<\/p>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/oceanblog.de\/2018\/04\/quallen-eine-plage-nein-ein-segen\/\">oceanblog.de: Quallen &#8211; eine Plage? Nein &#8211; ein Segen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/leben\/reisen\/reisetipps\/id_69818200\/giftige-quallen-erste-hilfe-bei-quallenstich.html\">Giftige Quallen: Erste Hilfe bei Quallenstich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.geo.de\/natur\/tierwelt\/immer-mehr-quallen-im-mittelmeer-30585500.html\">Geo.de: Immer mehr Quallen im Mittelmeer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quallen kommen bei uns in Azalas nur selten vor. Gelegentlich sieht man im Fr\u00fchsommer im offenen Wasser kleine durchsichtige Quallen treiben; diese werden aber nur sehr selten bei uns in die Bucht getrieben. Diese kleinen Quallen nesseln nicht und sind f\u00fcr den Menschen ungef\u00e4hrlich. Andere Quallenarten k\u00f6nnen kleinere oder manchmal auch gef\u00e4hrliche Verbrennungen hervorrufen: Sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":60380,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1987,11,22],"tags":[1052,1053,869,34,1054,865,1050,1055,1049,1056,1051,288,1057],"class_list":["post-14011","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meer","category-meerestiere","category-natur","category-tiere","tag-cotylorhiza-tuberculata","tag-feuerqualle","tag-griechenland","tag-kykladen","tag-leuchtqualle","tag-naxos","tag-nesseltiere","tag-pelagia-noctiluca","tag-quallen","tag-quallenplage","tag-spiegeleiqualle","tag-strand","tag-straende"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14011"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77389,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14011\/revisions\/77389"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}