{"id":1368,"date":"2010-06-28T16:52:13","date_gmt":"2010-06-28T13:52:13","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=1368"},"modified":"2024-10-23T15:23:26","modified_gmt":"2024-10-23T12:23:26","slug":"waelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/waelder\/","title":{"rendered":"W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"<p><big>A<\/big>uf der Insel Naxos gibt es weit mehr W\u00e4lder, als man auf den ersten Blick vermuten w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/P1030757-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wald bei Komiaki\"><br \/>\n<small>Das Hochtal von Komiak\u00ed ist eine der am dichtesten bewaldeten Regionen von Naxos.<\/small><\/p>\n<p><big>U<\/big>nter dem Begriff &#8222;Wald&#8220; versteht man einen dichtstehenden Vegetationsbestand aus B\u00e4umen mit deutlich ausgepr\u00e4gtem Stamm. Hohe und dichte W\u00e4lder, so wie sie uns aus Mitteleuropa bekannt sind, gibt es im Mittelmeergebiet nur selten. Viel h\u00e4ufiger kommen hier Pflanzenbest\u00e4nde aus Str\u00e4uchern und niedrigen, locker stehenden B\u00e4umen, die teilweise durch Beweidung zu Strauchform verbissenen worden sind. Derartige Pflanzenbest\u00e4nde nennt man <a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">Macchien<\/a>. Viele Baumarten des Mittelmeergebietes bleiben gew\u00f6hnlich relativ niedrig und wachsen oft strauchartig mit mehreren kleinen St\u00e4mmchen, so dass es oft eine Frage der Definition ist, was man als Wald und was als Macchie bezeichnet. Hier betrachte ich als W\u00e4lder Best\u00e4nde aus B\u00e4umen mit geschlossenem Kronendach und entsprechend einem meist geringen Unterwuchs aus Str\u00e4uchern.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie typische nat\u00fcrliche Vegetation des Mittelmeergebietes sind <strong>Hartlaubw\u00e4lder<\/strong> mit der Steineiche als Charakterart. In den n\u00f6rdlich anschlie\u00dfenden Gebieten bzw in Gebirgen in der \u00fcber der Region der Hartlaubw\u00e4lder liegenden H\u00f6henstufe kommen sogenannte sub-(oder supra-)mediterrane <strong>laubabwerfende W\u00e4lder<\/strong> vor. Durch Abholzung und Brand sind die nat\u00fcrlichen W\u00e4lder in den meisten Gebieten vollst\u00e4ndig oder weitgehend verschwunden und durch <a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">Macchien oder Garrigues<\/a> ersetzt. Oftmals ist es schwierig, die urspr\u00fcngliche Vegetation eines Gebietes zu rekonstruieren.<\/p>\n<h3>1. Immergr\u00fcne W\u00e4lder, Hartlaubw\u00e4lder<\/h3>\n<h6>1.1. Kermeseichen-W\u00e4lder<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n gro\u00dfen Teilen der Insel Naxos wachsen nat\u00fcrlicherweise W\u00e4lder aus <a href=\"http:\/\/azalas.de\/hartlaubvegetation\/\">Hartlaubb\u00e4umen<\/a>. Diese Hartlaubw\u00e4lder sind zumindest in den trockeneren Lagen an Marmor als Untergrund gebunden; auf Schiefer, Granit u.a. wachsen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Phryganas<\/a>, in denen die Baumarten fehlen. Insbesondere in den niedrigen Lagen wachsen in den Kermeseichenw\u00e4ldern eine Reihe weiterer Hartlaubb\u00e4ume, so die Steinlinde und die Wilde Olive; in lockeren Best\u00e4nden und an den Waldr\u00e4ndern kommen auch Straucharten wie der Mastixstrauch und der Ph\u00f6nizische Wacholder vor, au\u00dferdem die Mandelbl\u00e4ttrige Birne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/area\/agios_dimitris_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Hartlaubwald mit Kermeseiche und Steinlinde\"><br \/>\n<small>typischer Hartlaubwald der niedrigen Lagen auf Marmor mit der Kermeseiche als h\u00e4ufigster Baumart<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/kermes_oak_wood-1.jpg\" alt=\"Kermeseichenwald auf Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auch in den mittleren Lagen der Insel wachsen stellenweise fast reine Kermeseichen-W\u00e4lder; hier auf dem Berg oberhalb von Keram\u00ed.<\/small><\/p>\n<p><big>K<\/big>ermeseichenw\u00e4lder existieren auf Naxos vor allem im Ost- und S\u00fcdteil der Insel, vor allem an etwas gesch\u00fctzeren und vor allem weniger feuergef\u00e4hrdeten Stellen in den T\u00e4lern, w\u00e4hrend an den H\u00e4ngen und auf den H\u00fcgeln oft offene Macchien oder niedrige Garrigues wachsen, die die Hartlaubw\u00e4lder nach Brand und unter Beweidung ersetzen. Au\u00dferdem gibt es Kermeseichenw\u00e4lder an den H\u00e4ngen des Fan\u00e1ri. Meist handelt es sich um kleinere Waldreste, gr\u00f6\u00dfere zusammenh\u00e4ngende Best\u00e4nde sind selten. Nach alten Fotos und den Berichten \u00e4lterer Einwohner zu urteilen hat der Waldbestand der Insel Naxos im Zuge der nachlassenden landwirtschaftlichen Nutzung im Vergleich zum Zustand vor 50 bis 100 Jahre etwas zugenommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseichenwald bei Azalas\"><br \/>\n<small>Ein kleines W\u00e4ldchen hat sich inmitten der Macchie erhalten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera_wood-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseichenwald bei Azalas\"><br \/>\n<small>Unter dem geschlossenen Kronendach des Hartlaubwaldes k\u00f6nnen keine Str\u00e4ucher gedeihen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/maquis-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie bei Azalas\"><br \/>\n<small>Die Macchie, die nach Brand unter Beweidung auf denselben Standorten w\u00e4chst, ist wesentlich artenreicher als die Hartlaubw\u00e4lder; hier kommen auch viele Str\u00e4ucher und Zwergstr\u00e4ucher sowie kurzlebige Pflanzenarten vor.<\/small><\/p>\n<h6>1.2. Steineichenwald<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Charakterbaum der Hartlaubzone des Mittelmeerklimas ist die Steineiche <em>(Quercus ilex)<\/em>. Sie kommt auf Naxos wie auf den meisten \u00c4g\u00e4isinseln heute kaum noch vor, was daran liegt, dass sie gegen Brand und Beweidung empfindlicher ist als etwa die Kermeseiche und dass sie nicht als verbissene Zwergform wachsen kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_ilex-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Steineiche, Quercus ilex\"><br \/>\n<small>gro\u00dfer Steineichen-Baum bei Kinidaros<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos hat sich ein Steineichenwald im kaum zug\u00e4nglichen, sehr steilen und schotterigen Westhang des Zeus-Berges erhalten. Dieser Wald ist heute gr\u00f6\u00dftenteils sehr locker, nur in kleinen Bereichen gibt es noch ein geschlossenes Kronendach. Es scheint keine nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung mehr stattzufinden. Der gr\u00f6\u00dfte Baum des Bestandes hat einen Durchmesser von fast 6 Metern und besitzt somit (unter Ber\u00fccksichtigung des geringen Wachstums der Hartlaubb\u00e4ume) ein ganz gewaltiges Alter. Dass sich dieser Steineichenwald erhalten hat, liegt sicher nicht am besonders g\u00fcnstigen Standort; es ist hier beispielsweise nicht feuchter als anderswo. Der entscheidende Punkt liegt offenbar darin, dass der Wald im schotterigen, kahlen Steilhang nicht von Feuern erreicht werden kann; deswegen konnte er so lange \u00fcberleben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/zas_summit-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Steineichenwald im Westhang des Zeus-Berges\"><br \/>\n<small>der Steineichenwald im Westhang des Zeus-Berges<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_ilex_methusalem.jpg\" alt=\"Steineichen-Riese im Zeus-Wald, Naxos\" width=\"640\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier der Steineichen-Riese im Zeus-Wald; von einem alten Papierfoto abfotografiert (deswegen die schlechte Qualit\u00e4t). Der gelbe Ma\u00dfstab ist 2 m lang.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>bgesehen von diesem Wald kommt die Steineiche in einzelnen Exemplaren bei Kin\u00eddaros, bei Skep\u00f3ni, in S\u00edfones und am K\u00f3ronos-Berg vor. Au\u00dferdem gibt es einen kleinen <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-steineichen-kinidaros\/\">Steineichen-Hain<\/a>, in dem sogar Jungwuchs hochkommt, in der N\u00e4he des Dorfes Kin\u00eddaros.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_ilex_habitat-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Steineichenhain bei Kinidaros\"><br \/>\n<small>Nah beim Dorf Kin\u00eddaros gibt es einen kleinen Steineichen-Hain, in dem die B\u00e4ume gut gedeihen und sich sogar verj\u00fcngen.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>s scheint wahrscheinlich, dass vor dem Einfluss des Menschen ein gro\u00dfer Teil mindestens der h\u00f6heren Berge der Insel mit Steineichenwald bewachsen war, vermutlich mit anderen Baumarten gemischt. Diese ehemaligen Steineichenw\u00e4lder sind heute entweder ganz verschwunden oder durch Best\u00e4nde der unempfindlicheren Kermeseiche ersetzt.<\/p>\n<h3>2. W\u00e4lder mit sommergr\u00fcnen Baumarten<\/h3>\n<h6>2.1. W\u00e4lder der h\u00f6heren Lagen: Kermeseiche und Kreta-Ahorn<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n den Bergregionen von Naxos fallen die nur in den niedrigeren Lagen vorkommenden Arten Steinlinde, Ph\u00f6nizischer Wacholder und Wilde Olive weg, daf\u00fcr tritt neben die Kermeseiche der Kreta-Ahorn, der &#8222;halbimmergr\u00fcn&#8220; ist, d.h. er wirft an den k\u00fchleren Standorten in h\u00f6heren Lagen seine Bl\u00e4tter im Herbst ab, in den niedrigeren, w\u00e4rmeren Lagen dagegen erst im Fr\u00fchling kurz bevor er wieder austreibt. An feuchteren Standorten wie in Flusst\u00e4lern oder auch im Norden der Insel kommt er bis fast zum Meer hinab vor; in den Bergen bildet er hier und da fast reine Best\u00e4nde. Meist w\u00e4chst der Ahorn als zwei, drei Meter hohes, mehrst\u00e4mmiges Geb\u00fcsch. Diese Wuchsform entstand auch durch die fr\u00fchere Nutzung des Ahorns zum Korbflechten, wozu die Zweige bis auf den Stock abgeschnitten wurden. Eine weitere laubabwerfende Baumart, die sich oft in die W\u00e4lder des Kreta-Ahorns mischt, ist die Mandelbl\u00e4ttrige Birne. Sie kommt \u00fcberall auf Naxos vor und ist sehr trockenheitsresistent, w\u00e4chst aber auch in den h\u00f6chsten Lagen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/wood_and_shrub_zas-1.jpg\" alt=\"Wald mit Kermeseiche und Kreta-Ahorn auf Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>gemischte W\u00e4lder mit Kermeseiche und Kreta-Ahorn s\u00fcd\u00f6stlich des Zeus-Berges<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/mountain_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wald mit Kermeseiche und Kreta-Ahorn auf Naxos\"><br \/>\n<small>ein typischer Wald der h\u00f6heren Lagen<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/P1010389-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wald mit Kermeseiche und Kreta-Ahorn am Fanari, Naxos\"><br \/>\n<small>Der Kreta-Ahorn ist an seiner hellgr\u00fcnen Farbe im Fr\u00fchling leicht von der Kermeseiche zu unterscheiden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3258-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kreta-Ahorn-Bestand bei Koronos, Naxos\"><br \/>\n<small>Er bildet an vielen Stellen in den Bergen von Naxos wie hier bei K\u00f3ronos niedrige Gestr\u00fcppe.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/P1030784-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kreta-Ahorn-Geb\u00fcsche bei Apollonas, Naxos\"><br \/>\n<small>In der N\u00e4he von Apollonas gedeihen Geb\u00fcsche aus Kreta-Ahorn und Kermeseiche auch in den niedrigen Lagen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/sapindaceae\/acer_sempervirens_zeus-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kreta-Ahorn auf dem Zeus-Berg\"><br \/>\n<small>Der Zeus ist heute gr\u00f6\u00dftenteils von einer sehr lockeren, niedrigen Garrigue aus Kreta-Ahorn, Kermeseiche und Kreuzdorn bewachsen. In mehreren Senken stehen kleine Baumgruppen aus gro\u00dfen Exemplaren des Kreta-Ahorns, der sicher ein nat\u00fcrlicher Bestandteil des ehemals hier wachsenden Steineichenwaldes war.<\/small><\/p>\n<h6>2.2. Waldbest\u00e4nde mit Blumen-Esche und Wei\u00dfdorn<\/h6>\n<p><big>A<\/big>u\u00dfer dem Immergr\u00fcnen Ahorn kommen in den h\u00f6heren Lagen von Naxos noch einige weitere laubabwerfende Baum-(bzw. Strauch-)Arten vor. Besonders interessant ist das Vorkommen der in der \u00c4g\u00e4is seltenen, anspruchsvollen Arten Wei\u00dfdorn <em>(Crataegus monogyna)<\/em> und Blumen-Esche <em>(Fraxinus ornus)<\/em>. Diese beiden Arten sind f\u00fcr die submediterrane Vegetation typisch (s.u.).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3302-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"verwilderte Terrassen mit Blumen-Eschen bei Koronos\"><br \/>\n<small>Unterhalb von K\u00f3ronos w\u00e4chst auf den verwilderten Terrassen au\u00dfer Obst- und Walnussb\u00e4umen auch die Blumen-Esche.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/fraxinus_ornus_habitat-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Blumen-Esche, Fraxinus ornus\"><br \/>\n<small>Die Blumen-Esche (mit gro\u00dfen wei\u00dfen Bl\u00fctenst\u00e4nden) geh\u00f6rt zu den laubabwerfenden Baumarten, die f\u00fcr die submediterrane Vegetationszone typisch sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN4432-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Geb\u00fcsche aus Kreta-Ahorn und Wei\u00dfdorn in Myrisis, Naxos\"><br \/>\n<small>Bei Myr\u00edsis findet man h\u00e4ufig kleine Geb\u00fcsche aus Kreta-Ahorn und Wei\u00dfdorn.<\/small><\/p>\n<h6>2.3. Waldreste auf Granit mit laubabwerfenden Baumarten und Steineiche<\/h6>\n<p><big>I<\/big>m Granitgebiet im Nordwesten von Naxos haben sich vereinzelte Waldreste erhalten, in denen eine ganze Reihe an Baumarten auftreten.<\/p>\n<p><big>E<\/big>in derartiger Waldrest befindet sich bei Skep\u00f3ni. Hier wachsen am trockeneren Hang einzelne Exemplare der Steineiche <em>(Quercus ilex)<\/em> und der Terebinthe <em>(Pistacia terebinthus)<\/em> in einer Macchie mit Erdbeerbaum und Baumheide und vielen Str\u00e4uchern. An feuchteren Stellen kommen Platanen, Eschen, Erlen und Wei\u00dfdorn hinzu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/arbutus_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wald mit Platanen, Erlen, Erdbeerbaum, Blumen-Esche und Wei\u00dfdorn am Westhang des K\u00f3ronos-Berges\"><br \/>\n<small>In diesem Tal am Westhang des K\u00f3ronos-Berges befindet sich ein bemerkenswerter artenreicher Waldrest mit Platanen, Erlen, Erdbeerbaum, Blumen-Esche und Wei\u00dfdorn sowie einzelnen Steineichen und Terebinthen.<\/small><\/p>\n<p><big>O<\/big>berhalb vom Fluss bei Kin\u00eddaros w\u00e4chst an einem feuchten Hang ein Waldrest mit Steineiche, Erlen, Storaxbaum, Myrte und Baumheide.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/betulaceae\/alnus_glutinosa-4_below.jpg\" alt=\"uralte Erlen an feuchtem Hang bei Kinidaros\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An diesem feuchten Hang wachsen uralte Erlen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_ilex_habitat-2.jpg\" alt=\"Steineichen an feuchtem Hang bei Kinidaros\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Au\u00dferdem kommen hier Steineiche, Storaxbaum, Myrte und Baumheide vor.<\/small><\/p>\n<h6>2.4. Flaumeichenw\u00e4lder<\/h6>\n<p><big>F<\/big>laumeichenw\u00e4lder stellen die nat\u00fcrliche Vegetation der <strong>sub-(=supra-)mediterranen Klimazone<\/strong> dar. Sie kommen in den n\u00f6rdlich an die Hartlaubzone des Mittelmeergebietes anschlie\u00dfenden Regionen vor und k\u00f6nnen auch in den Bergen in der H\u00f6henstufe oberhalb der Steineichenw\u00e4lder wachsen. Auf Naxos kommen zwei sommergr\u00fcne Eichenarten vor, die Flaumeiche <em>(Quercus pubescens) <\/em>und (wesentlich seltener) die Walloneneiche <em>(Quercus ithaburensis).<\/em> F\u00fcr beide Arten wird oft angenommen, dass sie auf den Kykladen nicht nat\u00fcrlich vorkommen, sondern vermutlich schon im Altertum f\u00fcr die Schweinemast und die Gerberei eingef\u00fchrt wurden. Daf\u00fcr spricht, dass sie vor allem in offensichtlich angepflanzten Exemplaren in den kultivierten Regionen der Insel auftreten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_pubescens-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Flaumeichenhain bei Kinidaros, Naxos\"><br \/>\n<small>Flaumeichenhain bei Kinidaros. Die Flaum- und die Walloneneiche kommen auf Naxos meist in derartigen offensichtlich angepflanzten Hainen vor.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/sclerophyll_wood_skeponi-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Eichenwald bei Skeponi, Naxos\"><br \/>\n<small>Dieser Waldbestand mit Kermeseichen und einigen Flaumeichen sowie hier und da einer Steineiche bei Skep\u00f3ni steht auf alten, aufgegebenen Terrassen; auch hier k\u00f6nnten die Flaumeichen angepflanzt sein.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m feuchteren und k\u00fchleren Norden von Naxos gibt es jedoch in der N\u00e4he von Komiak\u00ed einen gr\u00f6\u00dferen Waldbestand, in dem die Flaumeiche offensichtlich wild w\u00e4chst. Auch hier handelt es sich nicht um einen urt\u00fcmlichen Wald: Alle B\u00e4ume sind relativ jung, und an vielen Stellen am bewaldeten Hang kann man Spuren einer ehemaligen Terrassierung erkennen. Dennoch beweist die Existenz dieses Waldes, dass die Flaumeiche in dieser Region von Naxos problemlos wachsen und sich selbst vermehren kann. Diese Best\u00e4nde an den oberen H\u00e4ngen der n\u00f6rdlichsten Berge der Insel fallen somit in die submediterrane Klimazone. Das wird dadurch erh\u00e4rtet, dass hier auch weitere sommergr\u00fcne Arten, die f\u00fcr submediterrane Vegetation typisch sind, auftreten, so der Wei\u00dfdorn, die Blumen-Esche und die ebenfalls laubabwerfende Terebinthe <em>(Pistacia terebinthus)<\/em>. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass in dieser k\u00fchlsten Region der Insel der Olivenbaum (charakteristisch f\u00fcr die &#8222;eumediterrane&#8220; Klimazone) zwar gedeihen kann, jedoch keine Fr\u00fcchte mehr produziert. An Hartlaubb\u00e4umen kommt in diesen Waldbest\u00e4nden nur die allgegenw\u00e4rtige Kermeseiche vor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/P1160757-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"bewaldetes Hochtal bei Komiaki\"><br \/>\n<small>Das Hochtal von Komiak\u00ed ist eine der am st\u00e4rksten bewaldeten Regionen von Naxos.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_pubescens_habitat-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Flaumeichenwald\"><br \/>\n<small>An diesem Hang (auf dem vorigen Bild etwas links oben von der Mitte zu sehen) stellt insbesondere in den h\u00f6heren Lagen die (eher graugr\u00fcne) Flaumeiche einen gro\u00dfen Anteil am Baumbewuchs.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_pubescens_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Flaumeichenwald\"><br \/>\n<small>Flaumeichenw\u00e4lder dieser Art m\u00fcssen der submediterranen Klimastufe zugeordnet werden. Dieser Standort liegt sehr h\u00e4ufig, so wie auf dem Foto, in den Wolken, die sich bei Nordwind hier am Berg stauen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_pubescens_saplings-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Flaumeichenwald\"><br \/>\n<small>\u00dcberall kann man sehen, dass sich die Flaumeiche hier nat\u00fcrlich verj\u00fcngt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/P1030751-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"gemischter Laubwald bei Komiaki\"><br \/>\n<small>Etwas unterhalb des Flaumeichenwaldes trifft man wieder auf die in den Bergen weitverbreiteten Best\u00e4nde aus Kreta-Ahorn und Kermeseiche mit Blumen-Esche, Wei\u00dfdorn, Terebinthe und Wilder Birne in geringeren Anteilen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/P1030755-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"gemischter Laubwald bei Komiaki auf ehemaligen Terrassen\"><br \/>\n<small>Der ganze Hang ist vermutlich fr\u00fcher landwirtschaftlich genutzt worden. An vielen Stellen wachsen noch verwilderte Obstb\u00e4ume wie vor allem Sauerkirschen, \u00c4pfel und Birnen. Hier sind die alten Terrassen noch gut erhalten.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie <a href=\"http:\/\/azalas.de\/auwaelder\/\">Auw\u00e4lder<\/a> werden auf einer eigenen Seite behandelt.<\/p>\n<h3>Die nat\u00fcrliche Vegetation von Naxos<\/h3>\n<p><big>\u00dc<\/big>blicherweise wird angenommen, dass das Festland und auch die Inseln Griechenlands vor dem Einfluss des Menschen zu einem gro\u00dfen Teil bewaldet waren. Auch f\u00fcr Naxos trifft das vermutlich im Gro\u00dfen und Ganzen zu. Von den urspr\u00fcnglichen W\u00e4ldern der Insel Naxos hat sich nach etwa 5.000 Jahren menschlicher Nutzung allerdings fast nichts erhalten. Die meisten heutigen Waldbest\u00e4nde bestehen \u00fcberwiegend aus eher jungen B\u00e4umen und sind erst in den Jahrzehnten nachlassender Nutzung etwa seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts hochgewachsen. Wenn man versucht, die &#8222;urspr\u00fcngliche&#8220; Vegetation der Insel zu rekonstruieren, st\u00f6\u00dft man auf viele schwer zu beantwortende Fragen.<\/p>\n<h6>Klimaver\u00e4nderungen<\/h6>\n<p><big>V<\/big>or etwa 10.000 Jahren befand sich Europa am Ende der letzten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/eiszeiten\/\">Eiszeit<\/a>. Untersuchungen von Pollenablagerungen zeigen, dass auf Naxos w\u00e4hrend der Eiszeiten au\u00dfer laubabwerfenden B\u00e4umen auch viele Pflanzen offener steppen\u00e4hnlicher Standorte vorkamen (z.B. Beifu\u00df, Salbei-Arten, Gr\u00e4ser), d.h. dass nicht \u00fcberall Wald wuchs, sondern auch Strauchgesellschaften oder eine steppenartige Vegetation auftraten. Das ist wohl einerseits durch das eher trockene Klima w\u00e4hrend der Eiszeiten zu erkl\u00e4ren sowie andererseits dadurch, dass die einheimische Vegetation schon vor dem Einfluss des Menschen einem starken Beweidungsdruck ausgesetzt war: Die \u00e4g\u00e4ischen Inseln waren bis zum Ende der Eiszeit, teilweise bis zur Ankunft des Menschen, von zahlreichen gro\u00dfen und kleinen Pflanzenfressern besiedelt, deren Best\u00e4nde jedoch durch keine gro\u00dfen Beutegreifer begrenzt wurden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5031-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phrygana und Garrigue auf den Makares-Inseln\"><br \/>\n<small>Vielleicht haben die offenen Pflanzengesellschaften w\u00e4hrend der Eiszeiten etwa so ausgesehen wie diese Best\u00e4nde auf den M\u00e1kares-Inseln.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>ach dem Ende der letzten Eiszeit etablierten sich auf den Inseln der \u00c4g\u00e4is ebenso wie im Mittelmeergebiet allgemein zun\u00e4chst \u00fcberwiegend W\u00e4lder aus sommergr\u00fcnen Eichen mit weiteren laubabwerfenden Baumarten. Erst als sich um etwa 5.000 v.Chr. das <a href=\"http:\/\/azalas.de\/mediterranes-klima\/\">mediterrane Klima<\/a> auszubilden begann, wanderten trockenresistentere Arten und Hartlaubgew\u00e4chse wie Wacholder, Arten der Gattung <em>Pistacia<\/em>, Steinlinden und die Steineiche ein sowie (au\u00dfer auf den Kykladen) Nadelb\u00e4ume wie Kiefern und Tannen. Auch in den nun entstehenden Steineichenw\u00e4ldern kamen jedoch viele laubabwerfende Arten vor, von denen manche in den heutigen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/auwaelder\/\">Auw\u00e4ldern<\/a> \u00fcberlebt haben.<\/p>\n<h6>Der Einfluss des Menschen<\/h6>\n<p><big>E<\/big>ine Beeinflussung der nat\u00fcrlichen Vegetation durch den Menschen begann in pr\u00e4historischen Zeiten; schon ab der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-jungsteinzeit\/\">Jungsteinzeit<\/a> wurden schon eine ganze Reihe von Pflanzenarten, v.a. Getreide und H\u00fclsenfr\u00fcchte kultiviert. Ab etwa 2.000 v. Chr. sinkt der Anteil der Baumarten in Pollendiagrammen von Kreta etwa auf heutige Verh\u00e4ltnisse, d.h. die Pflanzen offener Standorte \u00fcberwiegen nun deutlich, was vermutlich auf einen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/landwirtschaft-entstehung\/\">Anstieg der Landwirtschaft<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (allerdings zeigen die G\u00e4nsefu\u00dfgew\u00e4chse (typische Steppenbewohner) einen deutlich h\u00f6heren Anteil als heute).<\/p>\n<p><big>I<\/big>n der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-archaische-epoche\/\">archaischen Epoche<\/a> (um 500 v. Chr.) war Naxos so dicht besiedelt, dass alles geeignete Land der Insel f\u00fcr die Landwirtschaft genutzt gewesen sein muss und die ehemaligen W\u00e4lder vermutlich zu gro\u00dfen Teilen verschwunden waren. In dieser Zeit trug Naxos alten Berichten zufolge eine Bev\u00f6lkerung von etwa 100.000 Menschen, also fast zehn mal so viel wie heute, die sich (fast ausschlie\u00dflich) von der Insel selbst ern\u00e4hrten. Dementsprechend m\u00fcssen alle landwirtschaftlich nutzbaren Fl\u00e4chen mit Getreide, \u00d6lb\u00e4umen, Weinbergen sowie H\u00fclsenfr\u00fcchten, Gem\u00fcse und Obst bebaut worden sein. Au\u00dferdem hat es auf Naxos auch eine bedeutende Tierhaltung und zwar vor allem Ziegenzucht gegeben, die alle nicht direkt kultivierten Landstriche genutzt haben wird. Es ist anzunehmen, dass die Insel schon im Altertum einen \u00e4hnlichen Anblick bot wie zur Zeit der traditionellen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-landwirtschaft\/\">Landwirtschaft<\/a> der letzten Jahrhunderte, wie sie bis etwa in die 60er Jahre hinein betrieben wurde. Die urspr\u00fcnglichen W\u00e4lder werden schon im Altertum gr\u00f6\u00dftenteils abgeholzt worden sein, vor allem aus Landbedarf f\u00fcr den Anbau. Auch der Bedarf f\u00fcr den Schiffsbau, der seit der fr\u00fchesten Zeit eine wichtige Rolle auf der Insel spielte, wird dazu beigetragen haben (wenn auch neuere Forschungen vermuten lassen, dass der Holzverbrauch daf\u00fcr geringer war als allgemein angenommen wird). Schon Plato beschreibt und beklagt bekanntlich die (schon lange vor seiner Zeit erfolgte) verw\u00fcstende Abholzung und Erosion der ehemals bewaldeten Landschaft in Attika.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/aloni-1.jpg\" alt=\"alte Kulturlandschaft bei Koronos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>So mag die Landschaft auf Naxos auch schon in der archaischen Epoche ausgesehen haben.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>n sp\u00e4teren Jahrhunderten ist die Bev\u00f6lkerung von Naxos teilweise deutlich zur\u00fcckgegangen, so dass sich die (halb-)nat\u00fcrlichen W\u00e4lder vermutlich wieder ausbreiten konnten. Vermutlich wurden die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/eichen\/\">Walloneneiche<\/a> und die Esskastanie, nach manchen Forschern auch die Flaumeiche, schon im Altertum auf der Insel eingef\u00fchrt und kultiviert; diese Arten verwilderten m\u00f6glicherweise und bildeten in den h\u00f6heren Lagen auch W\u00e4lder. Ernst Aristide Dugit, der Naxos 1861 bereiste, berichtet, dass es auf dem K\u00f3ronos-Berg im 18. Jahrhundert W\u00e4lder aus Kastanien und Eichen mit Erdbeerbaum und Mastixstrauch im Untergrund gegeben haben soll. Von diesen W\u00e4ldern ist fast nichts \u00fcbrig geblieben: ein paar vereinzelte Steineichen, ein kleines <a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-2\/\">W\u00e4ldchen mit Erdbeerb\u00e4umen bei Skep\u00f3ni<\/a> und nur ein, zwei (vielleicht angepflanzte) Exemplare der Kastanie in den h\u00f6chsten Lagen bei Komiak\u00ed.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2606-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>artenreicher Waldrest bei Skep\u00f3ni mit Erdbeerbaum, Steineichen, Platanen, Erlen, Blumen-Esche, Kreta-Ahorn, Wei\u00dfdorn und anderen Arten<\/small><\/p>\n<h6>Nat\u00fcrlicher Wald auf Naxos heute<\/h6>\n<p><big>W<\/big>ie \u00fcberall stellt sich auch auf Naxos die Frage, was f\u00fcr eine Vegetation sich herausbilden w\u00fcrde, wenn die menschliche Beeinflussung der Landschaft wegfiele. Abgesehen von der in den meisten Gebieten heute nur m\u00e4\u00dfigen Nutzung f\u00fcr Landwirtschaft und Anbau w\u00fcrde das auf Naxos vor allem eine Beendung der Beweidung durch Ziegen und des gelegentlichen Abbrennens bedeuten. Man geht meist davon aus, dass Wald das nat\u00fcrliche Endstadium der Sukzession auf Naxos wie allgemein im Mittelmeergebiet ist.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n den h\u00f6heren Lagen auf Marmor best\u00e4nde die nat\u00fcrliche Vegetation vermutlich in Stein- und Kermeseichenw\u00e4ldern mit Kretischem Ahorn und auf Schiefer bzw. Granit in den n\u00f6rdlichen Berglagen der Insel aus Flaumeichen, Blumeneschen, Kretischem Ahorn, Kermeseichen, Wei\u00dfdorn etc. In den niederen Lagen besteht der nat\u00fcrliche Wald aus Kermeseichen, Steinlinden und Wilder Olive. Entlang der Fl\u00fcsse von Naxos an dauerhaft feuchten Standorten w\u00e4chst heute ein nat\u00fcrlicher, vom Menschen wenig beeinflusster Auwald aus Platanen, Erlen und Oleander, in kleinen Relikten auch mit Weiden, Ulmen und Pappeln.<\/p>\n<h6>Nat\u00fcrlicherweise waldfreie Gebiete<\/h6>\n<p><big>U<\/big>nter den heutigen Klimabedingungen ist allerdings ein betr\u00e4chtlicher Teil der Insel, n\u00e4mlich die meisten Granit-(Migmatit-)Gebiete sowie teilweise die Schieferregionen in den niedrigen Lagen, auch f\u00fcr die anspruchslosesten Hartlaubgew\u00e4chse zu trocken: In diesen Bereichen kann heute nat\u00fcrlicherweise, auch ohne menschlichen Einfluss, kein Wald gedeihen. Stattdessen wachsen auf diesen Fl\u00e4chen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">lockere Wacholder-Macchien<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Pflanzengesellschaften aus Zwergstr\u00e4uchern (Phryganas)<\/a>.<\/p>\n<p><big>E<\/big>s ist auff\u00e4llig und interessant, dass diese Phryganas, in geringerem Ma\u00df auch die Macchien und Garrigues, auf Naxos viel artenreicher sind als die W\u00e4lder, die insbesondere in den niedrigen Lagen nur wenig Unterwuchs aufweisen. Der Artenreichtum der Phryganas und die Artenarmut vieler W\u00e4lder l\u00e4sst vermuten, dass offene Strauchgesellschaften auf der Insel \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume heimisch waren als W\u00e4lder. Es w\u00e4re nat\u00fcrlich denkbar, dass die Pflanzenarten des Unterwuchses der W\u00e4lder im Zuge der gro\u00dfr\u00e4umigen Zerst\u00f6rung dieser W\u00e4lder durch den Menschen ausgestorben sind. Aber auch auf Kreta, wo sich mehr urt\u00fcmliche Waldreste erhalten haben, ist die Artenvielfalt in den offenen Pflanzengesellschaften wesentlich h\u00f6her. Es gibt kaum endemische Waldarten, aber zahlreiche endemische Arten der offenen Vegetation. All das weist darauf hin, dass auch vor der Ankunft des Menschen offene Vegetationsbest\u00e4nde f\u00fcr die \u00c4g\u00e4is typischer waren als geschlossener Wald, dass sich diese \u00fcber die klimatischen und menschenbedingten Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Jahrtausende hinweg mit geringeren Ver\u00e4nderungen erhalten haben.<\/p>\n<h6>Die Zukunft des Waldes<\/h6>\n<p><big>B<\/big>ei der Rekonstruktion der potentiellen nat\u00fcrlichen Vegetation von Naxos darf man auch j\u00fcngsten klimatischen Entwicklungen nicht vergessen: M\u00f6glicherweise ist es bald auf Naxos in den meisten Gebieten f\u00fcr nat\u00fcrlichen Wald zu trocken. Da W\u00e4lder der beste Schutz vor den Auswirkungen der menschengemachten Klimaver\u00e4nderung sind (sowohl was gro\u00dfe Trockenheit und Hitze, als auchwas  \u00dcberschwemmungen angeht), sind wir hier in einem zerst\u00f6rerischen Teufelskreis gefangen. Es kann kein Zweifel dar\u00fcber bestehen, dass wir Menschen uns in einer der heutigen \u00e4hnlichen Bev\u00f6lkerung auf der Erde nur mithilfe der W\u00e4lder erhalten k\u00f6nnen. Wir sollten und m\u00fcssen \u00fcberall auf der Welt alles daran setzen, jedes St\u00fcckchen noch existierenden Wald, jeden einzelnen Baum zu erhalten, und die verlorengegangenen W\u00e4lder soweit wie m\u00f6glich zu ersetzen. Auf Naxos ist das durch ein Ende der (freien) Ziegenhaltung und ein vern\u00fcnftiges Feuer-Management zu erreichen. <\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">Macchie und Garrigue<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-vegetation\/\">Die Vegetation von Naxos<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/auwaelder\/\">Auw\u00e4lder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Phrygana<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/hartlaubvegetation\/\">Die Hartlaubvegetation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/eiszeiten\/\">Eiszeiten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen: <a href=\"http:\/\/www.amleto.de\/kreta\/exkursi\/referat05.htm\">Postglaziale Vegetationsentwicklung im Mittelmeergebiet unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Ostmediterranraumes<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Insel Naxos gibt es weit mehr W\u00e4lder, als man auf den ersten Blick vermuten w\u00fcrde. Das Hochtal von Komiak\u00ed ist eine der am dichtesten bewaldeten Regionen von Naxos. Unter dem Begriff &#8222;Wald&#8220; versteht man einen dichtstehenden Vegetationsbestand aus B\u00e4umen mit deutlich ausgepr\u00e4gtem Stamm. Hohe und dichte W\u00e4lder, so wie sie uns aus Mitteleuropa [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":45006,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,11,9,12,13],"tags":[69,64,70,225,304,869,303,300,299,34,296,301,186,181,865,867,88,302,67,305,868,298],"class_list":["post-1368","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-boden","category-natur","category-naxos","category-pflanzen","category-vegetation","tag-auwald","tag-botanik","tag-erle","tag-flaumeiche","tag-flaumeichenwald","tag-griechenland","tag-hartlaubwald","tag-immergruner-ahorn","tag-kermeseiche","tag-kykladen","tag-macchie","tag-manna-esche","tag-mediterranes-klima","tag-mediterranes-okosystem","tag-naxos","tag-pflanzen","tag-phrygana","tag-platane","tag-steineiche","tag-submediterraner-wald","tag-vegetation","tag-wald"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1368"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1368\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71655,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1368\/revisions\/71655"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45006"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}