{"id":13617,"date":"2021-02-08T08:23:20","date_gmt":"2021-02-08T06:23:20","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=13617"},"modified":"2026-03-28T20:29:33","modified_gmt":"2026-03-28T18:29:33","slug":"die-bestaeubung-der-ragwurzen-mittels-sexualmimikry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/die-bestaeubung-der-ragwurzen-mittels-sexualmimikry\/","title":{"rendered":"Die Best\u00e4ubung der Ragwurzen mittels Sexualmimikry"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Orchideen der Gattung <em>Ophrys<\/em> (Ragwurz) fallen durch ihre eigenartig geformten Bl\u00fcten auf. Bei manchen Arten \u00e4hneln die Bl\u00fcten bestimmten Insekten, was sich auch oft im deutschen Namen zeigt, z.B. Hummel- oder Fliegenragwurz. Was hat es aber mit diesen \u00c4hnlichkeiten auf sich?<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei den Orchideen sitzt der Pollen in sogenannten Pollinarien, d.h. die Bl\u00fcte besitzt eine &#8222;Griffels\u00e4ule&#8220; aus verschmolzenem Griffel und Staubbl\u00e4ttern, an der zwei klebrige, etwa tropfenf\u00f6rmige Pollenpakete sitzen, die den gesamten Pollen der Bl\u00fcte enthalten. Orchideenbl\u00fcten produzieren ungew\u00f6hnlich viele Samen, n\u00e4mlich etwa zwischen 10.000 und 1 Millionen Samen pro Bl\u00fcte. Diese k\u00f6nnen alle durch den Pollen eines einzigen Pollinariums befruchtet werden. Diese ungew\u00f6hnlich hohe Samenzahl soll offenbar garantieren, dass trotz der komplizierten Best\u00e4ubung gen\u00fcgend Samen es schaffen zu keimen, um den Fortbestand der Art zu sichern, obwohl jede Pflanze nur sehr wenige Bl\u00fcten bildet und meist nur etwa ein Zehntel der Bl\u00fcten tats\u00e4chlich best\u00e4ubt wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_scolopax_heldreichii_flower-5.jpg\" alt=\"Bl\u00fcte von Ophrys scolopax heldreichii\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An dieser Ragwurz-Bl\u00fcte ist eines der gelben Pollinarien (halb losgel\u00f6st) zu sehen.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>ls ich Anfang Februar einige Wildbienen an unserem Rosmarin-Strauch beobachtete, die sich wegen des sch\u00f6nen Wetters hervorgewagt hatten, fiel mir eine graue Biene auf, die zwei Pollinarien am Hinterleib trug. Es war gar nicht einfach, die Biene zu fotografieren, da sie sehr schnell von Bl\u00fcte zu Bl\u00fcte flog und sich kaum einmal l\u00e4nger hinsetzte. Aber mit Geduld hat es doch einige brauchbare Fotos ergeben. Nun wollte ich nat\u00fcrlich gern wissen, um was f\u00fcr eine Bienenart es sich handelte und von welcher Orchideen-Art die Pollinarien stammten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bees\/anthophora_nigrocincta-1.jpg\" alt=\"Anthophora nigrocincta\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die hellgraue, auff\u00e4llig dicht und lang behaarte Biene schwirrte unentwegt von Bl\u00fcte zu Bl\u00fcte und setzte sich nur gelegentlich kurz hin, um ein bisschen Nektar zu saugen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bees\/anthophora_nigrocincta-6.jpg\" alt=\"Anthophora nigrocincta mit Pollinarien\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier habe ich sie bei einer Ruhepause erwischt. Man sieht die gelben Pollinarien, die am Hinterleib haften.<\/small><\/p>\n<p><big>B<\/big>ei der Bienenart handelt es sich um die Pelzbiene <em>Anthophora nigrocincta (= A. canescens)<\/em>, die in SO-Griechenland als Best\u00e4uber der sehr fr\u00fch bl\u00fchenden Ragwurz-Art <em>Ophrys basilissa<\/em> (oft als Unterart oder Form von <em>Ophrys omegaifera<\/em> betrachtet) fungiert. Es ist mir nicht gelungen, die Pflanze zu entdecken, von der die Pollinarien stammen, obwohl sie in der N\u00e4he stehen muss, aber ich habe <em>Ophrys basilissa<\/em> schon in anderen Jahren bei uns angetroffen. <small>F\u00fcr die Bestimmung sowohl der Biene als auch der Pollinarien danke ich sehr herzlich Prof. Hannes Paulus!<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_omegaifera_basilissa_flower-1.jpg\" alt=\"Orchis omegaifera basilissa\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Pollinarien stammen von der sehr fr\u00fch im Jahr bl\u00fchenden Ragwurz-Art <em>Ophrys basilissa<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m Jahr 1916 kam ein Franzose namens Pouyanne erstmals zum Schluss, dass es sich beim Best\u00e4ubungsmechanismus der Ragwurzen um Sexualmimikry handelt. Das bedeutet, dass die Bl\u00fcte ein Insekten-Weibchen nachahmt und auf diese Weise die M\u00e4nnchen anlockt. Wenn das M\u00e4nnchen sich auf die Bl\u00fcte setzt, um zu kopulieren, werden ihm die Pollinarien angeheftet. Beim n\u00e4chsten Kopulationsversuch auf einer anderen Bl\u00fcte kann es dann auf dieselbe Weise die Pollinarien auf deren Narbe aufbringen. Bei den meisten Ragwurz-Arten fungieren Bienenm\u00e4nnchen als Best\u00e4uber, seltener die M\u00e4nnchen von Wespenarten oder anderen Insekten.<\/p>\n<p><big>D<\/big>urch aufw\u00e4ndige und detaillierte Untersuchungen konnten die Biologen Hannes Paulus und Mitarbeiter &#8211; sowohl im Labor als auch im Freiland &#8211; nachweisen, auf welche Weise die Bl\u00fcte die T\u00e4uschung erzielt. Es ergab sich, dass jede Orchideen-Art auf eine Best\u00e4uber-Art spezialisiert ist; Besuche durch andere Arten kommen nur selten vor. Die Sexualmimikry umfasst drei unterschiedliche Aspekte, n\u00e4mlich olfaktorische, optische und taktile Signale.<\/p>\n<p><big>A<\/big>ls erstes werden die M\u00e4nnchen durch <u>Duftstoffe<\/u> angelockt, die von der Orchideenbl\u00fcte ebenso wie vom Bienenweibchen abgegeben werden. So entsteht eine Duftfahne, der das M\u00e4nnchen \u00fcber mehrere Meter im Zickzackflug folgt. In den Orchideenbl\u00fcten lie\u00dfen sich zahlreiche Duftstoffe nachweisen, die mit denen der Bienenweibchen identisch sind. Diese liegen in einer bestimmten, artspezifischen Mischung vor, so dass (fast) nur die M\u00e4nnchen der richtigen Art angelockt wurden.<\/p>\n<p><big>W<\/big>enn das Bienenm\u00e4nnchen bei der Bl\u00fcte angekommen ist, orientiert sich es nach <u>optischen Merkmalen<\/u>, wobei vor allem die F\u00e4rbung der Lippe von Bedeutung ist sowie der gl\u00e4nzende &#8222;Spiegel&#8220;, der die schillernden Fl\u00fcgel des Weibchens nachahmt. Dabei spielt auch UV-Licht eine Rolle, welches von bestimmten Stellen st\u00e4rker reflektiert wird, und das die Bienen gut sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei manchen Orchideen-Arten werden die Insektenweibchen direkt im Aussehen nachgeahmt, so dass die \u00c4hnlichkeit auch f\u00fcr den Menschen ersichtlich ist. Generell beschr\u00e4nkt sich die Orchidee jedoch auf die Merkmale, an denen das M\u00e4nnchen sich orientiert, so besitzen die Bl\u00fcten mancher Arten kleine runde Flecke am Schlund der Lippe, die wie die Fl\u00fcgelgelenke des Weibchens aussehen. In anderen F\u00e4llen besteht nur eine sehr ungef\u00e4hre \u00c4hnlichkeit, manchmal \u00fcberhaupt nur in der Grundf\u00e4rbung der Lippe, d.h. bei diesen Arten sind die optischen Merkmale von geringerer Bedeutung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_sphegodes_mammosa_flower-1.jpg\" alt=\"Ophrys sphegodes mammosa\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Ophrys mammosa<\/em> wird durch eine sehr dunkel gef\u00e4rbte <em>Andrena<\/em>-Art best\u00e4ubt. Die silbrig gl\u00e4nzenden Male ahmen die Fl\u00fcgel des Bienenweibchens nach.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_cretica_beloniae_flower-2.jpg\" alt=\"Ophrys cretica ssp. beloniae\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Ophrys cretica ssp. beloniae<\/em> mit dem auff\u00e4lligen kontrastreichen Mal wird von Trauerbienen der Gattung <em>Melecta<\/em> best\u00e4ubt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bees\/melecta_luctuosa-1.jpg\" alt=\"Trauerbiene, Melecta luctuosa\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Trauerbiene ist schwarz gef\u00e4rbt mit auff\u00e4lligen wei\u00dfen Flecken an den Seiten des K\u00f6rpers und auf den Beinen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_scolopax_heldreichii_flower-1.jpg\" alt=\"Ophrys heldreichii\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Ophrys heldreichii<\/em> wird von Langhornbienen der Gattung <em>Eucera<\/em> best\u00e4ubt. Das komplizierte Mal ahmt vermutlich die Lichtreflektion der Fl\u00fcgel des Weibchens nach. Neben der H\u00f6hlung unterhalb der Staubblatt-R\u00f6hre sitzen zwei kleine knopfartige Flecken, die den Fl\u00fcgelgelenken der Biene entsprechen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bees\/eucera_longicornis-1.jpg\" alt=\"Langhornbiene, Eucera longicornis\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die M\u00e4nnchen der Langhornbienen besitzen auff\u00e4llige, etwa k\u00f6rperlange Antennen, mit denen sie die Duftstoffe der Weibchen (und der Orchideen) wahrnehmen.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>enn das Bienenm\u00e4nnchen sich auf der Bl\u00fcte niedergelassen hat, spielen schlie\u00dflich noch <u>taktile Reize<\/u> eine Rolle. Dabei kommt es zun\u00e4chst auf die pelzige Behaarung der Bl\u00fcte an, die das Haarkleid der Biene nachahmt. Bei manchen Orchideen-Arten setzt sich das M\u00e4nnchen mit dem Kopf nach oben auf die Lippe, so dass ihm die Pollinarien an den Kopf geheftet werden, bei anderen verl\u00e4uft der Haarstrich in die andere Richtung und das M\u00e4nnchen setzt sich mit dem Kopf nach unten hin, so dass die Pollinarien an den Hinterleib geheftet werden. Au\u00dferdem spielen die seitlichen &#8222;\u00c4rmchen&#8220; der Lippe eine Rolle als optische oder taktile Nachahmung der Beine des Weibchens. Das M\u00e4nnchen muss sich durch diese Ber\u00fchrungsreize so exakt auf die Bl\u00fcte setzen, dass die Pollinarien genau an die richtige, artspezifische Stelle geheftet werden, so dass sie beim Besuch der n\u00e4chsten Bl\u00fcte erfolgreich auf deren Narbe aufgebracht werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/bees\/anthophora_nigrocincta-3.jpg\" alt=\"Anthophora nigrocincta mit Pollinarien\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei den Orchideen der <em>Ophrys omegaifera<\/em>-Gruppe setzt sich das M\u00e4nnchen mit dem Kopf nach unten auf die Bl\u00fcte, so dass die Pollinarien an den Hinterleib geheftet werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_omegaifera_israelitica_flower-1.jpg\" alt=\"Ophrys israelitica\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auch <em>Ophrys israelitica<\/em> aus der <em>Ophrys omegaifera<\/em>-Gruppe besitzt eine hier gut zu erkennende aufw\u00e4rtsgerichtete Behaarung, d.h. auch bei dieser Art setzt die Biene sich mit dem Kopf nach unten auf die Lippe.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine Selbstbest\u00e4ubung durch einen erneuten Kopulationsversuch des M\u00e4nnchens mit derselben Bl\u00fcte wird durch zwei Ma\u00dfnahmen unwahrscheinlich gemacht. Erstens merken sich die M\u00e4nnchen die &#8222;unbrauchbare&#8220; Bl\u00fcte, wobei sie sich Versuchen zufolge sowohl nach dem individuellen &#8222;Duft-Bouquet&#8220; der einzelnen Bl\u00fcte als auch (bei manchen Arten) nach deren individueller Zeichnung richten. Dieser Lerneffekt ist offenbar der Grund daf\u00fcr, dass oft die Bl\u00fcten jeder Pflanze etwas anders aussehen: So fliegt das M\u00e4nnchen die leicht anders aussehenden Bl\u00fcten anderer Pflanzen weiterhin an, w\u00e4hrend es die schon besuchte Bl\u00fcte nun meidet. Nach mehreren erfolglosen Versuchen f\u00e4llt es auf die Orchideenbl\u00fcten gar nicht mehr herein &#8211; bis dahin ist es aber oft schon zur erfolgreichen Best\u00e4ubung einer Bl\u00fcte gekommen.<\/p>\n<p><big>A<\/big>u\u00dferdem wird die Selbstbefruchtung dadurch verhindert, dass sich die Pollinarien ein oder zwei Minuten nach dem Anheften an das M\u00e4nnchen durch Austrocknen der Stiele etwas nach unten biegen. Erst dann, d.h. wenn genug Zeit vergangen ist, dass das M\u00e4nnchen eine andere Pflanze aufgesucht hat, gelangen die Pollinarien in die richtige Position, um auf die Narbe aufgetragen zu werden.<\/p>\n<p><big>E<\/big>ine schon best\u00e4ubte Orchideenbl\u00fcte stellt die Produktion der Duftstoffe ein oder beginnt mit der Produktion eines Duftstoffes, den auch die schon begatteten Bienenweibchen abgeben, so dass sie nicht mehr von M\u00e4nnchen besucht wird: eine wichtige Ma\u00dfnahme, damit keine kostbaren Pollinarien verschwendet werden.<\/p>\n<p><big>E<\/big>s ist leicht verst\u00e4ndlich, wie die Selektion in diesem Fall wirkt: Die Bl\u00fcten, die die M\u00e4nnchen am effektivsten anlocken, und bei denen sich die M\u00e4nnchen an genau die passende Stelle setzen, werden mit der gr\u00f6\u00dften Wahrscheinlichkeit best\u00e4ubt, so dass ihre Merkmale weitergegeben werden. Dabei ist auch die Artspezifit\u00e4t von besonderer Bedeutung: Nur dadurch kann gesichert werden, dass die Pollinarien nicht vergeudet werden. Das funktioniert meistens dadurch, dass nur die M\u00e4nnchen der korrekten Art \u00fcberhaupt die Bl\u00fcte besuchen. Es gibt jedoch auch F\u00e4lle, in denen dieselbe Bienenart mehrere unterschiedliche Orchideen bet\u00e4ubt. In diesem Fall werden die Pollinarien an unterschiedliche Stellen am K\u00f6rper geheftet, so dass sie nur auf die Narben der richtigen Art aufgebracht werden. Die Pollinarien kleben sich \u00fcbrigens so fest an die Biene, dass diese sie nicht entfernen kann und gegebenenfalls tagelang mit sich herumtr\u00e4gt.<\/p>\n<p><big>U<\/big>nter den Orchideen ist die Abgrenzung und Aufspaltung der Arten ganz besonders umstritten: Die Gattung <em>Ophrys<\/em> umfasst je nach Auffassung nur 10 oder bis zu 350 Arten. Fr\u00fcher nahm man an, dass Hybridisierung f\u00fcr die gro\u00dfe Variabilit\u00e4t der Ragwurzen verantwortlich ist. Die Tatsache, dass die Bl\u00fcten jedes Individuums etwas unterschiedlich aussehen, l\u00e4sst sich jedoch leicht als Ma\u00dfnahme zur Vermeidung einer Selbstbest\u00e4ubung (durch Wiedererkennen der schon besuchten Bl\u00fcte) erkl\u00e4ren, was bedeutet, dass diese Eigenschaft einen Selektionsvorteil mit sich brachte. Die vielen lokalen Varianten der  Orchideen werden von den unterschiedlichen Autoren als Formen, Unterarten, als eigene Arten oder nur als individuelle Variabilit\u00e4t verstanden. Untersuchungen der best\u00e4ubenden Insektenarten zeigen jedoch, dass die verschiedenen Formen in den meisten F\u00e4llen durch unterschiedliche Insekten best\u00e4ubt werden, insbesondere, wenn sie im selben Gebiet auftreten. Auch wenn die optischen oder genetischen Unterschiede zwischen diesen Varianten nur gering sind, m\u00fcssen sie entsprechend dennoch als getrennte Arten angesehen werden, da sich diese Populationen aufgrund der Artspezifit\u00e4t der Best\u00e4uber nicht mehr vermischen. So handelt es sich beispielsweise bei <em>Ophrys fusca<\/em> im Mittelmeerraum um 60 verschiedene Arten, die durch ihr geographisches Vorkommen, ihre Bl\u00fctezeit und in den meisten F\u00e4llen auch durch das best\u00e4ubende Insekt voneinander isoliert sind.<\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/orchideen\/\">Orchideen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/bienen\/\">Bienen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen: <a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/DENISIA_0020_0255-0294.pdf\">Wie Insekten-M\u00e4nnchen von Orchideenbl\u00fcten get\u00e4uscht werden \u2013 Best\u00e4ubungstricks und Evolution in der mediterranen Ragwurzgattung Ophrys, von Prof. Hannes Paulus (Biologiezentrum Linz)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Orchideen der Gattung Ophrys (Ragwurz) fallen durch ihre eigenartig geformten Bl\u00fcten auf. 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