{"id":1333,"date":"2010-06-19T23:17:57","date_gmt":"2010-06-19T20:17:57","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=1333"},"modified":"2024-08-31T22:37:41","modified_gmt":"2024-08-31T19:37:41","slug":"macchie-und-garrigue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/macchie-und-garrigue\/","title":{"rendered":"Macchie und Garrigue"},"content":{"rendered":"<p><big>O<\/big>bwohl es auf Naxos auch noch einige Waldreste gibt, ist der gr\u00f6\u00dfte Anteil der (nicht bewirtschafteten) Regionen der Insel doch \u00fcberwiegend von &#8222;Strauchvegetation&#8220; bewachsen. Bei diesen niedrigen oder offenen Pflanzengesellschaften kann man drei Typen unterscheiden:<\/p>\n<p>1. <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\"><strong>Phrygana<\/strong><\/a>: Best\u00e4nde aus Zwergstr\u00e4uchern und Str\u00e4uchern (sowie niedrigen einj\u00e4hrigen Pflanzen, Zwiebelpflanzen und Stauden)<\/p>\n<p>2. <strong>Garrigue<\/strong>: neben den Arten der Phrygana auch mit Baumarten, die jedoch durch die Beweidung vor allem durch Ziegen in niedriger, verbissener Form wachsen<\/p>\n<p>3. <strong>Macchie<\/strong>: aus Str\u00e4uchern und niedrigen, locker stehenden B\u00e4umen, ohne geschlossenes Kronendach<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2678-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Garrigue aus Str\u00e4uchern und verbissenen, strauchf\u00f6rmigen B\u00e4umen\"><br \/>\n<small>Garrigue aus Str\u00e4uchern und verbissenen, strauchf\u00f6rmigen B\u00e4umen<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5766-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie bei Azalas\"><br \/>\n<small>Macchie mit diversen, locker stehenden Baum- und Straucharten<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/area\/phrygana-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Phrygana in Azalas\"><br \/>\n<small>Eine Phrygana kann einer Garrigue oft sehr \u00e4hnlich sehen; es fehlen jedoch die Baumarten (im Hintergrund ein Olivenhain).<\/small><\/p>\n<h3>B\u00e4ume, die wie Str\u00e4ucher aussehen<\/h3>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos kommen mehrere Baumarten vor, die in der Lage sind, unter Verbiss als niedriger Strauch zu wachsen. Die wichtigsten unter ihnen sind die Kermeseiche (<em>Quercus coccifera<\/em>, im Gegensatz zu den anderen Eichenarten, die diese F\u00e4higkeit nicht zeigen), die Steinlinde <em>(Phillyrea latifolia)<\/em>, die Wilde Olive <em>(Olea europaea)<\/em> und der Kreta-Ahorn <em>(Acer sempervirens)<\/em>. Der Mastixstrauch <em>(Pistacia lentiscus)<\/em> ist andersherum in der Lage, einen kr\u00e4ftigen Stamm zu bilden, wenn er vor Beweidung gesch\u00fctzt wachsen kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseiche, Quercus coccifera\"><br \/>\n<small>Die Kermeseiche kann ein gro\u00dfer Baum werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera_browsed-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseiche, Quercus coccifera\"><br \/>\n<small>Unter Verbiss durch Ziegen w\u00e4chst die Kermeseiche dagegen als niedriges Polster.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2738-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>der \u00dcbelt\u00e4ter: die naxiotische Ziege<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2716-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseiche, Zwergform unter Beweidung\"><br \/>\n<small>Bei starker Beweidung bildet die Kermeseiche sehr dicht stehende, kleine Bl\u00e4tter aus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2749-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Hier wachsen winzige Kermeseichen-Str\u00e4uchlein zwischen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Ginster-B\u00fcschen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/olea_europaea_browsed-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wilder \u00d6lbaum, Zwergform unter Beweidung\"><br \/>\n<small>Auch der \u00d6lbaum bildet unter Beweidung winzige, fast schuppenartige Bl\u00e4tter.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/phillyrea_latifolia_browsed-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Breitbl\u00e4ttrige Steinlinde, Phillyrea latifolia\"><br \/>\n<small>Die Steinlinde kann bei Beweidung ebenfalls als niedriger Strauch wachsen&#8230;<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/sapindaceae\/acer_sempervirens_browsed-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kreta-Ahorn, Acer sempervirens\"><br \/>\n<small>&#8230;ebenso der Kreta-Ahorn.<\/small><\/p>\n<p><big>\u00c4<\/big>hnliche Geb\u00fcschformen bildet auch der Mastixstrauch, dessen \u00e4ltere Bl\u00e4tter wegen ihres hohen Harzgehaltes ungern gefressen werden: Der Busch formt einen dichten, dem Boden anliegenden, kaum durchdringbaren Wall aus Zweigen und Bl\u00e4ttern. Wenn er nicht der Beweidung ausgesetzt ist, kann der Mastixstrauch an g\u00fcnstigen Standorten auch zu einem hohen Baum heranwachsen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/anacardiaceae\/pistacia_lentiscus-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Mastixstrauch, Pistacia lentiscus\"><br \/>\n<small>Der Mastixstrauch bildet fast undurchdringliche Gestr\u00fcppe.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/anacardiaceae\/pistacia_lentiscus_tree-1.jpg\" alt=\"Mastixstrauch, Pistacia lentiscus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier ein &#8222;Mastixbaum&#8220;: Der Mastixstrauch, obwohl er meist strauchf\u00f6rmig w\u00e4chst, kann unter g\u00fcnstigen Umst\u00e4nden auch einen gro\u00dfen Baum bilden.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m Gegensatz zur Kermeseiche kommt die gegen Feuer und Beweidung empfindlichere Steineiche <em>(Quercus ilex)<\/em>, die nicht als Zwergform wachsen kann, heute auf Naxos nur noch in einem sehr begrenzten Areal vor und kann sich wohl nur in einem kleinen, nicht beweideten <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-steineichen-kinidaros\/\">Hain bei Kin\u00eddaros<\/a> verj\u00fcngen. Wie weit sie urspr\u00fcnglich auf der Insel verbreitet war ist unklar; man muss jedoch davon ausgehen, dass sie in den h\u00f6heren Lagen gro\u00dfe W\u00e4lder bildete.<\/p>\n<h3>Garrigue und Macchie als Degradationsformen des Hartlaubwaldes<\/h3>\n<p><big>E<\/big>ine <strong>Garrigue<\/strong> ist ein degradierter Hartlaubwald, der auf demselben Standort die <strong>potentielle nat\u00fcrliche Vegetation<\/strong> darstellt. Die entscheidenden Faktoren, durch die ein Wald degradiert wird, sind <u>Brand<\/u> und nachfolgende <u>Beweidung<\/u>. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Hartlaubw\u00e4lder nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gut brennen, jedenfalls deutlich schlechter als die Str\u00e4ucher und Zwergstr\u00e4ucher der Garrigues und Phryganas. Dennoch fallen im Laufe der Zeiten hier und da noch verbliebene W\u00e4lder Br\u00e4nden zum Opfer. Die B\u00e4ume des Waldes werden durch das Feuer meist nicht abget\u00f6tet, sondern k\u00f6nnen aus ihren Wurzen wieder austreiben. Wenn sie dann jedoch durch Ziegen beweidet werden, schaffen sie es nicht, in die H\u00f6he zu wachsen, sondern bilden ein niedriges, dichtes Polster: eine Garrigue entsteht.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei der <strong>Macchie<\/strong> ist die Situation ein bisschen anders. Eine Macchie kann ein Zwischenstadium zwischen Garrigue und Hartlaubwald sein, wenn eine Garrigue auf dem Weg ist, wieder zu einem Wald hochzuwachsen. Vor allem kommen Macchien (auf Naxos) jedoch an Standorten vor, die f\u00fcr die Kermeseiche und einen echten Hartlaubwald zu trocken sind und an denen \u00fcberwiegend der Ph\u00f6nizische Wacholder vorkommt, der nicht als geschlossener Wald w\u00e4chst. Diese Macchien sind somit eine stabile Vegetationsform, nicht eine Ersatzvegetation; sie schlie\u00dfen sich an die Hartlaubw\u00e4lder an trockeneren Standorten an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kermeseichenwald bei Azalas\"><br \/>\n<small>kleines Hartlaubw\u00e4ldchen aus Kermeseiche, mit Steinlinde und Wilder Olive, wie es f\u00fcr die niedrigeren Lagen in Ostnaxos typisch ist, umgeben von Macchie<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/maquis-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie bei Azalas\"><br \/>\n<small>In der Macchie wachsen Str\u00e4ucher und niedrige B\u00e4ume in bunter Mischung. An Standorten, an denen viel verbissene Kermeseiche, Steinlinde und Wilde Olive vorkommen, k\u00f6nnte die heutige Macche bei wegfallender Beweidung wieder zu einem geschlossenen Wald hochwachsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2765-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Hier eine Garrigue mit denselben Arten, die hier aber meist nicht h\u00f6her als etwa einen halben Meter werden. Im Vordergrund sieht man noch die Reste der beim letzten Feuer abgebrannten Str\u00e4ucher.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/macchia_juniperus-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder und Wilder Olive sowie diversen Str\u00e4uchern ist kein degradierter Wald, sondern die nat\u00fcrliche Vegetation an diesem Standort, der f\u00fcr die Kermeseiche zu trocken ist. Best\u00e4nde, in denen der Ph\u00f6nizische Wacholder \u00fcberwiegt, m\u00fcssen als Macchie gelten, da der Wacholder kein geschlossenes Kronendach bildet. Die Kermeseiche kann weder durch Brand noch durch Beweidung ausgerottet werden; wo sie fehlt, ist es f\u00fcr sie zu trocken.<\/small><\/p>\n<h3>Die Sukzession zur\u00fcck zum Hartlaubwald<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie nat\u00fcrliche Sukzession von der Garrigue zur\u00fcck zum Hartlaubwald l\u00e4uft auch bei sehr seltenem Abbrennen und eher geringer Beweidung sehr langsam ab. Im Laufe der Jahre k\u00f6nnen die Str\u00e4ucher so gro\u00df werden, dass die Mitte des dichten Geb\u00fcschs au\u00dfer Reichweite der Ziegen gelangt. Dort k\u00f6nnen dann einige Triebe in die H\u00f6he wachsen und es entstehen die typischen vielst\u00e4mmigen, kleinen Baumgruppen, die man \u00fcberall in den Macchien antreffen kann. Nach und nach k\u00f6nnen sich derartige Baumgruppen zu einem lockeren, offenen, niedrigen Wald zusammenschlie\u00dfen. Im Gegensatz zur Macchie weisen die Hartlaubw\u00e4lder ein geschlossenes Kronendach auf und zeigen meist wenig Unterwuchs an Str\u00e4uchern und Zwergstr\u00e4uchern, die im Schatten unter den B\u00e4umen nicht gut gedeihen k\u00f6nnen. Entsprechend ist die Artenvielfalt in Macchie und Garrigue meist betr\u00e4chtlich h\u00f6her als im geschlossenen Wald. Wie man sich denken kann, sind die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Garrigue, Macchie und Wald kontinuierlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6578-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Die verbissenen Str\u00e4ucher wachsen im Lauf der Zeit zu einem sehr dichten Geb\u00fcsch heran, in das sogar die Ziegen nicht mehr eindringen k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5480-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>In solchen dichten Geb\u00fcschen k\u00f6nnen einige Triebe den M\u00e4ulern der Ziegen entkommen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2693-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Niedriges, verbissenes und den Ziegen entkommenes Gestr\u00fcpp wachsen durcheinander.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2701-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Aus den Trieben, die au\u00dfer Reichweite der Ziegen gelangen, entstehen im Lauf der Jahre (wenn nicht erneut abgebrannt wird) kleine Baumgruppen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5743-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Die Hartlaubw\u00e4lder, die auf diese Weise im Lauf der Jahre wieder aufwachsen k\u00f6nnen, weisen im Gegensatz zur Macchie ein geschlossenes Kronendach auf; der Unterwuchs an Str\u00e4uchern ist nur gering.<\/small><\/p>\n<h3>Garrigue &#8211; Phrygana<\/h3>\n<p><big>A<\/big>uf den ersten Blick k\u00f6nnen Garrigues und <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Phryganas<\/a> durchaus \u00e4hnlich aussehen. Oft ben\u00f6tigt es einen zweiten Blick um sich zu vergewissern, ob zwischen den in beiden Pflanzengesellschaften h\u00e4ufigen gro\u00dfen Str\u00e4uchern wie dem Dornigen Ginster und dem Behaarten Dornginster auch Baumarten wie die Kermeseiche oder die Steinlinde wachsen. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es an vielen Standorten auch allm\u00e4hliche \u00dcberg\u00e4nge oder ein kleinr\u00e4umiges Mosaik aus Pflanzengesellschaften, die als Phrygana und solchen, die als Garrigue bezeichnet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/area\/phrygana-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>artenreiche Phrygana<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/P1010731-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Diese Pflanzengesellschaft sieht auf den ersten Blick einer Phrygana sehr \u00e4hnlich; es handelt sich aber um eine Garrigue, in der auch verbissene Baumarten (Kermeseiche, Wilde Olive usw) vorkommen.<\/small><\/p>\n<p><big>U<\/big>rspr\u00fcnglich wurde auch die Phrygana f\u00fcr eine <em>Degradationsform<\/em> in der Reihe Hartlaubwald-Macchie-Garrigue unter dem Einfluss von starker Beweidung und Brand gehalten. Auf Naxos kann man jedoch deutlich beobachten, dass auch unter extremer Beweidung und gelegentlichem Abbrennen auf Marmor Garrigues oder Macchien mit Waldbaumarten wie vor allem der Kermeseiche, aber auch wildem \u00d6lbaum, Steinlinde, Mastixstrauch, Kreta-Ahorn oder Ph\u00f6nizischem Wacholder <em>(Juniperus phoenicea)<\/em> gedeihen k\u00f6nnen. Bei zunehmendem Beweidungsdruck wird die Garrigue nicht von einer Phrygana abgel\u00f6st, sondern die Pflanzen stehen nur immer lockerer, bis im Extremfall kaum bewachsener, nackter Fels \u00fcbrigbleibt. Baumarten wie die Kermeseiche k\u00f6nnen kaum durch Beweidung oder Brand ausgerottet werden; sie treiben immer wieder aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2771-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auch unter extremer Beweidung werden die Baumarten der Macchie nicht v\u00f6llig eliminiert, sondern wachsen nur immer sp\u00e4rlicher.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN5492-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Hier auf dem Gipfel des Zeus wuchs sicher urspr\u00fcnglich ein dichter Hartlaubwald. Das ist heute davon \u00fcbrig geblieben: eine sehr lockere Garrigue aus verbissenem Kreta-Ahorn, Kermeseiche und hier und da Kreuzdorn. An diesem Standort mit durchschnittlich an die 1000 mm Regenfall im Jahr ist die Sp\u00e4rlichkeit der Vegetation sicher nicht auf Trockenheit zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf eine Beweidung durch Ziegen nach Abbrennen. In den 30 Jahren, in denen ich hier wohne, hat es auf dem Zeus-Gipfel meines Wissens kein einziges Mal gebrannt. Trotzdem k\u00f6nnen die verbissenen Str\u00e4ucher selbst bei nur m\u00e4\u00dfiger Beweidung nicht wieder in die H\u00f6he wachsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/sapindaceae\/acer_sempervirens_zeus-1.jpg\" alt=\"Kretischer Ahorn auf dem Zeus-Gipfel\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die wenigen B\u00e4ume, die \u00fcbrig geblieben sind (Kretischer Ahorn), wachsen in vom Feuer offenbar ausgelassenen Senken. Auch hier kann kein Jungwuchs hochkommen; die B\u00e4ume sind alle schon recht alt und was in Reichweite der Ziegen ist, wird verbissen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/goats_on_zas_maple-1.jpg\" alt=\"Ziegen unter Kretischem Ahorn auf dem Zeus-Gipfel\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier der \u00dcbelt\u00e4ter: die naxiotische Ziege, im Schatten der Ahorn-B\u00e4ume.<\/small><\/p>\n<h3>Der Einfluss des Gesteins<\/h3>\n<p><big>M<\/big>acchien und Garrigues, die \u00fcberwiegend aus Kermeseiche und Ph\u00f6nizischem Wacholder bestehen, begleitet beispielsweise von Steinlinde, Wilder Olive, Kreta-Ahorn, Mastixstrauch, Kreuzdorn und Ginstern, sind auf Naxos stets auf <strong>Marmor<\/strong> zu finden. Obwohl \u00fcber Marmor oft keine oberirdische Erdschicht ausgebildet ist und die Landschaft sehr trocken erscheint, k\u00f6nnen die tiefwurzelnden B\u00e4ume in den erdgef\u00fcllten Kl\u00fcften zwischen den Marmorfelsen gen\u00fcgend Feuchtigkeit finden. Diese Erde in den tiefen Spalten zwischen den Felsen ist sogar besonders gut vor Verdunstung gesch\u00fctzt. Auch in den trockensten Lagen von Naxos k\u00f6nnen auf Marmor noch diverse Baumarten gedeihen, auch wenn sie hier kein geschlossenes Kronendach mehr bilden k\u00f6nnen, sondern sehr locker stehen.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf <strong>Schiefer, Konglomerat und Granit-\u00e4hnlichen Gesteinen<\/strong> k\u00f6nnen dagegen oft keine Baumarten wachsen &#8211; und das nicht nur in den niedrigen, trockenen Lagen, sondern auch an vielen Stellen an den H\u00e4ngen der Berge. Das liegt daran, dass sich der Schiefer schlechter durchwurzeln l\u00e4sst und dass in Hanglagen keine gen\u00fcgend tiefe Bodenschicht entstehen kann, die ausreicht, damit die B\u00e4ume das ganze Jahr \u00fcber ausreichend Feuchtigkeit bekommen. Die Erdschichten \u00fcber Schiefer und Granit trocknet im Sommer oft vollst\u00e4ndig aus. An diesen Standorten wachsen nur Str\u00e4ucher, die an der Oberfl\u00e4che ein ausgebreitetes, fein verzweigtes Wurzelwerk ausbilden, mit dem sie die winterlichen Regenf\u00e4lle gut ausnutzen und die den Sommer dadurch \u00fcberstehen, dass sie eine Trockenpause einlegen, indem sie ihre Bl\u00e4tter abwerfen oder sehr kleine, sich zusammenrollende Sommerbl\u00e4tter ausbilden. Nur in den T\u00e4lern oder auf Terrassen, wo die Erdschicht dick genug ist, oder an felsigen Stellen mit Kl\u00fcften und Rissen im Gestein k\u00f6nnen B\u00e4ume wachsen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN6750-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Phrygana an sehr trockenem Standort auf Schiefer mit durchgehender, aber d\u00fcnner Bodendecke: Es k\u00f6nnen fast nur die Dornige Bibernelle und der Kopfige Thymian gedeihen, die die Sommertrockenheit \u00fcberstehen, indem sie ihre Bl\u00e4tter abwerfen und eine Vegetationspause einlegen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_phoenicea_macquis-7.jpg\" border=\"0\" alt=\"Ph\u00f6nizischer Wacholder, Juniperus phoenicea\"><br \/>\n<small>Benachbart dazu w\u00e4chst auf Marmor ohne oberirdische Bodendecke eine lockere Wacholder-Macchie.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN5470-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>An diesem Hang am Zeus ist deutlich sichtbar, dass die dunkelgr\u00fcneren verbissenen Hartlaub-Str\u00e4ucher in den Marmorb\u00e4ndern wachsen (mit den wei\u00dfen herausragenden Felsen), w\u00e4hrend auf dem Schiefer nur Zwergstr\u00e4ucher vorkommen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN6641-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Derselbe Effekt ist auch hier am Hang des Kal\u00f3geros bei Ap\u00f3llonas zu erkennen: Die B\u00e4ume wachsen an den felsigen Stellen, wo die Kl\u00fcfte des Gesteins eine ausreichend tiefe Durchwurzelung erlauben, sowohl auf Marmor als auch auf Schiefer.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5031-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auch hier auf den M\u00e1kares-Inseln sind die Baumarten (dunkelgr\u00fcn) an den Marmor-Untergrund gebunden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6151-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>In den Kl\u00fcften im Marmor sammelt sich bis in gro\u00dfe Tiefen derartige rote Erde an, die den ganzen Sommer \u00fcber Feuchtigkeit speichert.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6589-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auch an sehr trockenen Standorten k\u00f6nnen die B\u00e4ume mit ihren tiefen Wurzeln in den Kl\u00fcften des Marmors noch Feuchtigkeit finden.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ntsprechend wachsen in den trockeneren Gebieten der Insel (unabh\u00e4ngig von der H\u00f6henlage) auf <u>Marmor<\/u> Hartlaubw\u00e4lder, oder aus diesen entstandene Garrigues, oder Macchien. Auf <u>Schiefer, Granit und \u00e4hnlichem Untergrund<\/u> wachsen Phryganas, in denen die Baumarten nicht vorkommen, oder an g\u00fcnstigen Standorten W\u00e4lder. Dieser standort\u00f6kologische Unterschied zwischen Phryganas und Garrigues ist f\u00fcr Naxos zuerst von Niels B\u00f6hling (in seiner Dissertation &#8222;Raumgliederung auf Naxos&#8220;, Gebr. Borntraeger Verlagsbuchhandlung 1994) beschrieben worden.<\/p>\n<h3>Typische Formen von Garrigue und Macchie<\/h3>\n<h6>1. Macchie mit Ph\u00f6nizischem Wacholder<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n der w\u00e4rmsten Stufe von Naxos, also vor allem in S\u00fcd- und Ostnaxos in K\u00fcstenn\u00e4he bis stellenweise zu einigen Hundert Metern H\u00f6he, w\u00e4chst auf Marmor h\u00e4ufig eine lockere Macchie, die \u00fcberwiegend aus Ph\u00f6nizischem Wacholder <em>(Juniperus phoenicea)<\/em> besteht. Teilweise sind in geringeren Anteilen die \u00fcbrigen typischen Macchie-Arten wie Mastixstrauch, \u00d6lbaum oder Steinlinde beigemischt sowie verschiedene Zwergstr\u00e4ucher; seltener auch die Kermeseiche, die die trockensten Lagen meist meidet.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder ist charakteristisch f\u00fcr Standorte mit extremer Trockenheit und Hitze in den w\u00e4rmsten Regionen der Insel. Der Ph\u00f6nizische Wacholder mit seinen schuppenartig reduzierten Bl\u00e4ttern ist besonders trockenheitsresistent. Dass die Str\u00e4ucher der Macchie locker stehen, hat seinen Grund im Wassermangel: Die Wurzeln der einzelnen Pflanzen brauchen so viel Platz, um eine ausreichende Wasserversorgung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><big>E<\/big>s ist davon auszugehen, dass die Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder auf Naxos die nat\u00fcrliche Vegetation der trockensten Lagen der thermomediterranen Stufe der Hartlaub-Zone darstellt und sich auch bei Wegfall des menschlichen Einflusses nicht sehr ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Sie entsteht jedenfalls nicht durch Abbrennen aus Eichenwald: Der Wacholder ist feuerempfindlicher als die Kermeseiche. Durch Beweidung wird der Wacholder gegebenenfalls beg\u00fcnstigt, da er sehr ungern gefressen wird. Nur bei extremer \u00dcberweidung beginnen die Ziegen die Rinde des Wacholders abzunagen, wodurch die Pflanzen vertrocknen. Leider kann man diesen Prozess in den letzten Jahren in S\u00fcdnaxos h\u00e4ufiger beobachten. Allerdings kann auch die Kermeseiche kaum durch Beweidung eliminiert werden; ihr Fehlen in der Wacholder-Macchie ist auf die zu gro\u00dfe Trockenheit der Standorte zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_phoenicea_macquis-4.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder\"><br \/>\n<small>An trockeneren Standorten werden die f\u00fcr das Mittelmeergebiet typischen Hartlaubw\u00e4lder durch offene Macchien ersetzt, die haupts\u00e4chlich aus Ph\u00f6nizischem Wacholder bestehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_phoenicea_macquis-3.jpg\" border=\"0\" alt=\"Ph\u00f6nizischer Wacholder, Juniperus phoenicea\"><br \/>\n<small>Reiner Bestand vom Ph\u00f6nizischen Wacholder auf dem Kap<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/juniperus_wood_apalirou-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder und Wilder Olive\"><br \/>\n<small>Macchie aus Ph\u00f6nizischem Wacholder und Wilder Olive an einem Hang beim K\u00e1stro Apal\u00edrou.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/macchia_panormos-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie mit Ph\u00f6nizischem Wacholder, Juniperus phoenicea, bei Panormos\"><br \/>\n<small>Der Wacholder kann sich auch an extrem trockenen Standorten noch halten.<\/small><\/p>\n<h6>2. Macchie aus Gro\u00dffr\u00fcchtigem Wacholder<\/h6>\n<p><big>D<\/big>irekt an der K\u00fcste w\u00e4chst in einigen Regionen von Naxos der Gro\u00dffr\u00fcchtige Wacholder <em>(Juniperus macrocarpa = J. oxycedrus ssp. macrocarpa)<\/em>, der Salzeinfluss ben\u00f6tigt und \u00dcbersandung vertr\u00e4gt. Er bildet lockere Geb\u00fcsche, teilweise zusammen mit dem Mastixstrauch, der ebenfalls \u00dcbersandung vertragen kann. Die sich nahe am Boden verzweigenden B\u00fcsche verst\u00e4rken durch ihre dichte Benadelung die Sandablagerung. Dadurch wird die Bildung von Sandd\u00fcnen gef\u00f6rdert (vor allem S\u00fcdwest-Naxos, aber kleinfl\u00e4chig auch bei Psil\u00ed \u00c1mmos an der Ostk\u00fcste). Bei zu hoher Anh\u00e4ufung von Sand stirbt der Wacholder jedoch ab. Auch Jungwuchs kann nur in D\u00fcnensenken auf lehmigem Boden aufkommen. Auch an nicht-sandigen Standorten in K\u00fcstenn\u00e4he kommt der Gro\u00dffr\u00fcchtige Wacholder gelegentlich vor, wie zum Beispiel auf dem Kap Stavr\u00f3s bei Moutso\u00fana. Hier w\u00e4chst er gemeinsam mit dem Ph\u00f6nizischen Wacholder.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Macchie des Gro\u00dffr\u00fcchtigen Wacholders ist eine nat\u00fcrliche Gesellschaft der thermomediterranen Hartlaubvegetation, die an Standorten mit Salzeinfluss und (nicht obligatorisch) \u00dcbersandung w\u00e4chst. Ebenso wie der Ph\u00f6nizische Wacholder ist der Gro\u00dffr\u00fcchtige Wacholder trockenheitsresistent, beweidungsangepasst und wenig brennbar, aber feuerempfindlich. An seinen Wuchsorten in unmittelbarer K\u00fcstenn\u00e4he kommt er in den Genuss einer leicht erh\u00f6hten Feuchtigkeit durch Taufall und Ausk\u00e4mmen von Feuchtigkeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_macrocarpa-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Gro\u00dffr\u00fcchtiger Wacholder, Juniperus macrocarpa\"><br \/>\n<small>Macchie aus Gro\u00dffr\u00fcchtigem Wacholder auf Sand bei \u00c1gia \u00c1nna<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_macrocarpa-5.jpg\" border=\"0\" alt=\"Gro\u00dffr\u00fcchtiger Wacholder, Juniperus macrocarpa\"><br \/>\n<small>Hier w\u00e4chst eine Macchie des Gro\u00dffr\u00fcchtigen Wacholders an der Lagune am Flughafen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_macrocarpa-4.jpg\" border=\"0\" alt=\"Gro\u00dffr\u00fcchtiger Wacholder, Juniperus macrocarpa\"><br \/>\n<small>am Kap Stavr\u00f3s auf Konglomerat, hier gemeinsam mit dem Ph\u00f6nizischen Wacholder<\/small><\/p>\n<h6>3. Kermeseichen-Macchie bzw -Garrigue<\/h6>\n<p><big>I<\/big>m S\u00fcden und Osten der Insel ist von K\u00fcstenn\u00e4he bis in h\u00f6here Lagen eine Macchie verbreitet, in der vor allem die Baumarten Kermeseiche <em>(Quercus coccifera)<\/em>, \u00d6lbaum <em>(Olea europaea)<\/em>, Steinlinde <em>(Phillyrea latifolia)<\/em> und Ph\u00f6nizischer Wacholder <em>(Juniperus phoenicea)<\/em> vorkommen. Oft wachsen durcheinander gemischt sowohl sehr stark verbissene, polsterf\u00f6rmige Exemplare dieser Arten (au\u00dfer beim Wacholder, der kaum gefressen wird) als auch gr\u00f6\u00dfere B\u00fcsche und kleine B\u00e4umchen, deren Kronen au\u00dfer Reichweite der Ziegen gelangt sind. In den (weniger feuergef\u00e4hrdeten) T\u00e4lern schlie\u00dfen sich die B\u00e4umchen oft zu kleinen Gruppen oder W\u00e4ldchen zusammen. Dazu kommen Straucharten wie der Mastixstrauch <em>(Pistacia lentiscus)<\/em>, der Dornige Ginster <em>(Genista acanthoclada)<\/em>, der Behaarte Dornginster<em> (Callicotome villosa)<\/em>, der Kreuzdorn <em>(Rhamnus lycioides)<\/em> sowie stellenweise auch die Heide <em>(Erica manipuliflora)<\/em>. In der N\u00e4he von ehemaligen Geh\u00f6ften oder um die fr\u00fcher bewirtschafteten K\u00fcstenebenen herum erh\u00f6ht sich deutlich der Anteil des \u00d6lbaums, gegebenenfalls als veredelte Exemplare, aber auch die Wildform kommt h\u00e4ufig vor. Im S\u00fcdosten der Insel ist der Wilde \u00d6lbaum so h\u00e4ufig, dass sich die Bauern fr\u00fcher aus dieser Region die Wildoliven holten, die sie auf ihren Feldern pflanzten und dann veredelten.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei Wegfall des menschlichen Einflusses, das hei\u00dft ohne Abbrennen und bei geringerer Beweidung w\u00fcrde die Kermeseichen-Macchie zu niedrigen Hartlaubw\u00e4ldern aus denselben Arten aufwachsen. Es ist anzunehmen, dass in manchen Gebieten von Naxos, in denen heute Kermeseichenw\u00e4lder vorkommen, urspr\u00fcnglich Steineichenw\u00e4lder gediehen; wie weit diese verbreitet waren, muss allerdings der Spekulation \u00fcberlassen werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fagaceae\/quercus_coccifera_browsed-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Garrigue aus verbissener Kermeseiche\"><br \/>\n<small>Garrigue \u00fcberwiegend aus verbissener Kermeseiche<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN5695-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Gro\u00dfe Fl\u00e4chen in Ostnaxos sind von Garrigue bedeckt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN2732-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Garrigue und Macchie sind flie\u00dfend; hier und da wachsen kleine Baumgruppen oder W\u00e4ldchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN6554-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>typische Macchie auf Marmor in Ostnaxos<\/small><\/p>\n<h6>4. Garrigue in h\u00f6heren Lagen: mit Kreta-Ahorn<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n den h\u00f6heren Lagen \u00e4ndert sich die Zusammensetzung der Garrigue. \u00d6lbaum, Steinlinde und Ph\u00f6nizischer Wacholder verschwinden; statt dessen tritt der Kreta-Ahorn <em>(Acer sempervirens)<\/em> dazu. Derartige Pflanzengesellschaften aus Ahorn, Kermeseiche und Kreuzdorn kommen beispielsweise auf dem Gipfel des <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanderung-zeus-1\/\">Zeus<\/a> vor. Dieser Garrigue entsprechende Macchien sind nicht \u00fcblich; allerdings treten an manchen Stellen W\u00e4ldchen mit den genannten Arten auf, zu denen dann oft noch weitere Baumarten wie die Wilde Birne <em>(Pyrus amygdaliformis)<\/em> und zahlreiche Str\u00e4ucher treten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN5564-1_450.jpg\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auf dem Gipfel des Zeus w\u00e4chst eine sehr lockere Garrigue aus Kreta-Ahorn, Kermeseiche und Kreuzdorn.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/garrigue_zeus-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In gesch\u00fctzten Senken wachsen an einigen Stellen gro\u00dfe Ahornb\u00e4ume in der Garrigue.<\/small><\/p>\n<h6>5. Macchie auf Granit: Baumheide und Erdbeerbaum<\/h6>\n<p><big>I<\/big>m Nordwesten des K\u00f3ronos-Berges in der Gegend von <a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-1\/\">Skep\u00f3ni<\/a> w\u00e4chst kleinfl\u00e4chig eine Pflanzengemeinschaft, die ebenfalls als Macchie eingestuft werden muss. Hier kommen zwei Pflanzen vor, die sonst auf Naxos (fast) nirgendwo auftreten: Der Erdbeerbaum <em>(Arbutus unedo)<\/em> und die Baumheide <em>(Erica arborea)<\/em>. Diese Arten bilden hier zusammen mit dem Pfriemenginster <em>(Spartium junceum)<\/em> und Heide <em>(Erica manipuliflora)<\/em> eine dichte, fast undurchdringliche Macchie. Die umgebenden verwilderten Terrassen sind vor allem von Zistrosen <em>(Cistus creticus)<\/em> bewachsen; in den T\u00e4lern w\u00e4chst Auwald, an den H\u00e4ngen an manchen Stellen kleine Waldreste mit vielen Baumarten einschlie\u00dflich vereinzelten Steineichen. Die Macchie ist vielleicht ein \u00dcberrest eines Hartlaubwaldes, der vermutlich haupts\u00e4chlich aus Steineichen mit den heute vorkommenden Arten im Unterwuchs bestand. Ernst Aristide Dugit, der Naxos 1861 bereiste, berichtet, dass es auf dem K\u00f3ronos-Berg im 18. Jahrhundert W\u00e4lder aus Kastanien und Eichen mit Erdbeerbaum und Mastixstrauch im Unterwuchs gegeben haben soll.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSC_2613-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Diese Macchie mit Erdbeerbaum, Baumheide, vielen gro\u00dfen Str\u00e4uchern und zahlreichen Baumarten w\u00e4chst an einem Granit-Hang bei Skep\u00f3ni.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Baumf\u00f6rmige Heide, Erica arborea\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/erica_arborea-1.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Baumheide<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Westlicher Erdbeerbaum, Arbutus unedo\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/arbutus_unedo-2.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Erdbeerbaum<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Phrygana<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-vegetation\/\">Die Vegetation von Naxos<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/waelder\/\">W\u00e4lder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/hartlaubvegetation\/\">Die Hartlaubvegetation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/ginster\/\">Ginster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/boden\/\">Boden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/beweidung\/\">Beweidung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/feuer\/\">Feuer<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl es auf Naxos auch noch einige Waldreste gibt, ist der gr\u00f6\u00dfte Anteil der (nicht bewirtschafteten) Regionen der Insel doch \u00fcberwiegend von &#8222;Strauchvegetation&#8220; bewachsen. Bei diesen niedrigen oder offenen Pflanzengesellschaften kann man drei Typen unterscheiden: 1. Phrygana: Best\u00e4nde aus Zwergstr\u00e4uchern und Str\u00e4uchern (sowie niedrigen einj\u00e4hrigen Pflanzen, Zwiebelpflanzen und Stauden) 2. Garrigue: neben den Arten der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":56095,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,11,9,12,13],"tags":[35,866,64,297,869,34,296,181,865,867,1487,868,1486],"class_list":["post-1333","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-boden","category-natur","category-naxos","category-pflanzen","category-vegetation","tag-agais","tag-azalas","tag-botanik","tag-garrigue","tag-griechenland","tag-kykladen","tag-macchie","tag-mediterranes-okosystem","tag-naxos","tag-pflanzen","tag-straeucher","tag-vegetation","tag-zwergstraeucher"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1333"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1333\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69580,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1333\/revisions\/69580"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}