{"id":128,"date":"2009-02-15T01:02:02","date_gmt":"2009-02-14T23:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=128"},"modified":"2024-08-24T03:44:57","modified_gmt":"2024-08-24T00:44:57","slug":"wetter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/wetter-2\/","title":{"rendered":"Wie entstehen Wolken?"},"content":{"rendered":"<h3>Prozesse der Wolkenbildung<\/h3>\n<p><big>Z<\/big>ur Kondensation und damit zur Wolkenbildung kommt es, wenn sich feuchte Luft soweit abk\u00fchlt, dass der Taupunkt unterschritten wird. Das kann durch vier verschiedene Prozesse geschehen: durch das Aufsteigen der Luft an einem Gebirge, durch Quellvorg\u00e4nge, das hei\u00dft Konvektion, durch das Aufgleiten von Luftmassen an den Fronten einer Zyklone oder durch Verwirbelungen (Turbulenzen) an zwei \u00fcbereinander hinweg gleitenden Luftschichten.<\/p>\n<h3>1. Wolkenbildung durch Aufsteigen der Luft an einem Gebirge<\/h3>\n<p><big>W<\/big>enn Luftmassen an einem Gebirge zum Aufsteigen gezwungen werden, k\u00fchlen sie ab. Sobald dabei der Taupunkt unterschritten wird, beginnt der Wasserdampf zu kondensieren und Wolken bilden sich. Diese Staubew\u00f6lkung h\u00e4ngt auf der dem Wind zugewandten Seite der Berge oder liegt ihnen als Kappe auf. \u00dcber dem Hauptkamm des Gebirges st\u00fcrzen die Wolken oft wie ein Wasserfall in die Tiefe, dann l\u00f6sen sie sich meist schnell auf: Bei der Erw\u00e4rmung, die die Luft erf\u00e4hrt, wenn sie wieder in niedrigere H\u00f6hen ger\u00e4t, verdampfen die kondensierten Wassertr\u00f6pfchen in den Wolken wieder. Dennoch ziehen sich Str\u00e4nge von kleineren, wattebausch-artigen Wolken oft auch in Lee der Berge hin; diese l\u00f6sen sich mit zunehmender Entfernung jedoch bald auf.<\/p>\n<p><big>A<\/big>n Inseln kommt Staubew\u00f6lkung sehr h\u00e4ufig vor. Sie bildet sich bei hoher Luftfeuchtigkeit der unteren Luftschichten, wenn der Taupunkt w\u00e4hrend des Aufsteigens der Luft an den Bergen (aufgrund der dadurch bedingten Abk\u00fchlung um einige Grad) unterschritten wird. Im Gegensatz zur Quellbew\u00f6lkung tritt Staubew\u00f6lkung schon in der Morgenfr\u00fche auf; sp\u00e4ter verschwindet sie h\u00e4ufig durch die mitt\u00e4gliche Erw\u00e4rmung der Luft \u00fcber den Landmassen wieder: der Taupunkt wird nun nicht mehr erreicht. Staubew\u00f6lkung erscheint im Gegensatz zur reinen Quellbew\u00f6lkung auch an windigen Tagen; bei v\u00f6lliger Windstille kann sie sich nicht bilden.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n ihrer typischen Form ist die Staubew\u00f6lkung als dichte, durchgehende Decke an beziehungsweise auf den Bergen ausgebildet; oftmals bilden sich jedoch nur verstreute Haufenwolken, die sich \u00fcber den Gipfeln zu einer mehr oder weniger geschlossenen Decke verdichten und am Rand der Inseln in immer kleinere W\u00f6lkchen zerfallen. Die Haufenwolken haben eine unscharf wirkende Oberfl\u00e4che; ihre R\u00e4nder und kleinere W\u00f6lkchen haben ein zerrissenes, wattebauschartiges Aussehen <em>(Cumulus humilis<\/em>: flache, nicht quellende Haufenwolken, <em>Stratocumulus<\/em>: ebenso, sich zu einer mehr oder weniger geschlossenen Decke zusammenlagernd, <em>Nimbostratus<\/em>: dicke, geschlossene Wolkendecke mit Regenfall, <em>Cumulus fractus<\/em>: kleine Wolkenfetzen).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN2389-1_450.jpg\" alt=\"Staubew\u00f6lkung \u00fcber Naxos bei S\u00fcdwestwind\"><br \/>\n<small>Staubew\u00f6lkung \u00fcber der Insel bei S\u00fcdwestwind<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>enn die Staubew\u00f6lkung an gr\u00f6\u00dferen Gebirgen eine ausreichende Dicke erreicht, regnet sie sich ab. Dadurch herrschen auf der windzugewandten Seite der Gebirge feuchte Bedingungen; es regnet h\u00e4ufig. Auf der windabgewandten Seite ist es dagegen viel trockener: Wenn die Luft sich beim Herunterfallen wieder erw\u00e4rmt, sinkt ihre relative Feuchte. Der Himmel bleibt hier meist klar und die Erde wird durch die hohe Sonneneinstrahlung und die trockene Luft ausgetrocknet. Darum befinden sich auf der Leeseite gro\u00dfer Gebirge h\u00e4ufig W\u00fcstenregionen. Die Luft kommt auf der Leeseite nach dem Abregnen au\u00dferdem w\u00e4rmer an, als sie auf der Luvseite gestartet ist, da durch die Kondensation des Wasserdampfes W\u00e4rme freigesetzt wird, wodurch sich die Luft bei der Wolkenbildung relativ erw\u00e4rmt. Wenn das Wasser sich abgeregnet hat, wird diese W\u00e4rme beim Absinken der Luft auf der anderen Seite des Gebirges nicht wieder durch Verdampfung verbraucht: die Luft bleibt insgesamt gesehen w\u00e4rmer.<\/p>\n<p><big>W<\/big>enn die Luftmassen am Gebirge hochsteigen m\u00fcssen, wird ihre Bewegung gebremst; die Windgeschwindigkeit sinkt. Auf der R\u00fcckseite des Gebirges f\u00e4llt die Luft dann oft mit hohen Windgeschwindigkeiten wieder bergabw\u00e4rts: es herrschen starke, warme Winde (<u>F\u00f6n<\/u>).<\/p>\n<p><big>A<\/big>uch auf der windabgewandten Seite eines Gebirges k\u00f6nnen sich jedoch Wolken bilden. Diese entstehen, wenn die durch das \u00dcberstr\u00f6men des Gebirges entstehenden starken Turbulenzen die noch Feuchtigkeit enthaltende Luft wieder hochwirbeln und die Luft dabei erneut bis zum Taupunkt abgek\u00fchlt wird. Diese F\u00f6nwolken weisen eine charakteristische Form auf: sie liegen wie lange, schlanke Walzen parallel zum Gebirgszug.<\/p>\n<h3>Staubew\u00f6lkung auf Naxos<\/h3>\n<p><big>S<\/big>taubew\u00f6lkung tritt auf Naxos im Sommer wegen der hohen Lufttemperaturen nur selten auf. Nach leichten Wetterst\u00f6rungen, wenn k\u00fchlere Luft in den \u00c4g\u00e4israum einstr\u00f6mt, kann sich jedoch auch in den Sommermonaten bei Nordwind f\u00fcr einige Tage eine Staubew\u00f6lkung an den Inseln bilden. Dichte Staubew\u00f6lkung bildet sich insbesondere \u00fcber dem den Nordwinden zugewandten Koronos-Berg auf, der im Winter fast stets in Wolken geh\u00fcllt ist. Der s\u00fcdlicher gelegene Zeus-Berg bleibt bei Nordwinden meist wolkenfrei; die Luft erw\u00e4rmt sich \u00fcber der Landmasse der Insel schnell durch die Sonneneinstrahlung. Bei S\u00fcdwestwinden ist dagegen auch der Zeus manchmal von einer dichten Wolkenkappe bedeckt. F\u00fcr das Auftreten von F\u00f6n-Erscheinungen sind die naxiotischen Berge zu klein.<\/p>\n<p><big>W<\/big>enn sich die Staubew\u00f6lkung \u00fcber Naxos nicht schon vormittags aufl\u00f6st, beginnt sie oft durch durch Konvektionsprozesse zu quellen. Reine, nicht quellende Staubew\u00f6lkung kommt nur gelegentlich vor, vor allem bei niedrigen Temperaturen oder st\u00e4rkerem Wind. Die h\u00e4ufigste Wolkenform im Winter sind lockere Kumulus-Wolken, die leicht quellen und bei deren Entstehung sowohl Stau- als auch Quellvorg\u00e4nge eine Rolle spielen (<em>Stratocumulus\/Cumulus humilis-Cumulus mediocris-Cumulus congestus<\/em>).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN2021-1_450.jpg\" alt=\"Kappe aus Staubew\u00f6lkung \u00fcber dem Koronos-Berg, Naxos\"><br \/>\n<small>Kappe aus Staubew\u00f6lkung \u00fcber dem Koronos-Berg<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN1793-1_450.jpg\" alt=\"nicht quellende Staubew\u00f6lkung, Naxos\"><br \/>\n<small>nicht quellende Staubew\u00f6lkung, die sich \u00fcber den Bergen dichter zusammenschlie\u00dft und sich an den R\u00e4ndern aufl\u00f6st<\/small><\/p>\n<h3>2. Wolkenbildung durch Konvektion<\/h3>\n<p><big>L<\/big>andfl\u00e4chen werden durch die Strahlung der Sonne unterschiedlich stark aufgeheizt. \u00dcber trockeneren Fl\u00e4chen, die sich st\u00e4rker erw\u00e4rmen als ihre Umgebung, bilden sich in der feuchten unteren Luftschicht warme Luftblasen, die aufzusteigen beginnen. Diese haben \u00fcblicherweise einen Durchmesser von nicht mehr als einem Kilometer. Wenn diese Luftblasen (durch die h\u00f6henbedingte Temperaturabnahme) w\u00e4hrend des Aufsteigens so weit abk\u00fchlen, dass der Taupunkt erreicht wird, beginnt die enthaltene Luftfeuchtigkeit zu kondensieren. Trotz der Abk\u00fchlung bleibt die Luftblase w\u00e4rmer als die Umgebung, deren Temperatur ja ebenfalls mit der H\u00f6he sinkt; ihre Abk\u00fchlung wird ferner durch die einsetzende Kondensation verlangsamt. Besonders gro\u00dfe Haufenwolken bilden sich bei einer \u00fcberadiabatischen Temperaturschichtung der Luft, wenn also die Lufttemperatur mit der H\u00f6he schneller sinkt, als physikalisch zu erwarten: So bleibt die Luftblase stets deutlich w\u00e4rmer als ihre Umgebung, und die leichtere warme Luft kann hoch hinaufquellen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie durch Quellvorg\u00e4nge entstehenden Haufenwolken weisen charakteristischerweise eine scharfe Untergrenze auf: das Kondensationsniveau. Ihre Oberfl\u00e4che nimmt durch die in kleinen Wirbeln hochquellende Luft eine blumenkohlartige, kompakte Struktur an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN5321-1_450.jpg\" alt=\"Haufenwolken, die zu quellen beginnen, Cumulus humilis, Naxos\"><br \/>\n<small>Haufenwolken, die zu quellen beginnen <em>(Cumulus humilis)<\/em>; das Kondensationsniveau ist deutlich zu erkennen<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN5410-1_450.jpg\" alt=\"Blumenkohl-artige Struktur einer gro\u00dfen Haufenwolke, Cumulus congestus, Naxos\"><br \/>\n<small>Blumenkohl-artige Struktur einer gro\u00dfen Haufenwolke <em>(Cumulus congestus)<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>enn die warmen Luftblasen mit dem Wind von ihrem Entstehungsort davongetragen werden, erreichen die sich bildenden Wolken nur eine geringe Gr\u00f6\u00dfe. Dann bildet sich oftmals \u00fcber einer w\u00e4rmeren Fl\u00e4che eine warme Luftblase nach der anderen, so dass eine Reihe von flachen Haufenwolken entsteht. An feuchten, windstillen Tagen k\u00f6nnen die Haufenwolken dagegen zu einer betr\u00e4chtlichen Gr\u00f6\u00dfe heranwachsen; solche quellenden Wolken werden als <em>Cumulus mediocris<\/em>, bei besonders m\u00e4chtiger Ausbildung als <em>Cumulus congestus<\/em> bezeichnet.<\/p>\n<p><big>A<\/big>usgepr\u00e4gte Quellwolken k\u00f6nnen sich durch die entsprechenden Vorg\u00e4nge auch dann bilden, wenn kalte Luft \u00fcber warmes Land flie\u00dft und dadurch deutlich erw\u00e4rmt wird. Auch in diesem Fall ist die Temperaturschichtung der Atmosph\u00e4re labil, das hei\u00dft die Temperatur sinkt stark mit der H\u00f6he. Diese Situation mit m\u00e4chtig quellenden <em>Cumulus-<\/em> und <em>Cumulonimbus-<\/em>Wolken, h\u00e4ufig mit Gewitterschauern, tritt oft im Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes nach dem Durchzug der Kaltfront auf.<\/p>\n<p><big>O<\/big>ft sind an der Entstehung der Haufenwolken sowohl Stau- als auch Quellprozesse beteiligt: im Laufe des Vormittags k\u00f6nnen Wolken, die sich als Staubew\u00f6lkung gebildet haben, zu quellen beginnen.<\/p>\n<h3>Quellbew\u00f6lkung auf Naxos<\/h3>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos kommen durch Quellen \u00fcber einer erhitzen Landfl\u00e4che entstandene Wolken selten vor und wachsen meist nicht zu einer bemerkenswerten Gr\u00f6\u00dfe heran. Das mag damit zusammenh\u00e4ngen, dass die Landfl\u00e4che relativ klein ist und kein ausreichendes Erhitzen der Luftmassen erlaubt; aber vor allem l\u00e4sst der meistens herrschende Wind die Entwicklung gro\u00dfer Quellwolken nicht zu: Die erw\u00e4rmten Luftblasen werden durch den Wind schnell von ihrem Entstehungsort, der \u00fcberhitzten Landfl\u00e4che, abgeschnitten. Aus denselben Gr\u00fcnden kommt es \u00fcber den Inseln nur selten zu Hagelf\u00e4llen. Gewitter treten im Sommer fast nie auf: Sie sind typisch f\u00fcr den Herbst und Winter, wobei die Gewitterwolken sich dann im Einflussbereich einer Zyklone bilden, wenn an der herannahenden Warm- oder auch der Kaltfront g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr ein hohes Heraufquellen von Haufenwolken bestehen; diese Wolken bilden sich meist nicht lokal \u00fcber der Insel, sondern wandern \u00fcber die ganze \u00c4g\u00e4is. Besonders ausgepr\u00e4gte Schauer- und Gewitterwolken bilden sich durch Quellvorg\u00e4nge nach dem Durchzug der Kaltfront, wenn die kalte Luft sich \u00fcber der warmen Landmasse stark erw\u00e4rmt und dadurch in die H\u00f6he steigt (S\u00fcdwest-Wetter).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN1334-1_450.jpg\" alt=\"durch reine Konvektion entstandene Haufenwolke, Cumulus mediocris, Naxos\"><br \/>\n<small>an einem windstillen Tag durch reine Konvektion entstandene Haufenwolke <em>(Cumulus mediocris)<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN6783-1_450.jpg\" alt=\"hoch hinaufgequollene Cumulonimbus-Wolke, Naxos\"><br \/>\n<small>hoch hinaufgequollene <em>Cumulonimbus<\/em>-Wolke<\/small><\/p>\n<h3>3. Wolkenbildung durch Aufgleiten von Warmluftmassen im Bereich von Tiefdruckgebieten<\/h3>\n<p><big>W<\/big>enn warme, feuchte Luftmassen aus den subtropischen Regionen auf kalte, trockene Polarluft treffen, bilden sich an der Grenze zwischen ihnen, der Polarfront, Zyklonen: die Polarfront erf\u00e4hrt eine keilartige Ausbeulung in die Kaltluft hinein und es entsteht ein langsam vorw\u00e4rts wanderndes, sich verst\u00e4rkendes Tiefdruckgebiet. Den vorderen Fl\u00fcgel der ehemaligen Polarfront, das hei\u00dft die Grenze, an der die Kaltluft von der Warmluft verdr\u00e4ngt wird, bezeichnet man als Warmfront. Die Warmfront steht vertikal betrachtet stark geneigt, da sich die leichtere Warmluft \u00fcber die Kaltluft schiebt: Sie kommt in der H\u00f6he schneller voran, als sie am Boden vordringt. Im Warmluftsektor, der auf die Warmfront folgt, herrscht niedriger Luftdruck; die Warmluft steigt in die H\u00f6he. Im umgebenden Kaltluftbereich mit hohem Luftdruck sinkt die Luft ab und str\u00f6mt in Bodenn\u00e4he in den Warmluftsektor ein. Dabei erf\u00e4hrt sie durch die Coriolis-Kraft eine Ablenkung im Gegenuhrzeigersinn. An der R\u00fcckseite wird der Warmluftsektor durch die Kaltfront begrenzt, an der sich die polare Kaltluft unter die Warmluft schiebt. Beide Fronten und somit die ganze Zyklone unterliegen einer durch die Coriolis-Kraft hervorgerufenen Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn. Entsprechend herrscht an der Ostseite des Tiefdruckgebietes S\u00fcdwind, an der Westseite Nordwind. Bei der Entwicklung eines Tiefdruckgebietes wird die Warmfront am Boden schlie\u00dflich oft von der Kaltfront eingeholt, so dass sich die warmen Luftmassen nur noch in gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he befinden (Okklusion).<\/p>\n<p><big>H<\/big>ier gibt es mehr Informationen zur Entstehung der Wetterverh\u00e4ltnisse in den verschiedenen Klimazonen der Erde, zu Zyklonen und zur Coriolis-Kraft: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/mediterranes-klima\/\">Das mediterrane Klima<\/a><\/p>\n<p><big>A<\/big>n beiden Fronten bilden sich Wolken: durch den Kontakt mit der Kaltluft wird die feuchte Warmluft so weit abgek\u00fchlt, dass die Feuchtigkeit kondensiert. Dabei treten nacheinander und nebeneinander eine ganze Reihe verschiedener Wolkentypen auf, typischerweise etwa so: <em>Cirrus uncinus, Cirrostratus, Altostratus, Nimbocumulus <\/em>bzw. <em>Nimbostratus<\/em>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN3648-1_450.jpg\" alt=\"aufziehende Schauerwolke im Einflussbereich einer Kaltfront, Naxos\"><br \/>\n<small>aufziehende Schauerwolke im Einflussbereich einer Kaltfront<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>olkenbildung aufgrund von Kondensation durch den Kontakt der unterschiedlichen Luftschichten eines Frontensystems ist f\u00fcr den naxiotischen Winter typisch: Fast aller Regen f\u00e4llt in Verbindung mit dem Durchzug eines Tiefdruckgebietes.<\/p>\n<p><big>H<\/big>ier gibt es mehr Informationen \u00fcber die Wolkenerscheinungen im Bereich von Tiefdruckgebieten: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/winterwetter\/\">Winterwetter<\/a><\/p>\n<h3>4. Wolkenbildung durch Turbulenzen<\/h3>\n<p><big>W<\/big>olken k\u00f6nnen auch durch Turbulenzen <u>an der Grenze zwischen zwei verschieden warmen Luftschichten<\/u> entstehen. Die Luft der w\u00e4rmeren Schicht kann, wenn sie gen\u00fcgend Feuchtigkeit enth\u00e4lt, durch den Kontakt mit der k\u00fchleren so weit abgek\u00fchlt werden, dass die Feuchtigkeit kondensiert und sich Wolken bilden. Zwischen den \u00fcbereinander hinweg streichenden Luftschichten entstehen Wellen wie an der Meeresoberfl\u00e4che durch den Wind. Durch diese Wellen werden die Luftmassen in kleinen Turbulenzen hoch gerissen. Bei einem einfachen Wellensystem entstehen Wolkenfelder mit wellenf\u00f6rmiger Struktur; je nach der H\u00f6he der Wolken spricht man von <em>Cirrocumulus undulatus <\/em>oder <em>Altocumulus undulatus<\/em>.<\/p>\n<p><big>H<\/big>\u00e4ufiger noch werden die Turbulenzen durch zwei Wellensysteme strukturiert, die durch die unterschiedlichen Windrichtungen in den beiden Luftschichten entstehen: An der Grenze bedingt jede der beiden Luftschichten ein eigenes Wellensystem entsprechend der Str\u00f6mungsrichtung der Luft. So entstehen kleine haufenf\u00f6rmige W\u00f6lkchen, die als <em>Cirrocumulus floccus <\/em>(oder <em>Cirrus floccus<\/em>)  beziehungsweise <em>Altocumulus floccus <\/em>bezeichnet werden. Auch in der untersten Wolkenschicht k\u00f6nnen durch die beschriebenen Turbulenzen zwischen zwei Luftschichten solche nicht quellenden, den ganzen Himmel gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcberziehenden W\u00f6lkchen entstehen; man spricht dann von <em>Stratocumulus<\/em>. Bei dieser Entstehung spielt meistens Konvektion auch eine Rolle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN2618-1_450.jpg\" alt=\"Wolkenbildung durch Turbulenzen zwischen zwei sich verschieden bewegenden Luftschichten, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Wolken sind durch Turbulenzen zwischen zwei sich verschieden bewegenden Luftschichten entstanden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN2556-1_450.jpg\" alt=\"Wolkenbildung durch Turbulenzen zwischen zwei sich verschieden bewegenden Luftschichten, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Oft verlaufen die Wellen der Turbulenzen in zwei Richtungen, dann entstehen kleine Fl\u00f6ckchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/P1290771-1_450.jpg\" alt=\"Wolkenbildung durch Turbulenzen zwischen zwei sich verschieden bewegenden Luftschichten, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese beeindruckenden Wolken zeigen deutlich die durch Turbulenzen bedingte Wellenform.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN2660-1_450.jpg\" alt=\"lockere Stratocumulus-Wolken, Naxos\"><br \/>\n<small>vermutlich u.a. durch Turbulenzen entstandene, leicht quellende, lockere Stratocumulus-Wolken<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Bildung niedriger Wolken durch Turbulenzen ohne Mitwirkung der anderen Prozesse tritt auf Naxos nicht oder kaum auf; entsprechend kommt die in Mitteleuropa sehr h\u00e4ufige Wolkenform <em>Stratocumulus<\/em> auf Naxos nur selten vor.<\/p>\n<p><big>Z<\/big>u Wolkenbildung f\u00fchrende Wellenbewegungen k\u00f6nnen auch <u>auf der windabgewandten Seite von Gebirgen<\/u> entstehen. Dabei bilden sich in niedriger H\u00f6he, hinter dem Gebirgskamm, meist rundliche Wolken, die deutlich die Verwirbelung zeigen, w\u00e4hrend dar\u00fcber manchmal \u00fcbereinandergestapelte linsenf\u00f6rmige Wolken entstehen, dadurch dass die \u00fcber der Verwirbelung verlaufenden Schichten durch diese nach oben verbogen werden, so dass die Luftschichten abk\u00fchlen und die enthaltene Luftteuchtigkeit kondensiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/P1070982-1_450.jpg\" alt=\"linsenf\u00f6rmigen Wolken aufgrund von Turbulenzen im Lee der Berge, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese \u00fcbereinandergestapelten, linsenf\u00f6rmigen Wolken sind durch Turbulenzen im Lee der Berge entstanden.<\/small><\/p>\n<h3>5. Wolkenfreier Himmel<\/h3>\n<p><big>O<\/big>ft ist der Himmel \u00fcber Naxos v\u00f6llig wolkenfrei. Im Winter tritt wolkenloser Himmel bei niedriger Luftfeuchtigkeit auf, das hei\u00dft wenn nach Regenf\u00e4llen \u00fcber dem Festland trockene Luft mit niedriger relativer Feuchte \u00fcber die \u00c4g\u00e4is str\u00f6mt. So kann es nach dem Durchzug schwacher Tiefausl\u00e4ufer oder leichter St\u00f6rungen bei m\u00e4\u00dfigem bis starkem Nordwind einige v\u00f6llig wolkenfreie Tage mit klarer Sicht geben. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit nehmen die Berge in der Ferne eine leichte Blauf\u00e4rbung an, da die feinsten Staubteilchen in der Atmosph\u00e4re das blaue Himmelslicht st\u00e4rker streuen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/T150926-1_450.jpg\" alt=\"wolkenfreier Himmel, klare Luft, Naxos\"><br \/>\n<small>Aussicht auf das Kap und die Inseln bei sehr klarer Luft nach einem herbstlichen Regenfall.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uch im Sommer ist der Himmel trotz der h\u00f6heren Luftfeuchtigkeit durch die Verdunstung aus dem Meer meist wolkenfrei. Das liegt daran, dass die \u00c4g\u00e4is im Einflussbereich der etwa am 30. Breitengrad absinkenden warmen Luftmasse aus dem \u00c4quatorbereich liegt: Die Luft ist so warm, dass der Taupunkt auch beim \u00dcberstr\u00f6men der Berge nicht erreicht wird. Gelegentlich bilden sich \u00fcber manchen Inseln Stauwolken, \u00fcber anderen dagegen nicht; bei <em>meltemi<\/em>-Wetterlage weist die kleine Nachbarinsel Donoussa oft eine Wolkenkappe auf, w\u00e4hrend das gr\u00f6\u00dfere Naxos wolkenfrei bleibt, wohl weil die Luft \u00fcber der gr\u00f6\u00dferen Landmasse zu sehr erw\u00e4rmt wird, als dass der Taupunkt erreicht w\u00fcrde. Die Entwicklung von Konvektionswolken wird durch die im Sommer fast ununterbrochen wehenden Winde verhindert. Obwohl der Himmel wolkenlos ist, ist es im Sommer auf Naxos meist dunstig: Bei hoher Luftfeuchtigkeit lagert sich Wasser an die in der Atmosph\u00e4re vorhandenen Staubteilchen an, so dass diese betr\u00e4chtlich wachsen. Diese gro\u00dfen Partikel streuen alles Licht gleich stark, so dass der Dunst wei\u00df erscheint.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/DSCN1283-1_450.jpg\" alt=\"dunstige Luft, Naxos\"><br \/>\n<small>derselbe Blick an einem typischen dunstigen Sommertag; links im Bild sieht man die typische <em>melt\u00e9mi<\/em>-Wolkenkappe \u00fcber Donoussa<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wolkenformen\/\">Wolkenformen<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-wetter-uebersicht\/\">Wetter und Klima<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prozesse der Wolkenbildung Zur Kondensation und damit zur Wolkenbildung kommt es, wenn sich feuchte Luft soweit abk\u00fchlt, dass der Taupunkt unterschritten wird. Das kann durch vier verschiedene Prozesse geschehen: durch das Aufsteigen der Luft an einem Gebirge, durch Quellvorg\u00e4nge, das hei\u00dft Konvektion, durch das Aufgleiten von Luftmassen an den Fronten einer Zyklone oder durch Verwirbelungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":43428,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,11,9],"tags":[1879,1878,176,1876,168,1881,34,865,162,1877,1882,163,165,1880,1875],"class_list":["post-128","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima-und-wetter","category-natur","category-naxos","tag-cirrus","tag-cumulus","tag-gewitter","tag-gewitterwolken","tag-haufenwolken","tag-kondensation","tag-kykladen","tag-naxos","tag-regen","tag-regenwolken","tag-staubewoelkung","tag-wetter","tag-wolken","tag-wolkenbildung","tag-zirruswolken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69243,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions\/69243"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}