{"id":12435,"date":"2020-06-19T09:29:49","date_gmt":"2020-06-19T06:29:49","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?p=12435"},"modified":"2024-02-04T16:57:51","modified_gmt":"2024-02-04T14:57:51","slug":"ein-kurioses-tier-der-fanghaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/ein-kurioses-tier-der-fanghaft\/","title":{"rendered":"Ein kurioses Tier: der Fanghaft"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>en kleinen, unauff\u00e4lligen Fanghaft habe ich dieses Jahr das erste Mal in unserem Garten entdeckt. Es handelt sich um die Art <em>Mantispa aphavexelte<\/em>, die erst 1994 beschrieben wurde. Sie kommt in S\u00fcdeuropa und Nordafrika sowie bis in die Mongolei vor, wird aber vereinzelt auch in Mitteleuropa angetroffen. Die Abgrenzung der Arten ist noch nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt; fr\u00fcher wurden die dieser Art zugeh\u00f6rigen Individuen als andere Arten interpretiert. Diese Verwirrung zeigt sich im deutschen Artnamen, aber auch im wissenschaftlichen Namen: Die \u00f6sterreichischen Erstbeschreiber benannten die Art angeblich und spa\u00dfeshalber nach einer griechischen &#8222;G\u00f6ttin der Konfusion&#8220;, w\u00e4hrend der Artname einfach die \u00f6sterreichische Aussprache von &#8222;verwechselter&#8220; darstellt. Derartige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_skurriler_wissenschaftlicher_Namen_aus_der_Biologie\">spa\u00dfhafte Artbenennungen<\/a> sind durchaus \u00fcblich, siehe z.B. die ebenfalls von einem \u00d6sterreicher benannte Stabschrecke <em>Denhama aussa<\/em> (&#8222;den haben wir raus&#8220;), die Grasschnecken <em>Vallonia eiapopeia, V. hoppla<\/em> und <em>V. patens tralala<\/em>, den ausgestorbenen Papagei <em>Vini vidivici<\/em>, die parasitische Wespe <em>Heerz lukenatcha<\/em> (&#8222;Here&#8217;s looking at you&#8220; aus dem Film Casablanca), die Grabwespe <em>Aha ha<\/em>, die Langbeinfliege <em>Campsicnemius charliechaplini<\/em>, benannt nach ihrer Art die Beine zu bewegen, die Springspinne <em>Bagheera kiplingi<\/em>, die Grabwespe <em>Polemistus chewbacca<\/em>, die in den norwegischen Fjorden lebende Fischart <em>Fiordichthys slartibartfasti<\/em>, die Haifisch-Gattung <em>Gollum<\/em>, den Laufk\u00e4fer <em>Pericompsus bilbo<\/em> und die Wespenarten <em>Ampulex dementor<\/em> und <em>Lucius malfoyi<\/em>.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Verwechselte Fanghaft wird knapp 1,5 cm lang und ist gelb gef\u00e4rbt mit einer br\u00e4unlichen Zeichnung. Die Augen stehen weit au\u00dfen am beweglichen, dreieckigen Kopf. Die mit Dornen bewehrten Vorderbeine sitzen ganz vorn am langen Prothorax, also sehr nah am Kopf, und lassen sich perfekt zusammenklappen. Unsere Exemplare sa\u00dfen unter den Bl\u00fcten der Wilden M\u00f6hre, wo sie wohl auf kleine Bl\u00fctenbesucher lauerten; eins flatterte, als ich zu nah herankam, auf einen benachbarten Zweig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die interessanten kleinen Fanghafte \u00e4hneln in Aussehen und Lebensweise den Gottesanbeterinnen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-2.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sie ern\u00e4hren sich von Insekten, die sie mit ihren als Fangbeine ausgebildeten Vorderbeinen fangen. Dieser Fanghaft lauert seiner Beute unter einem Bl\u00fctenstand der Wilden M\u00f6hre auf.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/neuroptera\/mantispa_aphavexelte-3.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Art ist erst 1994 beschrieben worden, wobei in der Abgrenzung der Arten viel Verwirrung herrscht, daher der deutsche und auch der wissenschaftliche Artname.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/azalas.de\/netzfluegler\/\">mehr \u00fcber die Netzfl\u00fcgler<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den kleinen, unauff\u00e4lligen Fanghaft habe ich dieses Jahr das erste Mal in unserem Garten entdeckt. Es handelt sich um die Art Mantispa aphavexelte, die erst 1994 beschrieben wurde. Sie kommt in S\u00fcdeuropa und Nordafrika sowie bis in die Mongolei vor, wird aber vereinzelt auch in Mitteleuropa angetroffen. 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