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Erstaunliche Tiere 4

Nesseltiere und Nesselzellen

Einer der erstaunlichsten Zelltypen im Tierreich findet sich – vielleicht überraschenderweise – bei Tieren, die man auf ersten Blick als primitiv und „niedrig“ ansehen würde, nämlich bei den Nesseltieren. Der Stamm der Nesseltiere (Cnidaria) umfasst die Seeanemonen, die Korallen, die Hydrozoen, die Schirmquallen und die Würfelquallen.

Die Nesseltiere sind recht einfach aufgebaute Tiere. Sie besitzen üblicherweise eine sessile Polypen-Generation und eine im Wasser treibende Medusen-Generation (bei manchen Nesseltieren fehlt die Medusen-Generation, bei anderen die Polypen-Generation). Der Körper sowohl der Polypen als auch der Medusen besteht im Wesentlichen aus zwei Epithelien, der äußeren Epidermis und der inneren Gastrodermis, zwischen denen eine zellfreie Stützschicht, die Mesogloea mit Kollagenfasern, liegt. Ihre Nahrung, meist kleine Krebschen und andere Angehörige des Planktons, fangen sie mit Tentakeln ein, die entweder klebrig sind oder meist Nesselzellen besitzen, mithilfe derer die Nahrung abgetötet wird.

Die Nesselzellen sind äußerst erstaunliche, sehr hochentwickelte Zellen – vielleicht die kompliziertesten Zellen, die man überhaupt im Tierreich findet. In der Nesselzelle liegt (je nach Typus) ein langer aufgerollter Nesselfaden und ein Apparat mit kleinen Stiletten, die explosionsartig hervorgestoßen werden, wenn der haarartige Sinnesapparat der Zelle berührt wird. Die Stilette durchstoßen die Körperwand des Opfers und der Nesselfaden wird blitzartig hervorgestülpt, wobei er die in seinem Inneren gespeicherten Gifte freisetzt. Die Entladung der Nesselzelle erfolgt in wenigen Millisekunden, unter extrem hoher Beschleunigung (etwa das 50fache der Beschleunigung einer Gewehrkugel) und ungewöhnlich hohem Druck. Wie die Zelle diese hohe Beschleunigung erreicht, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Gifte der Nesseltiere sind sehr wirksam; einige Arten (manche Quallen) verursachen starke Schmerzen und Schockzustände und können auch für den Menschen gefährlich werden. Die Nesselzellen werden von den Nesseltieren für den Beutefang, zur Verteidigung gegen Fressfeinde und zur Abwehr von Raumkonkurrenten verwendet.

Siebanemone
Im flachen Wasser um Naxos treten mehrere Arten an Seeanemonen auf, hier die Siebanemone (Aiptasia mutabilis). Wenn man eine Siebanemone mit bloßer Haut berührt, verursacht sie eine Nesselung ähnlich wie von einer Brennnessel, d.h. ihre Nesselzellen können die menschliche Haut durchstoßen, sind aber nicht gefährlich.

Kirchenpaueria spec.
Wesentlich schwerer zu entdecken sind die zarten Hydrozoen, hier vermutlich Angehörige der Gattung Kirchenpaueria. Die Polypen vieler Hydrozoen bilden kleine federförmige Kolonien. Die winzigen Polypen einer Kolonie sind durch „Leitungsbahnen“ direkt miteinander verbunden. Sie sitzen je in einer kleinen Kapsel, in die die mikroskopisch kleinen Tentakel zurückgezogen werden können. Zwischen größeren Polypen, die der Nahrungsaufnahme dienen, sitzen bei dieser Gattung kleinere, mit besonders vielen Nesselzellen ausgestattete Wehrpolypen.


Die Nesselzellen der Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) sitzen an bis zu 1 m langen, sehr dünnen und schwer zu sehenden Nesselfäden, die vom Rand des Schirmes herabhängen.

Obwohl die Nesseltiere mittels ihrer Nesselzellen die meisten Fressfeinde wirkungsvoll abwehren können, gibt es einige Tiere, die sich auf Nesseltiere als Nahrung spezialisiert haben, und denen die Nesselzellen nicht schaden, so zum Beispiel die Unechte Karettschildkröte. Gänzlich erstaunlich ist schließlich ein Trick, den manche Meeres-Nacktschnecken und Rippenquallen anwenden, die ausschließlich Nesseltiere fressen: Sie verdauen die (noch unreifen) Nesselzellen ihrer Beutetiere nicht, sondern nehmen sie unbeschädigt auf und bauen sie in ihre eigenen Gewebe ein, so dass sie sie selbst zur Feindabwehr verwenden können.

mehr Informationen und Abbildungen zu den faszinierenden Nesselzellen findet man in diesen Artikeln:

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Erstaunliche Tiere 3

Die Mannazikade

Zikaden sind äußerlich eher unauffällige Tiere, die aber trotzdem sehr erstaunliche Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen. Im Sommer sind die Mannazikaden bei uns unüberhörbar: Ihr lautes, fast unaufhörliches Schrillen ist ohne Zweifel das charakteristischste Geräusch des griechischen Sommers. Viel schwieriger ist es dagegen, eine Zikade zu sehen: Sie sitzen gut getarnt an den Unterseiten der Äste großer Bäume wie Ölbäume oder Platanen.


Die Mannazikaden sitzen gut getarnt in den Bäumen und sind entsprechend schwer zu sehen – auch wenn sie mit ihrem geradezu ohrenbetäubenden Gesang nicht zu überhören sind!


Hier sieht man hinter dem Flügelansatz das Tymbal-Organ, mit dem die männliche Mannazikade ihren erstaunlichen Gesang erzeugt. Anders als Heuschrecken erzeugen Zikaden ihre Lautäußerungen nicht durch Aneinanderreiben beispielsweise der Flügel, sondern nach dem Trommel-Prinzip. Das Tymbal-Organ ist eine Konstruktion aus mehreren durch kleine Rippen verstärkten Schallplatten, die durch besondere Muskeln gespannt werden und dann, wie der durchgedrückte Deckel eines Marmeladenglases, unter Knacken zurückspringen. Als Resonanzkörper dient ein darunter liegender Luftsack im Hinterleib. Durch fortwährendes Anziehen und Zurückspringenlassen wird das Trommelorgan in Schwingungen versetzt und das laute Schrillen hervorgerufen. Es scheint kaum glaublich, dass so ein kleines Tier ein so lautes Geräusch erzeugen kann: Manche Arten erreichen bis zu 120 dB, das entspricht einer Kettensäge oder einem Presslufthammer – und liegt nahe an der Schmerzensgrenze für das menschliche Ohr!


Auch ein anderes Organ der Mannazikade finde ich höchst erstaunlich: den Rüssel, den die Zikade, wie hier zu sehen, in Ruhestellung zwischen den Beinen an den Bauch angelegt trägt. Zikaden ernähren sich von Pflanzensäften. Wärend viele Arten den zuckerreichen Phloem-Saft der Pflanzen saugen, ernähren sich die Mannazikaden vom wasserreichen Xylem-Saft großer Bäume, der von den Wurzeln nach oben steigt. Dazu müssen sie mithilfe ihres Rüssels die Leitungsbahnen im Holz der Bäume anzapfen. Dieser Rüssel scheint mir ein weiteres Wunderwerk der Natur zu sein: Wie schafft es so ein dünner, lebendiger Rüssel wohl, sich durch die Baumrinde ins Holz hinein zu bohren?


Auch die Flügel der Zikaden finde ich beeindruckend – wie die anderer Insekten-Arten auch. Bis auf die Adern und mehrere charakteristische dunkle Flecken sind die Flügel der Zikaden völlig durchsichtig. Zikaden benutzen zum Fliegen ihre Vorder- und Hinterflügel; letztere sind deutlich kleiner und werden beim Fliegen mithilfe kleiner Häkchen an die Vorderflügel gekoppelt. Wie erstaunlich, dass so ein zartes Gebilde die Belastung des Fliegens aushalten kann!

Und noch eine weitere Sache, die mich an den Zikaden verwundert: Sie fangen im Sommer schon vor Sonnenaufgang für ein Weilchen an zu singen, hören dann aber wieder auf, bevor die Sonne erscheint, und beginnen dann erst einige Zeit später wieder, wenn die Sonne ein Stück in den Himmel geklettert und es richtig schön warm geworden ist. Es ist offensichtlich, dass die Zikaden die Mittagshitze brauchen und lieben. Wollen sie mit ihrem Früh-Gesang die Sonne herbeirufen? So hört es sich an…!

mehr über Zikaden

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Erstaunliche Tiere 2

Felsengarnelen
Heute wenden wir uns mal einem unauffälligen Tier der Meeresküste zu, das bei uns recht häufig ist – wenn man es finden kann: die Felsengarnele (Gattung Palaemon).

Felsengarnele
Felsengarnelen sind bei uns gar nicht so selten, aber schwer zu entdecken, weil sie meist an der Unterseite von Felsen sitzen – und weil sie fast durchsichtig sind.

Die Felsengarnele tarnt sich wie viele andere Meeresorganismen auch auf eine sehr effektive Art: Sie ist fast durchsichtig. Wir nehmen diese Tatsache oft einfach so hin, aber ich finde es doch überaus rätselhaft, dass es fast durchsichtige Tiere gibt.


Bis auf farbige Ringe auf jedem Segment ist der Hinterleib der Felsengarnele mit allem, woraus er aufgebaut ist, fast völlig transparent.

Wie alle Tiere und Pflanzen bestehen auch die Felsengarnelen aus Zellen und Geweben, und aus denselben Stoffen, aus denen auch wir Menschen aufgebaut sind: Proteine, Fette, Kohlenhydrate und so weiter. Während wir, wenn wir an uns selbst denken, ganz sicher davon ausgehen, dass wir aus Stoffen bestehen, die undurchsichtig sind, ist das offenbar nicht so. Transparente Organismen wie die Felsengarnelen beweisen, dass alle wesentlichen Stoffe im tierischen Körper wie Proteine, DNA, Fette usw an sich keine Farbe haben und kein Licht absorbieren, wenn die Zellen oder Gewebe nicht mit speziellen Pigmenten versehen sind. Könnten wir also auch durchsichtig sein – abgesehen vielleicht von den Knochen oder anderen sehr „dichten“ Materialien?

Aber das Problem der transparenten Tiere ist noch nicht dadurch gelöst, dass ihre Materialien ebenso durchsichtig sind wie das Wasser, aus dem wir ja größtenteils bestehen. Ein kaum überwindbar erscheinendes Problem ist die unterschiedliche Streuung der Moleküle und Organellen der Zellen. Selbst wenn diese alle an sich farblos sind und die transparenten Tiere nur die Pigmente weggelassen haben, dann sind ihre Körper noch längst nicht durchsichtig: Sie müssen auch die Streuung innerhalb all der Strukturen, die ihren Körper aufbauen, minimieren. Es ist noch nicht bekannt, wie die transparenten Tiere das bewerstelligen. Eine Rolle spielt vermutlich die Größe der Lipid-Kügelchen in den Zellen, die die Streuung des Lichtes beeinflussen. Außerdem ist der Aufbau der Muskelzellen vermutlich in transparenten Tieren etwas anders als in nicht-transparenten, z.B. durch längere Muskelfasern oder durch weniger Mitochondrien in den Zellen, wodurch die Streuung gering gehalten wird. Es scheint so zu sein, dass transparente Garnelen milchig werden, wenn sie sich stark bewegen. Das weist darauf hin, dass sich ihre Muskeln in einem bestimmten (Ruhe-)Zustand befinden müssen, damit die Transparenz aufrecht erhalten werden kann. Mit anderen Worten, die Transparenz ist ein Zustand, der „aktiv“ erreicht und aufrecht erhalten wird.

Schließlich haben die Felsengarnelen noch ein weiteres Problem: Ihr Körper ist von einem Chitinpanzer umhüllt, der das Licht zumindest teilweise reflektieren sollte. Diese Reflektion wird bei transparenten Tieren mit Chitinpanzer offenbar durch eine besondere Struktur der obersten Schicht des Panzers verhindert, die mit winzigen Kügelchen oder Noppen besetzt sind, die die Reflektion des Lichts auf ein Minimum reduzieren.


Bei dieser Felsengarnele kann man im Hinterleib die zwei Nervenstränge (am Bauch und am Rücken) erkennen: die einzigen Strukturen in ihrem Abdomen, die nicht transparent sind.

Auch wenn man durch Untersuchungen dieser Art die Transparenz vieler marinen Tiere besser verstehen kann, so finde ich sie doch nach wie vor einfach erstaunlich – und auch ein bisschen erschütternd, ähnlich wie wenn man sich darüber klar wird, dass wir eigentlich keine festen Körper sind, sondern flüssige.

mehr über Krebse

Informationen größtenteils aus diesen Artikeln:

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Erstaunliche Tiere 1

Der Gelbe Bohrschwamm, Cliona celata

Schwämme sind an sich schon sehr erstaunliche Tiere – sehr einfach aufgebaut, aber trotzdem perfekt an ihren Lebenraum angepasst und sehr erfolgreich. Besonders erstaunlich sind die Bohrschwämme, die im Gestein leben, in Kalkgestein, in das sie kleine Höhlungen ätzen. Vom eigentlichen Schwamm ist von außen oft nur wenig sichtbar, meist sieht man nur die kleinen gelb (oder orange) umrandeten Ein und Ausström-Öffnungen. Im Mittelmeer kommen 20 Arten der Gattung Cliona vor, die am Aussehen teilweise kaum zu unterscheiden sind. Cliona celata ist die häufigste Bohrschwamm-Art. Sie ist zwar unauffällig, aber überall an den Marmorküsten sehr häufig. Durch die Erosion des Gesteins spielt diese Schwamm-Art eine große Rolle für die Gestaltung der Küsten; außerdem führt das „Anfressen“ des harten Marmorgesteins dazu, dass auch viele andere Organismen auf den Felsen einen Halt und einen Lebensraum finden. Außer in kalkhaltigem Gestein bohren die Bohrschwämme auch in Muschelschalen (sie richten erheblichen Schaden in Muschelzuchten an) und in Korallen. Der Gelbe Bohrschwamm kann auch eine massive, nicht bohrende Form ausbilden.

Cliona celata
Aus den Löchern im Gestein schauen die Papillen des gelben Bohrschwammes Cliona celata heraus.


Hier ein Exemplar mit besonders dicht stehenden Öffnungen.

Der Bohrschwamm ist überaus effektiv darin, das Gestein „abzubauen“. Er bewerkstelligt das auf erstaunliche Weise durch spezielle bewegliche Ätzzellen. Die Ätzzelle treibt von ihren Rändern aus winzige Filopodien von 0,5 µm Durchmesser in das Gestein, wobei sie Säure und Enzyme einsetzt um den Kalk aufzulösen. Diese Filopodien wenden sich unter der Ätzzelle nach innen. Auf diese Weise wird ein Steinstückchen („Chip“) von etwa 50 µm Kantenlänge umschlossen, das dann als Ganzes abgesprengt wird. Der Chip wird von der Ätzzelle aufgenommen und Zelle und Chip werden über das Ausströmwasser abgeführt. Auf diese Weise braucht nur etwa 2% des Gesteins chemisch aufgelöst zu werden; der Rest wird physikalisch abgesprengt. So erstellt der Schwamm schnell und effektiv kleine, untereinander durch Poren verbundene Kammern im Gestein, in denen der Schwammkörper lebt.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
An Marmorstränden findet man oft Steine, in denen einmal ein Bohrschwamm gelebt hat. Von außen sind zunächst nur kleine Löcher sichtbar, die Einströmöffnungen für das Wasser.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Hier sieht man auf der rechten Seite die noch intakte Oberfläche des Steines mit den kleinen Löchern, aus denen die Papillen herausschauten. Auf der linken Seite ist die Oberfläche des Steines wegerodiert und man sieht in die Kammern hinein, in denen der Schwammkörper saß.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
In den Wänden der Kammern kann man die kleinen Löcher erkennen, die sie untereinander verbinden.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Oft sind die Löcher in Reihen angeordnet.


Bei diesem Stein verzweigen sich die Löcherreihen zunehmend. Ob sie auch durch einen Bohrschwamm entstanden sind?

mehr über Schwämme

Die Informationen stammen aus dem Buch: Robert Hofrichter (Hrsg): Das Mittelmeer, Fauna, Flora, Ökologie, Band II, 1: Bestimmungsführer

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Die Unechte Karettschildkröte

Letzten Sommer hatten wir beim Schnorcheln in unserer Bucht ein besonderes Erlebnis: Wir sind einer Unechten Karettschildkröte begegnet und konnten sie ganz wunderbar beobachten. Ich konnte aber keine Fotos machen – wir hatten eine Kamera dabei. Ich fragte dann einen Freund, der häufig Meeresschildkröten auf Naxos beobachtet, nach Fotos, um endlich auch über diese faszinierenden Tiere berichten zu können. Ich bekam von ihm nicht nur wunderbare Fotos, sondern auch einen ganzen ausführlichen Text über die Schildkröten.

Im Sommer davor hatten wir schon mal ein Meeresschildkröten-Erlebnis: An mehreren Abenden konnten unsere Kinder am Strand in Moutsouna beobachten, wie sich frisch geschlüpfte Jungtiere aus dem Sand hervorarbeiteten und ins Meer krabbelten. Ich hätte nie gedacht, dass eine Schildkröte am kleinen, nur wenige Meter breiten, stark genutzten Strand von Moutsouna, mitten im Dorf, ihr Nest anlegen würde! Aber es ist tatsächlich passiert, und die jungen Schildkröten sind heil ins Meer gekommen – und hoffentlich haben viele von ihnen überlebt und schwimmen auch jetzt noch in der Ägäis umher!

Hier geht’s zum Artikel über die Unechte Karettschildkröte, von Josef Platzek

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Pilz-Saison!

Diesen Herbst hat es zur Abwechslung mal richtig gut geregnet (wenn auch erst Anfang Dezember), ohne dass es schon zu kühl für die Pflanzen war. Dementsprechend haben wir bei uns so viele Pilze gesehen (und einige auch geerntet und gegessen) wie noch nie. Mit der Gelegenheit habe ich endlich eine Seite über die Pilze erstellt, auch wenn sie noch nicht besonders vollständig ist und einige Bestimmungen nicht sicher sind.


Den Blauen Rindenpilz kann man an feuchten Stellen an totem Holz finden. Er besitzt membranartige Fruchtkörper, die wie große, ineinanderlaufende Flecken von unwahrscheinlich blauer Farbe auf Ästen oder Stämmen sitzen.


Der Tamarisken-Schillerporling sieht ähnlich aus wie die eng verwandten Feuerschwämme und wächst als dicke, horizontale Scheibe.


Das Judasohr bildet rote, waagerecht stehende gewölbte Lappen aus.


Die Tintlinge (hier vielleicht die Art Coprinus vosoustii) kommen als weiße, schmale Hüte mit abstehenden Schuppen aus der Erde hervor.


Die Hüte nehmen bald eine schwärzliche Farbe an. Bei dieser Art bleiben auf den schwarzen Hüten deutliche weiße Schüppchen sowie eine sternförmige Mitte wie eine Kappe bestehen.


Die Fruchtkörper der Wiesen-Champignons wachsen oft in den sogenannten Hexenringen. Diese entstehen dadurch, dass sich das Pilzmyzel, der eigentliche Organismus, im Boden von einem Punkt ausgehend in alle Richtungen gleichförmig wächst, während die Fruchtkörper am Außenrand des Myzels, also in einem über die Jahre immer größer werdenden Ring gebildet werden.


Zum Verzehr eignen sich am besten die jungen, noch nicht zu sehr geöffneten Fruchtkörper.


Der Große Scheidling wird gut 10 cm hoch und der Hut bis 10 cm breit. Der Stiel ist lang und schmal und weist keinen Ring auf. Die Lamellen sind fein und hell gefärbt; von oben ist der Hut ebenfalls hell mit einer leichten bräunlichen Tönung.

mehr…

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Die schönsten Sonnenaufgänge von 2022

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Auf den Makares-Inseln

Die Azalás vorgelagerten Mákares-Inseln sind einfach am allerschönsten. Hier ein paar Fotos, ohne Kommentare.

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Schnorcheln bei den Makares-Inseln

Diesen Sommer sind wir einmal zu den Mákares-Inseln gefahren, wo wir wunderbar geschnorchelt haben. Hier ein paar Fotos:


Mit den bizarren Felsen wirkt die Unterwasserlandschaft vielerorts sehr malerisch.


Die Felsen sind von allerlei Algen bewachsen.


Viele Algen sehen sehr hübsch aus!


ein Seepapagei


Eine kleine Seegras-„Insel“: Seegras-Wiesen sind die Kinderstube des Meeres und damit überaus wichtig für die Fischbestände; außerdem sind sie gigantische Sauerstoff-Produzenten und bremsen den Wellengang ab.


Die Meeräschen schwimmen gern direkt unter der Wasseroberfläche.


Hier tummeln sich Mönchsfische und Gelbstriemen (unter der Oberfläche).

siehe auch:

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Marienkäfer

Dieses Jahr sind unsere Gurken im Juli stark von Blattläusen befallen worden, so sehr, dass die Pflanzen deutlich darunter litten. Ich beschäftigte mich ein paar Mal damit, die Blattläuse so gut es ging auf den Blättern zu zerquetschen und spritzte mit Oregano-Sud, aber es ging wirklich abwärts mit den Gurkenpflanzen; sie verloren fast alle Blätter und produzierten kaum mehr Früchte. Nun erschienen aber nach und nach immer mehr Marienkäfer auf den Pflanzen, nicht nur der üblichen Siebenpunkt-Marienkäfer, sondern auch zwei andere Arten, die ich noch nicht kannte, der Asiatische Marienkäfer und der Variable Flach-Marienkäfer. Ich gab also meine Blattlaus-Bekämpfungsversuche auf und überlies das Feld den Marienkäfern. Und siehe da: innerhalb kurzer Zeit dezimierten sie die Blattläuse so weit, dass die Gurkenpflanzen sich vollständig wieder erholten! Dafür haben diese nützlichen Insekten hier wohl einen eigenen Blog-Beitrag verdient.

Die Marienkäfer sind bei uns wohl die bekanntesten Käfer und gehören zu den bekanntesten Insekten überhaupt. Die Familie Coccinellidae umfasst über 6.000 Arten, von denen etwa 250 in Europa vorkommen. Der Schwerpunkt der Verbreitung mit dem größten Artenreichtum liegt in den Tropen. Alle Marienkäfer sind eher klein und kugelig bis oval geformt mit einer stark gewölbten Oberseite. Die kurzen Fühler sind an ihrem Ende leicht keulenförmig verdickt. Der Kopf und die Unterseite sind üblicherweise schwarz gefärbt; die Flügeldecken sind dagegen oft auffallend bunt mit meist roter oder gelber Färbung. Der Halsschild ist entweder schwarz oder hat die Farbe der Flügeldecken. Viele Arten tragen zwischen 2 und 24 schwarze, farbige oder weiße Punkte. Die Anzahl und Anordnung der Punkte ist bei der Artbestimmung wichtiger als die Färbung, die bei manchen Arten sehr variabel ist.

Marienkäfer können gut fliegen. Sie treten oft in Massen auf; die Arten der gemäßigten Zonen überwintern teilweise auch in dichten Ansammlungen. Sowohl die adulten Tiere als auch die Larven ernähren sich räuberisch. Die Hauptnahrungsquelle sind Blattläuse und andere Pflanzenschädlinge. Im Laufe seines Lebens verzehrt ein Marienkäfer um die 3.000 Blattläuse. Entsprechend sind diese Käfer im Garten und in der Landwirtschaft sehr nützlich: Sie können einen Befall mit Blattläusen vollständig eliminieren. Darum werden die Marienkäfer häufig auch für die biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Allerdings sind die Marienkäfer gegen chemische „Pflanzenschutzmittel“ empfindlich, da sie diese mit den Blattläuse aufnehmen und in ihrem Körper anreichern. Die Marienkäfer selbst müssen sich natürlich auch gegen potentielle Fressfeinde zur Wehr setzen. Sie produzieren zur Abwehr ihrer Feinde einen Giftstoff, das Coccinellin, das für viele Tiere giftig ist und schlecht schmeckt. Die auffällige Färbung der Marienkäfer dient als Warnsignal. Bei Gefahr sondern sie die Gift- und Bitterstoffe als Sekrettropfen aus den Gelenken der Beine ab. Ensprechend werden sie beispielsweise von Vögeln kaum gefressen. Andere räuberische Insekten machen sich jedoch gegebenenfalls gern über Marienkäfer her.

Seit alters her sind die Marienkäfer bei den Menschen sehr beliebt. Das ist vermutlich hauptsächlich durch ihre Nützlichkeit für Gärtner und Bauern zu erklären, vielleicht aber auch durch ihr hübsches Aussehen. Der Name weist schon darauf hin, dass diese Käfer von den Bauern früherer Zeiten für ein Geschenk der Jungfrau Maria gehalten wurden. In vielen Kulturen werden die Marienkäfer als Glückbringer angesehen. Die älteste bekannte Darstellung ist ein 20.000 Jahre alter aus Mammutelfenbein geschnitzer Marienkäfer, der in Frankreich gefunden wurde.

Siebenpunkt-Marienkäfer, Coccinella septempunctata

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist die häufigste und bekannteste Marienkäfer-Art. Er besitzt leuchtend rote Flügeldecken mit je drei schwarzen Punkten sowie einen zusätzlichen Punkt am Schildchen, der von zwei weißen Flecken flankiert ist; auch der schwarze Halsschild und der Kopf tragen je zwei weiße Punkte.


Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist die häufigste Marienkäfer-Art. Er ist an den sieben schwarzen Punkten auf den roten Flügeldecken zu erkennen.


Siebenpunktige Marienkäfer bei der Paarung.


Die Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers ist schwarz gefärbt mit kleinen orangenen Flecken; der Körper weist zahlreiche kleine Warzen auf, die Borsten tragen. Die Larve ist im Garten sehr nützlich, da sie viele Blattläuse verzehrt; sie schafft bis zu 50 Blattläuse pro Tag.


Hier eine Puppe. Die Metamorphose zum erwachsenen Tier erfolgt in etwa fünf Tagen, dann schlüpft der fertige Marienkäfer. Direkt nach dem Schlüpfen fehlen den Käfern noch die typischen schwarzen Punkte – sie erscheinen erst nach einigen Stunden, wenn die Deckflügel richtig ausgehärtet sind.

Asiatischer Marienkäfer, Harmonia axyridis

Der Asiatische Marienkäfer stammt ursprünglich aus Asien, ist jedoch in vielen Gegenden der Welt, so auch in Europa unbeabsichtigt eingeschleppt oder mit Absicht für die biologische Schädlingsbekämpfung freigesetzt worden. Inzwischen ist er vielerorts so häufig geworden, dass er die einheimischen Marienkäfer-Arten verdrängt, unter anderem weil er meist von einem parasitischen Einzeller befallen ist, gegen den er selbst unempfindlich ist, den er aber auf andere Marienkäfer übertragen kann. Der Asiatische Marienkäfer vermehrt sich sehr effektiv: Vom Zeitpunkt der Eiablage bis zum Schlüpfen der Imagos dauert es nur gut drei Wochen.


Der Asiatische Marienkäfer ist eine invasive Art, die vielerorts zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt worden ist. Er zeigt eine sehr variable Färbung, meist mit vielen schwarzen Punkten. Am besten ist er an der schwarzweißen Zeichnung auf dem Halsschild zu erkennen. Ich habe den Asiatischen Marienkäfer in diesem Jahr zum ersten Mal bei uns gefunden – gerade rechtzeitig, um die Blattlausplage auf den Gurkenpflanzen zu bekämpfen.

Variabler Flach-Marienkäfer, Hippodamia variegata

Der Variable Flach-Marienkäfer ist klein und besitzt eine längliche und recht flache Form. Meist sitzen auf jedem Deckflügel nur drei schwarze Punkte, alle in der hinteren Hälfte. Charakteristisch ist außerdem die Zeichung des Halsschildes. Wie auch die anderen Marienkäfer-Arten ernährt er sich von Blattläusen.


Auch den Variable Flach-Marienkäfer habe ich dieses Jahr das erste Mal angetroffen, als er in großer Zahl an unseren Gurken auftauchte. Er ist leicht an der länglichen Körperform und den charakteristisch angeordneten Punkten zu erkennen.


Hier ist ein Variabler Flach-Marienkäfer einer Wanze zum Opfer gefallen.

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