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Das Duftveilchen (Viola odorata)

Bei unserem heutigen Ausflug nach Kóronos habe ich eine Lücke in meinem Herbarium füllen können: Wir haben ein paar Exemplare des Duftveilchens gefunden, einer von zwei Veilchenarten, die auf Naxos vorkommen.

Die Veilchengewächse umfassen an die 1000 Arten in etwa 23 Gattungen, von denen die Gattung Viola (Veilchen) die größte ist. Veilchen sind weltweit verbreitet, vor allem in den gemäßigten Klimazonen. Ein Zentrum der Artenvielfalt liegt in Südosteuropa mit 60 Arten. Auf Naxos kommen zwei Veilchenarten vor, das Weiße Veilchen (Viola alba) und das Duftveilchen (Viola odorata). Beide sind selten und sind nur vereinzelt in den Bergen zu finden.

Das Duftveilchen stammt aus dem Mittelmeergebiet und dem Nahen und Mittleren Osten; es ist aber auch in weiten Teilen Europas eingebürgert. Seit der Antike wird es als Garten- und Heilpflanze kultiviert. Die Blüten sondern einen angenehmen Duft ab und werden manchmal für die Parfümherstellung oder gezuckert als Süßigkeit verwendet. Schon in der Antike waren Veilchenkränze und -sträuße besonders beliebt. Im Mittelalter wurden die ersten Veilchen, die im Frühjahr erblühten, in manchen Gegenden mit einem Fest begrüßt. Der griechischen Mythologie zufolge soll Zeus für die Nymphe Io, die von der eifersüchtigen Hera in eine Kuh verwandelt worden war, eine ganze Wiese mit duftenden Veilchen erschaffen haben.

Schon in der Antike wurde das Veilchen auch als Heilpflanze verwendet, vor allem bei Ekzemen. Neueren Forschungen zufolge enthält es blutfettsenkende, antibakterielle und möglicherweise auch krebshemmende Wirkstoffe.


Das Duftveilchen ist auf Naxos selten; man trifft es nur hier und da an schattigen, feuchten Stellen in den Bergen an. Es bildet Ausläufer und besitzt rundliche Blätter mit herzförmigem Grund und abgerundeter Spitze.


Die zygomorphen Blüten sind dunkellila mit fünf Kronblättern und einem kleinen orangen Fleck im Schlund.


Von hinten sieht man den abgerundeten Sporn, der von den Kronblättern gebildet wird, und die freien, stumpfen Kelchblätter.

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Die venezianischen Wehrtürme

Zu den vielen bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten der Insel Naxos gehören die venezianischen Wehrtürme – Zeugnisse einer bewegten Zeit. Keine andere Insel der Ägäis besitzt so viele Wehrtürme wie Naxos.

Nachdem der venezianische Kreuzfahrer Marco Sanudo die Insel Naxos im Jahr 1207 erobert hatte, teilte er sie unter seine gut 50 Gefährten auf und ernannte diese zu Feudalherren (wobei er vor allem damals unbesiedeltes Land in Nutzung nahm, während er reichere griechische Landbesitzer in ihrem Besitz ließ). Die venezianischen Feudalherren errichteten sich in den Dörfern oder auf ihren Ländereien wehrhaft angelegte Landhäuser, in denen sie sich den Sommer über aufhielten, während sie den Winter in ihren Herrenhäusern im Kastro der Chóra verbrachten.

Die heutigen venezianischen Wehrtürme der Insel stammen überwiegend nicht mehr aus dieser ersten Zeit (dem 13. Jahrhundert), sondern sind jüngeren Datums, vor allem aus dem 17. und 18. Jahrhundert, d.h. aus der Zeit, als die Insel schon unter türkischer Oberherrschaft stand.


Dieser heute nicht mehr genutzte und zum Verkauf stehende Wehrturm in Kourounochóri stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist der älteste erhaltene venezianische Wehrturm der Insel (Foto von Dieter Linde).


Dieser Wehrturm bei Potamiá ist bis heute mit der romantischen Liebesgeschichte von Tsabatís Barózzi und Annoúsa Kókkou verknüpft, die heirateten, obwohl Annoúsas Vater vom Vater von Tsabatís ermordet worden war.


Das Kloster Ypsilotéras bei Galíni wurde im Jahr 1600 von der Familie Kokkos errichtet. Es war von einer hohen Wehrmauer umgebenen und sehr wehrhaft gebaut. Das Kloster diente der Familie Kokkos als Festung im Freiheitskampf gegen die katholischen Feudalherren sowie auch als Fluchtburg für die Bauern der Umgebung im Fall von Kämpfen oder Piratenüberfällen (Foto von Dieter Linde).


In Filóti liegt ein eher kleiner Wehrturm im Taleinschnitt zwischen den beiden Dorfhälften.


Über dem Tor zum Garten sieht man noch heute das Wappen des „Geronimos Barozzi“ mit der Jahreszahl 1718.

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Bienen im Februar

An den schönen Tagen im Februar kann man bei uns schon eine ganze Reihe an Bienen-Arten beobachten, die vor allem gern den Rosmarin-Strauch besuchen, der schon fleißig blüht. Diese Tage habe ich um die 11 Arten beobachtet. Leider ist die Bestimmung im Freiland sowie auch nach Fotos schwierig oder manchmal unmöglich, wenn man nicht viel Erfahrung hat. Trotzdem habe ich versucht, die Arten einigermaßen einzuordnen. Und abgesehen davon sind die Bienen auch einfach schön und interessant, selbst wenn man ihren richtigen Namen nicht kennt!

Honigbiene, Apis mellifera


Die Honigbiene ist immer häufig bei uns, und auch relativ leicht zu beobachten und zu bestimmen. Man sieht am Hinterbein das (kaum gefüllte), weißliche Körbchen – ein gutes Erkennungsmerkmal.

Anthophora retusa?


Die häufigste Art ist zur Zeit eine kleine, rundliche, kräftig rotbraun gefärbte Pelzbiene mit schwarzem Hinterleibsende.


Die Pelzbienen besitzen an den Beinen unterschiedlich gestaltete Haarfransen oder -bürsten, die oft dem Transport des Pollens dienen. Diese Art besitzt eine rundlich wirkende schwarze Franse am Unterschenkel des mittleren Beins sowie lange helle Haare an dessen Ober- und Unterschenkel.


Die Augen sind bei dieser Art grünlich; das Gesicht ist unter der hellen Behaarung wie bei vielen Pelzbienen schwarz-gelb gemustert.

Nach der Merkmalskombination, vor allem nach der Beinbehaarung und Augenfarbe, könnte es sich um die helle Farbvariante von Anthophora retusa handeln.


Vermutlich dieselbe Bienenart tritt auch mit hellbeigem Pelz auf.


Sie zeigt denselben Typus der Behaarung am mittleren Bein; das Hinterbein ist rötlich.

Anthophora bimaculata?


Wesentlich seltener ist diese hellbräunliche Biene zu sehen, die am dunkleren Hinterleib deutliche hellbraune Haarbinden aufweist. Es handelt sich ebenfalls um eine Pelzbiene.


Diese Art trägt keine verlängerten Haare am mittleren Bein, aber eine dichte, helle Sammelbürste am hinteren Bein.


Das Gesicht ist weiß behaart, ebenso die Bauchseite des Thorax. Die Augen sind hellblau.

Nach der Merkmalskomination könnte es sich eventuell um Anthophora bimaculata oder eine verwandte Art handeln.

Anthophora canescens = A. nigrotincta


Diese Biene besitzt einen hellgrauen Pelz; Hinterleibsende, Beine und Augen sind tiefschwarz. Die Beine tragen lange weiße Haarfransen.


Das Gesicht zeigt unter den weißen Haaren wieder eine gelbe Musterung.

Gemeine Pelzbiene, Anthophora plumipes?


Bei dieser kleinen grauen Biene mit schwarzen Augen und deutlicher rostroter Haarbürste am Hinterbein könnte es sich eventuell um ein Weibchen von Anthophora plumipes in einer sehr helle Farbvariation handeln.

Eucera longicornis


Die Männchen der Langhornbiene zeichnen sich durch ihre sehr langen Fühler aus. Der Körper ist rotbraun behaart, das Hinterleibsende schwarz.


Die Beine tragen keine auffällige Behaarung. Diese Biene ist an unserem Rosmarinstrauch nur recht selten zu beobachten.

Trauerbiene, Melecta luctuosa


Die Trauerbiene ist schwarz gefärbt mit auffälligen weißen Flecken an den Seiten des Körpers und auf den Beinen. Sie sammelt keinen Pollen, sondern lebt parasitisch und legt ihre Eier in die Nester anderer Bienenarten.


Der Thorax trägt teilweise eine hellgraue Behaarung, ebenso das erste Hinterleibssegment.


Auch auf den Beinen sitzen weiße Haarbüschel.

Melecta duodecimmaculata


Melecta duodecimmaculata ist der Trauerbiene sehr ähnlich.


Sie trägt auf den vorderen zwei Hinterleibssegmenten auf jeder Seite zwei weiße Haarbüschel, also insgesamt 12 Haarbüschel.


Brust und Gesicht sind hellgrau behaart.

Schwarze Mörtelbiene, Megachile parietina


Die Schwarze Mörtelbiene ist recht groß und gänzlich schwarz gefärbt; auch die Flügel sind dunkel getönt. Am Vorderrand des Thorax trägt dieses Exemplar graue Haare.


Hier kann man auch die Flügeladerung gut erkennen.


Manchmal sieht man auch ein Männchen derselben Art. Für die Bestimmung danke ich herzlich Cosmas Apergyis.


Die Männchen sind auffällig bunt gefärbt: Der Thorax ist hellbraun, der vordere Hinterleib rotbraun, das Hinterleibsende schwarz und die Behaarung der Brustunterseite weiß.

Große Holzbiene, Xylocopa violacea


Aufgrund ihrer Größe ist die Große Holzbiene unverkennbar. Sie gehört zu den größten Hautflüglern bei uns. Die Große Holzbiene ist gänzlich schwarz gefärbt. Die Männchen sind daran zu erkennen, dass sie an den Fühlern kurz vorm Ende einen kleinen rotbraunen Ring besitzen.


Auch die Flügel sind violett-schwarz gefärbt. Oft sieht man viele Milben auf dem Rücken der Holzbienen sitzen.

Lasioglossum spec.


Mit etwas Glück kann man manchmal eine winzige Bienenart beobachten, die ebenfalls den Rosmarin besucht. Es handelt sich vermutlich um eine Schmalbiene der Gattung Lasioglossum.


Sie ist so klein, dass sie auf die Staubblätter klettern muss, um an den Pollen zu kommen. Die Schmalbienen zeichnen sich dadurch aus, dass die hellen Bänder auf dem Abdomen an den Vorderrändern der Hinterleibssegmente (Tergite) sitzen.


Der Pollen wird in der Behaarung sowohl der Abdomenunterseite als auch des Hinterbeins transportiert. Die meisten Schmalbienenarten sind im Feld nicht oder kaum zu unterscheiden; eine Bestimmung ist oft nur durch eine mikroskopische Untersuchung möglich.

siehe auch:

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Der Erdbeerbaumfalter

Da meine Beobachtungen des Erdbeerbaumfalters bei uns im Garten die ersten Nachweise der Art für die Kykladen waren, sind sie jetzt als kleiner Beitrag im Journal Parnassiana veröffentlicht worden:

Charaxes jasius, A New Species to the Cyclades, Greece


Der seltene Erdbeerbaumfalter mit seiner hübsch gemusterten Unterseite ist unverwechselbar. Er ist der größte europäische Tagfalter.

siehe auch:

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Der raffinierte Bestäubungsmechanismus der Ragwurzen

Die Orchideen der Gattung Ophrys (Ragwurz) fallen durch ihre eigenartig geformten Blüten auf. Bei manchen Arten ähneln die Blüten bestimmten Insekten, was sich auch oft im deutschen Namen zeigt, z.B. Hummel- oder Fliegenragwurz. Was hat es aber mit diesen Ähnlichkeiten auf sich?

Bei den Orchideen sitzt der Pollen in sogenannten Pollinarien, d.h. die Blüte besitzt eine „Griffelsäule“ aus verschmolzenem Griffel und Staubblättern, an der zwei klebrige, etwa tropfenförmige Pollenpakete sitzen, die den gesamten Pollen der Blüte enthalten. Orchideenblüten produzieren ungewöhnlich viele Samen, nämlich etwa zwischen 10.000 und 1 Millionen Samen pro Blüte. Diese können alle durch den Pollen eines einzigen Pollinariums befruchtet werden. Diese ungewöhnlich hohe Samenzahl soll offenbar garantieren, dass trotz der komplizierten Bestäubung genügend Samen es schaffen zu keimen, um den Fortbestand der Art zu sichern, obwohl jede Pflanze nur sehr wenige Blüten bildet und meist nur etwa ein Zehntel der Blüten tatsächlich bestäubt wird.


An dieser Ragwurz-Blüte ist eines der gelben Pollinarien (halb losgelöst) zu sehen.

Als ich vor ein paar Tagen (Anfang Februar) einige Wildbienen an unserem Rosmarin-Strauch beobachtete, die sich wegen des schönen Wetters hervorgewagt hatten, fiel mir eine graue Biene auf, die zwei Pollinarien am Hinterleib trug. Es war gar nicht einfach, die Biene zu fotografieren, da sie sehr schnell von Blüte zu Blüte flog und sich kaum einmal länger hinsetzte. Aber mit Geduld hat es doch einige brauchbare Fotos ergeben. Nun wollte ich natürlich gern wissen, um was für eine Bienenart es sich handelte und von welcher Orchideen-Art die Pollinarien stammten.


Die hellgraue, auffällig dicht und lang behaarte Biene schwirrte unentwegt von Blüte zu Blüte und setzte sich nur gelegentlich kurz hin, um ein bisschen Nektar zu saugen.


Hier habe ich sie bei einer Ruhepause erwischt. Man sieht die gelben Pollinarien, die am Hinterleib haften.

Bei der Bienenart handelt es sich um die Pelzbiene Anthophora nigrocincta (= A. canescens), die in SO-Griechenland als Bestäuber der sehr früh blühenden Ragwurz-Art Ophrys basilissa (oft als Unterart oder Form von Ophrys omegaifera betrachtet) fungiert. Es ist mir nicht gelungen, die Pflanze zu entdecken, von der die Pollinarien stammen, obwohl sie in der Nähe stehen muss, aber ich habe Ophrys basilissa schon in anderen Jahren bei uns angetroffen. Für die Bestimmung sowohl der Biene als auch der Pollinarien danke ich sehr herzlich Prof. Hannes Paulus!


Die Pollinarien stammen von der sehr früh im Jahr blühenden Ragwurz-Art Ophrys basilissa.

Auf welche Weise veranlasst die Blüte die Biene jedoch, sie zu besuchen? Was ist der Bestäubungsmechanismus?

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Neue Nachweise für Naxos

Ich habe in der letzten Zeit mein Herbarium gründlich durchgearbeitet, unbestimmte Arten bestimmt, Bestimmungen überprüft und alles mit dem „Atlas of the Aegean Flora“ von Arne Strid verglichen. Inzwischen umfasst mein Herbarium knapp 650 Arten – also etwa die Hälfte der Pflanzenarten von Naxos, von denen etwa 300, also ein Viertel der Pflanzenarten der Insel, direkt auf unserem Grundstück vorkommen, plus weitere 150 Arten in Spazier-Entfernung.

Manche der Pflanzenarten, die ich gefunden habe, waren für die Insel Naxos oder sogar für die Kykladen noch nicht nachgewiesen (die meisten dieser Bestimmungen wurden durch Arne Strid bestätigt – wofür ich ihm herzlich danke!):

neu für Naxos:


Bupleurum subovatum


Reichardia intermedia


Senfrauke, Eruca vesicariaverwildert, aber sie darf auch gerechnet werden


Lackmuskraut, Chrozophora tinctoria


Graue Wolfsmilch, Euphorbia chamaesyce


Limonium doerfleri


Weiße Lupine, Lupinus albus


Webbs Mandel, Prunus webbii


Dianthus tripunctatus

neu auch für die Kykladen:


Strand-Möhre, Daucus glaber


Carduus argentatus


Crepis tybakiensis


Myosotis sicula

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Gräser

Nun habe ich mich endlich auch einmal an die Familie der Süßgräser gewagt, und kann nun etwa 30 Arten vorstellen, die größtenteils gleich hier bei uns in Azalas vorkommen.

Die Familie der Süßgräser bildet zusammen mit einer Reihe ähnlicher Pflanzenfamilien, so den Binsengewächsen, den Rohrkolbengewächsen und den Riedgräsern, aber auch den Bromeliengewächsen und weiteren kleinen Gruppen, die Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen. Unter diesen sind die Süßgräser mit Abstand die größte Gruppe: mit etwa 12.000 Arten in über 700 Gattungen handelt es sich um eine der größten Pflanzenfamilien überhaupt.

Die Blüten der Gräser stehen in Ähren oder Trauben und sind aus kleinen Ährchen zusammengesetzt, die je aus wenigen Blüten bestehen. Jedes Ährchen ist von zwei Hüllspelzen umschlossen, und jede Blüte besitzt eine Deckspelze und eine Vorspelze; ansonsten besteht sie nur aus dem Fruchtknoten mit fedrigen Narben und den Staubbeuteln. Die Spelzen tragen oft auffällige Grannen. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind; Selbstbefruchtung wird meist dadurch verhindert, dass die Staubbeutel zuerst reifen (Proterandrie). Die Frucht ist eine einkörnige, trockene Schließfrucht, die oft sehr stärkereich ist. Obwohl der Aufbau der Blütenstände im Prinzip bei allen Gräsern ähnlich sind und auffällige Merkmale wie große Kronblätter fehlen, haben die verschiedenen Grasarten sich in eine unendliche Vielfalt an Form und Gestaltung der Ähren differenziert, so dass jede Gattung und jede Art ein bisschen anders aussieht.


Der Zweizöllige Walch ist bei uns recht häufig. Er wirkt sternförmig durch die schräg abstehenden, kräftigen Grannen der Hüllspelzen.


Die Ährchen des Tauben Hafers bestehen aus zwei bis fünf Blüten deren Hüllspelzen bis 5 cm lang sind und sehr lange Grannen tragen. Die Samen des Tauben Hafers bohren sich bei Feuchtigkeit wie eine Schraube in den Boden ein, wobei der obere Teil der Granne seitlich abknickt, so dass er sich als Widerstand in der Vegetation verhakt.


Das Große Zittergras ist an seinen herzförmigen, an dünnen Stielen hängenden Ährchen zu erkennen, die im Wind zittern. Die Ährchen bestehen aus fünf bis fünfzehn in zwei Reihen stehenden Blüten; die Hüllspelzen sind braun gefärbt.


Die eiförmigen Ähren des Grannen-Kammgrases bestehen aus vielen mäßig dicht stehenden, kurz gestielten, 2-3blütigen fertilen Ährchen, zwischen denen sterile Ährchen stehen, die mehrere leere, fein begrannte Spelzen tragen. Auch die Deckspelzen der fertilen Ährchen tragen feine, bis etwa 2 cm lange Grannen.


Die Fingerhirsen bilden sehr lange, sehr schmale Ähren, die wie Finger in alle Richtungen abstehen, aber nicht ganz vom selben Punkt ausgehen.


Das Große Liebesgras bildet eine hohe, verzweigte Rispe mit vielen langgestreckten, schmalen, weißlichen Ährchen, die je aus bis zu 40 sorgfältig aufgereihten, in zwei Reihen stehenden Blüten bestehen.


Die Ährchen von Hyparrhenia hirta stehen in langen, schmalen Scheintrauben, die jeweils zu zweit an den Enden der Stängel und der Seitenstängel stehen. Die zweiblütigen Ährchen tragen je eine lange, etwas gewellte Granne; die Hüllspelzen sind teilweise behaart. Die auffälligen Staubbeutel sind gelb.


Das Samtgras oder Hasenschwänzchen ist in der Phrygana und an Weg- und Feldrändern weit verbreitet.


Das kleine, hübsche Goldgras besitzt einen einseitswendigen Blütenstand aus kleinen Gruppen von je etwa fünf schräg herabhängenden Ährchen. Diese bestehen je aus einem begrannten ein- oder zweiblütigen, fertilen Ährchen, das umgeben ist von drei bis vier kurz gestielten, unfruchtbaren Ährchen mit je zwei schmalen Hüllspelzen und etwa zehn abgerundeten, leicht purpur gefärbten, leeren Deckspelzen.


Die Lolch-Arten (hier der Ausdauernde Lolch) besitzen eine steife Ähre, die abwechselnd an beiden Seiten recht großen ungestielten Ährchen trägt, die in derselben Ebene ausgerichtet sind wie die Ähre.


Paspalum distichum ist ein eher kleines Gras mit steifen Blättern und Rhizom. Der Blütenstand ist eine doppelte dichte, sehr schmale Ähre. Die Ähre besteht aus zwei engen Reihen von kleinen ovalen zweiblütigen Ährchen, die an der Unterseite des abgeflachten Stiels stehen. Auffällig sind die weit hervorragenden schwarzen Staubblätter und die purpurfarbenen, fiedrigen Narben.

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Panorama

Rundumblick von Kap Stavros

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Die Geologie der Insel Naxos

Nach vielen Jahren habe ich mir jetzt endlich das Thema der Geologie noch einmal gründlicher vorgenommen. Unten findet man die Links zu den überarbeiteten oder neu erstellten Artikeln. Das ganze Thema ist sehr kompliziert und nicht einfach nachzuvollziehen. Ich habe mich bemüht, alles so gut wie möglich zu verstehen und richtig darzustellen, aber ich bin kein Geologe, deswegen ist immer etwas Vorsicht geboten. Ich hoffe jedenfalls, dass die Artikel zeigen, wie interessant das Thema ist und wie viel es auf der Insel zu entdecken gibt!

Geologische Vorgänge spielen sich in für uns fast unvorstellbar langen Zeiträumen ab. Um aus den heute an der Oberfläche der Erde liegenden Gesteinen die dreidimensionalen Zusammenhänge zu rekonstruieren und auf die geologischen Vorgänge, die eine Landschaft erzeugt haben, zurückschließen zu können, ist wahre Detektivarbeit erforderlich. Mit raffinierten Methoden können die Geologen aus der Struktur, der Lage, der mineralischen Zusammensetzung der Gesteine, der Verfaltung und Verformung usw. viele Erkenntnisse über die geologische Vergangenheit und die Entstehung einer Region erhalten.

Naxos ist für die Geologen von großem Interesse, wobei die Geologie der Insel unter vielen Gesichtspunkten studiert werden kann. So sind beispielsweise die Gesteine und die Mineralien, die auf der Insel vorkommen, von Interesse: Naxos hat einige Besonderheiten zu bieten, vor allem die seltenen Schmirgelvorkommen. Die verschiedenen Gesteine haben unterschiedliche Eigenschaften, was ihre Verwitterung und die Bodenbildung betrifft; deswegen wirkt sich das Gestein des Untergrunds auch auf die Vegetation aus und ist insofern für die Botaniker von Bedeutung. Von besonderem Interesse sind außerdem die tektonischen Vorgänge, durch die die Insel ihre heutige Form erhalten hat: Naxos ist durch mehrere Metamorphosen, durch Verwerfungen, Überschiebungen und durch Dehnungen an großen und kleinen Scherzonen überprägt und geformt worden. All diese Vorgänge, die sich über Millionen von Jahren abgespielt haben, haben ihre Spuren hinterlassen, und es gleicht einem gigantischen Detektiv-Spiel, sie aus dem, was heute an der Oberfläche sichtbar ist, zu rekonstruieren.


Bei uns am Kiesstrand findet sich ein erstaunlich vielfältiges Repertoire an unterschiedlichen Gesteinen. Was für eine faszinierende Geschichte uns alle diese Steine von ihrer Entstehung, ihrer Umgestaltung und ihrer Reise erzählen könnten!


Schmirgel mit einem Belag der blauen Variante des Korunds, d.h. Saphir.


schwarzer Turmalin und roter Granat in einem Pegmatit-Gang


Calcit


glänzelnde, blättrige Glimmerkristalle an einer Ader im Migmatit


Bei dieser ölig schimmernden Schicht, die man manchmal am Schmirgel findet, könnte es sich um Buntkupferkies handeln (Sulfid von Kupfer und Eisen)


Durch winzige Brüche sind die Schichten in diesem Marmor verstellt worden.

Die Geologie von Naxos wird auf folgenden Seiten vorgestellt:

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Morgenstimmung mit Wolken

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