Käfer

Die Käfer sind mit etwa 350.000 beschriebenen Arten die größte Insektenordnung. Rund ein Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten sind Käfer, und ihre gesamte Artenzahl wird auf 1 bis 5 Millionen geschätzt. Jährlich werden hunderte neuer Arten beschrieben, vor allem aus den tropischen Regenwäldern. Viele Arten sind in ihrer Lebensweise sehr spezialisiert und beispielsweise an eine einzige Pflanzenart gebunden. Ein großer Anteil der beschriebenen Arten ist nur von einer Fundstelle bekannt; nicht selten hat man nur ein einziges Exemplar gefunden, nach dem die Art beschrieben worden ist. In Deutschland kommen etwa 6.500 Käferarten vor.

Körperbau

Die Käfer gehören generell zu den relativ großen und kräftigen Insekten. Im Gegensatz zu den anderen Insektengruppen wird bei ihnen der zweite Körperabschnitt („Brust“) nur aus dem ersten Segment des Thorax gebildet, während die anderen zwei Thoraxsegmente den vordersten Teil des Hinterleibs bilden. Der Prothorax trägt auf dem Rücken ein oft besonders großes Chitinschild, das Halsschild. Das Rückenschild des mittleren Brustsegments ist oft als kleines Dreieck zwischen den Flügeldecken-Ansätzen zu erkennen. Aufgrund der Angliederung der hinteren zwei Brustsegmente an den Hinterleib sitzen die hinteren zwei Beinpaare und die Flügel bei den Käfern am hinteren Körperabschnitt. Dabei dienen nur die hinteren Flügel tatsächlich dem Fliegen, während die Vorderflügel zu starren, schützenden Deckflügeln umgebildet sind, unter denen die Hinterflügel zusammengefaltet liegen. Beim Fliegen werden die Deckflügel abgespreizt.


Der Kopf der meisten Käfer ist eher klein. Hinter ihm liegt die „Brust“, die nur aus dem ersten Thoraxsegment besteht und das vorderste Beinpaar trägt; ihr Rückenschild wird Halsschild genannt. Die Flügel und die hinteren zwei Beinpaare sitzen am hintersten Körperabschnitt („Hinterleib“), der aus dem mittleren und hinteren Thoraxsegment und den Hinterleibssegmenten besteht. Bei diesem Tier sieht man die zusammengefalteten häutigen Hinterflügel unter den starren, zum Fliegen ungeeigneten Deckflügeln hervorschauen.


Blick auf die Unterseite eines Käfers. Die Bauchschilde des mittleren und hinteren Thoraxsegment, an denen die hinteren zwei Beinpaare sitzen, bedecken über die Hälfte des Hinterleibs. Die eigentlichen Hinterleibs-Segmente sind dahinter als schmale Ringe zu erkennen.


Zum Abfliegen versuchen Marienkäfer immer auf die höchste Stelle zu klettern. Dann spreizen sie ihre starren Deckflügel weit ab und entfalten die darunter liegenden häutigen Flügel.

Die Fühler (Antennen) der Käfer sind oft besonders lang und können fadenförmig, am Ende keulig oder gefächert sein. Die Facettenaugen sind mehr oder weniger rund oder schmiegen sich halbkreisförmig um den Fühleransatz. Die Mundwerkzeuge sind stets kauend-beißend. Der Chitinpanzer kann Haare, Schuppen oder Dornen tragen und weist oft eine metallische Färbung auf, die durch eine spezielle Oberflächenstruktur entsteht.

Die ersten Käfer sind als Fossilien schon aus dem Perm nachgewiesen. Die lange Entwicklungszeit der Ordnung der Käfer ist vielleicht ein Grund für ihre große Artenvielfalt und für die Ausbildung der – im Vergleich zu vielen anderen Insektengruppen – großen Vielfalt in Aussehen, Körperbau und Lebensweise.

Lebensweise und Entwicklung

Die Käfer kommen außer der Antarktis und den Ozeanen in allen Lebensräumen der Erde vor. Viele Arten leben räuberisch, andere fressen Pflanzen und viele auch totes organisches Material wie Holz, Federn, Aas oder Kot. Insbesondere die letzteren Arten spielen als Zersetzer und Abfallverwerter eine entscheidende Rolle im Ökosystem. Viele Käfer leben hochspezialisiert nur auf einer einzigen Pflanzenart, andere sind sehr anpassungsfähig und weltweit verbreitet. Zahlreiche Arten haben sich an das Leben im oder auf dem Süßwasser angepasst. Einzelne Arten leben parasitisch oder in Symbiose mit Ameisen. Oft ernährt sich die Larve deutlich anders als das erwachsene Tier. Durch ihre Flugfähigkeit sind viele Käfer in der Lage, einfach und schnell neue Lebensräume zu besiedeln und sich auszubreiten.

Wie alle Insekten legen die Käfer Eier. Diese werden oft sehr sorgfältig an die geeigneten Plätze gelegt, z.B. in die passende Pflanze oder an tote Tiere, die manchmal extra vergraben werden; einige Schwimmkäfer stellen kleine Schiffchen für die Eier her, die auf der Wasseroberfläche treiben. Manche Arten betreiben eine aufwändige Brutpflege, so einige Käfer, die in Ameisenbauten leben und bei denen die Weibchen eine Substanz abscheiden, die von den Ameisen gerne gefressen wird, oder manche im Holz lebende Arten, die spezielle Pilzgärten für ihre Larven anlegen.

Die Larve der Käfer ist gänzlich anders aufgebaut als der erwachsene Käfer. Sie besitzt einen langgestreckten, meist eher schlanken Körper aus fast gleichgestalteten Segmenten; die bekanntesten Käferlarven sind die Mehlwürmer und die „Engerlinge“ der Maikäfer. Die Larven besitzen nur kleine oder gar keine Beine, sehr kurze Antennen und winzige Punktaugen. Sie fressen meist in etwa dasselbe wie die erwachsenen Tiere; auch bei ihnen ist die Ernährungsweise oft sehr stark spezialisiert. Es gibt sowohl räuberische als auch pflanzenfressende Larven als auch solche, die totes organisches Material fressen. Je nach Ernährungsweise der Larve dauert die Larvalentwicklung nur sehr kurz, so z.B. bei aasfressenden Larven, oder auch bis zu 15 Jahre bei Larven, die in altem, sehr trockenen Holz leben. Üblicherweise dauert das Larvenstadium deutlich länger als das Leben als erwachsenes Tier.


Die Larven der Käfer besitzen einen langgestreckten Körper aus fast gleichgestalteten Segmenten, ohne Flügel trägt und mit nur kurzen Beinen und Antennen. Die dicken Engerlinge, bei uns meist die Larven von Nashornkäfern, leben in der Erde und ernähren sich von Wurzeln und anderen Pflanzenteilen.

Wie alle Insekten können auch die Käfer nur als Larve wachsen. Das ist dadurch möglich, dass die Larve sich in gewissen Zeitabständen häutet. Die Umwandlung in den adulten Käfer erfolgt abrupt durch eine Holometamorphose, die in einer schützenden Puppe abläuft und bei der der gesamte Körper völlig aufgelöst und neu gebaut wird. Für den Bau der Puppenhülle werden oft Sand, Pflanzenteile oder Erde verwendet. In den gemäßigten und kalten Regionen der Erde überwintern die Käfer meist als Larve oder Puppe; manchmal überdauern aber auch die erwachsenen Käfer an geschützten Stellen die kalte Jahreszeit.

Käfer als Schädlinge und Nützlinge

Entsprechend ihrer Ernährungsweise sind viele Käfer wichtige Schädlinge für den Menschen, insbesondere die in Mehl und Getreide lebenden Arten (Mehl-, Korn- und Reiskäfer usw), die beträchtlichen Schaden in Getreidevorräten anrichten können, und manche pflanzenfressende Arten wie der Kartoffelkäfer und der Maiswurzelbohrer. Die größten Schäden richten die in Bäumen lebenden Arten wie Borkenkäfer an, die innerhalb weniger Jahre riesige Waldgebiete völlig zum Absterben bringen können, oder auch andere Arten, die auf eine bestimmte Baumart spezilialisiert sind und diese zum Absterben bringen wie der Palmrüsselkäfer, der den Wachstumskegel von Palmen zerstört. In manchen Fällen entsteht der Schaden nicht dadurch, dass der Käfer direkt die Pflanzen auffrisst, sondern dadurch, dass er eine Krankheit überträgt, wie beim Ulmensterben, das durch einen vom Ulmensplintkäfer übertragenen Schlauchpilz hervorgerufen wird, und das möglicherweise zum vollständigen Ausssterben der Ulme führen wird.

Es gibt aber auch einige Käferarten, die dem Menschen nützlich sind, insbesondere die Marienkäfer, deren Larven von Blattläusen leben, und die deswegen oft auch in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Die Larven zahlreicher Käferarten sind essbar und stellen in vielen Gegenden der Welt eine wichtige Proteinquelle für die Bevölkerung dar. Auch in Europa wurden bis ins Mittelalter hinein einige Engerlinge sowie Maikäfer gegessen. Nicht zu unterschätzen ist ferner die Bedeutung der aas- und kotfressenden Käfer für die Ökosysteme der Erde. Der von Dung lebende Pillendreher war den alten Ägyptern als Skarabäus heilig; er versinnbildlichte den Sonnengott Re, was sich wohl von seinem Verhalten, eine Dungkugel umher zu rollen, ableitet. Aus den Beschreibungen antiker Naturforscher wie Aristoteles und Plinius können über 100 Käferarten identifiziert werden.

Käferarten auf Naxos

Natürlich gibt es viel zu viele Käferarten auf Naxos, als dass ich hier eine auch nur im Entferntesten vollständige Auflistung anbieten könnte. Die Bestimmung der Käferarten ist nur in den wenigsten Fällen einfach möglich. Für die genaue Artbestimmung müssen in vielen Fällen Merkmale, die auf den Fotos nicht zu erkennen sind, hinzugezogen werden wie Feinheiten der Form beispielsweise der Beinglieder. Deswegen bleibt die genaue Artzugehörigkeit meist unsicher, manchmal sogar die Gattung, zu der der Käfer gehört. Trotzdem hat es vielleicht seinen Wert einige auffällige Arten kurz vorzustellen.
Ich danke dem Bestimmungsforum der Käfer-Webseite Kerbtier.de für mehrere Bestimmungen.

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Laufkäfer, (Carabidae)

Feld-Sandlaufkäfer, Cicindela campestris

Die Sandlaufkäfer leben auf dem Boden in offenen, sandigen oder erdigen Bereichen; der Feld-Sandlaufkäfer ist im Frühjahr bei uns im Garten häufig anzutreffen. Die Sandlaufkäfer können sehr schnell laufen und fliegen meist nur kurze Strecken. Die Larven leben in der Erde; Larven und adulte Tiere ernähren sich räuberisch vor allem von Spinnen und anderen Insekten. Die Art kommt in Europa und Asien vor; in Deutschland steht sie aufgrund der Zerstörung der Habitate inzwischen unter Naturschutz.


Der Feld-Sandlaufkäfer besitzt eine metallisch-grüne Färbung. Von anderen verwandten Arten ist er an der Form und Anordnung der weißen Flecken auf den Flügeldecken zu unterscheiden.

Kahnläufer, Calathus spec.


Dieser etwa 1,2 cm große Laufkäfer gehört in die Gattung Calathus in der Unterfamilie Harpalinae, die mit etwa 20.000 größtenteils im Aussehen recht ähnlichen Arten etwa die Hälfte aller Laufkäfer stellt. Die Artbestimmung ist meist nur anhand einer mikroskopischen Untersuchung möglich.

Acinopus megacephalus?


Bei diesem Käfer könnte es sich um Acinopus megacephalus handeln, der durch seinen breiten Kopf auffällt. Auch diese Art gehört zu den Harpalinae.

Kurzflügler, Staphylinidae

Die Kurzflügler sind eine sehr große Familie innerhalb der Käfer mit über 47.000 beschriebenen Arten, wobei die tatsächliche Artenzahl vermutlich wesentlich höher liegt. Es handelt sich um sehr ungewöhnliche Käfer. Die meisten Arten sind sehr klein und oft nur wenige Millimeter lang. Kopf und Hals sind etwa gleich groß; der ganze Körper ist langgestreckt und sehr beweglich. Die Flügeldecken sind stark verkürzt, so dass sie nur etwa ein Drittel des Hinterleibs bedecken. Die häutigen Hinterflügel sind dagegen so lang wie der Hinterleib, so dass sie, wenn sie nicht zum Fliegen benutzt werden, unter den Flügeldecken zusammengefaltet werden. Zum Einfalten und zum Entfalten der Flügel benutzt der Käfer seinen Hinterleib, mit dem er unter den Flügeln entlang streicht, bzw sie zusammenschiebt. Dabei sind ihm feine Borsten am Hinterleibsende behilflich.

Die Kurzflügler haben alle Lebensräume der Erde außer dem Wasser erobert und kommen auch in recht lebensfeindlichen Gegenden vor, in denen sonst fast keine Tiere existieren können. In den günstigen Habitaten wie der Streuschicht feuchter Wälder kommen sie oft in sehr hohen Individuenzahlen vor und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie haben so gut wie alle Ernährungsformen ausgebildet: Es gibt räuberische, pflanzen- und pilzfressende und parasitierende Arten, außerdem viele Zersetzer tierischer und pflanzlicher Stoffe. Viele Arten leben in Ameisenbauten, wo sie sich von den Ameisen füttern lassen, oder Abfallstoffe im Nest fressen, die Ameisen selbst erbeuten, oder sich von ihnen auf ihren Jagdzügen mittragen lassen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viele Kurzflügler produzieren Giftstoffe, die sie bei Störung aus ihrem Hinterleib spritzen können. Es handelt sich um eine der erfolgreichsten und häufigsten Tiergruppen.


Die meist nur 2 bis 8 mm langen Kurzflügler sind wegen ihrer geringen Größe leicht zu übersehen, obwohl sie in den meisten Lebensräumen häufig vorkommen. Sie sehen mit ihrem langen, beweglichen, unbedeckten Hinterleib kaum nach Käfern aus. Die meisten Kurzflügler sind braun oder schwarz gefärbt. Die Unterscheidung der Arten ist schwierig.


Die Flügeldecken der Kurzflügler sind sehr kurz und bedecken nur etwa ein Drittel des Abdomens. Die häutigen Hinterflügel reichen dagegen bis zum Hinterleibsende.


Wenn der Kurzflügler seine Flügel nicht benutzt, trägt er sie unter den Flügeldecken zusammengefaltet. Zum Zusammenfalten benutzt er den Hinterleib, den er nach oben krümmt um die Flügel zusammenzuschieben.


Diese Kurzflügler-Art ist mit gut 1 cm wesentlich größer. Sie ist glänzend schwarz mit braunroten Flügeldecken. Es könnte sich um die Moderkäfer-Art Ocypus fulvipennis handeln.


Dieser noch größere Moderkäfer gehört zur auch zur Gattung Ocypus. Es gibt zahlreiche sehr ähnliche Arten; eine Bestimmung am Foto ist nicht möglich.

Taumelkäfer, Gyrinidae

Die Taumelkäfer gehören zu den in ihrer Lebensweise und ihrem Körperbau an das Süßwasser angepassten Käferarten. Sie leben ständig auf der Wasseroberfläche von stehenden oder langsam bewegten Gewässern und schwimmen unablässig taumelnd und kreisend durch eine schnelle, sehr effektive Schwimmbewegung ihrer kurzen, verbreiterten mittleren und hinteren Beine. Die längeren Vorderbeine dienen dem Greifen der Beute. Die Taumelkäfer ernähren sich vor allem von ins Wasser gefallenen Kleintieren, die sie mithilfe ihrer kurzen Fühler lokalisieren, die die feinsten Wasserbewegungen registrieren. Die Taumelkäfer vergrößern ihren Auftrieb durch eine Luftblase, die sie unter ihren Flügeldecken tragen. Auch am Körperende hängt eine Luftblase, die dem Aufnehmen von Atemluft dient. Sie besitzen zweigeteilte Augen, deren obere Hälfte dem Sehen oberhalb der Wasseroberfläche dient, während sie mit der unteren Hälfte unter Wasser sehen; die Ommatidien (Einzelaugen) dieser Augenhälfte sind speziell an das Sehen unter Wasser angepasst. Taumelkäfer können auch gut fliegen, um einen neuen Lebensraum aufsuchen zu können, falls der Teich in dem sie leben austrocknet.


Die kleinen, schwarzen Taumelkäfer kommen an ruhigen Stellen der Flüsse von Naxos vor. Sie gleiten unablässig in „taumelnden“ Bewegungen über die Wasseroberfläche.


In Europa leben 19 Taumelkäferarten, die schwer zu unterscheiden sind. Hier handelt es sich vermutlich um eine Art der Gattung Gyrinus.

Leuchtkäfer, Lampyridae

Die Leuchtkäfer, im Volksmund als „Glühwürmchen“ bezeichnet, haben die Fähigkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; Männchen und Larven zeigen oft nur ein schwächeres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. Während die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten kontinuierlich leuchten – bei den Männchen teilweise im Flug – machen sich beide auf Naxos vorkommenden Arten durch Blinken bemerkbar. Die Glühwürmchen sind bei uns recht häufig und können in manchen Jahren in warmen Frühsommernächten leicht beobachtet werden; auch tagsüber trifft man die Tiere nicht selten an.

Eine weitere Besonderheit vieler Leuchtkäfer-Arten ist ihr ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus. Während die Männchen wie ein kleiner, brauner Weichkäfer aussehen, sind die Weibchen bei vielen Arten deutlich anders gestaltet. Sie besitzen gar keine oder stark zurückgebildete Flügel und ihr Körper zeigt eine für Käfer völlig untypische gleichförmige Segmentierung, so dass sie eher wie Larven aussehen als wie adulte Käfer. Während die erwachsenen Leuchtkäfer nur wenig oder gar nicht essen, leben die Larven räuberisch; sie erbeuten vor allem Schnecken. Die Weibchen sterben kurz nach der Eiablage. Die meisten Arten sind giftig oder schmecken sehr unangenehm, so dass sie nur wenige Fressfeinde haben.

Die Lichterzeugung erfolgt bei Leuchtkäfern (wie auch manchen anderen Tiergruppen mit Biolumineszenz) mithilfe des Enzyms Luciferase aus einem speziellen Protein, dem Luciferin, unter Verwendung von Sauerstoff und ATP. Die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie wird mit einer erstaunlich hohen Ausbeute als Licht abgegeben. Die Leuchtkäfer haben am unteren Teil des Hinterleibs eine lichtdurchlässige Chitinschicht, so dass das Leuchten deutlich zu sehen ist.

Italienischer Leuchtkäfer, Luciola italica

Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Die Arten dieser vor allem in Asien verbreiteten Gattung zeichnen sich durch ihr etwa im Sekundentakt blinkendes Licht aus. Die Weibchen sehen nicht larvenähnlich aus, sondern ähneln den Männchen, sind aber flugunfähig. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen senden Lichtsignale aus. Die Männchen leuchten auch im Flug. Der Italienische Leuchtkäfer ist in Südosteuropa heimisch.


Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Man sieht ihn bei uns, wenn im Frühling die Nächte wärmer werden: Dann sitzen nachts hier und da die blinkenden Käfer an den Mauern im Garten. Die Lichterzeugung findet bei den Leuchtkäfern in den hinteren Segmenten des Abdomens statt.

Hier ein blinkender Italienischer Leuchtkäfer gefilmt.

Lampyris hellenica?

Die Gattung Lampyris umfasst in Europa und dem Mittelmeerraum etwa 10 Arten. Bei unseren Exemplaren auf Naxos könnte es sich um Lampyris hellenica handeln. Die Merkmale des Männchens scheinen zu passen (nach M. Geisthardt, siehe Quellenangabe unten): eine Körpergröße von etwa 2 cm, kaum erkennbare Rippen auf den Flügeldecken, die Ausbildung der Fühler, des Halsschildes und des letzten Segments des Abdomens. So gut wie sicher ist die Zuordnung zur Gattung Lampyris, obwohl unsere Exemplare hier ebenso wie der Italienische Leuchtkäfer ein blinkendes Licht aussenden, im Gegensatz zum Großen Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) und anderen Arten dieser Gattung. Ein kontinuierlich leuchtendes Glühwürmchen habe ich auf Naxos überhaupt noch nicht angetroffen. Leider kann ich zu diesem auffälligen Merkmal keine Informationen finden, was L. hellenica betrifft.


Von der Färbung und Ausbildung des Halsschildes und der Flügeldecken her könnte es sich bei unseren Exemplaren um Lampyris hellenica handeln.


Die Männchen sind mit etwa 2 cm sehr groß und kräftig. Bislang habe ich Männchen dieser Art nur tagsüber gesehen.


Hier dasselbe Exemplar von unten.


Die Weibchen sehen bei vielen Leuchtkäfer-Arten fast wie Larven aus: Sie zeigen eine deutliche Segmentierung und besitzen keine oder stark zurückgebildete Flügel. Hier handelt es sich um ein Weibchen der Gattung Lampyris, vermutlich Lampyris hellenica, da bei uns anscheinend die Männchen dieser Art zu finden sind. Im Gegensatz zu anderen Lampyris-Arten senden diese Weibchen ein blinkendes Licht aus – leider kann ich keine Information zu den Leuchtsignalen von Lampyris hellenica finden.

Melyridae

Die Familie der Wollhaarkäfer ist vor allem in tropischen Regionen verbreitet. Heute werden auch die Angehörigen der früher als eigene Familie (Malachiidae) gehandelten Zipfelkäfer zu den Melyridae gestellt. Es handelt sich überwiegend um eher weiche, langgestreckte Arten von bis zu 1 cm Körperlänge.

Großer Blasenkäfer, Malachius aeneus (?)

Der Blasenkäfer gehört zu den Zipfelkäfern. Auch sein Gattungsname Malachius (von gr. malakó) bezieht sich auf das wenig sklerotisierte Außenskelett dieser Käfer. Dieser Käfer besitzt wie zahlreiche Arten dieser und verwandter Familien eine einfache, eher langgestreckte Körperform und fadenförmige, mittellange Fühler. Die Färbung ist recht variabel mit einer blaugrünen Grundfärbung und roten Flügeldecken.

Die Larven der Blasenkäfer sind omnivor, d.h. sie fressen sowohl pflanzliche als auch tietische Nahrung; weil sie viele Blattläuse und Larven anderer Getreideschädlinge erbeuten, ist diese Art für den Gärtner und Landwirt nützlich. Auch die adulten Tiere fressen teilweise vermutlich andere Insekten, ernähren sich aber überwiegend von Graspollen. Der Blasenkäfer ist in Europa und Asien weit verbreitet und ist auch in Nordamerika eingeschleppt worden.


Bei diesem Käfer handelt es sich um den Großen Blasenkäfer oder eine verwandte Art.

Malachius bipustulatus


Malachius bipustulatus ist fast blauschwarz gefärbt mit roten Körperseiten und ein bisschen rot am Hals.


Für die Art charaktertistisch sind die roten Spitzen der Flügeldecken.

Psilothrix viridocoeruleus

Dieser hübsche kleine Käfer mit seiner intensiv metallisch grünen Färbung wird bis gut 6 mm lang. Er ist oft auf Blüten zu finden. Die Art ist in Europa und dem Nahen Osten weit verbreitet. Die Larven leben erst von toten Insekten, dann in Pfanzenstengeln.


Psilothrix viridocoeruleus ist sehr dünn und langgstreckt und hat eine hübsche metallisch grüne Farbe.

Prachtkäfer, Buprestidae

Die Prachtkäfer haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen. Es handelt es sich meist um bunte, metallisch schimmernde Arten. Sie besitzen gewöhnlich große Augen und einen unter das Halsschild zurückgezogenen Kopf. Viele enthalten in der Hämolymphe den giftigen Stoff Buprestin als Schutz gegen Fressfeinde.

Anthaxia spec.

Die Prachtkäfer der Gattung Anthaxia sind recht klein und kompakt geformt. Sie sind überwiegend grünlich oder bronzefarben bis purpurn gefärbt. Die adulten Tiere findet man im Sommer auf Blüten, deren Pollen und Blütenblätter sie fressen. Die Larven leben meist in Holz oder anderen Pflanzenteilen.


Die hübschen Prachtkäfer (Gattung Anthaxia) sind an ihrer charakteristischen kompakten Körperform und der meist grünlichen oder bronzefarbenen metallischen Färbung zu erkennen.

Marienkäfer, Coccinellidae

Die Marienkäfer sind bei uns wohl die bekanntesten Käfer und gehören zu den bekanntesten Insekten überhaupt. Die Familie Coccinellidae umfasst über 6.000 Arten, von denen etwa 250 in Europa vorkommen. Der Schwerpunkt der Verbreitung mit dem größten Artenreichtum liegt in den Tropen. Alle Marienkäfer sind eher klein und kugelig bis oval geformt mit einer stark gewölbten Oberseite. Die kurzen Fühler sind an ihrem Ende leicht keulenförmig verdickt. Der Kopf und die Unterseite sind üblicherweise schwarz gefärbt; die Flügeldecken sind dagegen oft auffallend bunt mit meist roter oder gelber Färbung. Der Halsschild ist entweder schwarz oder hat die Farbe der Flügeldecken. Viele Arten tragen zwischen 2 und 24 schwarze, farbige oder weiße Punkte. Die Anzahl und Anordnung der Punkte ist bei der Artbestimmung wichtiger als die Färbung, die bei manchen Arten sehr variabel ist.

Marienkäfer können gut fliegen. Sie treten oft in Massen auf; die Arten der gemäßigten Zonen überwintern teilweise auch in dichten Ansammlungen. Sowohl die adulten Tiere als auch die Larven ernähren sich räuberisch. Die Hauptnahrungsquelle sind Blattläuse und andere Pflanzenschädlinge. Im Laufe seines Lebens verzehrt ein Marienkäfer um die 3.000 Blattläuse. Entsprechend sind diese Käfer im Garten und in der Landwirtschaft sehr nützlich: Sie können einen Befall mit Blattläusen vollständig eliminieren. Entsprechend werden die Marienkäfer häufig auch als biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Allerdings sind die Marienkäfer gegen chemische „Pflanzenschutzmittel“ empfindlich, da sie diese mit den Blattläuse aufnehmen und in ihrem Körper anreichern. Die Marienkäfer selbst haben natürlich auch unter Fressfeinden wie Vögeln und Reptilien sowie größeren Insekten zu leiden. Sie produzieren zur Abwehr ihrer Feinde einen Giftstoff, das Coccinellin, das für viele Tiere giftig ist und schlecht schmeckt. Die auffällige Färbung der Marienkäfer dient als Warnsignal an mögliche Fressfeinde. Bei Gefahr sondern die Marienkäfer die Gift- und Bitterstoffe als Sekrettropfen aus den Gelenken der Beine ab.

Seit alters her sind die Marienkäfer bei den Menschen beliebt gewesen. Das ist vermutlich hauptsächlich durch ihre Nützlichkeit für Gärtner und Bauern zu erklären, vielleicht aber auch durch ihr hübsches Aussehen. Der Name weist schon darauf hin, dass diese Käfer von den Bauern früherer Zeiten für ein Geschenk der Jungfrau Maria gehalten wurden. In vielen Kulturen werden die Marienkäfer als Glückbringer angesehen. Die älteste bekannte Darstellung ist ein 20.000 Jahre alter aus Mammutelfenbein geschnitzer Marienkäfer, der in Frankreich gefunden wurde.

Siebenpunkt-Marienkäfer, Coccinella septempunctata

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist die häufigste und bekannteste Marienkäfer-Art. Er besitzt leuchtend rote Flügeldecken mit je drei schwarzen Punkten sowie einen zusätzlichen Punkt am Schildchen, der von zwei weißen Flecken flankiert ist; auch der schwarze Halsschild und der Kopf tragen je zwei weiße Punkte.


Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist die häufigste Marienkäfer-Art. Er ist an den sieben schwarzen Punkten auf den roten Flügeldecken zu erkennen.


Siebenpunktige Marienkäfer bei der Paarung.


Die Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers ist schwarz gefärbt mit kleinen orangenen Flecken; der Körper weist zahlreiche kleine Warzen auf, die Borsten tragen. Die Larve ist im Garten sehr nützlich, da sie viele Blattläuse verzehrt; sie schafft bis zu 50 Blattläuse pro Tag.

Zweiundzwanzigpunkt, Psyllobora vigintiduopunctata

Der Zweiundzwanzigpunkt ist ein recht kleiner Marienkäfer, der intensiv gelb gefärbt ist mit schwarzen Punkten. Er ist fast halbkugelförmig. Auch die Larve ist gelblich mit schwarzen Punkten. Erwachsene Käfer und Larven ernähren sich von Mehltau-Pilzen und sind darum im Garten nützlich. Auch diese Art ist bei uns recht häufig anzutreffen.


Der leuchtend gelbe Zweiundzwanzigpunkt hat anders als sein Name vermuten lässt 25 schwarze Punkte.

unbestimmter Marienkäfer

Die Marienkäfer besitzen meist sehr auffällige Farben und eine sehr charakteristische Zeichnung, wenn auch die Färbung manchmal variabel ist. Diese kleine Art habe ich noch nicht bestimmen können.


Es ist mir bislang nicht gelungen, diese kleine Marienkäfer-Art zu bestimmen. Manche Aspekte der Färbung ähneln Exochomus quadripustulatus, bei dem jedoch die schwarze Farbe überwiegt.


Hier handelt es sich vermutlich um dieselbe Art.

Chilocorus bipustulatus

Diese kleine Marienkäfer-Art zeichnet sich dadurch aus, dass die Punkte wie ein Strich quer über den Rücken angeordnet sind. Meist ist die Grundfarbe schwarz, kann aber auch wie hier tiefrot sein.


Der kleine, stark glänzende Chilocorus bipustulatus besitzt sechs kleine leuchtend orangefarbene Punkte, die wie ein Querstrich über dem Rücken angeordnet sind.

Bohrkäfer, Bostrychidae

Die Bohrkäfer bohren in Holz. Die Familie hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen; in Europa kommen nur 47 Arten vor. Der mit 2 bis 3 mm Körperlänge nur sehr kleine Getreidebohrkäfer, der als Schädling in Getreide, Reis, Hülsenfrüchten und Nüssen lebt und ein bedeutender Schädling ist, kann erstaunliche 60 Jahre alt werden.

Karminroter Kapuzinerkäfer, Bostriches capucinus

Wie bei vielen Bohrkäfern ist auch beim Kapuzinerkäfer der Kopf weitgehend unter dem hochgewölbten Halsschild verborgen. Der Halsschild trägt auf der Oberseite Zähne, die sich im Lauf der Zeit jedoch abnutzen. Die adulten Tiere halten sich an Bäumen auf und bohren teilweise auch wie die Larven im harten Holz.


Der Karminrote Kapuzinerkäfer ist an der roten Farbe der Flügeldecken zu erkennen sowie am schwarzen, hochgewölbten Halsschild, unter dem der Kopf verborgen ist und der raspelartige Zähne trägt, die vermutlich bei der im Holz bohrenden Lebensweise von Nutzen sind.

Speckkäfer, Dermestidae

Die Speckkäfer sind mit etwa 1.300 Arten weltweit verbreitet. Sie sind klein und kompakt rundlich oder oval geformt. Viele Arten leben von toten tierischen oder pflanzlichen Materialien, so auch von Haaren und Federn, die sonst nur von wenigen Tieren zersetzt werden können. Entsprechend haben sich einige Arten zu bedeutenden Schädlingen entwickelt. Dazu gehören beispielsweise der Teppichkäfer und der von den Biologen gefürchtete Museumskäfer, der in vielen Sammlungen große Schäden angerichtet hat. Andere Arten sind harmlose Blütenbewohner.

Anthrenus pimpinellae

Dieser hübsche Käfer ist wie alle Speckkäfer sehr klein und rundlich geformt. Er ist in weißen und bräunlichen Farben gemustert.


Anthrenus pimpinellae wird nur 4 mm groß. Man findet ihn im Sommer auf Blüten wie hier auf dem Griechischen Dost.

Ölkäfer, Meloidae

Die Ölkäfer haben ihren Namen von ihrer Verteidigungsstrategie erhalten: Sie produzieren einen Giftstoff, das Cantharin, das sie bei Bedrohung als einen gelblichen Tropfen aus den Kniegelenken absondern. Das Cantharin ist für Ameisen und Laufkäfer giftig, nicht jedoch für Vögel oder Igel, die die Ölkäfer trotzdem fressen. Manche Insektenarten werden durch den Giftstoff über weite Entfernungen angelockt und nehmen ihn auf, um das Gift in sich anzureichern und so ebenfalls giftig zu wirken. Sogar eine Vogelart macht sich denselben Effekt zunutze: die afrikanische Sporngans, die in großen Mengen Ölkäfer frisst und dadurch – je nach Menge – für Fressfeinde und auch für den Menschen giftig sein kann.

Eine weitere Besonderheit der Ölkäfer ist ihre komplizierte Larvalentwicklung. Die Weibchen legen sehr viele Eier: pro Individuum bis zu 10.000 Stück. Sie müssen sehr viel Nahrung aufnehmen, um derartige Mengen an Eiern produzieren zu können. Sie ernähren sich von Pflanzen und können in der Landwirtschaft einen gewissen Schaden anrichten. Die Larven der Ölkäfer leben ausschließlich parasitisch in den Nestern von solitären Bienen (oder bei manchen Arten von Heuschrecken). Das erste Larvenstadium der Ölkäfer sieht deutlich anders aus als die späteren Stadien. Diese sogenannte Triungulinus-Larve oder Dreiklauer klettert auf Blüten, wo sie auf Bienen wartet, an denen sie sich anklammert und so zum Nest tragen lässt. Dabei kann sie nicht zwischen passenden und ungeeigneten Arten unterscheiden, was die hohe Eizahl erklärt: Nur ein geringer Anteil der Dreiklauer erreicht ein passendes Bienennest, in dem er sich weiterentwickeln kann. Mit ihren langen Beinen mit Klauen an den Füßen ist die Triungulinus-Larve speziell an dieses Mitreisen auf den Bienen angepasst. Der Dreiklauer nimmt kein Essen auf, kann aber trotzdem wochenlang warten, bis er einen Transportwirt findet. Im Bienenstock lässt die Larve ihr Transporttier los. Sie häutet sich nun und wird zu einer einfacher gestalteten Sekundärlarve, die sich von den Honigvorräten im Bienennest ernährt. Nach mehreren Häutungen verlässt die Larve das Bienennest. Sie nimmt nun kein Essen mehr auf und überwintert als Scheinpuppe. Im nächsten Frühjahr häutet sie sich in ein letztes Larvenstadium, das sich schließlich verpuppt und in das adulte Tier umwandelt.

Violetter Ölkäfer, Meloe violaceus (?)

Die Arten der Gattung Meloe sehen kaum wie Käfer aus, da sie stark zurückgebildete Flügel mit kurzen Flügeldecken besitzen, hinter denen der segmentierte, sehr dicke Hinterleib frei bleibt. Der Kopf wirkt ein bisschen ameisenähnlich. Charakteristisch sind die in der Mitte geknickten Fühler der Männchen. Es gibt mehrere ähnliche Arten im Mittelmeergebiet (und auch in Mitteleuropa), so dass die Bestimmung nicht ganz sicher ist. Die Arten der Gattung Meloe leben hauptsächlich in eher trockenen Wiesen.


Der flugunfähige Violette Ölkäfer zeigt mehrere interessante Besonderheiten in seiner Lebensweise. Auch sein Körperbau ist ungewöhnlich mit den stark verkürzten Deckflügeln, die den Hinterleib freilassen.

Vierpunktiger Ölkäfer, Mylabris quadripunctata

Diese Ölkäfer-Art ist im Mittelmeerraum häufig und leicht zu sehen. Sie lebt vor allem auf Blüten und ernährt sich vom Pollen und von den Blütenblättern, während die Larven unterirdisch an den Eiern und Kokons von Heuschrecken leben.


Der Vierpunktige Ölkäfer sitzt meist auf Blüten und frisst den Pollen und die Blütenblätter.


Hier ein Individuum mit einer etwas anderen Zeichnung.

Pannonischer Ölkäfer, Mylabris pannonica

Der Pannonische Ölkäfer sind ebenfalls im Mittelmeerraum bis nach Ungarn verbreitet. Die adulten Tiere sitzen auf Blüten; die Larven parasitieren in Bienennestern.


Es gibt mehrere Ölkäfer-Arten mit gelblichen und schwarzen Querstreifen auf den Flügeldecken, wobei die Färbung beträchtlich variieren kann. Hier handelt es sich vermutlich um den Pannonischen Ölkäfer. Er ist an den gelben, schwarz gesäumten Hinterenden der glänzenden Flügel zu erkennen.

Zonitis immaculata (?)

Hier eine weitere Ölkäfer-Art, die zur artenreichen Gattung Zonitis gehört. Sie sieht auf den ersten Blick eher wie ein Weichkäfer aus.


Zonitis immaculata besitzt braune bis braunorangene Flügeldecken und Halsschild, während der Kopf, die Extremitäten und die Unterseite wie bei den meisten Ölkäfern schwarz sind.

Stachelkäfer, Mordellidae

Die Stachelkäfer sind kleine Käfer, die meist auf Blüten oder an Holz leben. Sie besitzen oft einen spitz ausgezogenen Hinterleib, wovon sich der Name ableitet. Umgangssprachlich werden sie auch als „Purzelkäfer“ bezeichnet, was auf die merkürdigen purzelnden Bewegungen zurückgeht, die die Käfer bei Störung durchführen. Dazu führen sie eine Reihe sehr schneller Sprünge durch, bei denen sie sich spiralig drehen. Diese Drehung wird durch das in einzigartiger Weise zu Dregungen befähigte Schraubengelenk am Schenkelring des Hinterbeins ermöglicht. Auch manche verwandte Arten besitzen eine ähnliche Drehbarkeit, aber nirgendwo ist diese so hoch wie bei den Stachelkäfern.

Mordella spec.


Die winzigen Stachelkäfer sind leicht an ihrem zugespitzten Hinterleib zu erkennen. Sie leben auf Blüten und sind im Sommer für eine kurze Zeit bei uns recht häufig anzutreffen. Auffällig und interessant sind die purzelnden Bewegungen, die sie bei Störung durchführen. Eine Bestimmung der Art ist ohne genauere Untersuchung nicht möglich.

Scheinbockkäfer, Oedemeridae

Die Scheinbockkäfer oder Schenkelkäfer sehen den Bockkäfern in der langgestreckten Körperform und den langen, dünnen Fühlern ähnlich, ihr Körper ist aber weicher und sie sind meist reicht klein. Sie sind überwiegend gelblich, grünlich oder schwarz gefärbt. Die erwachsenen Tiere leben von Pollen und halten sich oft auf Blüten auf, die Larven in Holz und Pflanzenstängeln.

Oedemera virescens (?)


Der Graugrüne Schenkelkäfer sitzt meist auf Blüten. Er wird etwa 1 cm lang und ist sehr schmal. Von der Seite betrachtet wirkt der Hinterleib etwas aufgeblasen.

Oedemera trista (?)


Die Männchen des einfarbig grauen „Tristen Schenkelkäfers“ zeigen die für die Familie und Gattung typischen verdickten Schenkel der Hinterbeine.

Schwarzkäfer, Tenebrionidae

Die Schwarzkäfer gehören mit 20.000 Arten zu den größten Käferfamilien. Sie zeigen eine große Variabilität in Körperform und Lebensweise.

Omophlus leputoides (?)


Dieser Käfer mit den glänzenden orangeroten Flügeldecken und dem schwarzen Halsschild und Kopf ist vermutlich Omophlus lepturoides, eine in Europa und Südostasien verbreitete Art.

Mistkäfer, Geotrupidae

Die Mistkäfer gehören zu den bekannteren Käfern. Sie sind meist schwarz oder metallisch glänzend gefärbt, haben eine gedrungene Körperform und leben auf dem Boden. Sowohl die erwachsenen Tiere als auch die Larven ernähren sich von Dung, Humus oder Pilzen. Die Mistkäfer betreiben eine ausführliche Brutpflege. Sie legen unterirdische Brutkammern mit Nahrungsvorräten für ihre Larven an. Den Dung formen sie zu Kugeln, da er sich so leichter transportieren lässt. Indem sie den Dung in die Erde einarbeiten und zersetzen, erfüllen die Mistkäfer eine wichtige ökologische Funktion.

Frühlings-Mistkäfer, Geotrupes vernalis (?)

Der Frühlings-Mistkäfer, heute oft in die Gattung Trypocopris gestellt, ist in Europa und Westasien häufig. Er besitzt nur wenig gerillte Flügeldecken und hat meist eine metallisch blaue Farbe. Die Bestimmung der Art ist nicht sicher.


Die Mistkäfer sind meist schwarz oder dunkelblau gefärbt und haben eine gedrungene Gestalt.


Hier sieht man gut den kleinen Kopf mit dem flachen Kopfschild, das große, halbkugelig gewölbte Halsschild und zwischen den Flügeldecken das kleine dreieckige Scutellum, das Rückenschild des Mesothorax.


Dieser Mistkäfer transportiert im Rückwärtsgang und erstaunlich effektiv und geschickt einen Ziegenköttel in seine Brutkammer.

Blatthornkäfer, Scarabaeidae

Die Blatthornkäfer sind eine große Familie mit 27.000 beschriebenen Arten. Allen gemeinsam sind die an ihrem Ende fächerförmigen Fühler. Die Körperform ist meist gedrungen. Viele Arten sind sehr bunt, oft metallisch gefärbt, andere sind schwarz. Manche Gattungen wie z.B. Scarabaeus sehen den Mistkäfern sehr ähnlich und haben auch fast dieselbe Lebensweise: Sie ernähren sich von Dung, den sie zu runden Kugeln formen, und betreiben Brutpflege. Auch die übrigen Blatthornkäfer ernähren sich von pflanzlichem Material.

Scarabaeus variolosus

Zu den Blatthornkäfern gehören die Scarabäus-Arten wie der den alten Ägyptern heilige Pillendreher (Scarabaeus sanctus). Auf Naxos kommt Scarabaeus variolosus vor. Er sieht einem Mistkäfer (Familie Geotrupidae) sehr ähnlich; das beste Unterscheidungsmerkmal ist der (wie bei allen Skarabäus-Arten) gezackte Vorderrand des Kopfschildes. Der Körper ist schwarz mit deutlichen hellen Punkten, die zum Rand der Flügeldecken hin etwas dichter werden.


Scarabaeus variolosus betreibt eine aufwändige Brutpflege. Die Eier werden in Erdlöcher abgelegt, in denen der Käfer Dungkugeln als Nahrungsvorrat für die Larven deponiert. Hier sieht man den Käfer wie er eine Dungkugel rollt.


Die Kugel wird im Rückwärtsgang mit den Hinterbeinen gerollt.


Hier ist der Käfer an seiner unterirdischen Brutkammer angekommen und beginnt die Kugel hinein zu ziehen.


Hier sieht man den charakteristischen gezackten Vorderrand des Kopfschildes, an dem man die Gattung Scarabaeus von den eigentlichen Mistkäfern unterscheidet. Der Halsschild und die Flügeldecken tragen große, eingestanzt wirkende Punkte, die eine weißliche Färbung haben.

Onthophagus spec.


Hier eine weitere Mistkäfer-Art, diesmal der Gattung Onthophagus. Eine genauere Bestimmung ist leider nicht möglich. Ungewöhnlich und charakteristisch ist der halbkreisförmige, mit einer deutlichen Ecke abgesetzte vordere Teil des Kopfschildes.

Walker, Polyphylla fullo (?)

Der mit bis fast 4 cm sehr große Walker oder Türkische Maikäfer besitzt ungewöhnliche Fühler mit einer großen gefächerten Spitze, die oft zusammengefaltet gehalten wird. Der große, hellgraue Körper ist länglich und an der Unterseite stark behaart. Die Flügeldecken und das Halsschild sind dunkelbraun mit zahlreichen kleinen und größeren hellgrauen Flecken.

Der Walker lebt in Weinbergen oder offenen Nadelwäldern. Die bis zu 8 cm langen Larven ernähren sich von Wurzeln. Die Adulte sind überwiegend dämmerungsaktiv. Der Name dieser Art stammt von den Lauten, die die Tiere produzieren, indem sie die Hinterflügel an einer Kante am vorletzten Hinterleibssegment reiben, und die sich ähnlich anhören wie das Walken von Stoffen oder Leder. Die Art kommt im Mittelmeergebiet vor, ist aber überall eher selten. Da es mehrere sehr ähnliche Arten gibt, ist die genaue Bestimmung nicht sicher.


Der Walker gehört zu den größten Käfern bei uns.


Die Art ist an der charakteristischen Form der Fühler und der Färbung zu erkennen, wenn auch die Musterung sehr variabel ist.

Ähnlicher Rosenkäfer, Protaetia affinis (?)

Die Rosenkäfer der Gattung Protaetia sind auffällige, schöne Käfer mit einer leuchtend metallischen, grüngoldenen Färbung. Die Körperform ist gedrungen und rundlich; die Oberfläche der Rückenschilder und Flügeldecken ist fein punktiert. Eine der Besonderheiten dieser Gruppe ist, dass die Flügeldecken miteinander verwachsen sind, weswegen sie beim Fliegen nicht wie bei allen anderen Käfern abgespreizt gehalten werden, sondern an ihrem Platz bleiben, während der Käfer die Hinterflügel seitlich unter ihnen hervorgestreckt.

In Europa treten eine Reihe von Rosenkäfer-Arten auf, die nur an schwer zu erkennenden Merkmalen zu bestimmen sind, wie an Einzelheiten der Beine. Hier handelt es sich vermutlich um P. affinis, den Ähnlichen Rosenkäfer. Rosenkäfer leben an Bäumen, vor allem an Eichen. Sie fliegen gern und sind häufig an Obst oder an Stellen, an denen Baumsaft austritt, zu finden. Die Larven ernähren sich von faulendem Holz.


Die schönen, schwer zu bestimmenden Rosenkäfer sind metallisch glänzend mit grüngoldener Färbung. Sie sind auf Naxos häufig anzutreffen.

Goldglänzender Rosenkäfer, Cetonia aurata

Der in Eurasien weitverbreitete Goldglänzende Rosenkäfer sieht den Arten der Gattung Protaetia ähnlich, gehört aber zur Gattung Cetonia, die ebenfalls viele sehr ähnlich sehende Arten umfasst.


Der Goldglänzende Rosenkäfer zeigt eine deutliche Längskante auf den Flügeldecken und eine stärkere Skulpturierung mit kleinen vertieften Punkten. Die Flügeldecken tragen im hinteren Bereich mehrere weiße Striche.

Trauer-Rosenkäfer, Oxythyrea cinctella

Die Rosenkäfer der Gattung Oxythyrea (Trauer-Rosenkäfer) sind schwarz gefärbt mit weißen Flecken. Sie leben vor allem auf Blüten und ernähren sich von Pollen. Die Larven fressen Pflanzenwurzeln. Dieser Käfer ist bei uns mit Abstand die Art, die man am häufigsten zu Gesicht bekommt: Im Frühling und Sommer sitzen sie überall auf den Blüten, vor allem der Wucherblumen.


Oxythyrea cinctella ist von ähnlichen Arten am weißlichen Rand des Halsschildes sowie an den zwei kleinen weißen Punkten an dessen Hinterrand zu erkennen. Die Trauer-Rosenkäfer leben auf Blüten und ernähren sich von Pollen. Sie kommen bei uns sehr häufig vor.

Zottiger Rosenkäfer, Tropinota hirta

Der Zottige Rosenkäfer ist, wie sein Name andeutet, behaart. Er ist braun gefärbt mit einigen weißen Flecken und Strichen auf den Flügeldecken. Wie auch der Trauer-Rosenkäfer lebt er auf Blüten und ernährt sich von Pollen. Die Larven leben in modrigem Holz. Wie immer gibt es auch hier ähnliche Arten, die nicht einfach zu unterscheiden sind.


Der Zottige Rosenkäfer ist bräunlich mit einer deutlichen Behaarung und meist einigen weißen Strichen auf den Flügeldecken.


Manche Exemplare weisen keine weißen Flecken auf. Auffällig ist die dichte kranzartige Behaarung um die Flügel herum und auf dem Halsschild.

Getreide-Laubkäfer, Anisoplia spec.

Der Getreide-Laubkäfer sieht ein bisschen wie eine kleinere Ausgabe des Maikäfers aus, ist im Gegensatz zu diesem jedoch tagaktiv. Manche Angehörige der Gattung Anisoplia sind Getreideschädlinge. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die zwei Klauen an den Fußspitzen unterschiedlich groß sind.


Der Getreide-Laubkäfer ist rostbraun gefärbt mit unbehaarten, glänzenden Flügeldecken. Um die Flügeldecken herum sitzt ein auffälliger Kranz aus dichten weißen Haarbüscheln. An diesem Exemplar kann man gut die an ihrer Spitze dreigeteilten fächerartigen Fühler erkennen, die für die Familie der Blatthornkäfer typisch sind.


Bei diesem blasser bräunlichen, stärker behaarten Exemplar handelt es sich vermutlich um eine andere Art derselben Gattung.

Nashornkäfer, Oryctes nasicornis

Der Nashornkäfer ist auf Naxos häufig. Er ist nachtaktiv, so dass man ihn vor allem in warmen Frühlingsnächten antrifft, wenn er durch die Lichter angelockt wird. Diese Art lebt von Holz; die Larven sind mit Hilfe symbiotischer Bakterien in der Lage Zellulose zu verdauen. Im Zuge der Anpassung an den Menschen ist der Nashornkäfer dazu übergegangen, auch von Kompost und anderen an Pflanzenfasern reichen Materialien zu leben. In Deutschland ist der Nashornkäfer selten geworden und streng geschützt. Die Männchen setzen das große Horn auf ihrem Kopfschild dazu ein um miteinander um die Weibchen zu kämpfen.


Der männliche Nashornkäfer trägt ein eindrucksvolles Horn auf seinem Kopf. Der Halsschild ist stark vergrößert mit einer dreihöckrigen Aufwölbung im hinteren Bereich. Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Beine sind glänzend dunkelbraun. Auf der Unterseite ist der Körper rostbraun behaart.

Copris hispanus

Diese Art sieht dem Nashornkäfer sehr ähnlich, zeigt aber eine deutlich andere Lebensweise: Die adulten Tiere und die Larven leben wie die Dungkäfer von Mist. Das Weibchen legt nur wenige Eier, die es in einer Bruthöhle in der Erde sorgfältig pflegt. Das Männchen bringt den Dung herbei, der vom Weibchen zu Kugeln geformt wird. Über vier Monate bis zur Verpuppung der Larven und zum Schlüpfen der jungen Käfer überwacht das Weibchen die Dungkugeln, glättet ihre Oberfläche und entfernt Schimmel.


Diese auf den ersten Blick ähnliche Art unterscheidet sich vom Nashornkäfer an den Längsrippen auf den Flügeldecken, an den wesentlich kleineren Höckern an der oberen Leiste des Halsschildes und an der schwärzeren Farbe. Der Halsschild, der Kopf und sogar das Horn sind durchgehend fein gepunktet.

Bockkäfer, Cerambycidae

Die Bockkäfer sind mit 26.000 bekannten Arten eine der artenreichen Käferfamilien. Sie zeichnen sich durch ihre sehr langen, dünnen Fühler aus, die mindestens zwei Drittel des Körpers lang sind, aber auch bis zu fünffache (!) Körperlänge erreichen können. Die Augen der Bockkäfer liegen sichelförmig um die großen und kräftigen Fühleransätze herum. Der oft recht große Körper ist sehr langgestreckt und weist nicht selten kräftige Farben auf; viele Arten sind jedoch auch bräunlich oder grau gefärbt. Der Halsschild zeigt oft seitlich mehr oder weniger spitze Auswüchse.

Die Bockkäfer ernähren sich überwiegend von Pflanzen; die Larven leben meist in Holz. Einige Arten sind erstzunehmende Forstschädlinge. Der Hausbock befällt die Holzkonstruktion von Häusern und Dächern und kann zu einer unangenehmen Plage werden. Die meisten Arten fliegen gut. Einige sind in der Lage Geräusche zu produzieren, die Störenfriede anschrecken sollen. Heute sind viele insbesondere der waldbewohnenden Arten in Deutschland sehr selten geworden und streng geschützt.

Veränderlicher Widderbock, Chlorophorus varius

Die Widderböcke sind eine sehr artenreiche Gattung. Sie halten sich oft auf Blüten auf und fressen Pollen; die Larven leben im Holz von Laubbäumen. Sie besitzen große, leicht gewölbte Halsschilder und einen kleinen Kopf, der kaum über das Halsschild herausragt.


Der Veränderliche Widderbock besitzt eine wespenähnliche Färbung, mit der er mögliche Fressfeine abschreckt, indem er vortäuscht wehrhaft und giftig zu sein.

Weißbindiger Widderbock, Cholophorus sartor


Der Weißbindige Widderbock ist schwärzlich gefärbt mit dünnen hellen Binden auf den Flügeldecken. Während die Larven an Laubbäumen wie Eichen oder dem Johannisbrotbaum leben, halten sich die erwachsenen Tiere meist auf den Blüten von Doldenblütlern auf, wie hier auf unserem Griechischen Dost, der von vielen Insekten besucht wird.

Chlorophorus trifasciatus


Diese Art zeichnet sich durch ihren rotbraunen Halsschild und den geschwungenen vorderen und geraden mittleren Querstreifen auf den Flügeldecken aus.

Pedestredorcadion insulare

Die Gattung Pedestredorcadion wird von manchen Autoren von der großen Bockkäfergattung Dorcadion abgespalten. Beide kommen vor allem in trockenen und warmen Gebieten Südeuropas und Asiens vor. Anders als die meisten Laufkäfer sind die Angehörigen dieser Gattungen phytophag und ernähren sich vor allem von Gras. Die meisten Arten können nicht fliegen; sie besitzen keine Hinterflügel.


Pedestredorcadion insulare sieht ein bisschen wie eine Spinne aus. Die Flügeldecken zeigen vier weiße Längstreifen und eine weiße Naht in der Mitte, die sich auch auf Hals und Kopf erstreckt. Dieser flugunfähige Käfer hält sich stets am Boden auf. Es gibt eine ganze Reihe verwandter Arten, die sehr ähnlich sind. Pedestredorcadion insulare ist auf den Kykladen endemisch.

Hesterophanes sericeus


Der graubraune Hesterophanes sericeus ist im Mittelmeergebiet verbreitet. Auf diesem Foto kann man gut die sichelförmigen Facettenaugen sehen, die sich um die Basis der Antennen schmiegen.

Prinobius myardi

Zur Unterfamilie Prioninae gehört die mit bis zu 17 cm größte Käferart, der Riesenbockkäfer. Der hier abgebildte, im Mittelmeergebiet verbreitete Vertreter ist wesentlich kleiner, aber mit bis zu 5 cm doch eine der größten einheimischen Arten.


Diese sehr große Bockkäfer-Art ist nachtaktiv und wird in Frühsommernächten oft von den Lichtern der Häuser angezogen. Die Larven leben im Holz von Bäumen.


Hier kann man gut die beeindruckenden, kneifzangenartigen Mandibeln sehen.

Blattkäfer, Chrysomelidae

Die Blattkäfer sind eine weitere sehr artenreiche Familie (etwa 50.000 beschriebene Arten). Sie sind rundlich bis länglich geformt, oft sehr bunt oder metallisch glänzend und meist eher klein. Sie ernähren sich von Pflanzen; einige Arten sind Schädlinge in der Landwirtschaft. Ein typischer Vertreter ist der Kartoffelkäfer. Die Fühler sind fadenförmig.

Rosmarin-Blattkäfer, Chrysomelina americana

Der Rosmarin-Käfer lebt, wie der Name sagt, an Rosmarin und verwandten Pflanzen (Salbei, Lavendel). Er besitzt zurückgebildete Flügel und ist nicht flugfähig. Er ist klein und rundlich geformt mit stark metallisch glänzender Färbung. Die metallisch glänzenden Flügeldecken weisen abwechselnd grüne und rote Längsstreifen auf. Entgegen seinem wissenschaftlichen Namen ist der Rosmarin-Blattkäfer nicht in Amerika, sondern in Südeuropa, dem Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika verbreitet. Er tritt oft massenhaft auf und kann bei den befallenen Pflanzen einen beträchtlichen Schaden anrichten. Seit einigen Jahren ist diese Art auch in unserem Garten aufgetaucht und frisst sich langsam von Rosmarin zu Rosmarin vor.


Der flugunfähige Rosmarin-Käfer lebt in großen Zahlen auf Rosmarin-Sträuchern, die er weitgehend kahlfressen kann. Dieser kleine Käfer hat eine sehr schöne, metallische Färbung.

Clytra novempunctata

Ein weiterer Vertreter der Blattkäfer ist Clytra novempunctata. Diese Art kommt von Südosteuropa bis nach Zentralasien vor. Wie in den meisten Fällen gibt es mehrere ähnliche Arten, so dass die Bestimmung nicht ganz sicher ist.


Mit der glänzend orangenen Farbe und den schwarzen Punkten hat Clytra novempunctata eine gewisse Ähnlichkeit mit den Ölkäfern. Die Art trägt sechs schwarze Punkte auf den Flügeldecken sowie drei kleine schwarze Punkte auf dem Halsschild.

Flohkäfer, Alticini

Die zahlreichen Angehörigen der Flohkäfer, einer Gruppe der Blattkäfer mit unsicherer systematischer Einordnung, leben meist nur an einer oder wenigen Pflanzenarten, von denen sich die erwachsenen Käfer und die Larven (letztere oft minierend im Blattgewebe) ernähren. Manche Arten sind Pflanzenschädlinge in der Landwirtschaft. Die Flohkäfer sind meist sehr klein und haben verdickte Hinterbeine, mit denen sie bis zum 100fachen(!) ihrer Körperlänge springen können. Es gibt viele sehr ähnliche Arten, so dass die genaue Bestimmung offen bleiben muss.


Die kleinen Flohkäfer haben oft metallisch glänzende Farben. Sie können mit ihren kräftigen Hinterbeinen unglaublich gut springen.


Hier noch ein Exemplar. Die Artbestimmung ist nur mittels mikroskopischer Untersuchung am toten Tier möglich.

Rüsselkäfer, Curculionidae

Die Rüsselkäfer sind mit über 80.000 beschriebenen Arten die größte Käferfamilie und somit wahrscheinlich die artenreichste Familie aller Lebewesen überhaupt. Sie kommen weltweit vor und sind fast ausschließlich Pflanzenfresser. Viele Rüsselkäfer-Arten sind auf nur eine Pflanzenart als Nahrung spezialisiert. Es gibt kaum eine Pflanze, die nicht von einer speziellen Rüsselkäferart gefressen wird. Dabei leben die meisten Arten an den weichen Pflanzenteilen wie den Bättern und dem Trieb, aber es gibt auch Arten, die die Samen, das Holz oder die Wurzeln fressen. Die Larven leben oft in den Blättern bzw Trieben der entsprechenden Pflanzen. Manche Rüsselkäfer sind bedeutende Schädlinge, so vor allem Arten wie der Kornkäfer und die heutzutage ebenfalls zu den Rüsselkäfern gerechneten Borkenkäfer. Andere Arten können zur gezielten Bekämpfung versehentlich eingeschleppter Pflanzenarten eingesetzt werden.

Die Rüsselkäfer besitzen eine längliche Form, meist recht lange Beine und den namengebenden „Rüssel“, eine rüsselartige Ausstülpung des Vorderkopfes. Etwa auf der Hälfte dieses kurzen bis körperlangen Rüssels sitzen die dünnen, am Ende keulig verdickten Fühler, die einen charakteristischen Knick in der Mitte aufweisen. Die Körperoberfläche und die Flügeldecken der Rüsselkäfer tragen oft kleine Schuppen, die ihnen ein mattes oder leicht bestäubtes Aussehen verleihen. Die Färbung hält sich meist in unauffälligen Braun-, Grün- oder Olivtönen. Viele Rüsselkäferarten sind sehr klein und kaum zu entdecken; andere Arten erreichen eine mittlere Größe (1 bis 2 cm).

Sumpfrüssler, Lixus spec.

Dieser auf Naxos häufig anzutreffende Rüsselkäfer besitzt eine olivbraune Färbung und den typischen Körperbau der Rüsselkäfer. Er gehört zur artenreichen Gattung Lixus; die Bestimmung der Art ist schwierig und meist nur nach mikroskopischen Merkmalen möglich.


Die Rüsselkäfer sind leicht an der rüsselartigen Vorstülpung des Kopfes zu erkennen. Sie ernähren sich von Pflanzen; viele Arten sind auf eine oder wenige Pflanzenarten spezialisiert.

Roter Palmrüsselkäfer, Rhynchophorus ferrugineus

Der Rote Palmrüsselkäfer stammt aus Asien und wandert in den letzten Jahren im Mittelmeergebiet ein; seit einiger Zeit hat er auch die Insel Naxos erreicht. Er wird mit bis zu 3,5 cm vergleichsweise groß und ist leicht an seiner Form, der rostroten Farbe und den schwarzen Punkten auf dem Halsschild zu erkennen; die Färbung ist allerdings variabel. Die Larve ist als Sagowurm bekannt und wird in Südostasien gegessen; in manchen Gegenden ist sie als Eiweißlieferant ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.

Der Palmrüsselkäfer ist ein äußerst unangenehmer Schädling, der Palmen verschiedener Arten befällt. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier auf den ganz jungen Blättern der Palme ab. Die Larven leben im allerobersten Stammabschnitt, dem Wachstumskegel der Palme, von dem aus sie sich in den Stamm der Palme hineinfressen. Der Befall wird erst dann durch herabhängende Palmwedel bemerkbar, wenn der Baum schon schwer geschädigt  oder unrettbar verloren ist. Die Larven verpuppen sich in den Stängelansätzen der Palmwedel, die herabfallen, sobald der Wachstumskegel zerstört ist. Die erwachsenen Tiere fliegen dann zu einer anderen Palme. Der Rote Palmrüsselkäfer hat im Mittelmeergebiet schon einen gewaltigen Schaden unter den Palmen angerichtet und frisst sich munter von Palme zu Palme fort. Trotz intensiver Bemühungen hat man bislang außer dem gezielten Spritzen von Bäumen im frühen Stadium des Befalls mit einem Gemisch aus Insektiziden keinen Weg gefunden, diese Art wirksam zu bekämpfen.


Der aus Südostasien stammende Rote Palmrüsselkäfer ist dabei, die Palmenbestände des Mittelmeergebiets zu zerstören; er breitet sich unaufhaltsam aus und führt zum schnellen, vollständigen Absterben der Bäume.


Durch den Befall mit dem Rüsselkäfer wird der Wachstumskegel der Palme zerstört und die Palmwedel fallen herab. Leider hat es inzwischen auch die Palme unserer Nachbarn erwischt!

Sitona spec.

Die Arten der Gattung Sitona und verwandter Gattungen zeichnen sich durch einen nur sehr kurzen Rüssel aus. Wie bei den übrigen Rüsselkäfern sind die Fühler auf charakteristische Art geknickt. Unser Exemplar ist grau gefärbt mit schwarzen Streifen an den Kopf- und Halsseiten. Die Käfer der Gattung Sitona ernähren sich von Schmetterlingsblütern: Die adulten Tiere fressen die Blätter, die Larven ernähren sich von den Wurzelknöllchen.


Die Käfer der Gattung Sitona besitzen nur einen sehr kurzen Rüssel.

Brachycerus barbarus

Die sehr artenreiche Gattung Brachycerus gehört zu den Rüsselkäfern, obwohl der Rüssel hier klein und schwer zu sehen ist. Die Angehörigen dieser Gattung sind klein und meist bräunlich mit gerippten oder anders skupturierten Flügeldecken. Alle Arten sind an eine spezielle Pflanzenart angepasst, auf und von der sie leben.


Brachycerus barbarus lebt aussschließlich an der (im Hintergrund zu sehenden) Meerzwiebel.

Hyperini


Hier noch ein Beispiel – einer der zahlreichen kaum zu bestimmenden Rüsselkäfer, aus dem Tribus Hyperini.

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