An der Südküste

Die Südküste von Naxos ist wohl die einsamste und abgelegenste Gegend der Insel. Auf den älteren Karten der Insel ist zwar häufig eine Fahrstraße von Pánormos nach Kalandós eingezeichnet, aber diese gibt es (immer noch) nicht, und eine Wanderung die Küste entlang ist ein Erlebnis der besonderen Art.


Wir beginnen die Wanderung in Pánormos, einer abgelegenen Bucht im Südosten von Naxos. Hier gibt es nur wenige Häuser, eine kleine Kapelle und eine bronzezeitliche Akropolis. Im Sommer tummeln sich viele Badegäste am Strand der windabgewandten Bucht, aber nun ist alles verlassen.


Die erste Hälfte der Strecke laufen wir auf einem meist deutlich erkennbaren Ziegenpfad, der stets nah an der Küste entlang führt. Es geht an mehreren Buchten mit Kiesstränden vorbei. Im Hintergrund des Bildes sieht man die bräunlicheren Hänge der Bucht von Kalandós, Ziel unserer Wanderung.


Es ist fast windstill, das Meer erschlägt uns fast mit seiner tiefen Bläue. Der Horizont ist fast überall von Inseln besetzt: Richtung Südwesten Schinousa, Heraklia, Ios


Anfang Oktober blüht fast nur eine Pflanzenart, die Meerzwiebel (Urginea maritima). Je weiter wir wandern, desto klarer wird uns, warum diese Pflanze Mehrzwiebel heißt.


In der Bucht von Spedó stehen zwei Hirtenhäuser; es ist aber kein Mensch zu sehen und alles wirkt völlig verlassen. Es geht auf Mittag zu und wird trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit immer heißer. Diese Bucht hat einem Typ der Kykladen-Idole, von denen man hier besonders viele gefunden hat, seinen Namen verliehen.


Hier und da treffen wir auf ein paar Exemplare der Herbstzeitlose Colchicum variegatum.


Schließlich kommen wir zur Bucht von Rína. Von hier aus führt unsere Route das Tal hinauf und über den Hügel nach Kalandós.


Die Bucht besitzt einen schönen Sandstrand – zu verlockend für ein kleines Bad!


Am Rand des Strandes entspringt keinen Meter vom Meer entfernt eine kleine Quelle, kommt unter dem Felsen hervorgesprudelt, und fließt ins Meer hinein…!


Vom Strand aus gehen wir auf einem kleinen Pfad das Tal hinauf. Bald teilt es sich, und wir erklimmen den steilen Hügel, der sich in der Gabelung erhebt.


Oben auf diesem Hügel liegt ein interessantes Bauwerk: Ein mitáto, ein steinernes Hirtenhaus, ist um die Überreste eines runden antiken Turmes herum gebaut. Das antike Bauwerk ähnelt in mehrerer Hinsicht dem hellenistischen Turm von Chimárrou: Auch dieses Gebäude ist rund und aus umlaufenden Reihen von sorgfältig zurecht gehauenen, jeweils gleich hohen, mörtellos aneinander gefügten Marmorsteinen errichtet.


Hier der Blick zurück auf das Tal von Rína mit dem Turmrest auf dem Hügel in der Mitte (direkt links neben der Bucht); ganz im Hintergrund erkennt man zwei weiße Häuser an der Bucht von Pánormos, von wo aus wir losgegangen sind.


Und nun der Blick hinüber auf die Wacholder-bestandenen Hügel von Kalandós und die Bucht selbst. Endlich am Ziel!

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