20.9.2008 Der erste Regen!

In der letzten Woche war das Wetter ungewöhnlich schön mit Temperaturen über 30°C und Windstille: bestes Badewetter! (Das war nach dem sehr stürmischen und größtenteils ungewöhnlich kühlen Sommer auch noch mal nötig!) Jetzt hat sich das grundlegend geändert. Schon gestern kündigte sich die Wetteränderung durch eine starke Cirrus-Bewölkung am Himmel an. Heute hatte sich die Cirrus-Bewölkung zu einer durchgehenden hohen Wolkenschicht (Altostratus) verdichtet. Schon vormittags fielen die ersten Regentropfen, aber noch sehr dünn.

Strand bei Schlechtwetter Kap bei Schlechtwetter

Wir haben uns schnell daran gemacht, Haus und Grundstück für den Regen vorzubereiten: einige Kabel und elektrische Geräte waren hereinzuholen oder zu verpacken, herumliegende Kinderspielsachen einzusammeln und der Regenmesser musste aufgestellt werden. Die Kinder sind sofort losgerannt und haben Gummistiefel, Regenmäntel und Schirme herausgeholt. Nachmittags haben sie sich aber noch mal ins Wasser gewagt.

Angeliki mit Surfbrett Nikiforos im Regen

Gegen Abend fing es dann stärker an zu regnen: einige Millimeter sind schon gefallen. Plötzlich riecht es überall, nach nasser Erde, nassem Holz usw. Ein bisschen gedonnert hat’s in der Ferne auch; mal sehen, wie es morgen aussieht.

Keine Angst: Das Wetter wird hier auf Naxos schnell wieder gut; Regenwetter dauert höchstens zwei, drei Tage an. Und es kommen bestimmt auch noch mal angenehme, warme Tage, auch wenn es nun schon relativ früh herbstlich geworden ist…

Der erste Regen kommt dieses Jahr recht früh. Meist regnet es im Oktober das erste Mal, häufig sogar erst im November. Da muss die Vegetation dann noch ein ganzes Weilchen länger durchhalten… (in den letzten 11 Jahren hat es 5 Mal im Oktober das erste Mal (richtig, d.h. über 10 mm) geregnet, 4 Mal im November und je einmal im August (am 31.) und im September). Auch der letzte Winter war schon sehr feucht: es hat nicht nur sehr viel geregnet (780 mm, Mittelwert in Naxos-Chora: 376 mm), sondern auch wunderschön verteilt in passenden Abständen. So einen guten Winter habe ich hier überhaupt noch nie erlebt.

Über den frühen Regen freuen sich die Bauern wegen der Oliven: der frühe Regen hilft den Oliven sehr. Wenn es im Herbst zu trocken ist, verschrumpeln viele Oliven und fallen ab. Dieses Jahr gibt es zwar sehr viele Oliven, aber leider auch sehr viel Olivenfliege (Dacus oleae)

Nicht so begeistert sind die Bauern der höheren Lagen, die viel Wein haben: es ist besser, wenn die Weintrauben keinen Regen abbekommen. In den unteren Lagen ist schon alles abgeerntet. Auch in den Bergen haben die Bauern in den letzten Tagen fleißig geerntet: sobald sich Regen ankündigt, versuchen alle schnell zu ernten, was schon reif genug ist. Auch wir hatten vor einigen Tagen gute 500 Kilo Weintrauben aus Komiaki gekauft, von der heute eher selten angebauten grünen Sorte asírtiko und von der sehr dunklen mandilariá. Nikos hat den Most mit der Maische zusammen zwei Tage in der linoú, dem Becken für’s Weintreten, stehen lassen, damit all die guten Stoffe aus den Schalen in den Wein gehen. Gestern abend haben wir den Most ins Fass gefüllt (mit 380 Kilo sehr gute Ausbeute: die Trauben dieser Sorten sind sehr saftig); auch die Maische kam in ein Fass; aus ihr soll noch Schnaps gebrannt werden.

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