Strauchflechten

Als Strauchflechten bezeichnet man Flechten, die sich strauchig vom Substrat erheben. Meist sind sie schmalllappig bis ästig ausgebildet; die Wuchsformen sind jedoch sehr variabel. Zu den Strauchflechten zählen auch die Bartflechten, die ein hängendes, Bart-artiges Gewirr dünner Ästchen bilden.

Manche Strauchflechten wachsen auf der Erde (z.B. Cladonia), wo sie sich gegen Höhere Pflanzen vor allem an ungünstigen, beispielsweise kalten oder nährstoffarmen Standorten durchsetzen können – diese Arten sind vor allem in den nördlichen Regionen Europas verbreitet. Andere Strauchflechten wachsen epiphytisch (z.B. Ramalina, Pseudevernia…), wobei sie insbesondere auf den Ästen der Bäume und Sträucher gedeihen, die sie oft dicht bedecken können. Diese Arten kommen an Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit vor, so in der Wolkenstufe der Gebirge. Nur relativ wenig Arten wachsen auf Stein (z.B. Roccella).

Auf Naxos sind mindestens 30 Strauchflechten-Arten zu finden, von denen die meisten, aber nicht alle, auf den Gipfeln der Berge gedeihen. Die artenreichsten Gattungen auf Naxos sind Cladonia und Ramalina; außerdem kommen Anaptychia, Evernia, Pseudevernia, Roccella, Tornabea und Usnea vor.


Anaptychia ciliaris besitzt graue, schmale, verzweigte Lappen, die auf der Unterseite unberindet sind. Charakteristisch sind die zahlreichen, über die Lappenenden hervorstehenden, schwarzen Cilien.


Auf Naxos kommen über zehn Arten der Gattung Cladonia vor. Cladonia convoluta bildet nur den schuppigen Primärthallus aus. Hier ein besonders schönes Exemplar.


Cladonia portentosa bildet dagegen nur den Sekundärthallus aus, also die Podetien, die bei dieser Art dicht strauchförmig verzweigt sind („Rentierflechten“).


Cladonia pyxidata besteht aus Primär- und Sekundärthallus, d.h. aus einem schuppigen, auf dem Erdboden ausgebreiteten Grundlager, aus dem sich die aufrechten, bei dieser Art becherförmigen Podetien erheben. Die Podetien sind in ihrem oberen Teil sorediös.


Pseudevernia furfuracea besitzt einen stark verzweigten Thallus mit schmalen, bandartig abgeflachten, von unten leicht rinnigen Abschnitten.


Der Thallus von Ramalina farinacea besteht aus büschelig hängenden, stark verzweigten, feinen, schmalen Abschnitten, an denen kleine, ovale, randständige Sorale sitzen.


Ramalina fastigiata ist an den flächen- oder endständigen Apothecien zu erkennen. Die Art ist stark verzweigt und bildet rundliche, dichte Büschel.


Der Thallus von Roccella phycopsis besteht aus bläulich-grauen, wenig verzweigten, rundlichen, leicht gebogenen Abschnitten, die rundliche, hervorstehende Sorale tragen.


Die Bartflechten (Usnea) mit ihrer typischen Wuchsform kommen auf Naxos fast nur in der Heide auf dem Kóronos-Berg vor.

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