Blattflechten

Als Blattflechten (Laubflechten) werden die Flechten bezeichnet, die einen mehr oder weniger blattförmigen, flach ausgebreiteten Thallus besitzen. Dieser ist bei den meisten Gattungen auch auf der Unterseite berindet und haftet dem Substrat mit wurzelartigen Rhizinen an.


Die häufigste Blattflechten-Art auf Naxos ist die leuchtend gelbe Xanthoria parietina.


Von unten ist die berindete Thallus-Unterseite erkennbar.

Blattflechten kommen entsprechend ihrer meist etwas höheren Feuchtigkeitsansprüche auf Naxos vor allem in den mittleren und höheren Lagen vor. Es gibt eine Reihe von Arten die auf Gestein wachsen, insbesondere auf saurem Gestein wie Granit oder Schiefer; die Mehrzahl der Arten lebt jedoch epiphytisch, d.h. auf der Rinde von Bäumen, insbesondere auf dem Stamm und den dickeren Ästen.


diverse Blattflechten auf dem dicken Ast einer Eiche

Flechten sind leider oft schwer zu bestimmen; häufig benötigt man für eine sichere Bestimmung spezielle Farbstoffe, deren Reaktion mit dem Thallus der Flechten getestet werden muss, sowie oft auch ein Mikroskop, wenn beispielsweise die Form der Sporen eine Rolle spielt. Deswegen bin ich bei meinen Bestimmungen nicht in allen Fällen völlig sicher. Außerdem ist meine Auflistung der Arten hier noch alles andere als vollständig. Aber ein Anfang soll gemacht werden; und zumindest kann ich hier (so hoffe ich) auf die Vielfalt und Schönheit dieser leicht übersehenen Organismen aufmerksam machen.


Parmelia glabra besitzt einen braunen, kräftigen Thallus mit Apothecien.


Parmelia quercina, eine bei uns recht seltene Art, besitzt einen grauen Thallus mit großen braunen Apothecien.


Parmelia sulcata besitzt Pseudocyphellen (Risse) auf dem Thallus, die sich zu Soralen entwickeln.


Physcia caesia besitzt rundliche, oft halbkugelig vorgewölbte Sorale, die flächig auf den Lappen stehen. Lager und Sorale weisen eine leicht bläuliche Farbe auf.


Typisches Merkmal von Physconia venusta sind die lappigen, oft in mehreren Kränzen stehenden Auswüchse der Apothecien-Ränder.


Die Nabelflechte Umbilicaria spodochroa besitzt eine bräunliche Oberseite mit kleinen schwarzen Apothecien; die Unterseite des Thallus ist schwarz gefärbt und trägt Rhizinen.


Nephroma laevigatum besitzt eine hellbraune bis grünliche Oberseite mit aufsteigenden Lappen, unter deren Rändern sich unregelmäßig geformte braune Apothecien bilden. Die Unterseite des Thallus ist kahl.

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