Orchideen, Orchidaceae

Die Orchideen sind eine der bekanntesten und mit etwa 1000 Gattungen und 30.000 Arten auch größten Pflanzenfamilien. Sie sind weltweit verbreitet; die meisten Arten kommen in den tropischen und subtropischen Regionen vor allem Mittel- und Südamerikas und Asiens vor. Sie besitzen dreiteilige, meist zygomorphe Blüten, die in Form und Farbe sehr vielfältig sind. Auf Naxos kommen über 30 Orchideen-Arten vor.


Die Blüten der Orchideen bestehen aus einer meist relativ großen Lippe (hier bei der Pyramidenorchis dreigelappt), der zwei obere Kronblätter gegenüberstehen (bei dieser Art recht klein); dahinter liegt der ebenfalls farbige, dreiblättrige Kelch (hier etwas dunkler als die Kronblätter). Bei vielen Blüten, so auch hier, formt die Lippe hinten einen Sporn.


Beim Heiligen Knabenkraut sind die oberen Blütenblätter (obere zwei Kronblätter und Kelchblätter) zu einem nach vorn gebogenen Helm verwachsen.


Die Lippe der Ragwurz-Arten (hier Ophrys calypsus pseudoapulica) ist sehr groß und gewölbt; sie ahmt in Form, Farbe und Behaarung die Weibchen bestimmter Insektenarten nach. Gegenüber der Lippe steht die helmartig gebogene Staubblatt- und Narbenröhre, an der die zwei gelblichen Pollinien sitzen. Den Männchen, die die Blüten besuchen, werden die Pollinien an den Kopf geheftet, und sie geben sie auf dieselbe Art an eine andere Blüte weiter. Darüber stehen die zwei kleinen, kräftig rosa gefärbten oberen Kronblätter und die drei Kronblatt-ähnlichen Kelchblätter. Die Lippe besitzt einen großen mittleren Lappen und zwei kleinere, mehr oder weniger hornförmige Seitenlappen.


Oft wachsen mehrere Orchideen-Arten beieinander. Alle auf Naxos vorkommenden Orchideen bevorzugen offene, eher trockene Standorte; sie wachsen in der Phrygana, auf Wiesen und an Wegrändern. Die meisten Arten sind selten und nur vereinzelt anzutreffen.


Der Violette Dingel bildet seine Blüten nur bei ausreichender Feuchtigkeit aus. In trockenen Jahren treibt der Wurzelstock oft gar keine oberirdische Pflanze.


Die Herbst-Drehwurz mit ihren weißen, spiralig angeordneten Blüten ist in Mitteleuropa sehr selten geworden; sie kann sich nur halten, wo die Vegetation durch eine mäßige Beweidung mit Schafen offen gehalten wird.


Auf Naxos kommen mehrere Zungenständel-Arten vor, die teilweise schwer auseinander zu halten sind; hier wohl der Karische Zungenstendel.


Die Königliche Ragwurz weist sich durch die dunkelbraune, besonders stark behaarte Lippe aus, in deren Mitte ein wie ein ω aussehender, geschwungener, bläulicher Streifen verläuft.


Ophrys ceto besitzt eine lange, schmale Lippe, deren Seitenlappen wie Arme ausgebildet sind; das Anhängsel am unteren Ende der Lippe ist besonders groß und steht deutlich vor.


Viele Ragwurz-Arten kommen nur in einem recht kleinen Gebiet vor. Theseus‘ Ragwurz ist auf den Kykladen-Inseln Naxos, Kimolos und Tinos endemisch.


Passend zur vorigen Art gibt es auf Naxos auch die Ariadne-Ragwurz mit ihrem hübschen, weißen H-förmigen Mal.

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