Zistrosengewächse, Cistaceae

Die Zistrosen gehören zu den charakteristischsten Zwergsträuchern im Mittelmeergebiet und stellen in Phryganas auf sauren Gesteinen wie Schiefer und Granit einen großen Anteil der Vegetation; Kalkgestein wird eher gemieden. Sie zeigen eine besonders effektive Anpassung an Trockenheit: Die behaarten Blätter werden im Sommer zunehmend eingerollt und teilweise abgeworfen. Die Pflanze legt während der langen Sommertrockenheit eine Pause ein, in der die Lebensprozesse und damit auch die Verdunstung extrem reduziert werden. Auch an Beweidung sind die Zistrosen gut angepasst: Die ganze Pflanze sondert ein klebriges Harz ab, das den Schafen und Ziegen nicht schmeckt.

Das aromatische Harz der Zistrosen (Labdanum) wird schon seit dem Altertum genutzt (vermutlich handelt es sich um die „Myrrhe“ der Bibel). Es dient als Gewürz für Back- und Süßwaren und vor allem zur Herstellung von Heilmitteln: Es wirkt stark antibakteriell und antiviral und hat außerdem eine heilende Wirkung auf Haut und Magen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Gerbstoffe, die auch das Immunsystem unterstützen.


Phrygana mit Montpellier-Zistrose bei Azalás


Die Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) hat schneeweiße Blüten.


Im Sommer werden die Blätter braun und rollen sich zusammen. So überstehen die Zistrosen die lange Sommertrockenheit.


Die schöne Salbeiblättrige Zistrose (Cistus salviifolius) sieht der Montpellier-Zistrose auf den ersten Blick ähnlich, hat aber breitere, eiförmige Blätter.


Die Graubehaarte Zistrose (Cistus cretica) ist auf Granit und Schiefer im Inselinnern von Naxos sehr häufig.


Sie ist leicht an den intensiv rosa Blüten zu erkennen; die Blütenblätter wirken wie bei alle Zistrosen immer leicht ungebügelt.


Mit den Zistrosen verwandt sind die Nadelröschen, hier das Arabische Nadelröschen (Fumana arabica).


Sehr ähnlich ist das Thymianblättrige Nadelröschen (Fumana thymifolia), das aber gegenständige, nadelartige Blätter und kleinere Blüten besitzt.


Das hübsche Gefleckte Sandröschen (Tuberaria guttata) ist im Gegensatz zu den vorigen Arten kein mehrjähriger Strauch, sondern ein einjähriges Kraut.

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