Der größte und älteste Ölbaum

Nicht weit vom Demeter-Tempel, am Beginn der Schotterstraße, die zum Kastro Apalírou führt, liegt in einem kleinen mit Platanen bestandenen Tälchen eine antike Quelle (Brysi Adisárou).


Über diesen kleinen Pfad gelangt man zur Brysi Adisárou.


Die antike Quelle ist kürzlich renoviert worden. Sie führt ganzjährig Wasser.


Nahebei liegt diese kleine, neue Kirche des Ágios Isídoros.

Die eigentliche Sehenswürdigkeit bei dieser Quelle ist ein uralter Olivenbaum, dessen Durchmesser den des angeblich ältesten Olivenbaum der Welt in Kolymbari in Kreta, aber auch aller anderen großen Olivenbäume, die im Internet zu finden sind, um einiges übertrifft. Unser Baum ist innen völlig ausgehöhlt, wie das bei alten Oliven oft der Fall ist. Trotzdem kann man noch leicht erkennen, dass der ehemalige Stammdurchmesser über 5 Meter betragen haben muss. In der anderen Richtung misst er gar über 10 Meter! Hier kann man allerdings nach der heutigen Situation nicht mehr völlig sicher sein, ob es sich um einen Baum oder möglicherweise um zwei zusammengewachsene Stämme handelt; um das sicher beurteilen zu können, müsste man die Wurzeln ausgraben. Der Umfang des gesamten Riesen beträgt fast 24 Meter.


Und hier unserer gigantischer Ölbaum. Innen ist der Riese völlig ausgehöhlt, was bei Ölbäumen häufig vorkommt.


Trotz seines Alters scheint der Baum noch gesund und kräftig zu sein.


An manchen alten Ölbäumen in der Tragaía beginnt der Stamm in ähnlicher Weise zu zerfallen.

Der dickste Baum der Welt soll eine Sumpfzypresse in Mexiko sein mit einem Umfang von 14 Metern. Die Ölbäume im Garten Gethsemane, deren Alter auf 1000 bis 2000 Jahre geschätzt wird, haben einen Durchmesser von nicht viel mehr als einem Meter. Das Alter des Ölbaums in Kolymbari mit 3,64 Metern Durchmesser und 12 Metern Umfang wird auf 5000 Jahre geschätzt. Was unser Baum dann für ein Alter haben muss…! Das ist gar nicht so nebensächlich, denn wenn man nur den kleineren, sicheren Durchmesser von 5 Metern zugrunde legt und die Berechnungen auch nur ungefähr stimmen, dann steht der Baum schon mindestens seit dem Beginn der Bronzezeit, ein fast unvorstellbares Alter! Man weiß, dass in der Frühen Bronzezeit das Öl des Olivenbaumes auf Naxos schon genutzt wurde, und bei den jüngeren Ausgrabungen in der frühbronzezeitlichen Siedlung auf Keros sind auch viele Olivenkerne gefunden worden. Trotzdem erscheint es kaum möglich, dass ein Baum seit dieser Zeit überlebt haben könnte. Leider wird sich wohl keine Methode finden können, mit der das Alter des Baumes zuverlässig ermittelt werden kann. Wir können uns aber sicher sein, dass es sich um einen der ältesten Ölbäume und Bäume allgemein der Welt handelt!

Man kann übrigens anhand dieses Baumes die Bodenerosion ermitteln, die in den vermutlich Tausenden von Jahren seit seiner Jugend stattgefunden hat: Der ehemalige Stammfuß liegt einen knappen Meter über dem heutigen Bodenniveau. Das ist eigentlich eine ziemlich geringe Veränderung.

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