2. März 2009: Katharí Dheftéra

Dieses Jahr liegt Ostern und damit auch die Katharí Dheftéra recht früh: es ist erst Anfang März. Wir haben aber Glück mit dem Wetter: Bis vorgestern herrschte noch starker Nordostwind und es war kalt und regnete, aber heute ist ein herrlicher Frühlingstag.

am Firolimnari

So können wir nicht nur zum Mittagsessen draußen sitzen, sondern vor allem ermöglicht das gute Wetter Nikos das Sammeln der erforderlichen Meeresfrüchte. Schon früh morgens zieht er zur kleinen Bucht, dem Firolimnári, um Meeresschnecken, Napfschnecken und Seeigel zu „ernten“; und wer weiß, vielleicht erwischt er ja auch einen Tintenfisch!

Nikos sammelt Seeigel

Die Meeresschnecken müssen einfach nur eingesammelt werden. Das geht am besten nachts, wenn sie aus ihren Verstecken herauskommen, aber auch tagsüber kann man in den Spalten und Ritzen der Felsen direkt am Meer einige einsammeln. Die Meeresschnecken isst man kurz gekocht, indem man die Tiere mit einem Angelhaken aus der Schale pult.

Meeresschnecke

Napfschnecken können nicht einfach eingesammelt werden, weil sie sich so fest am Felsen festsaugen, dass man sie ohne Hilfsmittel nicht abkriegt. Man braucht ein Messer oder einen Schraubenzieher, um sie loszuhebeln. Die Napfschnecken sitzen direkt an oder unter der Wasserlinie. Entsprechend kann man sie nur bei Windstille ohne Wellengang sammeln und am besten dann, wenn der Wasserspiegel etwas tiefer liegt als normalerweise: Dann sind auch die eigentlich unter Wasser sitzenden zu erreichen. Das heißt, wenn man sie entdecken kann, das ist nämlich manchmal gar nicht so einfach, insbesondere wegen des tarnenden Algenbewuchses, den die meisten Napfschnecken tragen!

Napfschnecke

Napfschnecke

Die Seeigel werden schwimmend gepflückt. Die eßbare Sorte kann man daran erkennen, dass sie eher dunkelviolett als schwarz aussehen und immer etwas zur Tarnung auf sich liegen haben, zum Beispiel ein paar Algen oder eine Muschelschale. Man pflückt sie mit einer speziellen Harke aus Eisen ab. Von den Seeigeln werden die Eierstöcke gegessen. Diese sind nicht immer gut ausgebildet und groß, so dass sich das Sammeln lohnt. Ob das von der Jahreszeit oder dem Wetter oder der Mondphase abhängt, haben wir bislang nicht feststellen können. Diesmal waren sie jedenfalls „reif“ und das Sammeln hat sich gelohnt.

Seeigel

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