25. Februar 2009: Der Fluss in Azalas fließt!


der Fluss in Azalas fließt

Bei starken Regenfällen wird auf einer steilen Insel wie Naxos längst nicht alles Regenwasser von der Erde aufgesaugt. Dann werden die trockenen Torrente der Insel kurzfristig zu Flüssen, und in den Flussbetten rauscht wild das Wasser. Vor den Flussmündungen färbt sich das Meer auf weite Strecken braunrot. Und die Fische haben eine Abwechslung im Speiseplan: die Fische, die Nikos einmal nach einem starken Regenfall fing, bei dem die Flüsse geflossen waren und große Mengen roter Erde in das Meer geschwemmt hatten, hatten ihre Mägen picke-packe voll mit Ameisen!


das Meer färbt sich rotbraun von der eingeschwemmten Erde

Es kann bei uns in Azalas bei unterschiedlichen Wetterlagen regnen. Der meiste Regen fällt in eher kurzen, aber oft starken Schauern. Häufig gewittert es dabei. Alle Regenfälle sind an den Durchzug von Tiefdruckgebieten gebunden, wobei jedes Mal die Wetterentwicklung einen etwas anderen Verlauf nimmt. Heute herrscht Nordostwind, und das ist die Wetterlage, bei der die größten Regenmengen fallen können: Es regnet sich so richtig ein. Dabei nieselt es oft nicht nur, sondern pläddert mit großen Tropfen. Der Himmel ist, soweit das Auge reicht, von dichten, niedrigen Wolken bedeckt (es handelt sich allerdings trotzdem nicht um Nimbostratus, sondern um Cumulonimbus: es donnert ab und zu!). Und das kann stundenlang andauern, so dass hier bei uns am Meer 30, 60 oder noch mehr mm Regen fallen, und auf den Bergen noch viel mehr.


Nordost-Regenwetter in Azalas

Vor ein paar Jahren sind bei derselben Wetterlage im Bereich zwischen Apollonas und Skado in einem Stunden andauernden Wolkenbruch bis zu 600 mm heruntergekommen, was zu großen Schäden an den Straßen und zu zahlreichen kleineren Bergrutschen geführt hat; ganze Terrassen mit Bäumen darauf wurden weggerissen, auch eine gerade frisch restaurierte, Jahrhunderte alte Wassermühle bei Koronos ist spurlos weggeschwemmt worden, und das Dorf Komiaki soll gewackelt haben, als wolle es gänzlich abstürzen. Heute sind allerdings so extreme Überschwemmungen nicht angesagt; der Regen soll sich in Grenzen halten und bald wieder abklingen.

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