Macchie und Garrigue

Außerhalb der landwirtschaftlich genutzten Regionen ist Naxos größtenteils von Strauchvegetation bewachsen. Die für das östliche Mediterrangebiet besonders typischen (Zwerg-)Strauchformationen werden als Phrygana bezeichnet (siehe voriger Artikel). Besonders im Süden und Osten der Insel sind zusätzlich zu Phryganen auch Vegetationsformen verbreitet, in denen eine ganze Reihe von Baumarten vorkommen. Wenn diese Bäume einen offenen, niedrigen Wald bilden, spricht man von einer Macchie.


In der Macchie wachsen Sträucher und niedrige Bäume in bunter Mischung.

In einer Garrigue dagegen kommen ebenfalls Baumarten vor, jedoch nicht in Baumform, sondern als niedriges, von den Ziegen zu Polsterform verbissenes Gestrüpp.


Garrigue aus Sträuchern und verbissenen, strauchförmigen Bäumen


Die Kermeseiche kann ein großer Baum werden.


Unter Verbiss durch Ziegen wächst sie dagegen als niedriges Polster.

Garrigues und Macchien treten im Allgemeinen auf Marmor auf, da hier die Baumarten bessere Bedingungen vorfinden als auf wasserundurchlässigem Schiefer oder Konglomerat: Die Bäume können tiefe Wurzeln in die Klüfte des Gesteins treiben, wo sich in der dort zwischen den Felsblöcken angesammelten Erde den ganzen Sommer über ausreichend Feuchtigkeit hält. Im Gegensatz dazu können die Sträucher auch an trockeneren Standorten auf Schiefer und ähnlichem gedeihen, weil sie im Sommer eine Trockenpause einlegen und ihre Blätter abwerfen.


Auch an sehr trockenen Standorten können die Bäume mit ihren tiefen Wurzeln in in den Klüften des Marmors noch Feuchtigkeit finden.

Es können eine ganze Reihe von verschiedenen Ausprägungen der Macchie und Garrigue auf der Insel gefunden werden.


Auf besonders trockenen Standorten wächst eine Macchie überwiegend aus Phönizischem Wacholder wie hier bei Apalírou.


Der salztolerante Stechwacholder bildet Macchien auf Sanddünen oder hier am Kap Stávros auf Konglomerat.


Auf dem Gipfel des Zeus wächst eine sehr lockere Garrigue aus Immergrünem Agorn, Kermeseiche und Kreuzdorn.


Große Flächen in Ostnaxos sind von Garrigue oder Macchie mit Kermeseiche, Steinlinde, Wilder Olive und Phönizischem Wacholder sowie diversen Straucharten bedeckt.


In den Tälern schließen sich die Bäume oft zu kleinen Wäldchen zusammen; derartiger Hartlaubwald stellt die natürliche Vegetation dieser Standorte dar, der durch Brand und Beweidung zur Macchie oder Garrigue degradiert wird.

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