Gräser

Nun habe ich mich endlich auch einmal an die Familie der Süßgräser gewagt, und kann nun etwa 30 Arten vorstellen, die größtenteils gleich hier bei uns in Azalas vorkommen.

Die Familie der Süßgräser bildet zusammen mit einer Reihe ähnlicher Pflanzenfamilien, so den Binsengewächsen, den Rohrkolbengewächsen und den Riedgräsern, aber auch den Bromeliengewächsen und weiteren kleinen Gruppen, die Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen. Unter diesen sind die Süßgräser mit Abstand die größte Gruppe: mit etwa 12.000 Arten in über 700 Gattungen handelt es sich um eine der größten Pflanzenfamilien überhaupt.

Die Blüten der Gräser stehen in Ähren oder Trauben und sind aus kleinen Ährchen zusammengesetzt, die je aus wenigen Blüten bestehen. Jedes Ährchen ist von zwei Hüllspelzen umschlossen, und jede Blüte besitzt eine Deckspelze und eine Vorspelze; ansonsten besteht sie nur aus dem Fruchtknoten mit fedrigen Narben und den Staubbeuteln. Die Spelzen tragen oft auffällige Grannen. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind; Selbstbefruchtung wird meist dadurch verhindert, dass die Staubbeutel zuerst reifen (Proterandrie). Die Frucht ist eine einkörnige, trockene Schließfrucht, die oft sehr stärkereich ist. Obwohl der Aufbau der Blütenstände im Prinzip bei allen Gräsern ähnlich sind und auffällige Merkmale wie große Kronblätter fehlen, haben die verschiedenen Grasarten sich in eine unendliche Vielfalt an Form und Gestaltung der Ähren differenziert, so dass jede Gattung und jede Art ein bisschen anders aussieht.


Der Zweizöllige Walch ist bei uns recht häufig. Er wirkt sternförmig durch die schräg abstehenden, kräftigen Grannen der Hüllspelzen.


Die Ährchen des Tauben Hafers bestehen aus zwei bis fünf Blüten deren Hüllspelzen bis 5 cm lang sind und sehr lange Grannen tragen. Die Samen des Tauben Hafers bohren sich bei Feuchtigkeit wie eine Schraube in den Boden ein, wobei der obere Teil der Granne seitlich abknickt, so dass er sich als Widerstand in der Vegetation verhakt.


Das Große Zittergras ist an seinen herzförmigen, an dünnen Stielen hängenden Ährchen zu erkennen, die im Wind zittern. Die Ährchen bestehen aus fünf bis fünfzehn in zwei Reihen stehenden Blüten; die Hüllspelzen sind braun gefärbt.


Die eiförmigen Ähren des Grannen-Kammgrases bestehen aus vielen mäßig dicht stehenden, kurz gestielten, 2-3blütigen fertilen Ährchen, zwischen denen sterile Ährchen stehen, die mehrere leere, fein begrannte Spelzen tragen. Auch die Deckspelzen der fertilen Ährchen tragen feine, bis etwa 2 cm lange Grannen.


Die Fingerhirsen bilden sehr lange, sehr schmale Ähren, die wie Finger in alle Richtungen abstehen, aber nicht ganz vom selben Punkt ausgehen.


Das Große Liebesgras bildet eine hohe, verzweigte Rispe mit vielen langgestreckten, schmalen, weißlichen Ährchen, die je aus bis zu 40 sorgfältig aufgereihten, in zwei Reihen stehenden Blüten bestehen.


Die Ährchen von Hyparrhenia hirta stehen in langen, schmalen Scheintrauben, die jeweils zu zweit an den Enden der Stängel und der Seitenstängel stehen. Die zweiblütigen Ährchen tragen je eine lange, etwas gewellte Granne; die Hüllspelzen sind teilweise behaart. Die auffälligen Staubbeutel sind gelb.


Das Samtgras oder Hasenschwänzchen ist in der Phrygana und an Weg- und Feldrändern weit verbreitet.


Das kleine, hübsche Goldgras besitzt einen einseitswendigen Blütenstand aus kleinen Gruppen von je etwa fünf schräg herabhängenden Ährchen. Diese bestehen je aus einem begrannten ein- oder zweiblütigen, fertilen Ährchen, das umgeben ist von drei bis vier kurz gestielten, unfruchtbaren Ährchen mit je zwei schmalen Hüllspelzen und etwa zehn abgerundeten, leicht purpur gefärbten, leeren Deckspelzen.


Die Lolch-Arten (hier der Ausdauernde Lolch) besitzen eine steife Ähre, die abwechselnd an beiden Seiten recht großen ungestielten Ährchen trägt, die in derselben Ebene ausgerichtet sind wie die Ähre.


Paspalum distichum ist ein eher kleines Gras mit steifen Blättern und Rhizom. Der Blütenstand ist eine doppelte dichte, sehr schmale Ähre. Die Ähre besteht aus zwei engen Reihen von kleinen ovalen zweiblütigen Ährchen, die an der Unterseite des abgeflachten Stiels stehen. Auffällig sind die weit hervorragenden schwarzen Staubblätter und die purpurfarbenen, fiedrigen Narben.

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