Das Wehrkloster Fotodotis

In der Nähe von Danakós, nicht weit vom Pass nach Apíranthos, liegt ein byzantinisches Wehrkloster, das der Verklärung Christi („Metamorphosi tou Sotiros Christou“) geweiht ist und Fotodótis („Lichtgeber“) genannt wird. Die lokale Tradition erklärt den Namen „Fotodótis“ folgendermaßen: Eine byzantinische Herrscherin (vielleicht Irini Komninou) sei mit ihrem Schiff östlich von Naxos in einen Sturm geraten. In ihrer Not rief sie Christus um Hilfe an und gelobte, dass sie, wenn sie gerettet werden würde, ein Kloster errichten wolle, wo immer sie das erste Licht sah. Nach ihrer Rettung veranlasste die Königin den Bau der Klosters hier bei Danakós, wo sie von der Küste aus ein Licht hatte leuchten sehen.


Das Wehrkloster Fotodótis


Die Wände des Klosters sind durch mächtige Steinstützen verstärkt.


Das Eingangstor zum Hof des Klosters wird von einer riesigen Platane beschattet.


Zwei kleinere Gebäude im Innenhof dienten ehemals als landwirtschaftliche Arbeitsräume; an der Nordostecke des Gebäudes befand sich früher ein Töpferofen für die Herstellung von Tonwaren.

Das Kirchengebäude des Fotodótis ist in seiner Anlage sehr alt, aber es ist mehrfach grundlegend umgestaltet worden. Schon in frühchristlicher Zeit stand an der Stelle des Wehrklosters eine im 6. Jhd. n. Chr. errichtete dreischiffige Basilika, bei der es sich also um eine der ältesten Kirchen der Insel handelte. Aus dem 9. Jahrhundert stammen bei der Renovierung freigelegte nicht-figürliche Wandmalereien im Altarraum und Teile der marmornen Altarwand. Der marmorne Fußboden wurde vermutlich im 12. Jahrhundert verlegt. Es handelt sich um einen der am besten erhaltenen derartigen byzantinischen Marmorfußböden in ganz Griechenland. Später wurde in der Mitte des Innenraumes die heutige runde Kuppel errichtet, die auf vier von Marmorsäulen getragenen Rundbögen ruht.


der Innenraum mit der Altarwand, dem alten Marmorfußboden und den von Marmorsäulen getragenen Rundbögen


Blick in die runde, von den vier Marmorsäulen getragene Kuppel, die sich in der Mitte des Innenraums befindet


Der Marmorfußboden der Kirche ist einer der wenigen erhaltenen Fußböden seiner Art. Man sieht eine ehemalige Säulenbasis; bei der Errichtung der Kuppel wurden die Säulen ein wenig zur Seite versetzt. Es ist anzunehmen, dass bei der ursprünglichen Errichtung der Kirche antike Säulen eines nahegelegenen Tempels verwendet wurden. Leider konnte ich keine Information dazu finden, ob die heutigen Säulen jüngeren Datums sind.


Die bemerkenswerte Altarwand stammt in Teilen schon aus dem 9. Jahrhundert. Die kunstvollen hölzernen Ikonen sind ebenfalls von großen Wert; bei den hier zu sehenden Ikonen handelt es sich allerdings um Repliken, da es mehrfache Versuche gegebn hat, die Ikonen zu stehlen.


Aus dem 9. Jahrhundert, also der Zeit des Bildersturms, stammt die mit Tieren verzierte Schmuckleiste der marmornen Altarwand.


Das Bemerkenswerteste an der Altarwand ist, dass teilweise die ursprüngliche mit Mastixharz ausgeführte Bemalung erhalten ist.

Es ist nicht bekannt, wann genau die Kirche in ein Kloster umgewandelt wurde. Die Klosterzellen wurden ungewöhnlicherweise in einem zweiten Stock oberhalb der Kirche errichtet, wobei sich nördlich, westlich und südlich der Kirchenkuppel je Räume mit Zellen befinden, während der eigentliche Kirchenbereich mit der Kuppel und der östliche Bereich oberhalb des Altarraumes nicht überbaut wurden. Die Kirchenkuppel liegt offen im Innenhof des oberen Stockwerks, der von den hohen Wehrmauern umgeben ist. Die Klosterzellen des oberen Stockwerks waren ursprünglich durch eine im Gebäude gelegene Treppe zu erreichen; heute führt außen eine steile steinerne Treppe hinauf.


Eine steile Steintreppe führt zum Eingang zum oberen Stockwerk hinauf.


Zunächst gelangt man in einen kleinen Vorraum mit dem Eingang zu den südlichen, über dem Südschiff gelegenen Räumen.


Die Kirchenkuppel liegt offen zugänglich im von der hohen Wehrmauer umgebenen Innenhof des oberen Stockwerks.


Das Wehrkloster von der Ostseite; man kann die drei runden Apsiden der ehemaligen dreischiffigen Basilika erkennen. Links neben den Apsiden des Hauptraums liegt das dem Heiligen Nikolaos geweihte Südschiff.

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