Zur Schlucht von Spilia

Direkt an der Siedlung Ágios Dimítris mündet ein Flusstal, das man bis zu einer kleinen Schlucht entlanggehen kann. Den größten Teil des Jahres liegt das Flussbett trocken; nur nach sehr starken Regenfällen fließt das Wasser. Derartige nur zeitweise wasserführende Flüsse werden Torrente genannt.


Die charakteristischste Pflanze der Torrente ist der Oleander (Nerium oleander), der im Mai und Juni die Flussläufe mit seiner herrlichen intensiv rosa Färbung nachzeichnet (die Bilder mit blühendem Oleander stammen aus dem letzten Juni).


Nach einem starken Regenfall sieht das Tal so aus; dann fließt der Fluss für einige Stunden oder Tage.


Der stark giftige Oleander ist ohne Zweifel eine der schönsten Pflanzen des Mittelmeergebietes.


Die großen, duftenden Blüten werden vor allem durch Nachtschmetterlinge bestäubt.


An vielen Stellen kommt reichlich Jungwuchs vom Oleander hoch.


Im Tal wachsen auch viele andere Baum- und Straucharten.


Hier und da wächst auch eine Platane (Platanus orientalis). Platanen brauchen mehr Wasser als Oleander und kommen vor allem in den höheren, feuchteren Lagen vor.


Eine weitere charakteristische Pflanze der Torrente ist der Salbei (Salvia fruticosa), aus dessen Blättern man im Winter einen leckeren Tee bereiten kann, der ausgezeichnet gegen Halsschmerzen hilft.


Meine Lieblings-Grasart ist das Große Zittergras, Briza maxima.


Bald gelangt man an eine kleine, enge Schlucht.


Blick in die Schlucht mit ihren an die 10 Meter hohen Felswänden


Die Schlucht endet an einem steilen Felsabfall.


Hier fließt jetzt noch ein wenig Wasser, das einen kleinen Teich bildet; im Sommer trocknet der jedoch aus.


An verschiedenen Stellen läuft Wasser an den Felswänden herunter.


Hier gedeiht der Frauenhaarfarn (Adianthum capillus-veneris), die einzige Art einer alten Farn-Familie, die sich in Europa als Relikt seit dem Tertiär gehalten hat.


Oberhalb der Schlucht liegt ein kleiner Hirtenhof namens Spiliá (Höhle). Der Name leitet sich von ausgehöhlten Felsüberhängen am oberen Rand der Schlucht ab.


Eine der natürlichen Höhlungen ist von den Hirten vorn zugemauert worden, so dass sie als Unterstand und zur Käseproduktion genutzt werden konnte.


Blick von oben auf das obere Ende der Schlucht mit ihrer dichten Vegetation.


Die Schlucht ist so eng, dass an der schmalsten Stelle die Hirtenjungen früher über sie herübersprangen.


Auf dem Gelände nördlich der Schlucht ist der Behaarte Dornginster (Calicotome villosa) zu einem fast undurchdringlichen Gestrüpp hochgewachsen.


Alle diese Felder wurden früher mit Getreide bebaut; heute sind sie mehr oder weniger stark von Phrygana oder Macchie überwuchert.


Auf halbem Weg zurück nach Ágios Dimítris steht in weiteres altes Steinhaus, das bis etwa zur Mitte des letzten Jahrhunderts als Wohnstätte einer Familie von Bauern oder Hirten diente.

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