Von Koronos nach Lionas

Die heiße Sommerzeit ist vorbei, und nun ist wieder Wanderzeit. Diesmal laufen wir von Kóronos nach Liónas. Der alte Pfad ist (in seinem unteren Teil) diesen Sommer von einer griechischen Organisation in Stand gesetzt und freigelegt worden, und ist nun eine der schönsten Wanderstrecken auf der Insel. Für die ganze Strecke benötigt man etwa vier Stunden, wenn man gemütlich geht. Ich hatte Gelegenheit, mit der Wandergruppe von Hermann Richter mitzulaufen, immer ein besonderes Erlebnis.


Die Wanderung beginnt in Kóronos, einem der malerischsten und urtümlichsten Bergdörfer von Naxos. Unten im Dorf hält man sich rechts; hier und da zeigt ein rotweißes Schildchen mit einer „10“ den Weg an.


Der Weg führt durch das früher bewirtschaftete, nun größtenteils verwildernde Hochtal.


der Blick über das Hochtal mit der Kapelle Ágios Joánnis und dem Nachbardorf Skadó im Hintergrund


Bald nähert man sich dem unteren Ende des Hochtals. Ein Stück lang führt der Wanderweg über einen geschobenen Fahrweg; man biegt von diesem jedoch bald nach links wieder Richtung Talsohle ab.


Der schmale Pfad führt zwischen Feldern, Ölbaumgärten und Weinbergen entlang, von denen die meisten verwildern und langsam von der Natur wieder zurück erobert werden.


Hier verengt sich das Tal zu einer V-förmigen Schlucht


Auf einer kleinen Brücke überquert man das (trockene) Flussbett. Im Flusstal wachsen Platanen, die nun, Ende September, allmählich ihre Blätter verlieren.


Danach führt der Weg etwa auf halber Höhe den Hang auf der linken Talseite entlang.


Das Tal ist hier wild, einsam und malerisch, die Hänge felsig und öde.


Der Weg ist in sehr gutem Zustand, breit und größtenteils ordentlich mit Steinen ausgelegt. Der Weg nach Liónas war für die Menschen aus Kóronos früher eine wichtige Verbindungsstrecke.


Schließlich trifft der Weg auf eine alte, gemauerte Brücke. Kurz nach dieser Brücke stößt man auf eine Fahrstraße, die von den Minen herunterführt. An einer Verzweigung biegt man nach links ab, wieder zum Flusstal herunter, das man erneut auf einer neu erstellten Betonbrücke überquert.


Bald beginnt wieder ein altes monopáti, das heißt ein oftmals schön mit Steinplatten ausgelegter Eselspfad. Der Weg führt nun recht steil aufwärts und schwingt sich über die steilen Felswände, die das Tal nun auf dieser  Seite säumen.


Oberhalb der Felswand sieht man einige der tapferen Wanderer.


Dieses Stück des Wanderweges ist sorgfältig freigelegt und restauriert worden und ist nun einer der schönsten Wege, die ich auf der Insel kenne.


Hier der Blick zurück das Tal hinauf Richtung Kóronos (links) und Skadó (rechts).


Wir kommen unterhalb der Felswand bei Lákkous vorbei, in der früher ein Habichtsadler brütete (für die, die mein Buch gelesen haben).


Blick ins Tal auf einen hübsch gearbeiteten Olivenhain und auf eine Schmirgelmine.


Griechischer Salbei mit Gallen


Die Meerzwiebeln blühen gut dieses Jahr – man sagt hier, dass das einen regenreichen Winter verspricht!


Der Name „Liónas“ leitet sich von elaiónas, Olivenhain, ab. Das ganze Tal hinunter kommen wir immer wieder durch Olivenhaine. Hier ein besonders alter Baum, mit einem kleineren „Schössling“ neben sich.


Und noch mal ein Blick zurück.


An der gegenüberliegenden Hangseite sind durch die oben am Hang gelegene Schmirgelmine hervorgerufene Erosionsrinnen zu erkennen. Links oben am Hang deutet eine Reihe von Bäumen auf eine wasserführende Gesteinsschicht hin.


Liónas


Liónas liegt in einer engen, den Nordwinden ausgesetzten Bucht.


Heute ist ein sehr windiger Tag. Am Strand sind alle Boote an Land gezogen; große Wellen rollen an.


Den Wellen könnte man ewig zuschauen!


Uns ruft jedoch die Taverne am Strand (die übrigens einen Fahrservice zurück nach Kóronos anbietet) mit lecker gegrilltem Fisch; danach folgt eine stimmungdvolle musikalische Einlage der Wandergruppe mit Hermann Richter und Bouzoúki-Spieler Kostas Antoniadis.

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