Entenmuscheln

Vor kurzem wurde bei uns am Strand ein interessantes Treibgut angetrieben: ein alter Leuchtstab mit Entenmuscheln daran. Diese faszinierenden Tiere gehören zu den Krebstieren, auch wenn man ihnen das kaum ansieht. Ebenso wie die eng verwandten, ebenfalls sessilen Seepocken, ernähren sie sich durch Filtrieren des Meerwassers.

Die Angehörigen der Klasse der Pedunculata (Entenmuscheln) zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen muskulösen Stiel besitzen; dieser wird von speziellen Zellen des Kopfes gebildet und kann bis mehrere Dezimeter Länge erreichen. Der Rückenschild (Carapax) der Krebse ist bei den Entenmuscheln zu fünf Platten umgebildet, die den einfach gebauten Körper umschließen. Aus diesem „Capitulum“ schauen sechs Paar sogenannte Rankenfüßchen oder Cirren hervor. Bei diesen handelt es sich um umgebildete Extremitäten, die als Filterapparat dienen und durch regelmäßige Kontraktion das Meerwasser zur Mundöffnung hin strudeln.

Die Entenmuscheln sind Zwitter; ihre Larven treiben zunächst frei im Meer (Nauplius-Larve), bis sie sich an einem geeigneten Untergrund festsetzen. Entenmuscheln können an Felsen in der Gezeitenzone wachsen; meist sitzen sie jedoch an Meerestieren wie Schildkröten oder Walen oder an Treibgut wie Holzstücken und Abfall. Die Entenmuscheln sind Kosmopoliten, d.h. sie kommen in allen Meeren der Erde vor, sowohl in den tropischen als auch in den gemäßigten und kalten Regionen. Bei unseren Exemplaren handelt es sich um die Art Lepas anserifera.


Die mit den Krebsen verwandten, sessilen Entenmuscheln sitzen an einem deutlichen Stiel, der vom stark reduzierten Kopf der Tiere gebildet wird. Ihr Körper ist von fünf weißlichen Platten umhüllt, was ihnen ein Muschel-ähnliches Aussehen gibt. Aus diesem „Capitulum“ ragt der Filterapparat aus sechs doppelten Rankenfüßchen hervor. Die Art Lepas anserifera ist an den deutlichen Radialrillen auf den Platten und der hellen Färbung der Füßchen und des Stiels zu erkennen.


Hier sieht man das Tier von der Bauchseite her; die Rankenfüßchen mit ihren feinen Borsten sind gut zu erkennen. Dieser Filterapparat wird in regelmäßigem Rhythmus zusammengezogen, wodurch ein Wasserstrom entsteht, der dem Tier das Meerwasser zuführt. Die Entenmuscheln ernähren sich von Plankton.

siehe auch:

Zum Inhaltsverzeichnis

Schreibe einen Kommentar