Korallen-Foraminifere

Die Foraminiferen sind Einzeller, d.h. Organismen, die je nur aus einer einzigen Zelle bestehen. Mit 10.000 Arten bilden sie eine sehr formenreiche Gruppe. Sie tragen ein Gehäuse, das aus Kalk oder zusammengeklebten Sandpartikeln besteht und eine sehr unterschiedliche, artspezifische Form besitzt; es kann länglich, spiralig, stern- oder scheibenförmig sein und aus einer oder mehreren Kammern bestehen. Sie erreichen eine Größe von wenigen Mikrometern bis mehreren Zentimetern.

Die Foraminiferen bilden charakteristische fadenförmige Fortsätze aus, die Pseudopodien, welche durch Mikrotubuli verstärkt sind und sich oft zu einem weit ausgestreckten Netz verzweigen. Die Pseudopodien dienen der Verankerung am Substrat sowie der Nahrungsaufnahme: Über sie werden kleine Detrituspartikel oder mikroskopische Lebewesen des Planktons aufgenommen und der Zelle zugeführt.

Die weit überwiegende Zahl der Foraminiferen lebt am Meeresboden; einige weitere Arten leben im Plankton bzw. im Süßwasser. Sie kommen in allen Bereichen des Meeres vor, von flachen Küstengewässern bis zu den tiefsten Tiefseegräben. Die meisten Arten sind allerdings wegen ihrer Kleinheit nicht mit bloßem Auge zu erkennen und sind entsprechend nur den Spezialisten bekannt.

Über die Fortpflanzung wissen wir nur bei wenigen Arten Genaueres; diese besitzen meist einen Generationswechsel zwischen einer geschlechtlichen und einer ungeschlechtlichen Generation.

Aufgrund ihrer Gehäuse erhalten sich die Foraminiferen auch fossil sehr gut: Es sind über 40.000 ausgestorbene Arten bekannt (z.B. Nummuliten), darunter die ersten schon aus dem Kambrium (vor 560 Mio. Jahren). Viele Arten dienen als Leitfossilien zur Datierung von Gesteinsschichten oder sind beispielsweise für die Erforschung von Erdölvorkommen oder des Paläoklimas von Bedeutung.

Korallen-Foraminifere, Miniacina miniacea

Im Mittelmeer kommt (vom flachen Wasser bis in große Tiefen) eine mit bis zu einem Zentimeter vergleichsweise große und auffällige Foraminifere vor. Sie lebt festgewachsen auf festem Substrat oder Pflanzen wie dem Seegras. Ihr Gehäuse ist unregelmäßig geformt mit verzweigten Auswüchsen. Charakteristisch ist seine rote Farbe. In den Wänden sind winzige Poren erkennbar, durch die sich beim lebenden Organismus die Pseudopodien herausstrecken.


Die Korallen-Foraminifere lebt häufig auf Pflanzen wie dem Seegras.


Ihr Gehäuse besitzt eine auffällige rote Farbe und weist unregelmäßige Auswüchse auf. Mit einer Lupe erkennt man die kleinen Poren, durch die die Pseudopodien hervorgestreckt werden.

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