Moosfarn

Die Moosfarne sind eine urtümliche Pflanzengruppe, die zur Klasse der Bärlapppflanzen gehört. Die Ordnung der Moosfarnartigen umfasst nur eine Gattung, die Moosfarne Selaginella mit etwa 700 vor allem in den Tropen verbreiteten Arten. Im Mittelmeergebiet kommt die Art Selaginella denticulata vor.

Aufbau

Die Moosfarne sind kleine, einfach gebaute, auf den ersten Blick den Moosen ähnliche Gewächse. Sie wachsen meist niederliegend mit einer gabelig verzweigten Sprossachse, die vier Reihen kleiner schuppenartiger Blättchen trägt; dabei sind bei vielen Arten je zwei der Blättchen größer (Oberblätter) und zwei kleiner (Unterblätter). Die Moosfarne besitzen kein sekundäres Dickenwachstum.

Fortpflanzung

Wie die Farne und die Algen besitzen auch die Moosfarne einen Generationswechsel, wobei sich (ebenso wie bei jenen) eine geschlechtliche Generation mit einer ungeschlechtlichen abwechselt. Im Gegensatz zu den Farnen wächst die geschlechtliche Generation bei den Moosfarnen nicht als eigenständige Pflanze, sondern bleibt mikroskopisch klein und entwickelt sich in den Sporen. Der eigentliche Moosfarn ist also der die Sporen produzierende Sporophyt.

Die Sporen bilden sich an den Blättchen von kleinen, aufsteigenden Seitentrieben, den Sporophyllständen. Dabei bilden sich die männlichen und die weiblichen Sporen an unterschiedlichen Blättchen; meist entstehen die größeren weiblichen Sporen an den unteren Blättern im Sporophyllstand. Aus den Sporen entwickeln sich die mikroskopisch kleinen Gametophyten noch in der Sporenhülle. Die männlichen Mikrosporen entwickeln sich zu einem extrem reduzierten Gametophyten (Prothallus), der 128 bis 256 bewegliche Mikrosporen bildet. Die weiblichen Makrosporen entwickeln sich zu einem etwas größeren Prothallus, der später der Ernährung des Embryos dient, sowie sogenannten Archegonien, die die Eizellen bilden, wenn die Sporen auf den Boden gefallen sind. Pro Makrospore werden ein oder zwei Eizellen befruchtet. Die männlichen Samenzellen können die weiblichen nur bei ausreichender Feuchtigkeit erreichen. Nach der Befruchtung entwickelt sich der Keimling, aus dem ein neuer Moosfarn (Sporophyt) heranwächst.

Selaginella denticulata


Der Moosfarn bildet niederliegende, gabelig verzweigte Sprosse, die je vier Reihen kleiner schuppenförmiger Blätter tragen. An den Enden der aufsteigenden Seitensprosse bilden sich die Sporen.


Im Sommer wird die Pflanze teilweise braun. Der Moosfarn kommt auch in den trockenen Gegenden von Naxos recht häufig vor.


Im Frühjahr treibt die Pflanze frische Sprosse.

siehe auch:

Zum Inhaltsverzeichnis

Schreibe einen Kommentar