…und wieder Skeponi!

Das Tal von Skepóni mit seinen ganzjährig wasserführenden Flüssen ist eine der schönsten Ecken von Naxos. Wenn es einem nichts ausmacht, sich weglos durch die Landschaft zu schlagen, kann man hier in fast unberührte Natur eintauchen und stundenlang spazieren gehen, ohne einen Menschen zu sehen, ein Auto zu hören oder auch nur ein Stückchen Müll zu finden. Es ist eine wunderschöne Landschaft mit undurchdringlicher Macchie, mit urtümlichen Wäldern und verwunschenen Wasserläufen, die sich ihren Weg zwischen großen Granitblöcken suchen… Zu jeder Jahreszeit ist das Tal von Skepóni einen Besuch wert.


Hinter den verstreuten Häusern von Skepóni liegen erst überwachsene Terrassen, aber schon bald kommt man in felsige Regionen mit wild wucherndem Wald.


Das Flüsschen sprudelt über moosüberwachsene Granitblöcke. Direkt am Fluss wachsen Erlen und hier und da eine Platane.


Ein Farn schaut aus der Erde: ein Südlicher Tüpfelfarn (Polypodium cambricum).


Jede Ecke, um die wir biegen, enthüllt eine neue zauberhafte Gegend. Das Vorwärtskommen ist nicht überall ganz einfach, aber wir gehen immer weiter – es ist einfach zu schön!


Oberhalb des Flusslaufes erkennt man an den heute von Wald bewachsenen Hängen an vielen Stellen eine alte Terrassierung.


Unter einem vermodernden Ast entdecken wir einen höchst erstaunlichen leuchtend blauen Pilz. Laut Internet handelt es sich um die Art Pulcherricium caeruleum.


Hier steht ein Maulbeerbaum auf einer alten Terrasse. Wir treffen auf den Fußpfad nach Komiakí, der hier den Fluss kreuzt, und beschließen, ihn in der entgegengesetzten Richtung wieder nach Skepóni zurückzugehen, um zu schauen, wo er beginnt.


Der Weg führt in halber Höhe oberhalb des Flusses am Hang entlang. In den feuchten, kühlen Tälchen wachsen eine ganze Reihe auf Naxos seltener, laubabwerfender Gehölze wie die Manna-Esche und, hier abgebildet, der Eingriffelige Weißdorn.


Der Weißdorn trägt jetzt (Anfang Januar) seine kleinen roten Früchte.


Nun gelangen wir auf den trockeneren Hang. Hier wächst eine interessante Macchie, die sich vor allem aus immergrünen Arten zusammensetzt: dunkelgrüne Erdbeerbäume, Ginster, Baumheide (etwa in der Mitte des Bildes), außerdem herbstgefärbter Ahorn und ganz links eine graugrüne Steineiche.


Auf Naxos wachsen Erdbeerbäume nur hier in Skepóni. Es handelt sich um den Westlichen Erdbeerbaum (Arbutus unedo), ein immergrünes Hartlaubgewächs.


An einigen Erdbeerbäumen finden wir noch Blüten. Sie sind weiß und glockig geformt: Der Erdbeerbaum gehört zu den Heidegewächsen.


Hier und da tragen die Bäume schon reife Früchte. Sie sind nur wenig süß und besitzen ein zartes Aroma. Man verwendet sie hauptsächlich zum Herstellen von Schnaps und Likör.


Der Weg führt geradeaus weiter; sein Verlauf ist daran zu erkennen, dass er an vielen Stellen mit Steinen begrenzt ist. Bald kommen wir an eine Stelle, die fürchterlich mit Ginster überwachsen ist.


Glücklicherweise haben wir eine Säge dabei, die uns hilft, einen Weg zu bahnen.


noch einige Erdbeerbäume


Nachdem wir es geschafft haben, die Macchie zu durchqueren, kommen wir wieder in Felder, die erst wenig überwachsen sind. Hier stehen viele Terpentinsträucher (Pistacia terebinthus), die jetzt die Blätter abgeworfen haben.


Und noch eine Steineiche (oder eine Felseneiche?). 


Der Kreta-Ahorn ist hier sehr häufig. Er ist zu jeder Jahreszeit ein Schmuck für die Landschaft! Auf den heute nicht mehr bewirtschafteten Feldern wachsen Zistrosen.


Der ganze Hang ist terrassiert. Wir laufen immer weiter etwa auf derselben Höhe bis zum nächsten Flusstal.


Dahinter kommen wir auf Terrassen, auf denen früher Wein angebaut wurde. Hier sieht man die Überreste eines Beckens, in der der Wein getreten wurde.


Die Felsen sind mit interessanten Flechten bewachsen.


Hier eine neue Blattflechten-Art für mich: Peltigera praetextata.


Diese Art ist an den kleinen schuppenförmigen Isidien an den Lappenrändern zu erkennen.


Hier eine kleine Leptogium-Art mit schuppigen Lappenrändern; vielleicht L. lichenoides.


Und schließlich eine kleine grüne Blattflechte mit winzigen Apothecien.


Wir gehen noch ein ganzes Stück auf dem schmalen Pfad weiter, der sich immer etwa auf der selben Höhe hält; schließlich sehen wir im übernächsten Tal dieses kleine Kloster, in dem über 20 Jahre eine ältere Nonne ganz allein lebte.


Hier kehren wir um: Es wird spät und wir wissen nicht, ob wir in dieser Ecke irgendwo zur Straße hinabsteigen können. Zum Abschied noch einmal der Blick auf das Tal von Skepóni.

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