Tiere an den Flüssen von Naxos

Mit Naxos, wie mit allen Kykladeninseln, wird man immer vor allem Meer, Sandstrand, Hitze, Trockenheit, weißverputzte kykladische Häuser und romantische Dörfer assoziieren. Aber das ist längst nicht alles, was die Insel zu bieten hat. Hier (zum wiederholten Mal, aber es ist eben immer wieder schön) einige Fotos von einem der ganzjährig fließenden Flüsse von Naxos und seinen faszinierenden Bewohnern.


Der Fluss bei Kinídaros – immer wieder schön!


ein Paradies für Kinder


Überall gibt es etwas zu entdecken.


ehrwürdige Platanen


Zur Zeit blüht wenig am Fluss, hier die Strauchige Seidenpflanze (Gomphocarpus fruticosa)…


…hier die Myrte (Myrtus communis).


Die elegantesten Bewohner des Flusses sind ohne Zweifel die Libellen: hier der schicke Südliche Blaupfeil


die prächtige Gebänderte Prachtlibelle


die elegante Östliche Weidenjungfer


…und der unwahrscheinliche Violette Sonnenzeiger mit seiner leuchtenden Färbung.


Mit ein bisschen Geduld kann man sich den Libellen sehr weit annähern…


…ja sie sogar berühren! Wer hätte das gedacht!


Zwei, drei Mal sehen wir auch einen Frosch im Wasser. Es handelt sich um den Balkan-Wasserfrosch (Pelophylax kurtmuelleri).


Ein weiterer Bewohner des Flusses ist die Süßwasserkrabbe Potamion potamios.


Wir begegnen einigen Kaspischen Bachschildkröten (Mauremys rivulata).


Charakteristisches Merkmal dieser Art sind die gelben Streifen am Hals.


Auch Süßwasserschnecken leben in den Flüssen von Naxos. Sie sind spitz kegelförmig geformt und bräunlich oder schwarz gefärbt. Sie gehören der Art Melanopsis buccinoidea an, die von Spanien bis in den Iran in schnellfließenden, kalkhaltigen, sauerstoffreichen Gewässern vorkommt.


Oft sind die Gehäuse mit Kalk überzogen. Die Schnecken ernähren sich vom Algenbelag der Felsen oder anderen Pflanzen.

Taumelkäfer und Wasserläufer


Aber auch die kleineren Flussbewohner sollen nicht vergessen werden, so die kleinen, schwarzen Taumelkäfer, die an ruhigen Stellen des Flusses unablässig über die Wasseroberfläche gleiten.

Die Taumelkäfer leben ständig auf der Wasseroberfläche von stehenden oder langsam bewegten Gewässern. Sie schwimmen unablässig taumelnd und kreisend durch eine schnelle, sehr effektive Schwimmbewegung ihrer kurzen, verbreiterten mittleren und hinteren Beine. Die längeren Vorderbeine dienen dem Greifen von Beute. Die Taumelkäfer ernähren sich vor allem von ins Wasser gefallenen Kleintieren, die sie mithilfe ihrer kurzen Fühler lokalisieren, die die feinsten Wasserbewegungen registrieren. Die Taumelkäfer vergrößern ihren Auftrieb durch eine Luftblase, die sie unter ihren Flügeldecken tragen. Auch am Körperende hängt eine Wasserblase, die dem Aufnehmen von Atemluft dient. Sie besitzen zweigeteilte Augen, deren obere Hälfte dem Sehen oberhalb der Wasseroberfläche dient, während sie mit der unteren Hälfte unter Wasser sehen.


In Europa leben 19 Taumelkäferarten, die schwer zu unterscheiden sind. Hier handelt es sich vermutlich um eine Art der Gattung Gyrinus.

Die Wasserläufer gehören zu den Wanzen. Sie besitzen lange mittlere und hintere Beinpaare, die kreuzweise gehalten werden und durch ihre sehr dichte, kurze Behaarung wasserabweisend sind. Mithilfe dieser Beine laufen und springen die Wasserläufer auf dem Wasser, wobei sie durch die Oberflächenspannung getragen werden. Die kürzeren vorderen Beine dienen der Lokalisierung von Beute (ins Wasser gefallene Kleintiere) anhand der Wasserbewegung sowie zu deren Ergreifen. Wie alle Wanzen saugen die Wasserläufer ihre Beute mithilfe eines Saugrüssels aus. Die Wasserläufer haben unterschiedlich ausgebildete Flügel: Innerhalb einer Population gibt es sowohl flügellose Individuen als auch solche mit verkümmerten Flügeln und flugfähige Individuen mit voll entwickelten Flügeln.


In Europa leben etwa 16 Arten an Wasserläufern, die vor allem zur Gattung Gerris gehören. Die Arten sind sich sehr ähnlich, so dass die Bestimmung schwierig ist.


Eine zauberhafte Welt mit faszinierenden Bewohnern!

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