Die Schmirgelmine Stravolangada

Eine der größten Schmirgelminen von Naxos ist die Mine Stravolangáda. Diese Mine war bis in die 80er Jahre hinein in Betrieb ist; danach war der Schmirgel hier vollständig abgebaut. Die Stravolangáda liegt in der Nähe der gleichnamigen zentralen Station der Schmirgel-Seilbahn. In dieser Station wurde die von den zwei Richtung Lionas gelegenen Stationen kommende Linie auf den über den Berg Richtung Moutsoúna führenden Teil der Seilbahn umgeleitet; außerdem befand sich hier der Motor, der die Seilbahn antrieb.

Die Bewohner des Schmirgel-Dorfes Kóronos bemühen sich seit Jahrzehnten, die Station sowie auch die Mine Stravolangáda und die Mine Sarandára in ein Museum umzuwandeln, und haben auch schon etwa die Hälfte der dafür vorgesehenen Bauten und sonstigen Werke ausgeführt; leider konnte jedoch trotz wiederholter Bemühungen keine Finanzierung für den Rest der Arbeiten gesichert werden.

Trotzdem ist die Station sehenswürdig für alle, die an diesem Kapitel der naxiotischen Geschichte interessiert sind; ebenso die Mine, in die man, wenn man mit einer entsprechenden Lampe ausgerüstet ist, hineingehen kann. (Natürlich ist Vorsicht geboten: Auch wenn die Decke in den Schmirgelminen im Allgemeinen stabil ist, besteht doch die Möglichkeit, dass einzelne Steine locker sitzen; außerdem sollte man auf keinen Fall vom zentralen Gang der Mine, in dem die Gleise verlegt sind, abweichen. Und man sollte nicht vergessen, dass Griechenland Erdbebengebiet ist! Also: Betreten auf eigene Gefahr!)


Blick von oben auf die Station Stravolangada


Die Mine Stravolangada liegt links neben dem gelbgefärbten Baum in der Mitte des Bildes.


der Eingang zur Mine


Im Hauptgang der Mine sind Gleise verlegt, auf denen der Schmirgel mithilfe von Loren aus der Mine herausgefahren wurde.


An einer Stelle liegen zwei alte Loren herum.


Rechts und links vom Hauptgang zweigen an vielen Stellen kurze Gänge ab, mit denen seitlich gelegene Schmirgelvorkommen erschlossen wurden; die durch den Abbau entstandenen Hohlräume entsprechen den ehemaligen Schmirgellinsen.


Bei größeren Schmirgelvorkommen haben die Arbeiter beim Abbau hier und da Schmirgelpfeiler zum Abstützen der Decke stehen gelassen.


Dieses ist der größte zusammenhängende Hohlraum dieser Mine.


Für seine Ausbeutung wurde ein kleiner Abzweig der Lorenbahn gebaut.


Nach einer ganzen Reihe von seitlichen Abzweigungen zieht sich der zentrale Gang noch ein langes Stück gerade in den Berg hinein; insgesamt mag die Länge der Mine knapp 300 m betragen.


Am Ende des Ganges geht es sehr steil nach unten, wo offensichtlich ein weiteres Schmirgelvorkommen lag; hier kann man nicht weiter.


Der Schmirgel wurde hier mithilfe einer Seilwinde zum zentralen Gang hinaufgezogen.


Hier ist noch etwas Schmirgel stehen geblieben.


An der Grenze zum Marmor sowie auch in Spalten im Schmirgel liegt oft eine Schicht von glänzendem Glimmer.


Hier die Grenzschicht an der Höhlendecke mit glitzernden Glimmer-Plättchen und schwarzen Kristallen von Korund, Magnesit und anderen Mineralien.


An den Schmirgelvorkommen treten eine ganze Reihe teilweise seltener Mineralien auf.

Heute erinnert fast nichts mehr an die Arbeiter, die einst in der Mine tätig waren und all dieses Gestein und den schweren Schmirgel mit so einfachen Mitteln aus dem Berginnern herausgeschafft und dieses große unterirdische Gängesystem geschaffen haben. Kaum kann man sich mehr vorstellen, wie hier vor gar nicht so langer Zeit die Menschen gearbeitet haben – und sich in Dunkelheit und ständiger Gefahr langsam durch den Berg vorgearbeitet haben, immer in der Hoffnung, weiteren Schmirgel zu finden.


Heute liegt die Mine leer und verlassen da…


…nein, doch nicht ganz verlassen!

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