Die Heuschreckensandwespe

Die Heuschreckensandwespe (Sphex funerarius) ist mit bis zu 2,5 cm Körperlänge einer der größten Hautflügler (Wespen, Bienen, Ameisen usw). Sie kommt in Südeuropa, Nordafrika und Asien bis zur Mongolei vor. Dieses Jahr gibt es bei uns besonders viele Heuschrecken, und entsprechend hatten wir häufig Gelegenheit, die interessante Heuschreckensandwespe zu beobachten.

Die Sandwespen gehören zu den nahe mit den Bienen verwandten Grabwespen. Auf Naxos gibt es eine große Vielfalt an Hautflüglern, darunter auch eine ganze Reihe von Grabwespen-Arten. Die Grabwespen zeichnen sich durch ihr besonderes Fortpflanzungsverhalten aus: Sie legen ihre Eier an Insekten oder Spinnen, von denen sich die Larven ernähren. Die Sandwespen fangen und betäuben ihre Beute und deponieren sie als Futter für ihre Larven in unterirdischen Nestern. Die Heuschreckensandwespe, eine der größten Sandwespen-Arten, fängt Heuschrecken als Beutetiere. Sie deponiert im Gegensatz zu den meisten anderen Arten mehrere Beutetiere im selben Nest: Sie gräbt einen etwa 15 cm langen Hauptgang, von dem mehrere Brutkammern abzweigen, in denen jeweils ein Beutetier mit einem Ei abgelegt wird. Die Larven schlüpfen nach drei, vier Tagen und brauchen 18 Tage bis zur Verpuppung; nach weiteren 24 Tagen schlüpft das erwachsene Tier (Imago).


Die Heuschreckensandwespe kann eine Größe von 2,5 cm erreichen (Körperlänge). Sie ist schwärzlich gefärbt bis auf das orangerote vordere Hinterleibsglied. Sandwespen falten ihre Flügel im Gegensatz zu vielen anderen Hautflüglern nicht zusammen.


Die Heuschreckensandwespe fängt als Beute für ihre Larven Heuschrecken, die sie durch mehrere Stiche betäubt. Wie man sieht, kann die Wespe Heuschrecken überwältigen, die wesentlich größer sind als sie selbst (hier ein Grünes Heupferd). Die Beute wird laufend zum Nest transportiert, wobei die Wespe die Heuschrecke mit ihren Mandibeln (Kiefern) am Grund der Fühler packt und bäuchlings zieht. Es war nicht einfach, die Wespe bei dieser Tätigkeit zu fotografieren, da sie die Heuschrecke mit einer unglaublichen Geschwindigkeit geschleppt hat, und zwar zielstrebig über etwa 15 Meter quer durch unseren Garten.


Am Nest angekommen, ließ die Wespe die Beute erst ein Stück entfernt liegen und kroch ins Nest um es zu inspizieren und  noch ein bisschen daran herum zu graben.


Hier wird die Heuschrecke zum Nest gezogen.


Das Hineinziehen wird im Rückwärtsgang erledigt.


Und schwupps – schnell ist die Heuschrecke verschwunden. Die Wespe deponiert die Beute in einer der mehreren seitlich abgehenden Brutkammen und legt ein Ei an sie, aus der nach einigen Tagen die Larve schlüpft, die sich von der lebenden, aber betäubten Beute ernährt.


Und hier noch einmal die Wespe vor ihrem Nest.

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