Lakkomersina

Südöstlich von Apíranthos liegt zwischen der Straße nach Moutsoúna und der Straße von Danakós zur Küste ein größeres Tal namens Lakkomérsina, wo ich (fast) noch nie gewesen bin. Letzten November haben wir diese Gegend erkundet, und nun will ich sie mit ein paar Bildern vorstellen.


Nach Lakkomérsina kommt man über die Schotterstraße, die durch das Hochtal südlich von Apíranthos führt. Hier stehen wir am Pass, der in das Tal von Lakkomérsina hinüber führt und schauen zurück Richtung Apíranthos, das vorm im Hintergrund zu erkennenden Fanári hinter dem Hügel in der Bildmitte versteckt liegt.


Am Pass liegt diese (neuere) Kapelle.


Hier schaut man über das Tal von Lakkomérsina.


Die Straße führt an ein paar gigantischen Kermeseichen vorbei. Ohne Größenvergleich kann man das leider auf dem Foto nicht so recht würdigen; aber der rechte Baum ist etwa 12 m hoch – die größte Kermeseiche, die ich kenne.


Es handelt sich um ziemlich alte, verfallende Baumriesen.


Hier ein Blick hinauf in die Krone.


Hier der Beweis, dass es sich um Kermeseichen handelt: Diese Art ist an den typischen, leicht stacheligen Blättern und den kleinen, stacheligen Fruchtbechern zu erkennen.


An einem der Bauernhöfe im Tal liegt dieser gut erhaltene Dreschplatz (alóni).


ein Mandelblättriger Birnbaum mit Früchten


und ein riesiger Olivenbaum – stummer Zeuge der Jahrhunderte langen Nutzung dieser Gegend durch den Menschen



Wir treffen auf einen sehr fleißigen Mistkäfer oder Pillendreher (Scarabaeus variolosus), der seine Mistkugel mit erstaunlicher Geschwindigkeit durch die Gegend rollt und sie schließlich in einem Loch versenkt; dort soll sie dann als Nahrung für seine Larve dienen.


Wo die Straße zu Ende ist, laufen wir noch ein Stück über einen gut erhaltenen Fußpfad weiter, um uns eine am gegenüberliegenden Hang sichtbare Kirche anzuschauen.


Hier sieht man die kaum als solche erkennbare, kleine, fast quadratische Kirche.


ein Kreta-Ahorn mit Früchten


Es geht an einem gut instand gehaltenen Ölhain vorbei.


Es ist immer erstaunlich, wie sich in der öden, kargen Landschaft dann doch stets wieder kleine, bewachsene, hübsche Tälchen auftun.


eine Terebinthe


Die Terebinthe ist (anders als ihre nahe Verwandte, der Mastixstrauch) nicht immergrün – die Blätter werden jetzt im November schon braun. An vielen Blättern erkennt man hier die für diese Art typischen Gallen, die von einer Blattlaus (Forda semilunaria) hervorgerufen werden.

Nach unserem Besuch bei der byzantinischen Kirche des Ágios Panteleímonas gehen wir wieder bis zur Straße zurück und biegen dann auf den alten Fußpfad Richtung Moutsouna ein. Hier kommen wir in ein paar Minuten zu einer merkwürdigen lokalen „Sehenswürdigkeit“: In einem weiten flachen Gelände steht ein großer Ring aus einer niedrigen Steinmauer, der eine besonders ebene, sich wegen der andersartigen Vegetation braun abzeichnende Fläche einkreist, der „alónas“ (=großer Dreschplatz). Man kann außer der Umfassungsmauer kaum etwas von Bedeutung ausmachen außer einem kleineren Steinkreis im Innern und zwei, drei ähnlichen kleinen Mauerringen, die ganz im Westen direkt innen an der Umfassungsmauer liegen. Die Bewohner der Gegend rätseln über die Funktion dieses Bauwerks – und wir auch! Es fällt uns nicht ein (außer es wäre ein prähistorischer UFO-Landeplatz…): jedenfalls scheint es weder als Dreschplatz noch als Verteidigungswerk noch als Gebäude irgendeiner Art einen Sinn zu ergeben.


Hier der Blick über den „alónas“ mit dem kleineren Steinkreis im Innern.


Ein Stück der niedrigen Umfassungsmauer. Wir steigen für den besseren Überblick auf den Hügel im Hintergrund.


Ich finde eine mir bislang unbekannte Krokus-Art: Crocus cancellatus mit großen, zart lila Blüten, die einen gelblichen Schlund besitzen und auf der Außenseite leicht gezeichnet sind.


Außerdem blüht Colchicum pusillum…


… und Narzissus serotinus.


Von der Spitze des Hügels tut sich ein schöner Blick nach Moutsouna auf.


Auf der Spitze steht dieses winzige Häuschen, das als Unterschlupf bei schlechtem Wetter dient, und von dem aus man bestens das Meer nach Osten überblicken kann. Wie alt es wohl sein mag?


Es ist nach typischer Bauweise aus dem vor Ort anstehenden Marmor errichtet und mit ebensolchen Steinplatten überdeckt.


Der Blick zurück nach Westen mit dem Zeus links und dem Fanari rechts im Hintergrund; in der Bildmitte ist schwach der „alónas“ zu erkennen.


Etwa in der Bildmitte, ein Stück links unterhalb des niedrigsten Passes, liegt die kleine byzantinische Kirche des Ágios Panteleímonas, zu der wir vorher gelaufen waren.


Auf dem Rückweg kommen wir noch an dieser schönen Kermeseichen-Gruppe vorbei.

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