Nelkengewächse II: Paronychioideae und Alsinoideae

Die Nelkengewächse sind eine große, artenreiche Familie. Ihre bekanntesten Angehörigen sind die Nelken, Lichtnelken und Leimkräuter (Unterfamilie Caryophylloideae, Nelkengewächse I), die meist recht große, farbige Blüten besitzen. Im Gegensatz dazu weisen die hier vorgestellten Arten der beiden anderen Unterfamilien kleine, meist weiße Blüten auf. Die Paronychioideae zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu den anderen zwei Unterfamilien Nebenblätter besitzen; bei den Alsinoideae sind die Kelchblätter anders als bei den Caryophylloideae frei und nicht zu einer Röhre verwachsen.

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Paronychioideae

Behaartes Bruchkraut, Herniaria hirsuta

Auf Naxos kommen zwei Arten der kleinen, unauffälligen Bruchkräuter vor; neben Herinaria hirsuta auf Herniaria cinerea, die manchmal nur als Unterart von H. hirsuta gerechnet wird. Bei „meinen“ Exemplaren hier handelt es sich wohl eher um H. hirsuta, obwohl die Unterscheidung schwierig ist.


Das kleine Behaarte Bruchkraut wächst in Gärten und Feldern.


Es besitzt eine typische Wuchsform mit seitlich in einer Ebene ausgebreiteten Blättern; die Blüten sitzen in den Achseln der Blätter.


Die Blüten sind winzig; oft fehlen die Kronblätter. Der Kelch ist kurz abstehend behaart.

Griechische Weißmiere, Moenchia graeca

Dieses kleine, langstielige Nelkengewächs ist im östlichen Mittelmeergebiet endemisch. Die Gattung umfasst nur zwei weitere Arten. Es handelt sich um Pflanzen trockener, lichtreicher, leicht saurer Standorte. Auf Naxos ist die Weißmiere eher selten.


Die Griechische Weißmiere ist eine sparrige, langstielige Pflanze. Sie trägt wenige lanzettliche, gegenständige Blätter.


Die auffälligen Kelchblätter und die Tragblätter besitzen einen breiten häutigen Rand. Die Blütenstiele sind unterhalb der Blüten leicht verdickt.


Die weißen, nicht geteilten Kronblätter sind kürzer als die spitzen Kelchblätter. Die Blüten besitzen 5 Griffel, die oberhalb der Kelchblätter stehen.

Silber-Mauermiere, Paronychia argentea

Diese im Mittelmeergebiet heimische Art kommt auf Naxos in den niedrigen Lagen recht regelmäßig vor; sie ist vor allem an trockenen Standorten zu finden.


Die Silber-Mauermiere wächst auf dem Boden kriechend.


Die kleinen, unauffälligen Blüten besitzen keine Kronblätter und gelbliche Kelchblätter; sie sind umrahmt von großen, silbrig-häutigen Tragblättern.


Bei dieser Art sind die Kelchblätter kapuzenförmig mit häutigem Rand. Hier sieht man auch gut die sehr langen, durchsichtigen Tragblätter. Die fleischigen Blätter besitzen eine feine, stachlige Spitze.

Paronychia macrosepala ?

Paronychia macrosepala ist etwas seltener als die vorige Art; auch sie kommt vor allem an trockenen Standorten vor.


Paronychia macrosepala wächst kompakter als die vorige Art.


Die Blätter dieser Art sind dicht behaart. Hier sieht man auch gut die für die Unterfamilie typischen, hier häutigen Nebenblätter.


Die Kelchblätter besitzen keinen krautigen Rand und sind sehr unterschiedlich lang.

Vierblättriges Nagelkraut, Polycarpon tetraphyllum

Das Vierblättrige Nagelkraut ist ein weiteres unauffälliges, kleines Pflänzchen, das als „Unkraut“ in Gärten und Feldern gedeiht. Die hier abgebildeten Exemplare gehören vermutlich der Unterart Polycarpon tetraphyllum alsinifolium an.


Die Blätter des Nagelkrautes stehen teilweise zu viert in Scheinquirlen.


Die winzigen Blüten besitzen nur sehr kleine, schmale Blütenblätter; die deutlich größeren Kelchblätter zeigen einen dicken grünen Kiel in der Mitte und häutige, auffällig weiße Ränder.


Viele Exemplare besitzen eine rote Färbung, eines der Kennzeichen der Unterart alsinifolium.

Salz-Schuppenmiere, Spergularia salina

Die weltweit in gemäßigten und subtropsichen Regionen verbreitete, aber meist seltene Salz-Schuppenmiere ist an salzhaltige Standorte gebunden. Auf Naxos wächst sie nur in unmittelbarer Nähe des Meeres, so zum Beispiel auf den Schiefer-Küstenfelsen bei uns in Azalas.


Die mehr oder weniger kriechend wachsende, stark verzweigte Salz-Schuppenmiere besitzt fleischige, lineale, fast stielrunde Blätter.


Die sehr kleinen Blüten haben eiförmige, intensiv rosa Kronblätter und längliche Kelchblätter mit häutigem Rand. Die Pflanze ist drüsig behaart.

Alsinoideae

Cerastium comatum

Die Hornkräuter sind eine artenreiche Gattung mit etwa 100 Arten. Auf Naxos kommen drei Hornkraut-Arten vor, Cerastium comatum, C. glomeratum und das auf der Insel endemische, auf die höchsten Lagen des Koronos-Massivs beschränkte C. runemarkii. Die im östlichen Mittelmeergebiet vorkommende Art C. comatum ist auf Naxos an trockenen Standorten anzutreffen.


Cerastium comatum ist an den sehr lang behaarten Kelchblättern zu erkennen. Die Kronblätter sind deutlich kürzer als die Kelchblätter. Die Blätter dieser an trockenen Standorten wachsenden Art sind leicht fleischig.

Knäuel-Hornkraut, Cerastium glomeratum


Das Knäuel-Hornkraut ist ein häufiges Acker-Unkraut. Seine Blüten sitzen in dichten Knäueln.


Die Kelchblätter dieser Art sind kurz drüsig behaart. Die Kronblätter sind mäßig tief ausgerandet und deutlich länger als die Kelchblätter.

Kronblattloses Mastkraut, Sagina apetala ?

Die Mastkräuter sind sehr zarte, kleine, unauffällige Kräutlein, die in Gärten und Feldern anzutreffen sind. Wegen der drüsigen Behaarung und den Stachelspitzchen an den Blättern scheint es sich hier um Sagina apetala zu handeln, auch wenn die Blüten offensichtlich Kronblätter aufweisen.


Die Mastkräuter sind so kleine, zarte Pflänzchen, dass sie leicht übersehen werden können. Die schmal lanzettlichen Blätter tragen kurze Stachelspitzchen.


Die Mastkräuter besitzen vier zur Fruchtzeit auffällig abgespreizt stehende Kelchblätter; die Kronblätter stehen röhrenförmig nach vorn.


Hier kann man die drüsige Behaarung der Pflanze erkennen.

Stellaria cupaniana

Auch die Sternmieren sind mit etwa 200 Arten eine sehr große Gattung. Auf Naxos treten drei Arten auf, mediterrane Art Stellaria cupaniana und die auch in Mitteleuropa vorkommenden St. media (Vogel-Sternmiere) und St. pallida.


Stellaria cupaniana und St. media sehen sich sehr ähnlich; oft wird erstere nur als Unterart der letzten angesehen. Sie besitzen große, eiförmige Blätter und kleine weiße Blüten mit tief ausgerandeten Kronblättern, die dadurch zehnteilig erscheinen.


Stellaria cupiana ist am rundum behaarten Stängel zu erkennen; die Kronblätter sind etwas länger als die Kelchblätter und die Blüten besitzen fünf bis zehn Staubblätter.

Vogel-Sternmiere, Stellaria media


Die Vogel-Sternmiere ist in Gärten und auf Äckern sehr häufig.


Von der vorigen Art ist sie daran zu unterscheiden, dass ihre Stängel nur an einer Seite behaart sind.


Die Blüten besitzen meist nur zwei oder drei Staubblätter; die Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter.

unbestimmt


Zum Schluss noch eine Art, deren Bestimmung mir bislang noch nicht gelungen ist, mit fehlenden Kronblättern und gleichgroßen, sternförmigen Kelchblättern mit häutigem Rand.

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