Lauch, Allium

Die Unterfamilie der Lauchgewächse Allioideae fällt nach neueren Untersuchungen in die Familie der Amaryllisgewächse, zu der auch die Narzissen und Goldbecher gehören. Sie umfasst etwa 15 Gattungen und 800 Arten, von denen die allermeisten zur Gattung Allium gehören; die anderen Gattungen umfassen je nur wenige Arten und sind nur in der Kapregion und in Südamerika anzutreffen.

Die 550 bis 700 Lauch-Arten sind weltweit verbreitet mit einem Schwerpunkt im Mittelmeerraum und in Südwest- und Zentral-Asien. Alle Arten sind krautig mit einfachen, parallelnervigen Blättern und einem unbeblätterten Stängel, der einen doldigen, oft kugeligen Blütenstand trägt. Der Blütenstand besitzt meist ein oder mehrere Hüllblätter. Die Blüten sind dreizählig mit gleichgestalteten Kelch- und Kronblättern und sechs oft teilweise mit diesen verwachsenen Staubblättern. Die Früchte sind Kapselfrüchte.

Die Pflanze überdauert die ungünstige Jahreszeit als Zwiebel. Oft besitzen die Arten einen intensiven Zwiebelgeruch. Es gibt mehrere Nutzpflanzen unter den Lauch-Arten, insbesondere Zwiebel, Knoblauch, Porree und Schnittlauch. Außerdem können eine ganze Reihe wilder Arten als Gemüse genutzt werden. Im Altertum wurden viele Laucharten als Schutzmittel gegen Zauberei und Unglücksfälle erachtet. Die Gattung ist noch nicht vollständig bearbeitet worden; es werden immer noch neue Arten beschrieben.

Auf Naxos kommen mindestens neun Laucharten vor. Sie sind je in verschiedenen Gegenden der Insel verbreitet und besitzen unterschiedliche Standortansprüche. Ich kann hier bislang vier Arten vorstellen.

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Allium subhirsutum

Allium subhirsutum ist die häufigste Lauchart bei uns; sie ist in der Phrygana und Macchie der niederen Lagen auf kalkhaltigen Böden häufig.


Allium subhirsutum ist bei uns in der Phrygana und Macchie sehr häufig.


Die am Rand behaarten Blätter von Allium subhirsutum sind grundständig und bilden keine den Stängel hochlaufende Scheide.


Der Blütenstand besitzt ein eher kleines, häutiges Hüllblatt. Die Stiele der Blüten sind über drei mal so lang wie die Blütenblätter.


Die Staubblätter besitzen dreieckige Stiele und sind meist braun, seltener wie hier gelb.

Rosen-Lauch, Allium roseum

Allium roseum ist wesentlich seltener als die vorige Art; auch er wächst hier und da in der Phrygana der niedrigeren Lagen sowie an Weg- und Feldrändern.


Auch Allium roseum hat grundständige Blätter; der Stängel ist rund.


Der Blütenstand besitzt ein dreispaltiges häutiges Hüllblatt. Die recht lang gestielten Blüten sind rosa.


Auch diese Lauchart hat dreieckige gestielte Staubblätter.

Allium staticiforme?

Diese in der Ägäis endemische Art wächst bei uns am Strand; sie blüht erst im Frühsommer.


Diese Lauchart besitzt dichte, runde Köpfe mit rosa Blüten.


Zur Blüte sind die den Stängel mit einer kurzen Scheide umschließenden Blätter vertrocknet.


Die Blütenstände werden leicht vor zwei zugespitzten Hüllblättern mit rötlichen Nerven überragt.


Die Blütenblätter besitzen einen rötlichen Mittelnerv. Die Staubblatt-Stielchen sind nicht dreieckig verbreitert.

Allium guttatum ssp. sardoum

Diese Art habe ich in Agiá im Nordwesten von Naxos gefunden; sie wächst an sehr trockenen Standorten auf kalkhaltigem Untergrund.


Diese Art besitzt einen dichten Blütenstand mit weißlich-grünlichen Blüten. Sie blüht im Frühsommer, wenn die Vegetation größtenteils vertrocknet ist.


Die schmalen Blätter umfassen den Stängel bis zu etwa einem Viertel mit einer Scheide.


Der vielblütige, dichte Blütenstand ist von einem kurzen, zerschlitzten Hüllblatt umgeben.


Die weißlich-grünlichen Blüten sind glockig und öffnen sich kaum. Ihre Stängel sind etwas länger als die Blüten. Die Staubblätter tragen rotbraune Staubbeutel. Die inneren Staubblätter besitzen feine Spitzen, die aus den Blüten heraus schauen.

Sommer-Lauch, Allium ambeloprasum

Diese Art blüht erst im Frühsommer. Das Exemplar stammt von unserem Grundstück.


Der Sommer-Lauch besitzt einen dichten, vielblütigen Blütenstand mit glockenförmigen Blüten. Die Blütenblätter besitzen rau papillöse Kiele; die Staubblätter ragen kaum über die Blüten hinaus. Der junge Blütenstand ist von einem langen Hüllblatt umschlossen, das jedoch recht schnell verschwindet.

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