Korbblütler III, Cichorioideae

Die Cichorioideae besitzen wie alle Asteraceen Korbblüten. Die Unterfamilie ist dadurch charakterisiert, dass die Blütenkörbe nur Zungenblüten, aber keine Röhrenblüten aufweisen; die meisten Arten besitzen gelbe Blüten (Röhrenblütige Korbblütler: Asteroideae und Carduoideae). Die Früchte (Achänen) tragen meist ein Flugschirmchen aus Borsten oder feinen Haaren (Pappus).


Die Cichorioideae besitzen in ihren Korbblüten nur Zungenblüten; meist sind die Blüten gelb.


Anfangs stehen die Zungenblüten oft nur in einem Kreis; nach und nach blühen dann auch weitere, kürzere Zungenblüten im Innern des Blütenkorbes auf.


Die pollenreichen Blüten werden gern von Bienen und Fliegen besucht.


Die Früchte sind wie bei allen Korbblütlern Achänen, das heißt einsamige Schließfrüchte. Sie tragen oft einen Pappus, das heißt ein mehr oder weniger lang gestieltes Schirmchen, hier aus gefiederten Haaren, das der Windverbreitung dient.

Viele Arten der Cichorioideae sind nur schwer zu unterscheiden; insbesondere die Blüten sehen auf den ersten Blick oft sehr ähnlich. Meistens müssen Merkmale der Früchte zur Bestimmung herangezogen werden. Wichtig sind auch die Form und Verteilung der Laubblätter sowie der Hüllblätter der Blütenkörbe. Auf Naxos kommen an die 50 Arten vor, von denen ich hier etwa die Hälfte vorstelle; einige Arten müssen allerdings unbestimmt oder die Bestimmungen unsicher bleiben.

Fast alle Arten der Cichorioideae sind essbar. Meist werden ihre Blattrosetten vor der Blüte ausgestochen und roh als Salat oder als gekochtes Gemüse („chórta“) gegessen. Die meisten Arten sind ziemlich bitter und werden von der Bevölkerung als sehr gesund erachtet.

– Die Gattungen Leontodon, Taraxacum, Hymenonema, Hyoseris, Hedypnois, Hypochaeris, Picris, Scorzonera, Reichardia und Crepis werden auf einer eigenen Seite abgehandelt.

zur Foto-Übersicht

Wegwarten, Cichorium

Die Wegwarten besitzen im Gegensatz zu den meisten anderen Cichorioideae blaue Blüten. Die Zungenblüten eines Blütenkorbes stehen mehr oder weniger in einer Reihe. Die Früchte besitzen keinen Pappus, sondern nur kurze Borsten. Die Wegwarten blühen im Sommer. Auf Naxos kommen drei Arten vor, die vor allem in den niedrigen, warmen und trockenen Gebieten der Insel wachsen. Sie sind hauptsächlich an Ruderalstellen zu finden. Wie fast alle Cichorioideae sind die Wegwarten essbar; die Blattrosetten werden gesammelt und als „chórta“ gegessen. Die Blüten der Wegwarten können in Kräutertees verwendet werden.

Endivie, Cichorium endivia

Cichorium endivia ist die Wildform der Gartenendivie. Die Nutzung der Endivie als Salatpflanze ist im Mittelmeerraum seit etwa Christi Geburt nachgewiesen. Sie kommt bei uns in Azalas nur recht selten vor; möglicherweise handelt es sich um verwilderte Gartenpflanzen. Die Endivie ist vor allem an Wegrändern und in Gärten zu finden. Die Unterscheidung von der folgenden Art, der Zichorie, ist nicht immer eindeutig.


Bei der (wilden) Endivie stehen die meisten Blätter am Stängel und weniger in einer Grundrosette. Die Tragblätter der Korbblüten sind fast pfeilförmig stängelumfassend. Unter den Blütenköpfen sind die Stängel auf einem großen Stück verdickt.


Die lang behaarten Hüllblätter der Korbblüten stehen in zwei Reihen, die fast gleich lang sind; die äußeren Hüllblätter stehen leicht ab.

Zichorie, Gemeine Wegwarte, Cichorium intybus

Die Gemeine Wegwarte ist bei uns häufiger als die Endivie. Sie wächst als Gartenunkraut und an Wegrändern, aber teilweise auch in der Phrygana. Auch diese Art wird als Salatpflanze kultiviert (Chicoree, Radicchio). Die Wurzel kann als Kaffee-Ersatz verwendet werden.


Bei der Gemeinen Wegwarte stehen die Blätter größtenteils in einer Grundrosette; die Stängel sind kaum beblättert.


Bei allen Wegwarten öffnen sich die Blüten nur am Vormittag. Cichorium intybus besitzt ebenso wie die vorige Art etwa zwölf blaue Zungenblüten.


Die äußeren Hüllblätter sind bei dieser Art deutlich kürzer als die inneren. Die Tragblätter der Blütenköpfe sind nicht oder nur selten stängelumfassend.


Die Gemeine Wegwarte kann bis zu einen Meter hoch werden.


In trockenen Jahren bleibt sie dagegen oft winzig, bildet aber trotzdem Blüten und Früchte.

Dornige Wegwarte, Cichorium spinosum

Die Dornige Wegwarte ist ein kleiner Zwergstrauch, der ausschließlich
in direkter Meeresnähe vorkommt. Er wächst auf Küstenfelsen und -hängen, aber auch am Kiesstrand.


Die Dornige Wegwarte ist ein kleiner Zwergstrauch, dessen letztjährige Triebe jeweils zu einem spitzen Dorn verholzen, so dass sich ein sparriges Dornengerüst bildet, in dessen Innerem aus den Achseln der Seitentriebe neue Blattrosetten wachsen. Die Dornige Wegwarte blüht im Sommer; die Korbblüten besitzen je nur fünf blaue Zungenblüten.


Hier sieht man die vorstehenden Dornen, die die Blüten und Blätter schützen.


Die in Rosetten stehenden, leicht fleischigen Blätter sind lang und schmal; sie sind schrotsägeförmig gezähnt mit einer runden Spitze.


Die Blätter der Dornigen Wegwarte sind essbar. Das Ernten ist allerdings entsprechend der Dornigkeit des Strauches nicht ganz einfach. Am besten schneidet man kleine Teile der Sträucher mit einer kleinen Säge ab und pflückt dann die Rosetten vorsichtig heraus.


Die Blätter der Dornigen Wegwarte werden üblicherweise gekocht und mit Öl und Zitrone übergegossen serviert (wie auch die Blattrosetten der meisten anderen Cichorioideae). So passen sie besonders gut zu gebratenen Kartoffeln und sind ein typisches Winteressen.


Noch gesünder ist es, die leicht bitteren, sehr vitaminreichen Blätter als Salat zu essen.

Knorpellattich, Chondrilla

Die Knorpellattich-Arten bilden große, sparrig verzweigte strauchähnliche Kräuter mit wenigen schmalen Stängelblättern und kleinen, gelben, sitzenden Blüten mit nur wenigen Zungenblüten.

Binsen-Knorpellattich, Chondrilla juncea

In der Ägäis kommen zwei Knorpellattich-Arten vor, der Binsenknorpellattich (Ch. juncea) und Ch. ramosissima. Die Zuordnung der Exemplare von Naxos zu Ch. juncea ist nicht ganz sicher; die Arten sind sich sehr ähnlich. Der Knorpellattich ist auf Naxos häufig, insbesondere an Ruderalstellen und auf Feldern. Der Knorpellattich ist essbar; es werden hier allerdings nicht die Blattrosetten, sondern die jungen Triebe gesammelt.


Der Binsen-Knorpellattich bildet bis einen Meter hohe, sparrig verzweigte Pflanzen mit wenigen kleinen Stängelblättern und verstreuten, sitzenden Blüten. Die sparrige Verzweigung spricht für die Art Ch. ramosissima, die anderen Merkmale sprechen dafür, dass es sich um Ch. juncea handelt.


Der Binsen-Knorpellattich blüht im Sommer und Herbst. Die Stängel sind rund und glatt und kaum behaart. Die kleinen, schmalen Korbblüten haben nur etwa zehn bis zwölf Zungenblüten. Die Blütenkörbe sind von gleichlangen, ordentlich nebeneinander stehenden, schmalen inneren Hüllblättern umgeben, wodurch sie gerieft erscheinen; die äußeren, bräunlichen Hüllblätter stehen kringelig ab.


Die Achänen besitzen an ihrem oberen Ende feine spitze Schuppen; sie sind lang und dünn geschnäbelt. Zur Fruchtzeit öffnen sich die Hüllblätter.


Die jungen Pflanzen bilden im Frühjahr zunächst eine grundständige Rosette, die später verschwindet. Die Blätter sind schrotsägeförmig. Der untere Teil des Stängels ist abstehend behaart.


Die jungen Triebe sind essbar. Wie beim Bastardsenf werden sie vorsichtig an der „Sollbruchstelle“ (etwa 10 cm Länge) abgezupft. Die abgeernteten Pflanzen bilden Seitentriebe, die erneut abgeerntet werden können. Die leicht bitteren Triebe können sowohl roh gegessen werden als auch gekocht mit Öl übergossen.

Golddisteln, Scolymus

Unter den Korbblütlern gibt es viele sehr dornige Pflanzen, die „Disteln“. Fast alle Disteln gehören zur Gruppe der Carduoideae, die nur Röhrenblüten, aber keine Zungenblüten besitzen. Eine Ausnahme ist die Gattung Scolymus, deren Blütenkörbe nur Zungenblüten tragen und die entsprechend zu den Cichorioideae gerechnet werden muss. Sie besitzt stark dornige Blätter, einen teilweise dornig geflügelten Stängel und gelbe, sitzende Blütenkörbe. Die Gattung Scolymus umfasst nur drei Arten mit Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet.

Spanische Golddistel, Scolymus hispanicus

Die Spanische Golddistel ist überall auf Naxos im Kulturland, an Wegrändern und an anderen Ruderalstellen häufig.


Die Spanische Golddistel bildet große Büsche mit stark dornigen Blättern. Im späten Frühjahr und frühen Sommer sind die Büsche von gelben Blüten übersät.


Die Blüten der Golddistel sind bis zu zwei cm groß; sie stehen in den Achseln von drei langen dornigen Hochblättern. Die Blätter weisen einen weißen Längsstreifen auf.

Bocksbärte, Tragopogon

Die Bocksbärte sind leicht daran zu erkennen, dass sie im Gegensatz zu den übrigen Cichorioideae schmale, grasartige, ganzrandige Blätter besitzen. Die Blütenkörbe sind oft sehr groß und tragen viele gelbe oder rötliche Zungenblüten, die manchmal nur knapp, bei anderen Arten aber um fast das Doppelte von den Hüllblättern überragt werden. Die Achänen sind lang geschnäbelt und tragen einen großen fedrigen Pappus; Fruchtstände und „Flugschirmfrüchte“ sind oft sehr groß. Wie die meisten Korbblütler wachsen auch die Bocksbärte vor allem an Ruderalstellen.

Großer Bocksbart, Tragopogon dubius

Der Große Bocksbart ist in Wiesen anzutreffen; er ist auf Naxos aber nicht sehr häufig.


Der Große Bocksbart besitzt gelbe Korbblüten und grasähnliche, manchmal am Rand gewellte Blätter. Die Stängel sind unterhalb der Korbblüte deutlich verdickt.


Die Zungenblüten blühen nach und nach auf; meistens besitzt eine Korbblüte um die 20 bis 30 Blüten. Die etwa acht Hüllblätter überragen die Zungenblüten nur knapp. Die Korbblüten erreichen einen Durchmesser von bis zu vier cm.


Hier sieht man die wie bei allen Bocksbärten ballartigen Fruchtstände; die Achänen tragen einen großen Schirm aus Federhaaren.

Tragopogon sinuatus

Tragopogon sinuatus ist auf Naxos nur verstreut zu finden.


Tragopogon sinuatus ist eine große Bocksbart-Art mit violetten Blüten und zahlreichen am Rand meist gewellten Blättern; der Stängel ist unter der Korbblüte verdickt.


Die sehr großen Blütenkörbe mit bis zu sieben cm Durchmesser besitzen mehrere Kränze von Zungenblüten, die nach innen immer dunkler werden. Die zehn bis zwölf Hüllblätter sind ungefähr doppelt so lang wie die äußeren Zungenblüten.


Wie bei allen Bocksbärten sind die Fruchtstände kugelrund mit in allen Richtungen abstehenden Achänen.


Die sehr großen Achänen sind fein geschuppt und besitzen einen sehr langen Schnabel und einen großen Schirm.

Tragopogon spec.


In der Tragaía habe ich an mehreren Stellen diesen Bocksbart mit orangen Blüten gefunden; vielleicht ein Hybrid?


Die Hüllblätter überragen die langen Zungenblüten kaum; auch hier ist der Stängel unterhalb der Korbblüte verdickt.

Geropogon

Die Gattung Geropogon mit dem Bastard-Bocksbart als einziger Art unterscheidet sich von der Gattung Tragopogon darin, dass die äußeren Achänen keinen fedrigen Pappus, sondern nur kurze Borsten tragen.

Bastard-Bocksbart, Geropogon hybridus

Der Bastard-Bocksbart wächst in den niedrigeren Lagen an trockenen, kalkreichen Standorten.


Der Bastard-Bocksbart besitzt rosa Blüten.


Von den Zungenblüten sind acht (oder weniger) wesentlich länger als die übrigen; sie stehen jeweils über einem lanzettlichen, lang zugespitzten Hüllblatt, von dem sie ungefähr ums Doppelte überragt werden.

Sternlattich, Rhagadiolus

Die Sternlattich-Arten sind verzweigte Pflanzen mit beblätterten Stängeln und gelben Blüten. Anders als die meisten Cichorioideae besitzen ihre Früchte keinen Pappus; sie sind zylindrisch geformt.

Gewöhnlicher Sternlattich, Rhagadiolus stellatus

Der Gewöhnliche Sternlattich ist eine eher unauffällige Pflanze, die hier und da in der Phrygana und auf Wiesen vorkommt.


Der Sternlattich ist eine schlanke Pflanze mit verzweigtem, beblättertem Stiel; die Blätter sind eiförmig bis fiederspaltig mit schwach gezähnten Rändern. Die kleinen Blüten sind gelb.


Zur Fruchtzeit spreizen sich die etwa acht (inneren) Hüllblätter der Blütenköpfe sternförmig ab. In der Mitte dieses Sterns sitzen die wenigen gekrümmten Früchte. Sie besitzen keinen Pappus.

Essbarer Sternlattich, Rhagadiolus edulis

Der Essbare Sternlattich sieht der vorigen Art recht ähnlich. Er wächst bei uns hier und da in den Flusstälern.


Der Essbare Sternlattich ist bei uns in den Flusstälern anzutreffen.


Im Gegensatz zur vorigen Art sind die Blätter leierförmig-fiederschnittig und deutlichen gestielt.


Die Blütenköpfe der Sternlattich-Arten besitzen sehr kleine äußere und lange, schmale innere Hüllblätter. Während der Gewöhnliche Sternlattich um die acht innere Hüllblätter aufweist, sind es beim Essbaren Sternlattich nur fünf.


Zur Fruchtzeit spreizen sich auch bei dieser Art die Hüllblätter sternförmig ab.

Steptorhamphus

Die Steptorhampus-Arten sind an den langgestreckten, schmalen Blütenkörben mit dachziegligen Hüllblättern zu erkennen; die Achänen sind abgeflacht.

Steptorhamphus tuberosus

Steptorhamphus tuberosus ist auf Naxos nur selten anzutreffen. Sie kommt auf kalkhaltigen Böden vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich aus dem Mittelmeergebiet nach Osten (bis zum Iran).


Steptorhamphus tuberosus besitzt schrotsägeförmig gesägte, gezähnte, oft leicht stängelumfassende Blätter und einen sparrig verzweigten Stängel. Die Blütenkörbe sind sehr schmal und langgestreckt und verengen sich zur Spitze hin; sie besitzen dicke, dachziegelförmig angeordnete Hüllblätter. Stängel und Hüllblätter sind oft rötlich.


Die etwa drei cm großen Korbblüten öffnen sich nur vormittags; sie sind blassgelb gefärbt. Die Zungenblüten stehen in nur einem Kranz; in der Mitte der Blüten stehen aber noch zahlreiche zungenlose Blüten, die praktisch nur aus den Staubblattröhren und Narben bestehen.


Die Achänen besitzen einen zusammengedrückten, geflügelten, elliptischen samentragenden Teil und einen dünnen, klar abgesetzten Schnabel sowie einen großen Schirm aus vielen weißen Haaren.

Sonchus

Die Gänsedisteln gehören zu den häufigen Arten der Cichorioideae. Sie kommen auf Naxos vor allem an Wegrändern, auf Feldern, in Gärten und an sonstigen Ruderalstandorten vor. Die Gänsedisteln sind sehr variabel und deswegen nicht immer eindeutig den Arten zuzuordnen, wenn man keine Früchte hat, die man zur Bestimmung heranziehen kann.

Gemüse-Gänsedistel, Sonchus oleraceus

Die Gemüse-Gänsedistel ist auf Naxos sehr häufig. Sie ist essbar und wird viel gesammelt (insbesondere die jungen Triebe); vergleichsweise ist sie wenig bitter und deswegen bei vielen Naxioten weniger beliebt.


Die Gemüse-Gänseldistel besitzt stängelumfassende obere Stängelblätter mit lang pfeilförmigem Grund. Die Blätter sind blaugrün und matt, ihr Rand ist nur fein gezähnt. Die Stängel der Pflanze sind hohl, die Blüten sind hellgelb. Die Pflanze ist klebrig und gibt einen weißen Milchsaft ab. Zur Fruchtzeit sind die Blütenkörbe unten sehr breit, oben dagegen stark verengt.


Die Blüten sind typischerweise hellgelb.


Die Früchte sind flach und länglich mit der breitesten Stelle oberhalb der Mitte; sie sind ungeschnäbelt und längsgerippt.


Die meisten Pflanzen auf Naxos sehen allerdings nicht so aus wie die auf den vorigen Bildern dargestellte, sondern wie die hier abgebildete. Sie sind also weder blaugrün, noch besitzen die Stängelblätter einen pfeilförmigen Grund, noch sind die Blüten hellgelb. Trotzdem nehme ich an, dass sie der Art S. oleraceus zuzuordnen sind.

Raue Gänsedistel, Sonchus asper

Die Raue Gänsedistel ist auf Naxos etwas seltener als die vorige Art.


Die Raue Gänsedistel ist von der vorigen Art vor allem an den Blättern zu unterscheiden. Die Blüten sind sattgelb.


Sie besitzt schmalere, regelmäßig fiederspaltige Blätter, die am Rand deutlich dornig gezähnt sind und den Stängel mit rundem Grund umfassen (manchmal aber mit einem langen Dorn, der den Grund pfeilförmig erscheinen lässt).


Die Blütenstängel sind bei diesem Exemplar drüsig behaart.


Die Früchte sind elliptisch mit einem rund herum laufenden, leicht abgesetzten Rand.

Schwefelkörbchen, Urospermum

Die Gattung der Schwefelkörbchen umfasst nur zwei im Mittelmeergebiet vorkommende Arten. Auf Naxos wächst das Bittere Schwefelkörbchen.

Bitteres Schwefelkörbchen, Urospermum picroides

Das Bittere Schwefelkörbchen ist auf Naxos sehr häufig. Es wächst vor allem an eher trockenen Standorten und bevorzugt kalkhaltige Böden. Entsprechend den Umweltbedingungen ist es sehr variabel.


Das Bittere Schwefelkörbchen sieht einer Gänsedistel ähnlich. An günstigen Standorten bildet es einen hohen, beblätterten Stiel. Die Blätter sind fiederspaltig mit dornigem Rand; die Mittelrippe ist von unten borstig behaart. Die Blüten sind hellgelb.


An trockeneren Standorten bleiben die Pflanzen viel kleiner; die Blätter sind hier oft fast ganzrandig.


Am besten kann man die Art an den gleichlangen, in einer Reihe stehenden Hüllblättern der Blütenkörbe erkennen. Sie sind lang borstig behaart und besitzen schwarze Ränder. Wie bei den Gänsedisteln sind die Fruchtstände unten sehr breit, oben dagegen stark verengt.


Unverkennbar sind auch die stark abgewinkelten Achänen mit einem rundlichen mittleren Teil, einem dünnen, bizarr stacheligen Stiel und einem langen Hals; die Haare des Pappus sind fedrig.

Bartpippau, Tolpis

Die Bartpippau-Arten besitzen zweierlei Hüllblätter: die inneren, die dem Blütenkorb eng anliegen, und die sehr schmalen, abstehenden äußeren, die die äußeren Kronblätter meist knapp überragen. Die Blätter sind länglich, ganzrandig bis fiederspaltig und stehen größtenteils in einer Grundrosette, teilweise aber auch am Stängel. Beide Arten sind auf Naxos nur verstreut anzutreffen.

Tolpis virgata

Tolpis virgata ist eine mehrjährige Art; sie kommt auch bei uns gelegentlich in der Phrygana vor.


Tolpis virgata besitzt eine vielblättrige Grundrosette und einige Stängelblätter.


Die Blüten sind hellgelb mit langen äußeren Zungenblüten und zahlreichen kürzeren inneren Zungenblüten.


Unter dem Kranz der äußeren, abstehenden Hüllblätter stehen mehrere kürzere Hochblätter auf dem oberen Teil des Stängels.

Echter Bartpippau, Tolpis barbata

Der Echte Bartpippau ist auf Naxos selten; ich habe ihn bislang nur bei Keramotí gefunden.


Die Blattrosetten des einjährigen Echten Bartpippaus sind weniger gut ausgebildet als die der vorigen Art. Die äußeren, langen, hellgelben Zungenblüten stehen in einem von kleinen Lücken unterbrochenen Kranz.


Die Blütenkörbe besitzen sehr viele Zungenblüten, von denen die inneren braunrot sind. Alle Hüllblätter sind etwa gleich lang; sie setzen sich als Hochblätter auf den oberen Teil des Stängels fort.

weiter: Leontodon, Taraxacum, Hymenonema, Hyoseris, Hedypnois, Hypochaeris, Picris, Scorzonera, Reichardia und Crepis

zur Foto-Übersicht

siehe auch:

Zum Inhaltsverzeichnis

Schreibe einen Kommentar