Korbblütler II, Carduoideae (Disteln und Flockenblumen)

In die Unterfamilie der Carduoideae werden Arten der Korbblütler eingegliedert, die keine Zungenblüten, sondern nur Röhrenblüten aufweisen. Die meisten der zu dieser Gruppe gehörenden Arten sind mehr oder weniger dornig („Disteln“); die häufigste Blütenfarbe ist rosa bis lila. Die Unterfamilie umfasst etwa 83 Gattungen mit 2800 Arten. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Eurasien und Nordafrika.

Die Korbblüten der Disteln besitzen keine Zungenblüten, sondern nur mehr oder weniger zahlreiche Röhrenblüten (Korbblütler mit Röhren- und Zungenblüten: Asteroideae, nur mit Zungenblüten: Carduideae). Manche Arten der Carduoideae (z. B. Gattung Carlina) tragen um die Korbblüten einen Kreis aus Zungenblüten-ähnlichen Hüllblättern; bei anderen Angehörigen der Carduoideae sind die zu einer Röhre vereinigten Staubbeutel stark verlängert, so dass sie oder der aus dieser Staubblattröhre herausragende lange Griffel eine Schaufunktion übernehmen (Pinselblumen).


Die Blütenkörbe der Carduoideae enthalten nur Röhrenblüten. Bei den Eberwurzen (hier Carlina lanata) sind die Korbblüten von Zungenblüten-ähnlichen, farbigen Hüllblättern umgeben.


An der Blüte der Rettichartigen Flockenblume kann man deutlich die die Kronblattzipfel weit überragenden, kräftig gefärbten Staubblattröhren erkennen, durch die an den äußersten Blüten die langen Griffel hindurchgeschoben sind.

Oft sind die Merkmale, die eine Pflanze zeigt, jeweils nicht nur auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen, sondern sie sind ihr in mehreren Hinsichten nützlich. So besitzen die Disteln ihre Dornen selbstverständlich in erster Linie zum Schutz vor Fraß; außerdem dienen sie aber bei hoher Luftfeuchtigkeit auch als Kondensationspunkte und leiten das Regenwasser oft geschickt der Wurzel der Pflanze zu. In derselben Weise dient die wollige und filzige Behaarung vieler an trockenen Standorten wachsenden Pflanzen dem Verdunstungschutz sowie der Absenkung der Temperatur durch Reflektion des Sonnenlichtes; außerdem schreckt auch sie häufig potentielle Frassfeinde ab. Dasselbe gilt für den hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Eine dicke Wachsschicht auf der Epidermis wiederum verringert nicht nur die Verdunstung, sondern dient auch als Schutz vor Pilzerkrankungen. Die meisten der auf dieser Seite vorgestellten Arten wachsen vor allem an trockenen Standorten, wo sie entsprechend der spärlichen Vegetation einem besonders hohen Beweidungsdruck ausgesetzt sind. Zudem blühen die meisten Disteln erst im Sommer, wenn der größte Teil der krautigen Vegetation bereits vertrocknet ist: Nur trockenheitsresistente und besonders wehrhafte Pflanzen können sich dann noch behaupten.

Disteln sind nicht besonders beliebt, weder bei den Menschen noch bei den meisten Weidetieren. Erst wenn man sich die Mühe macht, sie genauer anzuschauen, sieht man, dass auch viele dieser Arten durchaus sehr attraktiv sind.

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Spindelkräuter, Atractylis

Die etwa 20 Spindelkraut-Arten kommen vor allem im Mittelmeerraum vor.

Gitter-Spindelkraut, Atractylis cancellata

Das unverwechselbare Gitter-Spindelkraut ist auf warme, trockene, kalkhaltige Standorte beschränkt und bei uns in der Phrygana recht häufig.


Das Gitter-Spindelkraut ist ein niedriges Kraut mit leicht dornigen Blättern und bemerkenswerten Blütenköpfen, die von gitterartigen Hochblättern umgeben sind.


Diese Art blüht wie die meisten Disteln erst, wenn sie fast vertrocknet erscheint. Die Blüten erscheinen nur für kurze Zeit im späten Frühjahr und sind dementsprechend nur recht selten anzutreffen. Sie sind wie bei den meisten Disteln rosarot. Hier sieht man das die Blütenköpfe umgebende Gitter aus kammartig verzweigten Hochbblättern; innerhalb dieser sind die grünen Hüllblätter der Korbblüten zu erkennen.


Zur Fruchtzeit werden die weißen Achänen mit ihrem großen Pappus freigesetzt.


Die Achänen sind seidig silberweiß behaart, die Pappushaare fedrig.

Mastixdistel, Gummi-Spindelkraut, Atractylis gummifera

Die Mastixdistel blüht im Herbst. Auch sie kommt vor allem in den wärmeren, niedrigeren Lagen der Insel vor. Heute wird die Art in die Gattung Carlina gestellt. Die Mastixdistel gibt aus der Wurzel ein Harz ab, das gewonnen wird, indem man den oberirdischen Spross abschneidet. Das Harz wird als Kaugummi genutzt, manchmal werden auch die Blüten oder die Wurzeln gekocht gegessen. Dabei sollte man allerdings größte Vorsicht walten lassen, da die Pflanze, insbesondere die Wurzel, stark giftig ist; schwere Vergiftungen und sogar Todesfälle kommen regelmäßig vor.


Die langen, dornigen, tief zerschlitzten Blätter der Mastixdistel wachsen als Rosette am Boden; die jungen Blätter im Frühling haben ein Grünkohl-ähnliches Aussehen.


Die Mastixdistel blüht im späten Sommer und Herbst, wenn sie Blätter vertrocknet sind; die Blüten sitzen direkt am Boden im Kranz der vertrockneten Blätter.


Das Zentrum der Korbblüte ist im noch nicht ganz aufgeblühten Zustand weißlich. Die rosa Blüten besitzen lange, schmale Kronzipfel; aus der Blütenröhre wächst der sehr lange, schmale, spießartige Griffel hervor.


Hier sieht man die phänomenal lange und dicke Wurzel der Mastixdistel.

Ringdisteln, Carduus

Auf Naxos kommen zwei der etwa 100 Arten der Gattung Carduus vor. Insbesondere die Knäuelköpfige Distel ist auf der Insel weit verbreitet und wächst an vielen unterschiedlichen Standorten.

Carduus argentatus

Die schlanke, eher unauffällige Ringdistel Carduus argentatus ist bei uns in der Phrygana recht regelmäßig anzutreffen.


Carduus argentatus ist eine langstielige Distel mit schmal stachelig geflügeltem Stängel. Die zylindrischen, zur Spitze hin verengten Blütenkörbe besitzen dachziegelartig angeordnete Hüllblätter mit deutlich abgesetzter, sehr langer und dünner Spitze. Die rosa Blüten weisen lange, schmale Kronzipfel auf, die leicht von den Griffeln überragt werden.


Die Achänen tragen einen langen Pappus aus einfachen Haaren.

Knäuelköpfige Distel, Carduus pycnocephalus

Die Knäuelköpfige Distel ist auf Naxos deutlich häufiger als die vorige Art.


Die Knäuelköpfige Distel unterscheidet sich von der vorigen Art darin, dass ihre Blüten zu mehreren geknäuelt an den Stängelspitzen sitzen und ihr Stängel breiter geflügelt ist mit längeren Dornen.


Die Hüllblätter der sitzenden Blütenköpfe weisen eine allmählicher zulaufende Spitze auf.


Die Samen ähneln denen der vorigen Art.

Eberwurz, Carlina

Die Eberwurzen besitzen zweierlei Hüllblätter, von denen die äußeren dornig und meist verzweigt sind und den Blütenstand oft weit überragen, während die inneren länglich, einfach und stroh-artig trocken sind und wie ein Kranz von Zungenblüten um die Korbblüte herum stehen. Die Gattung Eberwurz umfasst etwa 30 Arten mit Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet, von denen auf Naxos zwei vorkommen.

Griechische Eberwurz, Carlina corymbosa ssp. graeca

Die Griechische Eberwurz kommt vor allem in den niedrigeren Lagen der Insel sehr häufig vor. Sie wächst auf kalkhaltigen Standorten.


Die Griechische Eberwurz ist eine mehrjährige Staude. Die jungen Pflanzen sind am einfachsten an den aus dem letzten Jahr stehengebliebenen, vertrockenten Blütenständen zu erkennen.


Die Griechische Eberwurz ist sehr stachelig mit langen Dornen an den Blättern; sie bildet große, verzweigte Pflanzen.


Sie besitzt gelbe Korbblüten, die von strohfarbenen, Blütenblatt-ähnlichen inneren Hüllblättern und sehr langen, stacheligen, Blatt-ähnlichen äußeren Hüllblättern umgeben sind.


Hier sieht man die inneren Hüllblätter noch einmal deutlich.

Carlina lanata

Die kleine rotblühende Distel Carlina lanata habe ich bislang nur bei uns in der strandnahen Phrygana gefunden. Sie blüht im Juni, wenn die krautigen Pflanzen schon weitgehend vertrocknet sind.


Carlina lanata ist eine niedrige Pflanze mit je einer Korbblüte am Ende der Stängel, die von langen, dornigen Blättern umgeben ist.


Die inneren, strohartigen Hüllblätter um die Körbchenblüten sind bei dieser Art intensiv dunkelrot; sie sind etwas „unordentlich“ angeordnet. Die Blüten erscheinen erst gelb, später dunkelrosa.

Färberdisteln, Carthamus

Es gibt etwa 15 Färberdistel-Arten; sie kommen im Mittelmeergebiet und in Vorderasien vor. Die sehr ölhaltigen Samen der Färberdistel Carthamus tinctorius werden seit der Antike zur Ölherstellung genutzt. In Mitteleuropa wurde diese Art im Mittelalter häufig angebaut. Auch heute wird sie wieder viel kultiviert und das Öl als Speiseöl (sehr hoher Gehalt an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren), in der Kosmetikindustrie oder zur Herstellung ölhaltiger Farben und Lacke verwendet. Außerdem enthält die Färberdistel einen schon im antiken Ägypten genutzten Farbstoff, mit dem Stoffe oder auch Speisen gelb oder rot gefärbt wurden; heute wird er manchmal noch als Lebensmittelfarbe verwendet. Die Blüten der Färberdistel können auch als Safran-Ersatz genutzt werden („Saflor“).

Die verschiedenen Färberdistel-Arten sind teilweise schwer voneinander zu unterscheiden: Ihre Abgrenzung ist undeutlich, wie es bei manchen Gattungen der Fall ist, die sich gerade in verschiedene Arten aufspalten. Ich bedanke mich bei Thomas Meyer und Ralf Jahn für die Bestimmung.

Wollige Färberdistel, Carthamus lanatus

Die Wollige Färberdistel ist auf Naxos sehr häufig. Sie besitzt gelbe oder gelbliche Blüten. Sie ist in weiten Teilen Europas und Westasiens heimisch.


Die Färberdisteln bilden hohe, dünne, in ihrem oberen Teil verzweigte Pflanzen. Sie sind einjährig.


Die Färberdistel besitzt einen roten Saft, weswegen sie früher auch zum Färben verwendet wurde. Die Dorfbevölkerung in Griechenland sagt, dass die Dornenkrone Christi aus dieser Distelart gefertigt gewesen sei und dass der rote Saft der Distel an das Blut Christi erinnere.


Diese Art, vermutlich die Wollige Färberdistel, besitzt (hell)gelbe Blüten. Die Blätter des Blütenstandes sind (oft) von einem dichten spinnwebigen Haargeflecht umgeben.


Hier ein gelbblühendes Exemplar. Die mittleren und äußeren Hüllblätter sind etwa ebenso lang wie die Blüten; die äußeren sind zurückgebogen. Die innersten Hüllblätter besitzen eine dunklere Spitze und einen gezähnten Rand.


Die dicken Achänen (Früchte) tragen kräftige, unterschiedlich lange Schuppen.

Carthamus dentatus ?

Eine weitere Wolldistel-Art ist die im südlichen Balkangebiet und im Nahen Osten verbreitete, der Wolligen Färbersistel sehr ähnliche Carthamus dentatus. Auch sie ist spinnwebig behaart und die inneren Hüllblätter besitzen einen gezähnten, dunkler gefärbten Anhang; die Blüten sind jedoch nicht gelb, sondern blasslila.


Diese Art ist der vorigen sehr ähnlich, die Blüten sind jedoch zart lila.

Carthamus leucocaulon

Seltener kommt auf Naxos die stärker verzweigte Art Carthamus leucocaulon vor; sie ist in Griechenland und auf den Ägäischen Inseln endemisch.


Seltener kommt bei uns auch die Art Carthamus leucocaulon vor, eine stärker verzweigte Art mit kleineren Blütenständen vor.


Diese Art ist an ihren fast einheitlich weißen Stängeln zu erkennen. Die Blütenstände weisen kein spinnwebiges Haargeflecht auf, sondern sehen wie die Stängel durch feine Drüsenhaare wie bereift aus. Die äußeren Hüllblätter sind sehr spitz und dünn und sind zwei bis dreimal länger als die inneren Hüllblätter.


Die inneren Hüllblätter sind allmählich zugespitzt und ganzrändig. Die Blüten sind weißlich mit zart rosa Narben.

Flockenblumen, Centaurea

Die Flockenblumen sind eine große, weit verbreitete Gattung von etwa 500 Arten. Sie besitzen nur Röhrenblüten; im Gegensatz zu den meisten anderen Cardoideae sind sie meist kaum dornig. Typisch sind die gefransten Hüllblätter der Blütenkörbe. Auf Naxos kommen zwei Arten häufig vor, dazu kommen ein oder zwei seltenere Arten.

Rettichartige Flockenblume, Centaurea raphanina

Die Rettichartige Flockenblume kommt überall auf der Insel in der Phrygana an trockenen Standorten vor.


Die Rettichartige Flockenblume ist stängellos mit einer Rosette aus charakteristisch leierförmig gefiederten Blättern.


Die Blüten sind cremeweiß mit sehr schmalen, langen Kronzipfeln und langen, lila Staubblattröhren; bei den äußersten Blüten sieht man auch die aus den Staubblattröhren herausragenden Narben. Auffällig sind die rundlichen Knospen mit den lang dornigen Hüllblättern.

Dornige Flockenblume, Centaurea spinosa

Es gibt nur recht wenige verholzende, strauchartige Korbblütler. Eine dieser Arten ist die in der Ägäis endemische Dornige Flockenblume, die einen dornigen Zwergstrauch (Igelstrauch) bildet. Es existieren zwei Varianten, von denen die eine nur in direkter Strandnähe wächst, während die andere in etwas höheren Lagen im Norden der Insel vorkommt.


Die Dornige Flockenblume kommt bei uns in der typischen „Strandphrygana“ auf Schiefer vor, hier zusammen mit der Dornigen Bibernelle.


Die letztjährigen Triebe bilden ein dichtes Gerüst aus spitzen Dornen. Die Pflanze besitzt nur sehr schmale Blätter, um die Wasserverluste durch Verdunstung möglichst gering zu halten. Photosynthese wird auch von den grünen Stängeln betrieben.


Im Frühjahr bildet die Dornige Flockenblume zahlreiche kleine schmale, nach oben hin verengte Korbblüten.


Die Blütenkörbe enthalten je nur wenige, weiße, lang röhrige Blüten mit vorstehenden Staubblattröhren mit kleinen lila Spitzen. Die Hüllblätter sind lang gefranst.

Sonnenwend-Flockenblume, Centaurea solstitialis

Die Sonnenwend-Flockenblume, die wie der Name sagt, Ende Juni blüht, ist auf Naxos selten. Ich habe sie bislang nur bei Sifones gefunden.


Die Sonnenwend-Flockenblume wächst sparrig. Die Blätter sind schmal und laufen am dadurch geflügelten Stängel herab.


Diese Art ist leicht an den gelben Blüten und den mit sehr langen, gelben Dornen versehenen Hüllblättern erkennbar.

Silberwurzen, Jurinea

Die Gattung Jurinea (Silberwurz) umfasst 250 Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in Eurasien.

Jurinea consanguinea

Jurinea consanguinea kommt nur in Griechenland vor. Ich habe diese Art bei Potamiá gefunden; sie wächst verstreut in den niedrigeren Regionen der Insel auf kalkhaltigen Böden.


Jurinea consanguinea besitzt zahlreiche langgestielte, große, dunkelviolette Blütenköpfe; die Blätter sind länglich, die Stiele filzig.


Die Blütenkörbe besitzen zahlreiche, an den Spitzen stark zurückgebogene Hüllblätter und lange dunkelviolette Blüten mit langen, schmalen Kronblattzipfeln und vorstehenden violetten Staubblattröhren, auf denen der weiße Pollen zu sehen ist.

Schlupfsamen, Crupina

Zur Gattung Crupina gehören nur drei oder vier Arten.

Echter Schlupfsame, Crupina crupinastrum

Der Echte Schlupfsame kommt auf Naxos in allen Lagen an kalkhaltigen Standorten vor; er ist bei uns in der Phrygana recht häufig.


Die Pflanze bildet sehr lange und dünne, verzweigte Stängel, an denen die schmalen Blütenköpfchen sitzen.


Die Blätter stehen größtenteils in einer Grundrosette; sie sind fein fiederschnittig.


Die rosa Blüten besitzen lange Kronblattzipfel. Die rundlich stehenden Blüten sind deutlich vergrößert mit zerschlissenen Kronzipfeln; sie ähneln Zungenblüten. Die inneren Blüten sind heller und wesentlich kleiner. Die dachziegeligen Hüllblätter nehmen zur Blütezeit eine dunkelviolette Färbung an.


Die unverkennbaren Achänen tragen einen steifen, schwarzen Pappus.


Nach dem Abfallen der Achänen bleiben die nun häutig weißen, gespreizten Hüllblätter zurück.

Kugeldisteln, Echinops

Auf Naxos kommen zwei Kugeldistel-Arten vor. Sie bilden große, verzweigte Pflanzen mit runden, bläulichen Blütenständen, die bemerkenswerterweise aus je nur einblütigen Blütenkörben zusammengesetzt sind. Beide Arten treten vor allem in den niedrigeren Lagen der Insel auf.

Griechische Kugeldistel, Echinops graecus

Die Griechische Kugeldistel kommt auf Naxos nur verstreut vor, hier z.B. in der Nähe des Dorfes Galanádho im Westen der Insel. Diese Art ist im Bereich der Ägäis endemisch.


Die Griechische Kugeldistel bildet niedrige, dichte Bestände mit großen, auffälligen Blütenständen und bläulich-weißen, sehr spitz zerschlitzten, sehr stacheligen Blättern.


Die hübschen Blüten sind leuchtend lila mit schmalen, langen, Windrad-ähnlich abstehenden Blütenblatt-Zipfeln.


Hier sieht man einen einzelnen der einblütigen Blütenkörbe, von denen je zahlreiche zusammengefasst sind und so den kugeligen, zusammengesetzten Blütenstand bilden.

Drüsenhaarige Kugeldistel, Echinops spinosissimus ssp. spinosissimus

Die Drüsenhaarige Kugeldistel kommt in den niedrigen Lagen der Insel regelmäßig vor, ist aber seltener als viele der anderen Distel-Arten.


Die Drüsenhaarige Kugeldistel bildet hohe, verzweigte Pflanzen mit blassblauen Blütenständen an den Enden der Stängel.


Die graugrünen Blätter dieser Art sind lang und doppelt gefiedert mit sehr schmalen, stacheligen Abschnitten.


Die Blüten besitzen sehr schmale und lange, seitlich abstehende, zurückgerollte Blütenblattzipfel.


Im Blütenstand sitzen teilweise Dornen, die die Blüten deutlich überragen. Hier sieht man auch den braunen, drüsigen Stängel der Pflanze.

Notobasis

Die Gattung Notobasis umfasst nur eine einzige Art, die im ganzen Mittelmeerraum vorkommende Syrische Kratzdistel.

Syrische Kratzdistel, Notobasis syriaca

Die Syrische Kratzdistel ist auf Naxos sehr häufig.


Die Syrische Kratzdistel bildet eine hohe, schlanke Pflanze mit einem leicht verzweigten Blütenstand. Die unteren Blätter besitzen eine vergleichsweise breite Spreite und deutliche weiße Adern.


Die Blütenkörbe sind von die Blüten weit überragenden Hochblättern mit kräftigen Dornen umgeben; auch diese besitzen eine weiße Mitte und sind oft purpurn überlaufen.


Die Blüten sind intensiv purpurn; die Hüllblätter des Blütenkorbs sind dachziegelig angeordnet und besitzen kurze, abgebogene Stachelspitzen.


Hier sieht man den verblühten Blütenstand.


Die Achänen sind dick und braun gemustert; der hübsche Pappuskranz besteht aus fedrigen Haaren.

Eselsdisteln, Onopordum

Die Eselsdisteln werden sehr groß und sind besonders dornig. Sie besitzen sehr große rosa Blütenköpfe. Es gibt etwa 40 Arten mit einem Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet. Auf Naxos kommen zwei Arten vor, die aber nur schwer zu unterscheiden sind; bei den hier abgebildeten Exemplaren handelt es sich vermutlich um Onopordum caulescens.

Onopordum tauricum

Die große Eselsdistel Onopordum tauricum ist auf den Kykladen häufig. Sie kommt insbesondere in den niedrigen, trockenen Lagen vor.


Die Eselsdisteln besitzen sehr dornige, lange, tief zerschlitzte Blätter und dornig geflügelte Stängel.


Die Eselsdistel ist auf Feldern und an Wegrändern sehr häufig.


Der große lila Blütenkopf ist von sehr langen, gleichmäßig zugespitzten, nach außen gebogenen Hüllblättern umgeben. Die sehr großen, vielblütigen Korbblüten besitzen lange, biegsame Staubblattröhren, aus denen die noch längeren Griffel herausschauen.


Charakteristisch ist die drüsige, klebrige Behaarung der Blätter und Stiele.

Onopordum caulescens

Die mit der vorigen Art eng verwandte Onopordum caulescens unterscheidet sich darin, dass die Stiele und Blätter sowie die Hüllblätter der Blütenstände nicht drüsig, sondern weißfilzig behaart sind. Außerdem sind die Hüllblätter der Blütenstände länger und weniger stark zurückgebogen, so dass sie über die Blüten herausragen.


Die Hüllblätter der Blütenstände sind bei dieser Art besonders lang und weniger stark zurückgebogen. Ebenso wie die Stängel und Blattunterseiten sind sie weißfilzig behaart. Häufig sitzen Insekten auf den Blüten, so wie hier Rosenkäfer.

Kratzdisteln, Picnomon

Die Gattung Picnomon besitzt nur eine Art, die Akarna-Kratzdistel. Sie kommt im Mittelmeergebiet vor.

Akarna-Kratzdistel, Picnomon acarna

Die Akarna-Kratzdistel ist in allen Gegenden der Insel sehr häufig; sie wächst vor allem an Ruderalstandorten, wo in Sommer und Herbst überall die vertrockneten Pflanzen stehen.


Die Akarna-Kratzdistel besitzt lange weißgrüne Blätter mit auffälligen gelben Dornen, die Stängel sind schmal geflügelt.


Die lila Blüten sitzen in kleinen Knäueln inmitten langer, dorniger Hochblätter. Der Blütenkopf ist schmal zylindrisch; er ist eng von dachziegeligen, spinnwebig behaarten Hüllblättern umgeben, die jeweils in einem kleinen Dorn enden.


Die Achänen besitzen fiedrige Pappushaare.


Die Akarna-Kratzdistel blüht erst spät im Sommer, wenn die Pflanze schon fast vertrocknet aussieht; die Blüten sind dabei eher unauffällig zwischen den Hochblättern versteckt. Hier sieht man die verblühte und vertrocknete Pflanze; so bleibt sie bis zum nächsten Jahr stehen. Man kann sie auch in dieser Form noch recht gut an den dünnen, gelben Dornen erkennen.

Mariendistel, Silybum marianum

Die Mariendistel kommt auf Naxos in den niedrigsten Lagen sehr häufig vor, vor allem in der Kulturlandschaft, an Wegrändern und auf Feldern.


Die Mariendistel besitzt große, breite, buchtig gezähnte Blätter mit dicken weißen Adern. Die jungen Blätter und auch die Wurzeln können gedünstet gegessen werden.


Die großen lila Blütenstände sind von sehr langen, dornig zugespitzten, zurückgebogenen Hüllblättern umgeben.


Auf den ersten Blick sieht diese Art der Eselsdistel recht ähnlich. Gut unterscheiden kann man sie daran, dass die Blütenstände an einem langen, dünnen, in seinem oberen Abschnitt fast unbeblätterten Stängel stehen, während bei den Eselsdisteln der Stängel breit geflügelt ist (s.o.). Außerdem besitzt die Mariendistel meist breitere, nur wenig zerschlitzte Grundblätter.


Hier sieht man die Hüllblätter mit ihrem breiten, rundlichen, dornigen Grund und der langen Spitze.


Die Pappushaare der dicken, braunen Achänen sind ungefiedert. Die Früchte enthalten wertvolle Heilstoffe und werden vor allem zur Stärkung der Leber verwendet; auch helfen sie bei Gallenbeschwerden, bei Vergiftungen, Krampfadern, Migräne u.a. Sie können aber auch bei Krebs eingesetzt werden; so reduzieren sie beispielsweise nach neueren Erkenntnissen deutlich die Metastasen-Bildung bei Lungenkrebs.

Zu den Cichorioideae, den Zungenblütigen Korbblütlern, gehört die Spanische Golddistel.

Eine weitere „Distel“-Art, die jedoch nicht zu den Korbblütlern, sondern zu den Doldenblütlern gehört, ist die Stranddistel.

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Ich danke Niels Böhling herzlich für die Hilfe bei der Bestimmung von Jurinea consanguinea und anderen Arten!

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