Braunwurz, Scrophularia

In den letzten Jahren hat man die Familien, in die die Pflanzen eingeteilt werden, unter Berücksichtigung genetischer und molekularbiologischer Untersuchungen neu überarbeitet. Eine der Familien, für die sich dabei tiefgreifende Veränderungen ergeben haben, sind die Scrophulariaceae (früher als Rachenblütler bezeichnet). Viele der Gattungen der Rachenblütler sind den Sommerwurzgewächsen sowie den Wegerichgewächsen zugerechnet worden; andere Gattungen sind neu in die Familie eingegliedert worden. Heute umfassen die Scrophulariaceae (Braunwurzgewächse) an in Europa vorkommenden Gattungen nur noch die Gattungen Braunwurz (Scrophularia) und Königskerze (Verbascum); die übrigen Gattungen sind vor allem in Afrika, seltener auch in Australien und ausnahmsweise in Asien und Amerika verbreitet. Insgesamt umfassen die heutigen Braunwurzgewächse etwa 1700 Arten in ungefähr 60 Gattungen. Alle der genannten Familien sind nahe verwandt und gehören zur Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) innerhalb der Asternähnlichen (Asteridae).

Die Gattung Braunwurz (Scrophularia) besteht aus um die 200 Arten, die auf der Nordhalbkugel vorkommen mit der größten Artenvielfalt im Himalaja. Sie besitzen vierkantige Stängel mit gegenständigen, oben manchmal wechselständigen Blättern. Die Blüten sind eher klein und unauffällig und bestehen aus fünf nur am Grund verwachsenen Kelchblättern und fünf zu einer Röhre verwachsenen Kronblättern, die in eine zweilappige Ober- und eine dreilappige Unterlippe aufgeteilt sind; die Kronblätter sind kurz und abgerundet und die Blüte hat insgesamt eine rundliche Form. Auf Naxos kommen vier Braunwurz-Arten vor.

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Scrophularia canina


Scrophularia canina ist eine langstielige Pflanze mit einem lockeren, mehrfach verzweigten Blütenstand. Die Blätter sind zweifach fiederschnittig mit sehr schmaler Spreite.


Diese Art besitzt braunrote, kurz gestielte Blüten mit einem auffälligen weißen Rand an den Kronblättern. Die Oberlippe ist leicht zurückgeschlagen. Die Teilblütenstände sprießen aus den Achseln von langen, schmalen Tragblättern.

Scrophularia heterophylla


Die Blätter dieser Art sind länglich abgerundet und eingeschnitten gezähnt. Der Blütenstand ist locker mit kleinen Tragblättern.


Die Blüten sitzen an langen, drüsigen Stielen und sind rotbraun gefärbt. Die zwei Lappen der Oberlippe sind stark abgesetzt und kreisrund.

Scrophularia lucida


Diese Art besitzt große, glänzende, zweifach fiederspaltige Blätter und meist nur einen Blütenstand.


Die Tragblätter des Teilblütenstandes sind lang und schmal. Die braunroten Einzelblüten sitzen an kurzen Stielen; die Oberlippe besitzt zwei lange, ovale, aufgebogene Lappen.

Scrophularia peregrina


Diese Art besitzt ungeteilte, herzförmige Blätter mit unregelmäßig gesägtem Rand. Der Stängel ist deutlich beblättert; auch die Tragblätter im Blütenstand sind groß und wie die Stängelblätter geformt. Diese Art wächst an feuchteren Standorten als die vorigen.


Die intensiv dunkelroten, lang gestielten Blüten besitzen eine große, abgerundet zweiteilige Oberlippe und dreieckig zugespitzte Kelchblätter.

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