Myrte, Myrtus communis

Zur großen Familie der Myrtengewächse, die vor allem in Australien und im tropischen Amerika vorkommt, gehören größtenteils Arten, die bei uns wenig bekannt sind, aber auch beispielsweise die Gewürznelke und der Eukalyptus. Die Familie umfasst 131 Gattungen mit 4620 Arten. Der einzige Vertreter der Familie im Mittelmeerraum ist die Myrte (Myrtus communis), eine Relikt-Art, die die großen klimatischen Veränderungen der Eiszeiten überlebt hat.

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Die Myrte wächst als Strauch bis kleiner Baum mit immergrünen, zugespitzen, breit lanzettlichen Blättern. In den Blättern kann man als feine Punkte die Drüsen erkennen, in denen das aromatische Öl der Myrte produziert wird.


Die leuchtend weißen Blüten sind fünfzählig mit freien Kronblättern und einem Büschel mit zahlreichen Staubblättern in der Mitte.


Man kann Blüten und Früchte gleichzeitig am selben Strauch finden.


Die Früchte sind dunkelblaue, rundliche Scheinbeeren. Sie werden gern von Vögeln gefressen und auf diese Weise auch ausgebreitet.

Die aromatische Myrte war im Altertum der Göttin Aphrodite geweiht; diese soll sich hinter einem Myrtenstrauch verborgen haben, als sie auf Paphos dem Meer entstieg. Aus dem Kultus der Göttin Aphrodite stammt der vom Christentum übernommene und bis nach Mitteleuropa vorgedrungene Brauch, dem Brautpaar bei der Hochzeit Myrtenkränze auf die Häupter zu legen. Adam soll einen Myrtenzweig aus dem Paradies mitgenommen haben als Erinnerung an die Schönheit, Reinheit und Unschuld dieses Ortes.

In der Volksmedizin wird die Myrte vor allem bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Die Blätter benutzt man ähnlich wie Lorbeer auch zum Würzen von Fleischgerichten; auch die Beeren können verwendet werden.

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