Glockenblumen und Frauenspiegel, Campanula und Legousia

Charakteristisch für die Glockenblumengewächse (Campanulaceae) sind die meist glockenförmigen, blauen oder rötlichen, fünfzähligen Blüten; bei den meisten Arten handelt es sich um niedrige Stauden. Die Familie steht den Korbblütlern nahe und gehört in die Ordnung der Asternartigen (Asterales); sie umfasst 85 Gattungen mit 2000 Arten. Auf Naxos kommen nur drei zu den Glockenblumengewächsen gehörende Pflanzenarten vor, zwei Glockenblumen (Campanula) und ein Frauenspiegel (Legousia). Die Gattung Campanula ist mit zahlreichen Arten vor allem in den arktischen und gemäßigten Regionen vertreten, während die nur sieben Frauenspiegel-Arten im Mittelmeergebiet ihren Verbreitungsschwerpunkt haben.

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Campanula erinus


Diese sehr kleine, zierliche Glockenblume wächst in der Phrygana.


Die bis einen halben Zentimeter langen, zu einer glockigen Röhre verwachsenen Blütenblätter sind von spreizenden, langen, am Rand borstig behaarten Kelchblättern umgeben. Die Blätter besitzen eine charakteristische, dreispitzige Form.

Campanula heterophylla (?)

Im Gegensatz zur vorigen Art kommt Campanula heterophylla nur auf den höchsten Berggipfeln von Naxos vor, wo sie in Ritzen im Kalkgestein und Marmor gedeiht. Die Art blüht erst im Sommer.


Campanula heterophylla besitzt eine grundständige Blattrosette und längliche, am Rand leicht gewellte, dicke Stängelblätter.


Hier sieht man die lang zugespitzten, anliegenden Kelchblätter.


Die lila Blüten sind zart behaart.


Hier ein schönes Polster von Campanula heterophylla an der Westseite des Fanari.

Legousia hybrida

Die Frauenspiegel sehen den Glockenblumen ähnlich, die Kronblätter sind aber weniger verwachsen.


Diese kleine Frauenspiegel-Art habe ich auf Naxos bislang erst einmal bei Sífones gefunden.


Die Blüten sehen denen der Glockenblumen ähnlich, sind aber weniger glockig geformt.

Legousia falcata


Bei Legousia falcata, die ich bei uns im Garten als „Unkraut“ gefunden habe, sind die Kronblätter oft nur sehr schlecht ausgebildet. Die Blüte besitzt sehr lange, auffällige, oft sichelförmig gebogene Kelchzipfel.

Blaues Halskraut, Trachelium caeruleum

Das Blaue Halskraut ist eigentlich eine westmediterrane Art. Ich habe es einmal bei Komiakí angetroffen – ob wild oder verwildert, weiß ich nicht.


Das Blaue Halskraut sieht nicht sehr nach einem Glockenblumengewächs aus. Die zahlreichen kleinen, blasslila Blüten mit langer, dünner Kronröhre stehen in Scheindolden.

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